Mein Neffe braucht Hilfe von euch...

    • (1) 21.10.11 - 13:23

      #winkeHallo Ihr lieben,

      endlich habe ich mal ein Forum gefunden das mir sicher erfolgreich weiter helfen kann.:-)

      Es geht um meinen Neffen also den Sohn meiner Schwester...

      Er ist 21 Jahre alt und nach einer sehr schlimmen Erfahrung im Jahr 2007 leider arbeitslos. Er besuchte die Hauptschule und wechselte dann auf eine Berufsbildende Schule, auf der er die Möglichkeit gehabt hätte den Realschulabschluss abzulegen, doch es kam alles anders. Mitten im Schuljahr wurde er wegen seinem angeblich ''schlechten psychischen Zustands '' vom Unterricht ausgeschlossen. Der Schulleiter der Schule wollte eine Bescheinigung haben, dass mein Neffe nennen wir in B. nicht suizidgefährdet ist. Vorher dürfe er die Schule nicht mehr besuchen.. Eine Schulsozialbearbeiterin begleitete ihn am gleichen Tag zu einer notfallplanmässigen Vorstellung in die Psychiatrie, in der festgestellt wurde dass er auf keinen Fall Selbstmordgefährdet wäre.. Also wollte er am nächsten Tag ganz normal wieder die Schule besuchen da er unbedingt die Mittlere Reife erwerben wollte. Doch der Schulleiter untersagte B. den Schulbesuch bis der offiziele Befund der Psychiatrie da ist. Diesen Befund gab B. zwei Wochen später in dem Sekretäriat ab mit der Bitte, der Schulleiter solle sich den Befund schnell durchsehen, sodass B. die Schule wieder besuchen kann. Fast täglich fragte B. dann in der Schule nach wann er denn wieder die Schule besuchen könnte. Der Schulleiter hat erst nach 3 Monaten (!!) meinem Neffen den Schulbesuch wieder ''erlaubt''. Logisch dass er das Klassenziel nicht erreichte.... Er hatte im Abschlusszeugnis einen Schmitt von 4,0. Im Halbjahreszeugnis hatte er noch einen Schnitte von 2,8. (Zur Erklärung: um in die Berufsfachschule II aufgenommen zu werden wird ein Abschluss der Berufsfachschule I mit einem Notendurchschnitt von 3,0 oder besser vorrausgesetzt.)

      B. hat sich auch bei unserer zuständigen Schulaufsicht beschwert, leider ohne Erfolg.

      Das alles ist jetzt über 3 Jahre her.. Leider kamen wir jetzt erst darauf, dass die Schule verpflichtet ist B. die BFI wiederholen zu lassen..

      Habt ihr vielleicht eine hilfreiche Antwort für mich wie ich meinen Neffen helfen kann?

      Zurzeit absolviert er eine Arbeitsgelegenheit durch das Jobcenter..

      Er wurde durch diese Sache völlig aus der Bahn geworfen..

      Ein Bekannter von uns ist Richter a.D. am Landgericht. Er meinte man könne die erneute Aufnahme in die BFI nötigenfalls einklagen.

      Ich bedanke mich bei euch und stehe für Rückfragen zur verfügung.

      Viele Grüße Rosalia#winke

      • Hallo,

        wie wäre es mit Abendschule? So kann er weiter seine Maßnahme übers AA machen (oder sich nen anderen Job suchen) und abends den Realschulabschluss machen.

        Ich fände es befremdlich, wenn er sich jetzt mit 21 Jahren nochmals "vollzeit" auf die Schulbank setzt.

        vg
        Fienchen

        • Hallo,

          leider fängt der nächste Abendkurs bei uns erst 2013 an..

          Dennoch danke für deine Antwort..

          Liebe Grüße Rosalia

          • Hä?

            Normalerweise gibt es an jeder Volkshochschule doch jedes Jahr einen Abendkurs, wo man seinen Abschluss dann nachholen kann. Und wenn nicht, dann wird es in der nächstgrößeren Stadt der Fall sein.

