Dürfen eure Kinder mit jedem anderen Kind spielen?

    • (1) 23.09.11 - 18:39

      In Finanzen und Beruf gab es heute eine Diskussion, ob man stolz auf seinen Beruf sei und jemand schrieb : .....oder lasst ihr eure Kinder nicht mit anderen spielen, wenn euch der Beruf der Eltern nicht gefällt......

      Darüber habe ich dann weiter nachgedacht und für mich festgestellt, dass meine Kinder nicht mit jedem Kind spielen dürfen, welches ihnen gerade einfällt, obwohl das unabhängig vom Beruf der Eltern ist.

      Meine ganz Kleine (Krippenkind) trifft sich einmal die Woche nachmittags mit Kindern, wo wir Mütter uns ja dann "gezwungenermaßen" auch treffen.
      Da wird in den Wohnungen nicht geraucht, es sind gute soziale Umstände und auch die Mütter sind sehr nett. Eine Mutter, die in der Nähes meines Kindes raucht, den Fernseher laufen lässt und Chips und Cola als gängiges Abendbrot empfindet, halte ich für untragbar und dort dürfte mein Kind nicht hin.
      Die älteren Kinder (12 und 13) müssen mir auch immer noch sagen, mit wem sie sich wo treffen. Neue Freunde müssen erst bei mir durch die "Aufnahme".
      Ein Kind, was auf dem 12.Geburtstag meiner Tochter DVD´s mitbrachte (SAW 1-3) und mich fragte, ob man die sehen könne, hat bis heute Umgangsverbot.
      Auch Familien, die mir bekannt sind für ihre sehr "liberale" Lebensweise (Alkohol und Nikotin schon für die 13-15jährigen), scheiden als Spiel-/Treffpartner aus.

      Ist das engstirnig und am Leben vorbei gedacht? Zumindest meine Kinder empfinden das als "peinlich", dass ich soviel von ihren Freunden wissen will und finden, dass mich das nichts angeht.

      Eure Meinungen und Auffassungen würden mich interessieren.

      • Hallo,

        meine Tochter ist erst 8 und somit können wir in der "Altersklasse" Deiner älteren Kinder noch nicht mitreden aber grundsätzlich kann ich sagen es gab bisher noch kein Kind mit dem unser Tochter nicht spielen durfte.

        Ja es gab ein Mädchen wo klar war ich möchte sie nicht in meinem Haus haben. (Ist an wirklich jeden Schrank gegangen und hat alles raus gerissen) gleichzeitig war die Ansage ich möchte nicht das Du dort IM Haus spielst. Wen Du mit dem Mädchen spielen willst dann in unsrem Garten, in der Nachbarschaft oder bei ihr im Garten (war ein Nachbarsmädel).

        Mir wurden allerdings auch noch keine DVD s mit der bitte um s anschauen unter die Nase gehalten oder ähnliches ich kann nicht sagen wie ich da reagieren würde.

        LG dore

        (3) 23.09.11 - 18:44

        Ich habe 2 Grundschulkinder (1. und 3.Klasse) und bisher kenne ich alle Eltern der Freunde persöhnlich und alle sind okay.
        Da ist keiner dabei, wo ich sage, das meine Jungs dort nicht hin dürfen.



        (4) 23.09.11 - 18:47

        Unter "liberale" Lebensweise versteh ich was anderes. ;-) Was Du beschreibst ist eher fahrlässig.

        Ein Umgangsverbot halt ich persönlich für übertrieben, so ein Kind kann sich seine Familie ja auch nicht aussuchen.

        Ich würde mit meinem Sohn vereinbaren dass das betroffene Kind zu uns kommt, statt umgekehrt. Und ihm auch erklären warum ich das möchte. Bisher hatte er immer Verständnis für meine Beweggründe, aber er ist noch keine 10, von daher noch nicht so pubertierend.

        lg

        • (5) 23.09.11 - 18:58

          Ich habe es auch erst so halten wollen, dass die junge Dame hierher kommt. Aber sie kam dann regelmäßig um 21.00 Uhr, zu Fuß, ca. 2km unwirtlicher Weg, wollte bis 23.00 Uhr bleiben und wieder gehen.
          Ich habe dieses Kind dann regelmäßig abgefüttert und nach Hause gefahren, aber als sie dann meiner Tochter die praktische Umsetzung des "Ritzens" erklären wollte und mir erklärte, ihren Eltern sei es egal, wann und ob sie nach Hause kommt und sie dann noch wegen eines sehr dubiosen Vorfalls das Gymnasium verlassen musste, habe ich dieser Freundschaft ein Ende setzen müssen, da ich nicht wollte, dass mein Kind in den Strudel nach unten mitgerissen wird.
          Und es ist leider tatsächlich so, dass die Eltern ihren 4 Kindern alle Freiheiten lassen, Parties und wegbleiben über Nacht ohne Bescheid zu sagen - das war dann der permanente Aufhänger für das "Warum"-Spiel. Warum darf sie und ich nicht.....und da ist man irgendwann erklärungsmüde. Seit die Dame hier gestrichen ist, haben wir wieder altersgemässe Ideen und Diskussionen.
          Schlechter Einfluss ist in dem Alter leider nicht zu unterschätzen....

