Spenden: Wie handhabt ihr das?

    • (1) 10.08.11 - 16:35

      Hallo ihr Lieben! #winke

      In einem anderen Forum (nein, kein Unterforum von Urbia) schlagen sich gerade Leute die Köppe ein, wegen des Themas "Spenden". Konkret geht es um den Aufruf eines Mitglieds, doch bitte für Somalia zu spenden. Es fliegen wüste Beschimpfungen umher, weil manche Menschen für sich beschlossen haben, nichts für diesen Zweck zu spenden, weil sie einfach sagen, dass man nicht für alles und jeden spenden kann. Die andere Seite hingegen meint, man müsse für jeden Anlass spenden, sofern man noch ein paar Euro in der Tasche hat, getreu dem Motto: "5€ tun keinem weh!"

      Ich persönlich sehe es so, dass man zwar einen Beitrag dazu leisten kann, Menschen zu helfen, aber dass alles irgendwo seine Grenze hat. Wir sind bei verschiedensten Hilfsorganisationen Mitglied (DRK, ASB, Malteser) und zahlen jährlich 225€ Mitgliedsbeitrag, wir packen ein Paket für "Weihnachten im Schuhkarton" (ca. 30€), geben bei der Kollekte in der Kirche (je nach Bestimmung) auch mal etwas mehr, spenden in einem kleinen familiären Hundeforum Gelder, wenn einer Familie eine kleine Freude gemacht werden soll (wir haben z.B. bei der Geburt unseres Sohnes davon profitiert) oder einer deren Hunde schwer krank ist und die Behandlungskosten sehr hoch sind, wir spenden auch, wenn Vereine hier im Ort für wohltätige Zwecke sammeln, werfen dem Mann mit der Drehorgel ein paar Euro in die Kasse, weil dieser selbst im hohen Alter noch für krebskranke Kinder Geld sammelt, wir haben einer Tierschutzorganisation lange als Pflegestelle zur Verfügung gestanden und so lange die Kosten für die Tiere übernommen (inkl. Tierarzt)... Alles in allem gehen dabei rund 300€ im Jahr drauf. Auch wenn wir nicht am Hungertuch nagen, meine ich doch, dass das sehr viel Geld ist. Und aus diesem Grund spende ich selten zusätzlich bei solchen Hilfsaktionen noch einmal. An dieser Stelle kamen dann die berühmten Worte mit den 5€, die niemandem weh tun, bis hin zu einer Person, die meinte, man müsste ja nichts spenden. Aber jeder bekäme irgendwann genau das, was er verdienen würde. #schock Das hat mich schon ein bißchen fassungslos gemacht und ich frage mich, ob wir dermaßen egoistisch sind und es einfach nicht merken!?

      Wie handhabt ihr das? Spendet ihr bei jedem Spendenaufruf? In welcher Höhe bewegen sich eure Beteiligungen da? Oder habt ihr auch eure festen Beträge und Aktionen, an denen ihr euch (vielleicht regelmäßig) beteiligt? Wann ist für euch der Punkt gekommen, dass ihr sagt: Jetzt ist es genug?

      Ich freue mich auf und über eure Beiträge!

      Liebe Grüße #herzlich

      Marie

      • Hallo Marie,

        als ich noch selber verdient habe, habe ich für die SOS Kinderdörfer und für manche Hilfsprojekte des WWF gespendet.

        Jetzt muss ich aber auf jeden Cent schauen. Schließlich habe ich 2 Kinder, die auch was zum Essen und anziehen brauchen.

        Und so leid es mir tut, da ist nichts mehr übrig.


        LG

        gerade Somalia ist dür mich ein Reizthema denn die Probleme dort sind (abgesehen von der Dürre) hausgemacht. Wer einen Bürgerkrieg führt sollte sich nicht wundern wenn er Nichts zu fressen hat.

    Hallo,

    ich spende kein Geld.

    Was ich ab und an mache, wenn die Schule / Kindergarten wegen Kuchen rund fragt, aber Geld gebe ich keines her.

    Grüße

Hi!

Wow, ich finde, ihr spendet wirklich viel!
Da wundert es mich fast, dass du bei einer solch schlimmen Hungersnot wie gerade in Ostafrika die Grenze ziehen kannst.
Ich würde an deiner Stelle wohl erst recht für hungernde Kinder spenden. Ich hoffe, du verstehst wie ich das meine.

Ich persönlich kann einen Bericht über die Hungersnot in Somalia kaum schauen ohne Rotz und Wasser zu heulen (und ich bin sonst nicht von der schnell betroffenen Sorte), so dass ich ein bisschen was spenden werde. War mir bis vor kurzem einfach noch nicht sicher wohin, aber jetzt habe ich eine Organisation gefunden, die ich unterstützen möchte.

Natürlich kann man niemanden zwingen, nur reagier ich allergisch auf Argumente der Art "Mir/uns/Deutschland hilft auch niemand", weil der Vergleich in den meisten Fällen der reinste Hohn ist.

LG!

  • ***
    Ich würde an deiner Stelle wohl erst recht für hungernde Kinder spenden. Ich hoffe, du verstehst wie ich das meine.
    ***

    Du hast völlig recht.

    Ja, bevor ich an Tierschutzverein oder an die Hausaufgabenhilfe spende doch zuerst da wo die Menschen sterben...

