Rechtliche Frage zum Ausdrucken und Weitergeben von Chat-Gesprächen

    • (1) 07.10.11 - 15:37

      Hallo,

      ich habe eine rechtliche Frage - vielleicht kann mir hier jemand weiterhelfen?

      Also, folgender Fall:

      Ich habe per Chat Dinge erzählt bekommen, die rufschädigend für den Arbeitgeber und zwei Kolleginnen meiner Chatpartnerin sind - sprich, sie hat Interna an mich weitergegeben, Unwahrheiten erzählt und Geschehnisse verdreht wiedergegeben.

      Dummerweise hatte ich ihr das Versprechen gegeben, nicht darüber zu reden. Zu dem Zeitpunkt in dem Glauben, dass sie mir die Wahrheit sagt.

      Nun hat sich durch Gespräche mit anderen Beteiligten herausgestellt, dass sie definitiv gelogen hat (zu dem Zeitpunkt hatte ich noch nichts von dem erzählt, was ich aus dem Chat wusste). Nach langem Überlegen habe ich daraufhin mit einer ihrer Kolleginnen gesprochen, über die sie Unwahrheiten erzählt hat. Diese Kollegin wiederum ist zu ihrer Chefin gegangen mit diesem Wissen.

      Die Chefin hat mich nun um einen Ausdruck des Chat-Verlaufs gebeten, um bei dem nun folgenden Gespräch etwas in der Hand zu haben.

      Meine Frage nun: Darf ich einen Ausdruck dieses Gesprächs einfach so an Dritte weitergeben? Aufgrund der Dinge, die noch vorgefallen sind, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es arbeitsrechtliche Konsequenzen geben wird (nicht aufgrund der Dinge, die ich weiß, sondern aufgrund dessen, was sie während ihrer Arbeitszeit so alles verbockt hat...). Nicht, dass in so einem Zusammenhang "mein" Ausdruck bei einem Anwalt landet, der dann sagt "Moment, wie kommen Sie eigentlich an dieses Gespräch?" und ich dann noch Probleme bekomme. Ich dürfte das alles ja nun z.B. nicht hier bei Urbia, sprich in einem öffentlichen Forum posten. Aber darf ich es der Chefin zur Verfügung stellen (sie ist die zweite Person, über die schlecht geredet wurde)?

      Ob es nun richtig war, überhaupt meinen Mund aufzumachen, darüber lässt sich natürlich streiten. Ich habe jedenfalls nun ein wahnsinnig schlechtes Gewissen, weil ich das Versprechen, Stillschweigen zu bewahren, gebrochen habe. Andererseits hätte ich auch ein wahnsinnig schlechtes Gewissen gehabt, hätte ich nichts gesagt, da das vermeintliche "Opfer" sich nun als die "Böse" rausgestellt hat... Ach Mensch, doof das Ganze...:-(

      Viele Grüße, Alex

      • Der Chat ist sowieso nicht gerichtlich verwertbar, weil er nicht direkt vom Server des Anbieters stammt. Du könntest das auch gefälscht haben. Genau das würde ich auch bedenken, wenn Du Angst haben musst, dass Dich die Kollegin der Lüge bezichtigt, um ihren Kragen zu retten. Landet das Ganze vor Gericht dann musst Du eventuell nachweisen, dass Du an dem Gespräch nicht im Nachhinein etwas gefälscht haben kannst.

        Zur Sicherheit soll die Chefin das Gesprächslogfile direkt vom Chatanbieter einfordern. Es gibt auch mittlerweile gute Anwälte für Internetrecht, die können auch Auskunft geben.

        • Hallo,

          danke Dir für Deine Antwort!

          Ja, an einen Anwalt hatte ich auch gedacht, allerdings ist das Gespräch, um das es geht, eher "Nebenschauplatz" und ich denke nicht, dass da im Vorhinein schon Geld für einen Anwalt ausgegeben wird...

          Dass man beim Chatanbieter das Ganze einfordern kann, war mir gar nicht bewusst - danke für den Tipp!

          Ich selbst bin dort nicht beschäftigt, sondern lediglich "Kundin" - mir geht es halt nur darum, ob ich dieses Gespräch überhaupt weitergeben darf oder ob mir schon allein aufgrund der Tatsache, dass ich einen Ausdruck weitergebe, ein Strick gedreht werden kann...

          Viele Grüße, Alex

      Das wirft auf Dich ein schlechtes Licht. Sag dem AG, dass es technisch nicht mehr möglich ist.

      Gruß

      Manavgat

      • Hallo,

        danke auch Dir für Deine Antwort.

        Wie genau meinst Du das mit dem "schlechten Licht"?

        Dass es nicht gerade toll ist, etwas weiterzugeben, was man im Vertrauen erzählt bekommt, ist mir bewusst...:-(

        Falls das so rüberkam (ich habe mich da nicht gerade sehr klar ausgedrückt...): Ich bin dort nicht beschäftigt, sondern letztlich "Kundin", habe das alles also als Außenstehende und eigentlich Unbeteiligte erzählt bekommen.

        Viele Grüße, Alex

        • Falls das so rüberkam (ich habe mich da nicht gerade sehr klar ausgedrückt...): Ich bin dort nicht beschäftigt, sondern letztlich "Kundin", habe das alles also als Außenstehende und eigentlich Unbeteiligte erzählt bekommen.

          Das ist egal, du wirst trotzdem ein MENSCH bleiben. Handle so, wie du willst, dass man mit dir handelt!

          (ist aber nicht die Antwort auf deine Frage)

          • ***Das ist egal, du wirst trotzdem ein MENSCH bleiben. Handle so, wie du willst, dass man mit dir handelt!***

            Da hast Du absolut Recht - und da liegt auch mein größtes Problem bei der Sache...:-(

            Einerseits würde ich natürlich auf keinen Fall wollen, dass jemand etwas weitererzählt, was ich im Vertrauen gesagt habe. Andererseits würde ich es natürlich auch wissen wollen, wenn jemand Lügen über mich verbreitet.

            Viele Grüße, Alex

            • Aber was hast du davon, wenn du es weißt? Wirklich ändern kannst du daran nichts.

              Einen Chatausdruck kann man im Nachhinein ändern, sowas hat nicht mal annähernd Aussagekraft. Da gehts dann wohl eher um die persönliche Neugier der Chefin, was nun alles gesagt wurde.


              Aber nein, ich würde hier nichts weitergeben. Auch auf dich wirft es ein schlechtes Licht - immerhin hast dud ich ja an dem Gespräch auch beteiligt.

    (9) 07.10.11 - 17:00

    halte dich ja da raus
    wenn sie ne abmahnung oder sonst was bekommt dreht sie den spies um und geht dich an!

    zudem welches chat?
    ICQ? da is es z.b. so das ich dir ganz schnell selber was herstellen kann
    die logs werden vom betreiber von icq nicht wirklich gespeichert

    bei anderen betreiber weis ich das nun nicht so genau

    bei der firma wo ich früher gearbeitet hatte
    war es damals so
    das gesprächslogs und andere sachen
    nur an 3te weiter gegeben durften
    wenn ein gerichtsbeschluss dafür vorlag

    sag einfach du weist das sie gelogen hat wolltest dein gewissen erleichtern aber kannst nicht weiter helfen

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