In was für einer Welt leben wir? Intoleranz gegenüber Menschen mit Behinderungen

    • (1) 02.12.11 - 20:29

      Ich muss jetzt hier mal schreiben, weil ich immernoch schockiert bin über das, was ich heute erlebt habe#schock.

      Mir wurde schonmal erzählt, dass ein bestimmtes Cafe (sorry, aber den ´ kann ich nicht machen, mein PC spinnt#klatsch) keine Menschen mit Behinderungen bediene. Ich konnte es mir einerseits schon vorstellen, aber andererseits dachte ich mir, dass kann doch nicht sein#schock.

      Heute war ich dann kurz in der Stadt und ging an dem besagten Cafe vorbei, als ich nur hörte: Ich bitte Sie zu gehen. Die Gruppe Menschen passt nicht in das Bild des Cafes.

      Ich:#schock und umgesehen. Eine "normale" Frau stand dort und wurde weggeschickt, beim weiteren umdrehen sah ich eine Gruppe von Menschen mit Behinderunge, die ein paar Meter weiter standen. Die Frau war eine Betreuerin von ihnen.

      Ich war wirklich geschockt#schock#schock#schock. Wie kann man so intolerant gegenüber Menschen mit Behinderungen sein?
      Ich habe dann nur schön laut gesagt: spätestens jetzt weiß ich, warum ich hier keine Sachen kaufe:-[.
      Und da kam ich dann mit der Frau ins Gespräch, die mir dann erzählte, dass eine Kollegin mal mit 2 Menschen mit Behinderung dort war und aus dem Cafe geschickt wurde, aus Rücksicht zu den anderen Gästen:-[#klatsch.

      In was für einer Welt leben wir? Sind Menschen mit Behinderungen nicht Menschen, wie jeder andere auch? Der das Recht hat, dieselben Orte aufzusuchen, wie jeder andere Mensch?

      Mich würde wirklich mal interessieren, wie ihr dazu steht.

      Viele Grüße Kathrin

      • (5) 02.12.11 - 20:42

        Freunde von mir haben das auch schon erlebt. Fürchterlich! Ich weiß gar nicht mehr, was die gemacht hatten.

        Eine Kollegin von mir wurde auch schon gebeten, doch bitte mit dem Kind und dem Kinderwagen nicht ins Cafe zu kommen.
        Da hat er definitiv die falsche getroffen. Das gab richtig mächtig Ärger... *g*

        • (6) 02.12.11 - 21:09

          Weisst du, Kinderwagen kann ich noch verstehen, weil die manchmal wirklich Dreck in den Laden tragen und den Weg versperren - wie Rollkoffer oder Regenschirme.

          Aber Kind? Wenn's nicht grad ein Luxusrestaurant war und ein bestimmtes Ambiente hat, dann finde ich das auch nicht in Ordnung.

          • und da ist der punkt-kinderwagen verstehst du -aber was ist mit einen menschen der im rollstuhl sitzt

            entweder führe ich einen laden -für alle
            oder ich lasse es sein
            wenn 60 normalbürger durch den laden trampeln - schleppen die nicht weniger dreck-wie ein kinderwagen oder ein rollstuhl rein

            deine meinung ist#contra

            • Ich finde DEINE Meinung auch #contra

              Wenn ich einen Laden führe, habe ich ein Recht zu entscheiden, wer da rein darf und wer nicht. Punkt.

              Wenn mir 20 Stammgäste davonlaufen, weil sie sich vom Geschrei eines Kindes genervt fühlen, kann ich sagen: Pech, dann sollen sie eben wegbleiben (und irgendwann meinen Laden mangels Gästen dichtmachen) oder ich kann die Eltern des Kindes bitten, das Lokal zu verlassen.

              "wenn 60 normalbürger durch den laden trampeln - schleppen die nicht weniger dreck-wie ein kinderwagen oder ein rollstuhl rein"

              Wer bringt wohl mehr Geld in die Kasse: 60 Normalbürger oder ein Kinderwagen ?

              • (10) 02.12.11 - 22:02

                Dein denken ist zum kotzen und ich wünsche dir niemals das du krank wirst und ausgegrenzt wirst.Und wegen solcher Menschen wie dir,werden besondere Menschen aus gegrenzt #contra

                • (11) 02.12.11 - 22:27

                  Wenn ich krank werden würde, würde ich dahin gehen, wo ich gerne gesehen bin. Da wo ich nicht gerne gesehen bin, bleibe ich weg.

                  Das gilt doch immer und überall:

                  Ich werde als 45 Jähriger wahrscheinlich in der örtlichen Jugendkneipe auch nicht besonders freundlich empfangen. Wieso ? Ist Alter was Schlimmes ?

                  Ich könnte jetzt "ALARM" rufen und mich an die Presse wenden.

                  Ich spare mir die Energie und gehe lieber dahin, wo ich willkommen bin.

                  • (12) 03.12.11 - 16:19

                    ...und solche Argumente sind der Grund dafür, das Typen wie der Cafe betreiber solch eine schauerei einfach so veranstalten können.

                    Jeder ist sich selbst der nächste, bloß nicht für andere einstehen sondern immer nur schön für sich alleine!

                    Deine Antworten sind das beste Beispiel für diese bescheidene denkweise der Bevölkerung!

                    Armes Deutschland!!!

            Wieso machst du den gedanklichen Punkt vom Kinderwagen zum Rollstuhl? Ich bin explizit NUR auf den Kinderwagen eingegangen.