    Und das Argument "ich hab auch nichts" löst bei mir Brechreiz aus, da will ich lieber nicht näher drauf eingehen #putz

    LG, Nele

    • (12) 10.08.11 - 17:54

      Beziehst du deinen Beitrag auf meinen Ursprungsbeitrag?

      Hausaufgabenhilfe? #kratz

      Um die "Spende" finanzieller Natur im Tierschutzverein geht es überhaupt gar nicht. Zumindest nicht primär. Die Bereitschaft, als Pflegestelle für Tiere zu fungieren bedeutet mehr, als nur die Kosten zu tragen, die dieses Tier verursacht. Es bedeutet, aktiv Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen, das in Not geraten ist. Dass man die Kosten für ein solches Lebewesen übernimmt, ist in dem Fall nebensächlich, denn man kann mit Taten dazu beitragen, dass für dieses Tier ab dann ein besseres Leben beginnt. Das ist oft sehr harte Arbeit (gerade wenn die Tiere sehr verstört sind), die sich aber im normalen Alltag bewältigen lässt. Das funktioniert beispielsweise bei hungernden Kindern eben nicht. Ich hätte auch kein Problem damit, ein solches hier aufzunehmen, aber das ist wohl keine Option.

      • (13) 10.08.11 - 18:02

        Nein, Du warst nicht gemeint, die Beispiele waren willkürlich und zufällig gleich.

        Ich wollte damit ausdrücken, dass ich immer erst den Menschen Geld spenden würde, denen es am schlechtesten geht und das sind naturgemäß keine Deutschen...

        Ich habe nichts gegen Tiere und wünsche mir auch, dass es allen gut geht, jedoch würde ich z.B. fürs Tierheim erst spenden, wenn alle Menschen genug haben... Pflegestelle halte ich persönlich für was anderes, da das mehr ein aktives denn ein förderndes Engagement ist und man vor allem Zeit investiert, was dem Spenden z.B. nach Afrika kein Geld wegnimmt.

        Aber ich finde es natürlich super, dass Du Engagement in der Größenordnung zeigst #pro Über das Wie und Wo kann man sich streiten bzw. austauschen :-) Da hat halt jeder andere Prioritäten und das ist ja auch gut.

        LG, Nele
        die letztes Jahr fünf Ratten aus schlechter Haltung übernommen hat :-)

(14) 10.08.11 - 17:21

Hallo Marie,

ich spende einen Festbetrag an die Diakonie Katastrophenhilfe, der halbjährlich abgebucht wird (150 Euro gesamt)

Ansonsten spende ich nach Bedarf, z.B. jetzt auch für Ostafrika. Zurzeit sind wir etwas knapp bei Kasse, daher waren es nur 50 Euro. Wenn wir mehr haben, spenden wir auch mehr. Bei Katastrophen und sozialen Projekten und in Kirchenkollekten.

Außerdem kaufe ich gern Fair-Trade-Produkte, was zwar keine Spende ist (eigentlich selbstverständlich sein sollte, weil es der Normalpreis ist), aber ich führe es hier auf, weil es den ärmeren Ländern zugute kommt.

Ja, einige Probleme in Afrika sind hausgemacht, andere haben die Afrikaner von den Europäern und Amis serviert bekommen.

Ich gehöre zu der Fraktion "auch 5 Euro helfen" und wenn man sich mal unseren Reichtum anschaut, ist es sehr traurig, dass einige behaupten nichts zu haben.

LG, Nele

erstmal hut ab dass du soviel spendest, dass tun nicht viele leute und so mancher (der die dicke kohle hat) solte sich ne scheibe von abschneiden.

ich würde nur spenden wo ich zu100 % sicher wäre dass das geld auch zu 100% dort ankommt und nicht in den brieftaschen irgendwelcher vorstandsmitglieder dieses vermeintlichen charitativen vereins landet oder in den händen afrikanischer milizen die dadurch nur noch mehr unheil anrichten.

ich kann mir die berichterstattung aus afrika auch nur schwer ansehen, ich bin seit geburt der kinder sehr nah am wasser gebaut und die vorstellung dass dort babys und kleinkinder am straßenrand zum sterben zurückgelassen werden, liegt jenseits meiner vorstellungskraft.

wir haben hier auhc schon viel drüber diskutiert und natürlich hat man wieder dieses "vor der eigenen türe kehren" à la bei uns in deutschland gibts genug armut etc.
prizipiell finde ich es auch richtig, aber wie gesagt die zustände in afrika lassen mich doch zweifeln...

ich glaube auch dass afrika es schwerer hat die spendenbereitschaft zu wecken, da es ja nicht neu ist dass dort kinder verhungern, man ist quasi von vorneherein etwas "abgestumpfter" dem thema gegenüber.
aber wenn dann wie in japan der super GAU eintritt, zückt jeder gleich das portmonai, obwohl geldspenden meines erachtens in einem hochtechnisierten land wie japan teils fehl am platze waren.

ich habe auch für afrika gespendet, weil ich mich hilflos fühle und hoffe wirklich dass etwas von dem geld ankommt und man wenigstens ein quentchen dazu beigetragen hat wenn dadurch auch nur ein kind vor dem hungertod bewahrt wird!

vlg

Top Diskussionen anzeigen