Ich soll etwas gekauft haben und nun zahlen

    • (1) 26.10.11 - 17:18

      Hallo,
      ich habe vor ca. 3 Wochen ein Schreiben von einem Inkasso Büro erhalten, dass ich bei Tchibo eine Kaffeeemaschine im Wert von 150€ bestellt und auch erhalten habe, allerdings noch nicht bezahlt.
      Ich habe allerdings nie etwas bestellt.
      Habe bei Tchibo angerufen. Die gaben mir eine andere Adresse als Lieferadresse an, wo ich nie gewohnt habe.
      Bin zur Polizei gegangen und habe Strafanzeige wegen versuchten Betruges gestellt.
      Nun habe ich gestern von einem Rechtsanwalt ein Schreiben erhalten, dass ich umgehend zahlen soll.
      Ich bin leider in keiner Rechtsschutzversicherung.
      Was mache ich nur? Ich habe doch nichts Falsches getan.
      Ist Euch das auch schon mal passiert? Und wie habt Ihr Euch "gewehrt"?
      Gruß
      Karola

      Hi,

      dass mit der Anzeige bei der Polizei war schon mal gut.

      Ich würde dem Inkassobüro schreiben, dass Du nichts bestellt hast und eine Verwechslung vorliegen muss.

      Sie sollen doch mal darlegen, wie sie auf Deine Adresse kommen, schließlich habe Tchibo Dir mitgeteilt, dass die Lieferadresse eine andere war.

      Du hast nachweislich dort nicht gewohnt und einen falschen Namen kann schließlich jeder angeben. Sie sollen sich mal an die Bewohner der Lieferadresse wenden.

      Du setzt denen eine Frist von zwei Wochen, in denen die das Verfahren gegen Dich einstellen sollen. Du möchtest das bitte schriftlich haben.

      Schreib denen auch, dass Du bereits bei der Polizei Anzeige gegen unbekannt erstattet hast.

      Und mach denen klar, dass die gefälligst ordentlich ermitteln sollen, wer das Päckchen angenommen hat. Ansonsten kannst Du auch ganz anders (ruhig mit einem Anwalt drohen - Zeitung kommt hingegen nicht so gut...).

      Dann gibt es zwei Möglichkeiten.

      Entweder es liegt eine Verwechslung vor, oder Betrug.

      In letzterem versuchen die Dich ggf. zu verklagen, weil Du der Einzige bist, den sie am Wickel haben. Das ist unschön und es können Kosten auflaufen. Du musst halt drauf achten alle Fristen zu wahren (auf Mahnungen immer rechtzeitig reagieren), so dass die keinen Titel gegen Dich erwirken können.

      Wenn die erst mal einen Titel haben, sieht es schlecht aus, denn dann spielt es keine Rolle, ob Du schuldig bist.

      Ich drücke Dir jedenfalls die Daumen, dass es sich nur um eine Verwechslung handelt.

      VG lachris

    • Aber es gibt die Verbraucherzentralen!

      Hallo erstmal!

      Versuch es dort mal. Die Beratung kostet (jedenfalls hier in Sachsen) 15 Euro und eine Beratung mit Rechtsanwaltshilfe kostet 30 Euro!

      Habs selbst viele Jahre dort gearbeitet und die sind alle sehr nett dort.

      Wünsch Dir Viel Glück das sich das alles klärt.

      Liebe Grüße

      Hallo!

      Meine Schwiegereltern hatten vor einer Woche ein ähnliches Erlebnis, allerdings in einer etwas größeren Dimension.
      Also. Letzten Donnerstag merkten sie auf dem Kontoauszug ihres Vereins, dass jemand vom Vereinskonto Einkäufe im Wert von mehreren Hundert Euro in Versandhäusern getätigt hat.
      Wir haben die Auszüge überprüft das Geld zurück gebucht und die Versandhäuser über einen möglichen Betrug informiert. Es war so ein Edel-Onlineshop...
      Wegen des Datenschutzes konnte uns das Call-Center nicht darüber informieren, wer genau es gewesen ist.
      Es ist nämlich so, dass durch die Vereinszeitung viele sehr viele Mitglieder die Kontodaten haben und vielleicht hat einfach jemandem die Fantasie gefehlt, um einen Schritt weiter zu denken und darauf zu kommen, dass man auch durch die Lieferadresse an den Betrüger kommt.

      Na sowas! Wer hätte denn das gedacht! #aha
      Jedenfalls wissen wir mittlerweile wer es gewesen ist. Derjenige hat sich eine Tasche für 900 Euro und Klamotten bestellt...#nanana .Idiot.
      Das Versandhaus hat eine Anzeige wegen Betrugs gestellt, ebenso meine Schwiegereltern.

      Was ich jetzt mit der Geschichte sagen will? Über die Lieferadresse und Kundendaten müsste man den Übeltäter finden. Notfalls über die IP. Heutzutage ist es fast unmöglich es nicht nachvollziehen zu können.
      Ich würde mir daher keinen Kopf machen, bei Tchibo anrufen, fragen, wohin es geliefert wurde und Anzeige stellen.

      Viel Glück!

      Wenn du ganz sicher bist, dass die Forderund unberechtigt ist, kannst du das m.E. "aussitzen". Sollte allerdings ein gerichtlicher Mahnbescheid folgen, musst du dem auf jeden Fall innerhalb der zweiwöchigen Frist widersprechen.

      Teile dem Rechtsanwalt schriftlich mit, dass du diese Kaffeemaschine weder bestellt noch erhalten hast und inzwischen Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet hast. Schreib dazu, wann du bei der Polizei gewesen bist und evtl. auch noch das Revier mit Anschrift. Solltest du etwas Schriftliches über die Erstattung der Anzeige haben, mach eine Fotokopie und schicke es mit.

      Und lass dich nicht verunsichern. Tchibo muss dir erstmal nachweisen, dass du die Kaffeemaschine bestellt und erhalten hast. So einfach kommt man nicht an das Geld potentieller säumiger Kunden.

      Ich wurde mal verdächtigt, etwas bei Neckermann bestellt zu haben (Babyzeug usw. - hab aber keine Kinder). Die wollten plötzlich Geld von mir und haben einen negativen Schufa-Eintrag veranlasst. Die Lieferanschrift war auch nicht meine. Als ich dort angerufen habe, hat mir der Mitarbeiter doch glatt gesagt: "Bezahlen sie das halt einfach und alles ist gut." Hab ich geantwortet: "Ich glaube, Sie kapieren hier etwas nicht. Ich habe nichts bei Ihnen bestellt und auch keine Ware erhalten. Also werde ich die auch mit Sicherheit nicht bezahlen. Schicken Sie mir doch bitte mal den unterschriebenen Bestellschein." Und genau das konnte oder wollte er nicht. Ich habe dann einen Anwalt eingeschaltet und der hat die Sache ganz fix geregelt. Schufa-Eintrag wurde gelöscht und Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. Allerdings bin ich rechtsschutzversichert.

      Gruß
      Sassi

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