Ich kanns echt nicht glauben

    • (1) 04.10.11 - 11:14

      Hallo Zusammen,

      ich habe ein etwas heikles Thema aber zum einen bin ich so schockiert darüber und zum anderen weiß der Ein oder Andere einen Rat.

      Im Jahr 2001 hat meine Schwester Zwillinge zur Welt gebracht, Frühchen in der 26 ssw.
      Einer der beiden überlebte leider nicht, wurde knapp 5 Monate alt.

      Nun, 10 Jahre nach dem Begräbniss, teilte der Friedhof meiner Schwester mit, dass die LIEGEZEIT abgelaufen ist und das Grab bis Ende April geräumt sein muss. Es gibt wohl keine Möglichkeit, die Liegezeit zu verlängern. Die Max. LIEGEZEIT beträgt bei Kindern 10 Jahre und bei Erwachsenen 15 Jahre.....

      Ehrlich gesagt, ich bin fassungslos, nun ist meine Schwester 35 und soll das Grab räumen, dass es weiter vergeben werden kann, sie kann ihr totes Kind dann nicht mehr auf den Friedhof besuchen.

      Hat jemand sowas schonmal durch? Und gab es eine Lösung? Das Amt stellt sich quer....

      Grüsse
      Barzo

      • Hallo,

        ich kann das gar nicht fassen, was ich hier lese!

        Bei allen Gesetzen bleibt wohl recht oft die Menschlichkeit außen vor!

        Ganz ehrlich? Ich würde mit der Presse drohen #schein

        Ich hoffe, das regelt sich irgendwie denn das ist wirklich grausam.

        Dani

        Hallo,

        also bei uns in der Gemeinde sind die Liegezeiten 20 Jahre, dann wird auch gnadenlos geräumt.

        In dem Moment wo du auf so einem Friedhof jemanden beerdigen lässt gibst du dich mit den Bedingungen einverstanden die ja offensichtlich einsehbar sind in der jeweilige Friedhofsverordnung, so herzlos es ist.

        Meine Familie hat sich schon vor vielen Jahren eine private Grabstätte gekauft wo alle beerdigt werden, soetwas kann nicht geräumt werden weil ebend Famileineigentum.

        LG

        Naja, das mag jetzt grausam klingen, aber da lässt sich nichts machen. Vermutlich hat der Friedhof in seiner Satzung festgeschrieben, dass Gräber nicht verlängert werden können. Dann ist das leider so.
        Welches Amt meinst du mit quer stellen denn?

        Ich kann die Haltung des Friedhofes schon verstehen. Gräber sind knapp und da kann es sich ein Friedhof teilweise gar nicht leisten, die Gräber zu verlängern.

      Hi,

      ich kenne es aus Ballungsgebieten schon, von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich. Bei dem Mann einer Bekannten waren es 30 Jahre, weil der Ort nicht sooo dicht besiedelt war.
      In Berlin z.B. ist die Liegezeit einheitlich 20 Jahre.

      Ich meine es wirklich nicht böse, aber mal angenommen, Gräber würden nicht geräumt, wo sollte man denn mit all den Toten hin?
      Es wäre kein Platz mehr für die Lebenden.

      Klar ist es für den Betroffenen nicht schön wenn er noch erlebt wie das Grab eines Verstorbenen Familienmitgliedes geräumt wird, aber es ist in Deutschland gängig dass es so gemacht wird, dagegen kann man nicht an, auch mit der Presse nicht.

      Sie könnte sich ja erkundigen, ob es die Möglichkeit einer Baumbestattung gibt, da könnte sie dann z.B. ihr Kind nochmal bestatten lassen, die Nutzungszeit dort sind in der Regel 99 Jahre.

      LG

      • Hallo,

        ja, das versteh ich schon, dass Platz geschaffen werden muss.

        Ich finde die Thematik bei gestorbenen Kindern aber eine Andere.


        Krass finde ich auch die Unterschiedlichen Liegezeiten, Erwachsene liegen 15 Jahre und Kinder nur 10....?

        Gruss Barzo

        • Der Unterschied wird ganz praktische biologische Gründe haben, so makaber das klingt.

          Gruß,

          W

          Verstehen kann ich die Unterschiede auch nicht richtig finde ich sie erst recht nicht, aber wieso andere Thematik?

          Es gibt Leute ohne Kinder, deren Partner jung verstirbt, meinst du sie Trauern weniger?

          Ich finde es immer gefährlich Unterschiede zwischen Trauer zu machen, klar für mich persönlich, wäre es das schlimmste der Welt, würde ich mein Kind verlieren, aber wenn ich kein Kind hätte? Wäre meine Trauer um Mann, Bruder, Freundin dann nicht groß genug um es Trauer nennen zu dürfen?



          • Hall nochmal,

            Nein, ich wollte nicht die Art der Trauer in Frage stellen.

            Rein zahlenmäßig trauen junge Eltern einfach länger ... lapidar gesagt finde ich es einfach unlogisch und genau unter dem Gesichtspunkt, dass Trauer nicht zu verallgemeinern ist, finde ich es auch sehr ungerecht, dass Kinder kürzer liegen als Erwachsene.


      Ähm....das muß neu sein in Berlin. Meine Oma lag 25 Jahre im Grab, der Mann meiner Patentante schon mehr als 35 Jahre und das Grab wurde erst vor 2 Jahren um weitere 5 Jahre verlängert.

      Mona

Moin,

ich habe das hier in unserer Friedhofssatzung gefunden, allerdings weiß ich nicht, ob das bei euch auch möglich ist.

>>Nach Ablauf der Ruhezeit noch vorhandene Leichen- oder Aschenreste können mit vorheriger Zustimmung der Stadt auch in belegte Wahlgrabstät-ten/Urnenwahlgrabstätten aller Art umgebettet werden.<<

Das ist sicherlich noch mal mit neuen Kosten verbunden. Wenn deiner Schwester allerdings dieser Platz auf dem Friedhof so wichtig ist, wäre das ja vielleicht eine Alternative? (Wobei ich mir jetzt nicht sicher bin, was "in belegte Wahlgrabstätten/Urnenwahlgrabstätten" bedeutet? Von einem anderen Familienmitglied genutzt? Oder... ich hab keine Ahnung.)

Gruß
p

Hallo,

also normalerweise kauft man eine Grabstätte und die muss alle 10-15 Jahre verlängert werden.

Meine Mutter z.B. hat ein Grab, in dem zuletzt vor 30 Jahren jemand beerdigt wurde und hoffentlich dauert es noch lange, bis der nächste da rein kommt.

Das Grab ihrer Eltern hat ihre Schwester übernommen. Mein Großvater ist der bisher Letzte, der darin beerdigt wurde und das ist auch schon 25 Jahre her.


LG

(15) 04.10.11 - 11:52

In den meisten Gemeinden kann die Liegezeit verlängert werden, warum das nun in der Gemeinde deiner Schwester ein solches Problem darstellt, vermag ich nicht zu sagen.

Aber egal, was wir hier schreiben und mutmaßen, einzig ein Gang zum Anwalt schafft die Möglichkeit, dieses Ablehnung der Verlängerung aufzuschieben.

Vielleicht hilft auch ein klärendes Gespräch mit dem zuständigen Bürgermeister - aber das Recht liegt auf der Seite der Gemeinde und eine Einzefallentscheidung kann sie nur mit gutem Rechtsbeistand erwirken.

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