anzeige unter 14 jahren

    • (1) 21.10.11 - 20:49

      wenn ich ein Kind unter 14 jahren anzeigen würde-was würde da passieren
      er ist ja noch nicht strafmündig

      in diesem fall geht es um verbal(wäre ja noch nicht so schlimm) körperlichen angriffen und versuchter diebstahl

      vielen dank dany

        (5) 21.10.11 - 22:03

        das stimmt doch nicht, oder? Mit 14 wird nach der Persönlichkeitsentwicklung gegangen und geguckt, ob derjenige situationsbezogen einsichtig ist.

        • (6) 21.10.11 - 22:16

          Es geht hier doch aber darum, dass das Kind noch keine 14 Jahre alt ist.

          Ab 14 Jahren ist das Kind strafmündig. Je nach Vorbelastung und Schwere der Tat wird eine sog. Diversion oder ein Gerichtsverfahren (vereinfachtes Jugendgerichtsverfahren ohne Staatsanwaltschaft oder richtiges Jugendgerichts-/Jugendschöffenverfahren) durchgeführt.

          Ich hab in der Jugendgerichtshilfe gearbeitet und die Jugendlichen und Heranwachsenden zwischen 14 und 21 Jahren vors Gericht begleitet ;-)

    Die Antwort hast du dir doch schon selbst gegeben: Das Kind ist noch nicht strafmündig!

    Heisst: Die Eltern des Kindes werden von der Anzeige in Kenntnis gesetzt und das Kind hat daraufhin die Möglichkeit zu dem Fall zu äussern. Im Endeffekt bekommst du nach geraumer Zeit Post von der Staatsanwaltschaft,daß die Angelegenheit wegen o.a. Grund nicht weiter verfolgt wird.

mit 14 jahren ist er ja nun beschränkt deliktsfähig. Wenn mich nicht alles täuscht wird geguckt, in wie weit er einsichtig ist, sprich, ob er schon soweit entwickelt ist, dass er weiß, was er getan hat. Diebstahl, das sollte man mit 14 definitiv wissen!

Von daher wird es glaube ich nicht automatisch eingestellt, es gibt ja auch sozialstunden:-p

(15) 21.10.11 - 22:30

Das Kind ist in diesem Fall ist unter 14 Jahren und noch nicht strafmündig!! Die Staatsanwaltschaft ermittelt in diesem Fall noch gar nicht, sondern stellt die Anzeige direkt ein.

Ab 14 Jahren ist das Kind strafmündig und kann auch belangt werden, da hast du Recht. Erst dann beginnen auch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und sie macht Vorschläge, wie die Tat bestraft werden kann.

Bei den Vorschlägen der Staatsanwaltschaft gibt es mehrere Möglichkeiten:

Diversion:
Die Staatsanwaltschaft mach eine Diversion, d.h. sie ermittelt und macht dann dem Jugendlichen/Heranwachsenden einen Vorschlag (z.B. Sozialstunden, Trainingskurse, Täter-Opfer-Ausgleich). Wenn der Jugendliche/Heranwachsende diesen Vorschlag annimmt und erfüllt, wird das Verfahren ohne Gerichtstermin eingestellt.

Jugendgerichtsverfahren:
Die Staatsanwaltschaft erkennt, dass es mit einer Diversion nicht getan ist, weil der Jugendliche/Heranwachsende schon mehrmals aufgefallen ist und die Diversionen nichts gebracht haben, er den Vorschlag der Diversion nicht erfüllt hat oder weil die Tat so schwer ist.
Das Jugendgerichtsverfahren ist ein richtiges Strafverfahren vor dem Jugendgericht und es geht hier um Maßnahmen wie Sozialstunden, Trainingskurse, Wochenend- oder Dauerarrest.

Jugendschöffenverfahren:
Die Staatsanwaltschaft erkennt, dass es mit einem Jugendgerichtsverfahren nicht getan ist, weil der Jugendliche/Heranwachsende schon mehrmals aufgefallen ist und die Jugendgerichtsverfahren nicht gebracht haben, oder weil die Tat so schwer ist.
Das Jugendschöffenverfahren ist ein richtiges Strafverfahren mit 2 Schöffen vor dem Jugendgschöffengericht und es geht hier um Maßnahmen wie Arrest, Bewärhungs- oder Haftstrafen.

Erst bei über 14 Jährigen kommt die Jugendgerichtshilfe ins Spiel und macht einen sog. Maßnahmenvorschlag. Die Jugendgerichtshilfe begutachtet quasi den Lebensraum (Familie, Schule, Kindheit, Gründe für die Tat) und gibt anhand des Eindrucks einen pädagogischen Ratschlag an das Gericht, wie der Jugendliche/Heranwachsende am Besten zu bestrafen ist.

LG

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