            Dein Neffe ist seit 3 Jahren ohne Abschluss. Da hätte er sich wohl etwas früher kümmern müssen. Diese Ausrede zählt nicht.

            • Hallo,

              bitte: http://www.vhs-kaiserslautern.de/kurse/webbasys/index.php?urlparameter=kathaupt:117;#3

              Der Schulleiter hat einen Fehler gemacht und mein Neffe soll dafür gerade stehen?

              Na Danke!

              • <<<Mitten im Schuljahr wurde er wegen seinem angeblich ''schlechten psychischen Zustands '' vom Unterricht ausgeschlossen.<<<

                Da muss mehr vorgefallen sein. Nur weil jemand psychische Probleme hat, wird er nicht vom Unterricht ausgeschlossen. Das hat ein Schulleiter nicht zu entscheiden.

                <<<Der Schulleiter hat einen Fehler gemacht und mein Neffe soll dafür gerade stehen?<<<

                Ihr macht andere Leute dafür verantwortlich, dass dein Neffe nichts gebacken bekommt?

                Ps. Es gab damals doch bestimmt noch andere Schulen, wo man seinen Abschluss machen kann. Ich nehme mal an, dass es sich um ein berufsvorbereitendes Jahr gehandelt hat? Mit zusätzlichem Erwerb eines Schulabschlusses? In eurer Situation hätte ich alle Schulen im Umkreis antelefoniert, ob nicht noch irgendwo ein Platz frei ist. (Hat mein Cousin gemacht, seine Eltern sind umgezogen und er hätte es nie pünktlich zu Schulbeginn geschafft. Er rief 2 Schulen an, die 2. war gleich ein Treffer. Er ist problemlos gewechselt)

    Hallo!

    In dem Alter würde ich auch zur Abendschule tendieren.

    Kann man in so einer Situation eigentlich in eine anderes deutschsprachiges Land auswandern?

    • Hallo,

      könntest du mir den Sinn hinter deiner Frage erklären?:-)

      Liebe Grüße Rosalia

      (10) 21.10.11 - 15:16

      Hallo Rosalia!

      Da du so lieb fragst, erkläre ich die Frage anders.

      Jetzt ist die Sache nicht mehr aktuell, er ist schon 21, aber damals hat er wegen so einem Wisch 3 monatelang nicht in die Schule gehen können. Eine extrem diskriminierende Angelegenheit...

      Hätte er damals vielleicht das Problem umgehen können, in dem er in Österreich oder der Schweiz auf eine ähnliche Schule gewechselt hätte? Oder auch nur in einem anderen Bundesland?
      Ich kann mir vorstellen, dass dazu das letzte Zeugnis gereicht hätte...

      So Sachen regen mich auf. An meiner Schule hat es 4 Selbstmorde in 10 Jahren gegeben, keiner hatte sie Vorher angekündigt. Eine Schulkameradin kündigte regelmässeig Selbstmord an, hat es aber nie getan...

      Bei so einem Schulleiter wäre ich nicht geblieben...

      Aber wie schon gesagt, im Alter deines Neffens ist die Abendschule wohl das Beste.#klee

      • (11) 21.10.11 - 15:25

        Danke für deine Antwort:-D

        Wir waren alle erstmal so geschockt dass wir darauf gar nicht gekommen sind. Es kann m.E. nicht sein das ein Schulleiter einen Schüler 3 Monate unbegründet vom Unterricht ausschließt. Unser Bekannter der Richter a.D. ist, meinte ja man könnte evtl. sogar rechtliche Schritte gegen den Schulleiter einleiten. Immerhin gibt es laut Grundgesetz ein Recht auf Bildung.

