Modewort "Burn Out"?

    • (1) 16.10.11 - 01:46

      Hallo,

      ich bin mir nicht sicher, ob ich hier im richtigen Forum bin, bitte ggf. verschieben.

      Seit Ralf Rangnick seinen Trainerjob wegen Burn Out aufgegeben hat beschäftigt mich Folgendes:

      Kurz nachdem er seine Erkrankung öffentlich gemacht hat, gab es diverse Schlagzeilen bzgl. Burn Out.

      Auf einmal meldeten sich jede Menge Experten, die auf die drohende Burn Out-Gefahr aller möglichen Bevölkerungsgruppen hinwiesen.
      Burn Out bei Führungskräften, Studenten, Schülern, Bundeswehrangehörigen etc.pp.

      Auf einmal war irgendwie jeder gefährdet. Mir liegt es fern, psychische Erkrankungen zu verharmlosen, aber dieser inflationäre Gebrauch des Begriffes "Burn Out" irritiert mich.

      Ich habe den Eindruck, daß Burn Out als Krankheit der Leistungsträger bzw. Erfolgreichen salonfähig geworden ist, während eine Depression immer noch peinlich ist. In vielen Artikeln geht es um ausgepowerte Manager o.ä., selten um durchschnittliche Arbeitnehmer.

      Behandlungsbedürftige depressive Verstimmungen, Depressionen und Angststörungen hat es schon immer gegeben. Aber ist es vorstellbar, dass ein Trainer öffentlich sagt "Ich habe eine Angststörung"? Die meisten würden ihn dann doch als Weichei abstempeln.

      Überspitzt gesagt: Erfolgreiche haben ein Burn Out - nur Looser haben eine Depression ?!

      Eigentlich ein Si-Lo-Po
      Sorry

      • >>>Überspitzt gesagt: Erfolgreiche haben ein Burn Out - nur Looser haben eine Depression ?! <<<

        1. Es heißt "Loser", das Wort "Looser" gibt es nicht.

        2. Der englische Begriff "Burn out" hat das deutsche Wort "Erschöpfungsdepression" ersetzt.

        Vielleicht solltest du dich mit dem Thema erst einmal eingehender beschäftigen, bevor du solche unsinnigen Theorien aufstellst. #aha

        • Vielleicht solltest Du Dich mit dem Sinn und Zweck eines Diskussionsforums beschäftigen, bevor Du einen Beitrag verwirfst, der ansonsten gut gestaltet ist und ein paar interessante Ansätze enthält.

          • Wo siehst du einen interessanten Ansatz?

            >>>Vielleicht solltest Du Dich mit dem Sinn und Zweck eines Diskussionsforums beschäftigen<<<

            Danke für den Tipp, brauch ich aber nicht, im Gegensatz zu dir habe ich den Sinn sehr wohl verstanden, ich bin noch nie gesperrt worden.

        1. Danke für die Korrektur

        2. Dann ist das aber erst seit 2 Jahren so oder mein Neurologe hat keine Ahnung.

        Ich habe mich damit beschäftigt. In den meisten Artikeln, die ich aktuell gelesen habe, ging es um finanziell erfolgreiche Mitmenschen, die "Ausbrennen". Mir ist noch kein Beitrag untergekommen in dem es z.B. um eine alleinerziehende berufstätige Mutter mit Geldsorgen ging. Das ärgert mich - oder ich lese die falschen Zeitschriften.

        Mag sein, daß meine Theorie unsinnig ist, dann sind es viele andere Diskussionen hier aber auch.

      Ich habe mich jetzt tatsächlich mal ein bisschen damit beschäftigt.
      Ich kann mir vorstellen, dass eine Depression aus einem Burn-Out resultieren kann. Oder es gibt Überschneidungen beiderlei Symptome.
      Allerdings habe ich noch nicht gelesen, dass "Burn out" das deutsche Wort "Erschöpfungsdepression" ersetzt hat.

      Vielleicht klärst Du uns noch auf. Ich würde mich freuen.

