Haftpflicht vs. Mietkaution

    • (1) 01.11.11 - 14:45

      Hallo ihr Lieben,

      ich wohne seit 4 Wochen zur Untermiete. Das Mietverhältnis geht noch bis Mitte Dezember.Einen schriftlichen Mietvertrag gibt es nicht.
      Nun bat mich die Vermieterin noch eine Kaution zu leisten, da ich hochwertige Küchenausstattung mitbenutzen würde. Es geht hier nur um knapp 200 Euro.
      Jetzt frage ich mich:
      Sollte mir etwas kaputt gehen, kann ich das ganze dann nicht über die Haftpflicht abwickeln (bin noch bei meinen Eltern versichert)?
      Ich dachte die Kaution sei eher für den Fall des Mietrückstandes?
      Ich habe halt bedenken, dass ich die Kaution nicht wiedersehe und noch nach Gründen gesucht wird, diese einzubehalten.

      Ich weiß, dass es besser gewesen wäre alles vertraglich festzuhalten oder zu dokumentieren, aber durch die Doppeljahrgänge und Massen an Studenten in der Gegend, ging es echt nur "um ein Dach über dem Kopf"

      Sollte ich die Kaution zahlen, sollte außer der Höhe noch irgendwas schriftlich festgehalten werden?
      (Ganz sicher wird das Geld auch nicht getrennt vom Privatvermögen gehalten werden)

      Liebe Grüße,

      franziska

      • Hallo,

        eine Kaution während des laufenden Mietverhältnis zu fordern dürfte so nicht rechtens sein.

        Dies hätte vor Einzug geklärt werden müssen und stellt eine Vertragsänderung dar.
        Auch wenn es nur einen mündlichen vertrag gab.
        Vertragsänderungen müssen grundsätzlich beide Parteien zustimmen.

        Der Vermieter oder Hauptmieter darf auch nicht einfach wegen der Weigerung eine nachträgliche Kaution zu zahlen kündigen.

        Keinen Mietvertrag zu haben, ist oft nicht mal so schlecht.;-) Auch nachträglich keinen Mietvertrag aufschwatzen lassen.

        • Hallo,

          ich danke dir schonmal für deinen Beitrag.
          Allerdings ist es so:

          Das mit der Kaution stand schon so in der Anzeige (wg-gesucht).
          Ich hatte die erste Miete bar bezahlt und hatte einfach nicht mehr daran gedacht, da ich die Anzeige auch nicht mehr gespeichert hatte.
          Beim Übergeben der Miete wurde auch nichts gesagt.
          Das Ding ist auch, es ist so eine Mischung aus Untermiete und WG.
          Sprich, ich will jetzt auch nicht quer schießen.
          Das Zimmer welches ich nutze, sowie das Bad sollen nach meinem Auszug voll renoviert werden.
          Sie sagen auch, dass ihnen mein Geld da recht kommt.
          Ebenso zahle ich 3 Monate voll, darf aber nur 2,5 Monate hierbleiben. Klar, sie sagten auch: Marktungleichgewicht ;).

          Ich habe halt bedenken, dass nacher sowetwas kommt wie: "da fehlt ne Tasse" oder "in der Fliese ist ein Riss" "Fleck auf dem Teppich" etc.
          Wie gesagt, ich habe nicht mehr an die Kaution gedacht und deshalb nichts dokumentiert, weil ich dachte, die werden ja kein Theater veranstalten, da eh alles rausgerissen wird, abgesehen davon, dass ich keinen Schaden angerichtet habe.

          Was noch dazu kam, war, dass in der Anzeige egtl. von "inkl. aller NK" die Rede war.
          Nun wurde aber gesagt, dass, wenn mir im Winter kalt ist, ich die Badheizung einfach voll aufdrehen solle, da die eh extra abgerechnet werden würde....
          ich werde mich hüten...

          Hm,... ich werde wohl in den suaren Apfel beißen müssen. Aber wie halte ich das rihctig fest, für was die Kaution eingesetzt werden darf?
          Und könnte ich ein Extrakonto verlangen? Dann würden sie es sich evtl nochmal überlegen ;)?