          • (6) 23.09.11 - 19:04

            Das sind wirklich üble Verhältnisse.
            Es ist traurig, denn sie kann nichts dafür, daß sie so haltlos ist, aber ich hätte mir das auch nicht weiter angetan.

            Irgendwo gibt es eine Grenze.

            ##
            da ich nicht wollte, dass mein Kind in den Strudel nach unten mitgerissen wird.
            ##
            Vollkommen verständlich.



            Der Job ist echt völlig egal, die finanziellen Verhältnisse ebenso.
            Es kommt nur auf die Einstellung und den Lebenswandel an.

          • (7) 23.09.11 - 19:18

            Naja, Voraussetzung dafür daß das Kind zu uns kommt ist natürlich daß es einigermaßen umgänglich ist und meinem Kind nicht schadet.

            Von daher - NEIN - meine Kinder dürfen natürlich nicht mit JEDEM anderen Kind spielen. Aber wenn "nur" das Elternhaus das Problem sein sollte, ist das Kind bei uns willkommen.

            Ich weiß nicht wie ich es an Deiner Stelle handhaben würde, weder kennt mein Sohn Kinder die aus ähnlichen Verhältnissen kommen, noch ist er im "schwierigen" Alter.

            Schau'ma mal was noch kommt.

            "da ich nicht wollte, dass mein Kind in den Strudel nach unten mitgerissen wird"

            Komisch, diese Problematik hatte ich nie. Es kommt dann doch auch sehr auf das eigene Kind an, ob es sich mitreißen lässt oder ob man es schon so weit hat, dass es durchaus unterscheiden und sehen kann, dass die Lebensweise dieses anderen Kindes alles andere als gut ist. Meiner konnte das zum Glück und wir haben zumindest den einen bereits erwähnten Freund mit hochziehen können, denn er fand bei uns den Halt und das Interesse an seinem Wohlergehen, was er zuhause nicht hatte.

            Zu einem anderen Freund erübrigte sich die Freundschaft vonseiten meines Sohnes aus, weil dieser Freund irgendwann anfing zu klauen, zu rauchen und als er eines Nachts besoffen wie tausend Russen das Zelt vollgebrochen hatte, in dem eine Gruppe Jungs inkl. mein Sohn die Nacht verbringen wollten, war es aus.

            Vielleicht habe ich eine Portion Glück gehabt, aber ich denke, wenn man Kindern von Anfang beibringt, dass es unterschiedliche Menschen und Lebensweisen gibt und dass das, was sie für die große Freiheit halten, schlicht nur Desinteresse und große Gefahr bedeutet, kann man sie auch getrost mit schwierigen Kindern Umgang haben lassen, ohne dass man sich "Warum"-Diskussionen und Weiteres aufhalst.

            BTW hätte ich ihn gar nicht von "schwierigen" Kindern fern halten KÖNNEN, denn bis zu seinem 11. Lebensjahr wohnten wir in Sozialwohnungen - mit teilweise dem üblichen Klientel um uns herum. Hätte ich ihn ferngehalten, statt diese Kinder mit einzubeziehen, hätte ich ihn zum "Opfer" gemacht in dieser Wohngegend.

            • Du schreibst, es kommt auf das Kind an, ob es sicht mitreissen lässt.

              Und genau da liegt mein Problem. Mein Sohn hat nette Freunde, manche aus sicherlich schwierigen Familien, aber die Kinder sind nett und unternehmen gute Sachen miteinander, von Fußball bis Klingelstreichen ist alles dabei.

              Aber meine Tochter ist anders. Sie möchte cool sein, sich was trauen. Eine entsetzliche Modeerscheinung unter den Pubertierenden (Mädchen) ist im Moment das Ritzen. Alle ihre neuen Freundinnen würden das machen und wie sie denn dazu gehören soll, wenn sie nicht mitmacht.

              Ihre "alten" Freunde findet sie im Moment uninteressant und befindet sich an einem echten Scheideweg und ich bin ängstlich, ob sie sich für den richtigen entscheidet.

              Dein Sohn hat die Freundschaft zu dem Jungen, der rauchte, klaute und trank einschlafen lassen.
              Das wäre auch für mich das Wünschenswerteste.

              Aber was, wenn nicht?