        Liebe Grüße Rosalia

        • <<<Es kann m.E. nicht sein das ein Schulleiter einen Schüler 3 Monate unbegründet vom Unterricht ausschließt. <<<

          Ordnungsmaßnahmen nach § 61 NSchG sind nur zulässig, wenn eine Schülerin

          bzw. ein Schüler die Pflichten in der Schule grob verletzt, den Unterricht nachhal-

          tig stört, Leistung verweigert oder unentschuldigt fernbleibt. Bevor Ordnungs-

          maßnahmen ergriffen werden dürfen, müssen Erziehungsmittel eingesetzt wer-

          den.

          Es kommen folgende Ordnungsmaßnahmen in Betracht:

          ???? Überweisung in eine Parallelklasse

          ???? Überweisung in eine andere Schule derselben Schulform

          ???? Androhung des Ausschlusses vom Unterricht bis zu drei Monaten

          ???? Ausschluss vom Unterricht bis zu drei Monaten

          ???? Androhung der Verweisung von allen Schulen

          ???? Verweisung von allen Schulen.

          Was hat dein Neffe denn verbrochen, dass er 3 Monate vom Unterricht ausgeschlossen wurde?

          Wie ich oben schrieb, kann der Schulleiter einen Schüler nicht wegen psychischer Probleme ausschließen.

          • Ich erkläre es dir gerne:

            Mein Neffe hatte es noch nie leicht in der Schule. Bei einer Körpergrösse von 204 cm und einem Gewicht von 65 Kilo ist Mobbing an der Tagesordnung. Der Schulleiter hat die Mobbingsache mitbekommen und hatte Angst dass sich mein Neffe umbringt. Erst als er es schriftlich durch den Befund der Psychologin hatte durfte er nach langer "Bearbeitungszeit" wieder die Schule besuchen.

            Liebe Grüße

            • Sorry, aber nur weil der Schulleiter Angst um den Jungen hatte, schließt er ihn doch nicht vom Unterricht aus.

              Und wenn der Junge gemobbt wurde, so haben Lehrer bzw. der Schulleiter die Pflicht, das Mobbing abzustellen. Anstatt den Gemobbten auszuschließen, hätte der Leiter den/die Mobber ausschließen sollen/müssen bzw. Konsequenzen androhen wenn das Mobbing nicht aufhört.

              • Dann hat der Schulleiter also tatsächlich falsch gehandelt?

                Liebe Grüße

                • Ich denke schon.

                  Wäre ich an seiner Stelle gewesen, dann hätte ich mich absolut und mit Hilfe der Lehrer und des Leiters gegen das Mobbing gewehrt. Wäre ich, die ja unschuldig wäre, noch vom Unterricht ausgeschlossen worden, du, dann wäre ich aber bis vors OLG gezogen. ;-)

                  Nun, ich verstehe auch, dass Mobbingopfer wahrscheinlich sehr eingeschüchtert sind und sich gegen gar nichts wehren. Dann hätte ich aber zumindest die Schule gewechselt. (Gründe für einen Schulwechsel liegen dann ja vor)

        (18) 21.10.11 - 15:42

        Ja, hinterher ist man immer schlauer...

        Egal wer jetzt Schuld ist, dein Neffe ist 21 und hat noch Alles vor sich.

        Es ist nett von dir, dass du dich im Forum hier informierst, aber er muss seine ganze Kraft zusammen nehmen und etwas unternehmen.

        Ich habe einen Onkel, der ist 3 Mal auf dem Gymnasium sitzengeblieben. Er hat mit Ende 20 sein Abitur an der Abendschule nachgeholt, hat dann erfolgreich studiert und gearbeitet und freut sich jetzt auf seine Pensionierung!

        Mit 21 funktioniert die Mama-Pausenbrot-Schülerstreiche-Pädagogik nicht mehr. Er muss seinen Abschluss als Erwachsener nachholen, wenn du und seine Eltern ab und zu mal ein 100 Euro-Schein springen lassen, ist das natürlich ok.

(19) 22.10.11 - 11:56

Welchen Schulabschluss hat er jetzt?

Einen Hauptschulabschluss????

Was will er beruflich machen? Das sind alles viel zu wenig Infos.