          LG

          • Hallo,

            schau mal hier:

            http://www.pro-wohnen.de/Mietrecht/Kaution-Rueckzahlung.htm

            Ich würde aber dann noch ein Übergabeprotokoll der Wohnung nachreichen, damit es später nicht heißt, das du Schäden hinterlassen hast.
            Wenn du ausziehst erneut ein Übergabeprotokoll anfertigen, weitere Forderungen danach ausschließen und (setz es selber auf) einen Termin für die Rückzahlung der Kaution fest setzen. Unterschreibt dein WG Vermieter dies, muss er/sie sich daran halten.

            Wenn du die Miete in bar zahlst, lass dir auf jeden Fall eine Quittung dafür geben. Nicht das hinter Überraschungen kommen!

            • Danke Dir!

              Ja, sicherlich ist das vernünftig.
              Allerdings sieht das so misstrauisch aus ;). Ich will das Verhältnis ja auch nicht trüben. Und wenn man dann etwas beim Dokumentieren vergisst (viele Risse in den Fliesen und Fotos könnten ja theoretisch falsch datiert sein), dann kann das auch blöd ausgehen.
              Aber du hast natürlich recht mit dem, was du schreibst.

              Schöne Grüße,

              franziska

              genau die von dir verlinkte Seite las ich vorhin eben auch.

              Sie sagen aber, sie wollen die kaution für Schadensfälle. Aber dafür bin ich doch Haftplichtversichert?
              Sie werden sie auch garantiert nicht getrennt vom Vermögen halten und verzinst wird es mir sicherlich nicht. Aber gut, es sind auch ur 150 Euro.
              Ich finde es einfach unsinnig.
              Mache ich was kaputt, dann melde ich es und fertig.
              Ich zahle 3 Monate also 900 Euro (okay, sie haben mir 30 Euro erlassen, also 900 statt 930 ;) Euro).
              300 Euro haben sie schon, morgen folgt die nächste Miete und in 4 Wochen die letzte Miete.
              Evtl bekommen sie einfach im Dezember nur noch 150 Euro.
              Ich kann das dann ja theoretisch mit der Kaution verrechnen, da mit Mietausfällen ja dann nicht mehr zu rechnen ist.
              Und wie gesagt: Schadensfall --> Haftpflicht?!

              • Hallo,

                Kaution abwohnen, also mit der Miete verrechnen ist nicht erlaubt. Allerdings scheint es
                bei der WG ja merkwürdig her zu gehen...von daher...

                Die Kaution muss getrennt vom Vermögen verwaltet werden.
                Alternativ zahlst du das Geld auf ein Sparbuch ein und übergibst dieses. Keiner kann dann ohne den Anderen das Geld abheben...bei Streitigkeiten ist das Geld aber bis zur Klärung

                unantastbar.

          "Nun wurde aber gesagt, dass, wenn mir im Winter kalt ist, ich die Badheizung einfach voll aufdrehen solle, da die eh extra abgerechnet werden würde...."

          Das ist bei mündlichen Mietverträgen unzulässig, da die vereinbarte Monatsmiete eine Inklusivmiete ist, mit der alle Nebenkosten bereits abgedeckt sind.

          Guckst du hier:

          http://www.hausverwalter-vermittlung.de/blog/muendlicher-mietvertrag/

          • Ich danke dir für deine Beiträge.
            "Bei der Kaution handelt es sich um eine Sicherheit, die den Vermieter gegen eventuelle Zahlungsausfälle des Mieters absichert, etwa aufgrund einer Mieterinsolvenz." Auf Grund dieser Aussage im Link der anderen Antwortenden dachte ich, dass es um den Mietausfall gehe.

            Gemeldet bin ich bei meinen Eltern.
            Aber mit der Heizung weiß ich ja jetzt Bescheid ;).
            Ich denke, dass ich die Kaution dann eben zahle und mir darauf einfach eine Unterschrift geben lassen werde.

            Ich wünsche dir noch einen schönen Abend,
            franziska

    "Sollte mir etwas kaputt gehen, kann ich das ganze dann nicht über die Haftpflicht abwickeln (bin noch bei meinen Eltern versichert)?"