        (10) 23.09.11 - 18:59

        ##
        Ich würde mit meinem Sohn vereinbaren dass das betroffene Kind zu uns kommt, statt umgekehrt.
        ##
        Das ist vllt auch eine Möglichkeit.
        Aber wenn ich zb an den Punkt denke: okay, daß 13-jährige rauchen und trinken,
        dann gehe ich mal davon aus, daß diese Kinder es tun, sonst wüßte man gar nicht, daß die Eltern das nicht unterbinden.
        Und ob dann ein Umgang überhaupt noch gut laufen kann, ist fraglich.


        Tja, deiner ist nich keine 10, meine keine 8. Wer weiß, wie das dann alles in ein paar Jahren ist.

    (11) 23.09.11 - 18:50

    Nach SAW mußte ich ja erstmal googeln, nee, also mit 12?
    Indiskutabel.

    ##
    Ist das engstirnig und am Leben vorbei gedacht?
    ##
    Ich halte es eher für eine Vorsichtsmaßnahme, einen Schutz.

    Du beschreibst Zustände und Ansichten, die ich für mein Kind auch nicht haben möchte und die ich auch ablehne.
    Fies ist es natürlich für diese Kinder, weil sie ja nichts dafür können, daß ihre Eltern so sind.

    Ich finde es normal, daß Eltern manche anderen Kinder für einen schlechten Umgang halten, auch wenn die Ursache dafür in deren Eltern liegt.


    ##
    Zumindest meine Kinder empfinden das als "peinlich", dass ich soviel von ihren Freunden wissen will und finden, dass mich das nichts angeht.
    ##
    Meine Eltern wollten auch viel wissen, wenn es neue Freunde gab.
    Es war auch offen ausgesprochen, daß sie genau wissen wollen, mit wem ich da zu tun habe und sie wollten immer alle kennenlernen.
    Für mich war es dann normal und ich habe es auch verstanden.
    Wahrscheinlich werde ich genauso sein.
    Bisher war es noch kein Thema, weil man die Eltern immer automatisch über Kindergarten oder Schule kennengelernt hat.

    • (12) 23.09.11 - 19:17

      Aber was machst du, wenn du Eltern kennenlernst, wo sich deine Nackenhaare sträuben und das Kind dazu dir schlaflose Nächte bereitet?

      Verbieten oder dir sagen, dass das Leben eben kein Ponyhof ist und das Kinder eben alles mal kennenlernen müssen? Ich bin so zwiegespalten und habe schlicht Angst, meine Kinder vor dem Leben nicht richtig beschützen zu können oder sie aber zu schlecht vorzubereiten.....

      • (13) 23.09.11 - 19:39

        Das kann ich absolut verstehen.
        Bisher hatte ich die Situation ja noch nicht und ehrlich gesagt, graut mir auch davor, wenn ich solche Stories lese, die du berichten kannst.

        Immer wird man sie sicher sowieso nicht beschützen können. Man muß hoffen, daß man ihre Sinne geschärft hat und ihnen verinnerlicht hat, worauf es ankommt und wie man erkennt, was schlecht für einen ist.
        Wenn sie klein sind, hat man das ja alles unter Kontrolle, aber mit 15-16 oder so, könnten sie vieles verheimlichen.


        Wenn man es verbietet (ja, ich würde das wohl auch tun, so wie du), dann haben die Kinder doch aber schon mitbekommen, warum und "alles kennengelernt".
        Deine Kinder wissen, daß dieses Mädchen tun kann, was es will, nachts wegbleiben, bis 23.00 wegbleiben usw.
        Mag sein, daß sie es jetzt noch toll finden, aber du hast ihnen sicher auch versucht zu erklären, warum das eben nicht toll ist.
        Irgendwann werden sie das auch richtig verstehen.


        Wie gesagt, es gibt einfach eine Grenze, die hier in diesem Fall auch für mich erreicht wäre.

        "oder sie aber zu schlecht vorzubereiten..... "

        Tja, du tust gerade GENAU das...

        "und habe schlicht Angst, meine Kinder vor dem Leben nicht richtig beschützen zu können oder sie aber zu schlecht vorzubereiten..... "

        Deine Kinder vor dem Leben zu beschützen, ist das Falscheste, was du tun kannst. Im Verlauf deines Satzes steht etwas von "vorbereiten", DAS ist der richtige Weg. Du musst deine Kinder vorbereiten. Im geschützten Raum deiner Familie sollten deine Kinder lernen, welcher Umgang gut für sie ist. Das müssen sie selber lernen. Reflektieren, was in eurer Familie läuft, was läuft bei anderen.
        Man möchte als Eltern so gerne Erfahrungn weiter vermitteln, aber das geht nicht, Kinder müssen ihre eigenen Erfahrungen machen.

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