Ich halte von diesen Schulparkplätzen überhaupt nichts und würde vorschlagen eine Ausbildung zu machen. Im Zuge einer Ausbildung kann der Realschulabschluss nachgeholt werden.

Hier ist die Arbeitsagentur zuständig, bezüglich Beratung und Vermittlung eines Ausbildungsplatzes. Es gibt auch Projekte innerhalb derer labile Jugendliche ausgebildet werden können. Je nach Neigung kann er bei der IHK oder bei der Handwerkskammer nachfragen.

Dieses ganz Rumgerühre warum und wieso wann etwas schief gelaufen ist bringt überhaupt nichts und der gute Richter, der hier so tolle Ratschläge gibt, sollte wissen, dass die Mühlen der Justiz verdammt langsam mahlen. Mit jedem Tag, den Dein Neffe älter wird, sinken seine Chancen und/oder wird er demotivierter.

Recht ist eine Sache. Aber man muss auch schauen, was es nützt.

Gruß

Manavgat

  • (20) 22.10.11 - 12:37

    Hallo Manavgat,

    danke für deine Antwort.

    Ja, er hat einen Hauptschulabschluss. Mit einem Schnitt von 4,0 hat er keine Chance eine Ausbildung zu machen. Selbst von möglichen Ausbildungsstellen die Ihm das Jobcenter besorgt hat und die besonders gefördert werden wurde er aufgrund des schlechen Schnitts abgelehnt. Leider schauen alle nur auf die Noten und nicht auf die Leistung.

    Wir werden am Montag sofort einen Termin bei einem Fachanwalt für Schulrecht machen. Es kann nicht sein, dass er sich von einer Person das ganze leben versauen lässt.

    Liebe Grüße

    • (21) 22.10.11 - 13:33

      Ich halte das für den falschen Weg.

      Eher wäre noch ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr eine Alternative. Wenn er da Leistung zeigt, dann fällt es vielleicht auch einem Ausbilder leichter, ihn zu nehmen.

      Ich frag jetzt mal ganz direkt: wieso glaubst Du, dass jemand mit gerade noch 4,0 im Hauptschulabschluss überhaupt fähig ist, einen Realschulabscluss zu machen?

      ich meinte im übrigen auch nicht normale Lehrstellen, sondern Ausbildungen innerhalb eines Projektes, gezielt für diese Klientel, mit entsprechender sozialpädagogischer Betreuung. Das sind "geschützte Räume", innerhalb derer es leichter ist.

      Meine Frage, was er beruflich machen will/könnte hast du im übrigen nicht beantwortet.

      Gruß

      Manavgat

      • (22) 22.10.11 - 14:00

        wie ich in meinem Anfangsposting geschrieben habe, hatte er im Halbjahreszeugnis einen Schnitt von 2,8. Dann wurde er über 3 Monate der Schulbesuch verwehrt da der Schulleiter dieses angebliche ''Risiko' nicht eingehen könne... Er hatte normal vor die Mittlere Reife zu machen und danach am Technischen Gymnasium das Abi zu machen. Das Zeug dazu hätte er auf alle Fälle. Erschwerend kommt hinzu das er sogenannter Minderleister ist:

        http://www.iflw.de/wissen/hochbegabung.htm

        http://de.wikipedia.org/wiki/Minderleister

        Dies wurde bereits in der 5.Klasse in einem Schlaflabor festgestellt. Er hatte mit 11 (5.Klasse) einen IQ von 145. Ab einem IQ von 140 gilt man als allgemein Hochbegabt.

        Deshalb wäre es umso schlimmer wenn er das alles auf sich beruhen lassen würde.

        Beruflich würde er sehr gerne in die Richtung Sozialpädägogik/Psychologie gehen.

        Mein Neffe ist nicht dumm. Wenn man als Suizidgefährdet abgestempelt wird hat man es nunmal nicht leicht das zu verdauen.

        Liebe Grüße

        Rosalia

Top Diskussionen anzeigen