    Ich glaube nicht, dass du noch über deine Eltern mitversichert bist, wenn du nicht in deren Haushalt lebst. Möglicherweise reicht es aber auch, wenn du noch dort gemeldet bist (ist das der Fall?) Das solltet ihr grundsätzlich abklären, denn ein von dir verursachter Privathaftpflichtschaden kann ja immer mal eintreten und teuer werden, wenn keine Versicherung besteht.

    "Ich dachte die Kaution sei eher für den Fall des Mietrückstandes?"

    Genau dafür ist die Kaution eben NICHT gedacht.

    "Sollte ich die Kaution zahlen, sollte außer der Höhe noch irgendwas schriftlich festgehalten werden?"

    Aufgrunddessen, dass kein schriftlicher Mietvertrag existiert, kann ich dir die Frage, ob du zu einer nachträglichen Kautionszahlung verpflichtet bist, leider nicht beantworten. Sorry.

Hallo Franziska,
Du bist als Student bei Deinen Eltern mitversichert, solange es Dein erstes Studium ist, bei Aufbaustudium, 2. Studiengang o.Ä. musst Du Dich selber versichern.

Bei uns im Bekanntenkreis werden auch Zimmer an Studis regelmäßig untervermietet, aber immer mit schriftlicher Vereinbarung.

Soweit mir bekannt ist, hat der Vermieter bei mündlichen Verträgen das Nachsehen, was Reparaturen/Renovierung etc. angeht, der Mietpreis versteht sich "all inclusive"...

Nachträglich Kaution zu verlangen ohne deine Einwilligung ist nicht machbar, das muss alles vorher geklärt werden. Ich würde nicht zahlen.

Ach, wie habt Ihr das mit der Befristung gelöst? Es ist doch schriftlich nichts ausgemacht..#kratz

LG
Claudia

  • Hallo Claudia,

    ja, also ich bin Studentin und schreibe zur Zeit meine Diplomarbeit, bin also in den letzten Zügen.
    Es ist auch so, dass ich keine Bedenken habe, was das Grundsätzliche betrifft, dass ich danach irgendwelchen Ärger habe. Ich wohne hier bei einem jungen Paar, wir verstehen uns ganz gut. Insgesamt sind es grad mal etwas über 10 Wochen.
    Das mit der kaution war schon vorher geklärt, d.h. es stand in der Anzeige. Bei der ersten Übergabe der Miete hatte ich das jedoch vergessen und es wurde auch nicht erwähnt.
    Ich kann einfach nicht alle Schäden hier dokumentieren. Ich habe das auch bis heute nicht gemacht, weil jetzt über die letzten 5 Wochen niemand mehr von kaution gesprochen hatte und mir klar war, dass ohne Vertrag eh der VM der "gelackmeierte" ist, abgesehen davon, dass ich so fair bin und eigens verursachte Schäden eh "anzeige".
    Sprich: Wenn ich die kaution zahle, können sie nachher immer behaupten, dass der Schaden vor kurzem durch mich entstanden wäre.
    Es geht ihnen auch nicht so sehr ums Zimmer, eher um das Villeroy und Boch Geschirr, Ceranfeld etc.

    Aber da dachte ich eben eher an die Haftpflicht?!
    Wer ist denn in der nachweispflicht, wenn etwas kaputtgeht?
    Außerdem soll die Heizung im Bad jetzt plötzlich extra berechnet werden.
    "Hier hat es immer nur 17 Grad im Winter, du kannst aber dann einfach im Bad aufdrehen und die Tür offen lassen, wird eh extra berechnet", daraus schließe ich, dass ich den Mehrverbrauch zahlen soll.
    Ganz ehrlich?
    Im letzten Monat, in dem ich hier bin, hätte ich sie aufgedreht, aber nicht nachbezahlt (bin ich eh schon weg), da so nicht vereinbart.
    Aber wenn sie natürlich auf den 150 Euro sitzen...
    Außerdem können sie immer behaupten "der Fleck auf dem Teppich war ich". Wer muss da wem was beweisen?

    Danke für deine Hilfe,

    franzsika

    • Ich würde ihnen keinen Cent zahlen. Allerdings würde ich ihnen das , so lange es irgend geht, nicht so explizit sagen und sie hinhalten.

      Mietverträge unter einem Jahr Mietdauer müssen nicht schriftlich abgeschlossen werden.

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