Gestaltung Testament, Wohnrecht, Hausschätzung

    • (1) 26.07.11 - 14:35

      Hallo,

      ich weiß, mein Problem ist sehr komplex, vielleicht kann mir trotzdem der eine oder andere einen Denkanstoß geben:

      Ein Zweifamilienhaus wurde von den Großeltern auf die Mutter überschrieben. Sie allein steht im Grundbuch. Die Großeltern haben ein lebenslanges Wohnrecht. Die Mutter hat einen Sohn und eine Tochter. Die Tochter (lebt schon 6 Jahre mit ihrem Lebensgefährten mietfrei in 3 Räumen, dafür Beteiligung an Instandhaltung von Haus und Hof) hat den Wunsch, eine Haushälfte nach ihren Wünschen für sich, ihren Lebensgefährten und ihren Kind aufwendig um- und auszubauen (Die Räumlichkeiten für 3 Familien sind gegeben). Die Mutter kann sich nicht damit anfreunden, der Tochter die Haushälfte schon zu Lebzeiten zu überschreiben oder zu schenken und möchte den Nachlass über eine Testamentsänderung (von einer Notarin schon in den Grundzügen ausgearbeitet und der Tochter nun zum Abnicken vorgelegt) regeln. Um die Tochter abzusichern, soll diese ebenfalls ein lebenslanges Wohnrecht bekommen. Im Erbfall soll die Tochter dem Sohn die Hälfte des Hauswertes auszahlen, wenn sie das finanziell kann, ansonsten soll der Sohn die andere Hälfte erben (in der aktuell die Mutter mit ihrem Mann und die Großeltern leben). Der Hauswert wird jetzt auf 150.000 Euro geschätzt und soll so auch in das Testament eingetragen werden. Die Tochter müsste dem Sohn dann also 75.000 auszahlen.

      Ist es überhaupt möglich, jetzt einen Hauswert festzulegen, der auch später im Erbfall Bestand hat? (Die Schätzung wurde durch eine Person gemacht, die Häuser sowohl umbaut als auch verkauft.)Falls es eine Neubewertung zu Zeiten des Erbfalls gibt, wie kann die Tochter all ihre Investitionen nachweisen und geltend machen?

      Fragen, die nichts direkt mit dem Erbfall zu tun haben:

      Wie kann die Tochter es am für sie optimalsten gestalten, für den Fall eines Auszugs wegen eventueller starker familiärer Konflikte, nicht alles investierte Geld zu verlieren? Eventuell Vereinbarung, dass Mutter Umbaukosten trägt und Tochter sie nach ortsüblichen Mietzins zurückzahlt. Umgebaute Wohnung wäre dann nach neuestem Standard mit Erdwärme und Wandheizung und eigenem Eingang jederzeit weiter vermietbar. Da Tochter keine Mieterin und auch keine Hausbesitzerin ist, können Lohnkosten für Umbau nur durch Mutter steuerlich geltend werden, wofür die Rechnungen auch auf sie ausgestellt werden müssten. Weiterhin bringt der Lebensgefährte der Tochter seine Arbeitsleistung komplett und entgeltlos mit ein.

      Ich bin für jeden Idee dankbar!

      LG Mia

      • (2) 26.07.11 - 14:59

        Deine Frage ist zu komplex, um sie hier zu beantworten. Ich würde mich an einen Anwalt oder Notar wenden.
        Nur soviel: Ich würde nie eigenes Geld in eine Immobilie investieren, die mir nicht gehört. Im Streitfall ist das alles futsch.

        Sehr sehr komplex und viel zu heikel, sich das hier beantworten zu lassen. Die Tochter geht auf jeden Fall hohe Risiken ein, die ich nicht eingehen würde. Besser wäre es, sie würde mietfrei dort weiter wohnen bis sie irgendwann erbt. Man könnte ja auch einen sog. Erbvertrag machen. Der ist dann im Gegensatz zu einem Testament nicht mehr abänderbar, es sei denn, alle Parteien stimmen dem zu. Die einzige Gefahr besteht dann noch darin, dass der Hauseigentümer das Haus verschuldet oder verkauft. Aber vielleicht kann man das auch notariell ausschließen. Die Tochter wäre jedenfalls irgendwie schön blöd, sowas zu machen. Den Bruder auszahlen, Geld investieren UND auf dem Pulverfass sitzen, dass das Haus vom Eigentümer evtl. verkauft wird (wenn auch unwahrscheinlich, da sie ja darin Wohnrecht hat) oder verschuldet wird bis der Erbfall eintritt.
        Vorsicht ist ohnehin geboten, wenn z.B. die Eltern ins Heim müssen und deren Rente nicht reicht. Ist dann die Schenkung eines Hauses (und auch Übertragungen gelten als Schenkung, wenn nicht nachweislich Geld geflossen ist) noch keine 10 Jahre her, wird das Haus für die Heimkosten heran gezogen etc. etc. Das Wohnrecht und die Investitionen würden dann nichts nutzen. Ich hatte nach dem Tod meiner Großeltern einen Fall, der z.T. ähnlich gelagert war und habe mich gelinde gesagt gerade noch mal an den Haaren aus dem Schlamassel raus gezogen. Wohnrecht ist eine heikle Sache. Und Investitionen in ein Haus, das einem nicht gehört, ebenfalls.

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