      #############

      Der Pschyrembel:
      „Zustand emotionaler Erschöpfung, reduzierter Leistungsfähigkeit und eventuell Depersonalisation infolge einer Diskrepanz zwischen Erwartung und Realität bei Personen, die Arbeit mit oder am Menschen ausführen; Endzustand eines Prozesses von idealistischer Begeisterung über Desillusionierung, Frustration und Apathie…“

      Buser:
      „Das Burnout-Syndrom ist ein schleichend beginnender oder abrupt einsetzender Erschöpfungszustand körperlicher, geistiger oder gefühlsmäßiger Art in Beruf, Freizeit, Partnerschaft und Familie, der durch lang andauernde Überforderung entstanden ist und sich oft mit Aversion, Fluchtgedanken, Zynismus, Negativismus, Gereiztheit und Schuldgefühlen zeigt.“

      Jaggi schreibt, dass sich Burnout mit einer Depression überschneiden kann.

      • (10) 16.10.11 - 12:08

        >>>Allerdings habe ich noch nicht gelesen, dass "Burn out" das deutsche Wort "Erschöpfungsdepression" ersetzt hat. <<<

        Da du dich erst seit einer Stunde mit diesem Thema befasst hast, wundert mich das nicht.
        Es wird noch sehr viel mehr Dinge geben, die du noch nicht gelesen hast. :-)


        Ich habe mal ganz kurz gegoogelt:

        >>>So oder so ähnlich beginnt für Leute mit einer Erschöpfungsdepression der Tag. In der modernen Zeit auch Burnout-Syndrom genannt.<<<

        Quelle: http://www.info-depressionen.de/depressionsarten/erschoepfungs-depression.htm

        Ich habe das übrignes von einem Psychiater, mit dem ich mich mal über dieses Thema unterhalten habe.

        • Diese Seite habe ich natürlich auch gefunden. Googlen kann ich auch.

          Ich muss mich aber korrigieren: Allerdings habe ich auf seriösen Seiten (die das durch Quellenangaben belegen) noch nicht gelesen, dass "Burn out" das deutsche Wort "Erschöpfungsdepression" ersetzt hat.

          Ich spreche jetzt mal aus eigener Erfahrung.
          Die Erschöpfungsdepression ist die Folge des BO, des ausgebrannt seins.
          Es geht beim BO ja um die physische und psychiche Erschöpfung.
          Grüße
          Sabrina

Ich glaube Du wirfst da einiges durcheinander und Deine Quellen scheinen auch nicht die Besten zu sein.

Ja, es wurde viel berichtet in letzter Zeit, aber ich hörte das die Risikogruppe eher im sozialen- bzw. Gesundheitsbereich zu finden ist. Also der ganz normale Bürger!

Und das ist schon seit Ewigkeiten so, nur früher hatte es halt keinen richtigen Namen. Gerade im Einsatzdienst gibt es eine hohe Suchtrate (meist Alkohol), eine hohe Scheidungsrate und ich persönlich habe in den letzten 10 Jahren immerhin 5 Suizid von Einsatzkräften in meinem unmittelbaren Umfeld "erlebt".

Burn out ist ja schon ein bisschen mehr als "nur" eine Depression (extra in Anführungszeichen damit Niemand auf die Idee käme ich würde eine Depression runter spielen), es umfasst ein größeres Symptomfeld!

LG

  • Hallo,

    danke für deine Antwort.
    Meine Quellen sind ganz normale regionale Tageszeitungen und Zeitschriften.
    In unserer Tageszeitung gab es Artikel über Studenten, Schüler, Bundeswehrangehörige etc. - alle eine Risikogruppe #kratz
    Da ich keine Ärztin bin, kann ich nicht beurteilen, ob ein Burn Out "mehr" ist als eine Depression - schlimm ist für Betroffene beides.

    VG

Modewort trifft es vielleicht nicht ganz - der Begriff ist aktuell aber häufig in den Medien zu finden.

Und ja, es ist längst nicht so negativ besetzt wie der Begriff "Depression"*. Burn-out hört sich schließlich nach Überarbeitung an. Und dem liegt ein Verhalten zugrunde, das in unserer Gesellschaft durchaus positiv betrachtet wird.

*Die Begriffe "Depression" und "Burn-out" habe ich in der mir bekannten, wahrscheinlich landläufigen Definition verwendet.

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