Arbeitsrecht/ Kündigungsschutz

    • (1) 18.10.11 - 21:15

      Hallo,

      ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin, stelle die Frage jedoch an euch, in der Hoffnung, dass vielleicht irgend jemand eine Antwort hierauf hat.

      Es geht darum, dass mein Mann seit geraumer Zeit einen guten Job hat (unbefristet). Mein ist jedoch zu 50% Schwerbehindert. Ihm geht es - Gott sei Dank - zum Glück gut; es ist jedoch so, dass die Arbeitgeber es offiziell gar nicht wissen, dass er schwerbehindert zu 50% ist. Wie verhält sich die Rechtslage im Falle einer evtl. Kündigung - irgend wann einmal -? Wir haben gehört, dass er sogar unter einem Kündigungsschutz steht. Wenn aber der Arbeitgeber erst einmal gar nichts davon weiß?

      Ich werde diesbezüglich auch einmal ein Beratunsgespräch bei einem Rechtsanwalt führen. Es interessiert mich jedoch brennend und deshalb frage ich euch...

      Was meint ihr?

      Schon jetzt ein liebes DANKESCHÖN

      Cindy

      • Also generell hat man ab einem gewissen Grad der Behinderung (ich glaube es waren 30%?) einen gesonderten Kündigungsschutz und eine Kündigung bedarf der Zustimmung der entsprechenden Behörde.

        Da dein Mann seine Schwerbehinderung aber verschwiegen hat kann das sogar eine Kündigung rechtfertigen. Wichtig ist in diesem Fall, ob die Schwerbehinderung hinderlich für die Stelle ist und ob die Firma deinen Mann auch dann eingestellt hätte, wenn sie von der Schwerbehinderung gewusst hätte.

        ich würde mir ganz schnell mal anwaltlichen Rat einholen und ggf. zusehen, den Arbeitgeber zu informieren.

        • Eine Schwerbehinderung muss grundsätzlich nicht angegeben werden, es sei denn sie ist hinderlich bei der Leistungserbringung im Job. Somit rechtfertigt die Nichtangabe der Schwerbehinderung auch keine Kündigung.

          Das Amt, das der Kündigung zustimmen muss, nennt sich Integrationsamt.

          Und nein, man muss den Arbeitgeber nicht informieren.

          Also bitte keine Panik verbreiten.

      Dein Mann hat einen besonderen Kündigungschutz. Da der AG dies aber nicht weiß, kann er schwerlich die Zustimmung der zuständigen Stelle einholen. Dein Mann müsste also im Falle seiner Kündigung umgehend seinen Status als Schwerbehinderter nachweisen (m.E. am Besten innerhalb der Kündigungschutzklagefrist von drei Wochen; ausreichend ist wohl aber innerhalb eines Monat).

      Der Kündigungsschutz besteht also nicht nur wenn der AG von der Schwerbehinderung zum Zeitpunkt der Kündigung weiß, sondern auch dann wenn er nachträglich davon erfährt.

      Probleme wegen der Nichtmeldung sehe ich aus dem geschilderten Sachverhalt nicht.

      Wenn Dein Mann aber die Schwerbehinderteneigenschaft anzeigt hat er Anspruch auf mehr Urlaub (5 Tage?).

      parzifal

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