            Wenn es um das Eingansposting geht: für mich ist die gleichwertige Behandlung geistig oder körperlicher behinderter Menschen mit Respekt ihrer teilweise eingeschränkten Möglichkeiten etwas so selbstverständliches, dass ich das eigentlich gar nicht gesondert erwähnen müssen sollte.

            Bitte lies' zukünftig das, was da steht und interpretier nicht etwas in meinen Beitrag, das nicht schwarz auf weiss geschrieben worden ist. Erleichtert die Kommunikation und auch deine Ausdrucksweise... so? #contra

        (14) 02.12.11 - 21:14

        Kinderwagen versperren den weg? Wie stehst du dann zu Menschen, die im Rollstuhl sitzen?

        Hast du selbst kinder?

        • (15) 03.12.11 - 00:22

          Es ist richtig, richtig vielsagend, wie Kinderwägen mit Rollstühlen gleichgestellt werden.

          Kinderwägen sind eher wie Rollkoffer... oder eine grosse Einkaufstüte: in dem Moment, in dem man sie bei sich hat, werden sie auch benötigt, da es eine Erleichterung darstellt. Allerdings gibt es, falls man in ein kleines Café will, bei jedem da eine optionale Möglichkeit.

          Man kann das Kind in's Tragetuch nehmen oder den Rollkoffer in ein Bahnhofsschliessfach. Es sind einfach so Situationen, wo man selber - auch mit dem Kind - merkt, dass die eigene Präsenz der Umwelt vielleicht in der vorhandenen Form nicht sehr angenehm ist. Da muss man unterscheiden zwischen dem Alltag, wie öffentlicher Transport, der Wocheneinkauf usw. oder Situationen, bei denen man die Möglichkeit hat selber einen Einfluss zu nehmen.

          Natürlich möchte nicht jedes Kind in ein Tragetuch und es kann auch sein, dass das Kind eine Phase hat, wo es sich nur im Kinderwagen wohlfühlt, das ist alles normal - kann ja auch sein, dass man kein Schliessfach findet.

          Ein Rollstuhl aber ermöglicht einem Menschen die natürlichste und einfachste Form der Fortbewegung: das Gehen. Die Mobilität, die ein Mensch in einem Rollstuhl erreicht, wenngleich sie nicht der uneingeschränkten Mobilität des Gehens entspricht, hilft enorm im Beruf, im sozialen Bereich, es fördert die Unabhängigkeit und Eigenständigkeit - das kann NICHT ersetzt werden. Ein Mensch im Rollstuhl ist absolut darauf angewiesen, ein Kind kann notfalls getragen werden. Das ist ein massiver Unterschied!

          Und in einem Restaurant ist ein Rollstuhl eh meistens auch der Stuhl, also fällt das Platzargument weg und der Dreck eines Rollstuhls entspricht dem eines Fussgängers, nicht zusätzlichem Dreck.

          Weiterhin: Cafés und Läden dürfen, genauso wie Clubs, Universitäten, Museen und ähnliches verschiedene Zielgruppen haben.

          Es gibt Jugendkneipen (Bin ich zu alt.), es gibt Schwulenclubs (Bin ich zu weiblich.), es gibt reine Gentlemen's Clubs (Bin ich immer noch zu weiblich.), es gibt Türsteher (Da könnte ich mal zu hässlich oder nicht gut genug angezogen sein.) - fühle mich deswegen aber nicht diskriminiert.

          Im Normalfall leben alle Menschen mit verschiedenen Interessen untereinander und da muss man ein bisschen tolerant sein, mit seinem Mitmenschen, weil wir dann auch oft genug aus unserer Komfortzone rausmüssen.

          Und dann gibt es eben zielgerichtete Angebote, wo Menschen sich in ihrem gewohnten Umwelt, mit ihren Interessen entspannen oder erfreuen können.

          Ob das jetzt ein enger Keller mit Weinproben und schwerer Poesie und nikotingeschwängerter Luft ist oder ein helles Café mit ganz viel Platz zwischen den Tischen und eine Spielecke für die Kinder. Im Prinzip ist die vielfalt ja toll, so kann man sich immer etwas nach Stimmung aussuchen.

          Wobei ich finde, dass man das Kulturangebot für Erwachsene mit Begleitung von Kindern - meistens ist es ja erwachsenes Kulturangebot ohne Kinder oder Kulturangebot auf Kinderniveau - ausbauen könnte, aber da bin ich etwas überfragt. Das ist aber etwas, was mich persönlich betrifft... ich war selber als Kind schon im Museum und meine Kinder gehen auch ins Museum mit mir und lieben es.

          • (16) 03.12.11 - 00:48

            Uh, will da noch zufügen: eine Behinderung generell ist für mich kein Grund, einen Menschen von etwas auszuschliessen. Also, weder vom optischen Standpunkt her, noch von Gewohnheiten, die sich eine behinderte Person aneignet, um in ihrem Leben selbstständig zu bleiben.
            Das einzige, was diskutabel ist, ist eine Behinderung, die den Charakter einer Einrichtung stört - sagen wir mal, ein Café hat einen konstanten Ruhepegel eingerichtet und wirbt auch damit, jegliche Leute, die eine Lautstärke über dem Ruhepegel haben, das Konzept zerstören. Das kann ein Baby sein, dass kann eine alkoholisierte Person sein, ein übermütiger Teenager und das kann eine behinderte Person sein. Während alle drei erstgenannten früher oder später die Lautstärke regulieren können, ist das letzteres nicht der Fall, hat ebenso wenig Einfluss auf Ursache und Grund - wie das Baby, das schreit ja, um die Bedürfnisse auszudrücken, nicht um Gäste zu vertreiben. Dort muss der Geschäftsführer abwägen und dann Grenzen setzen, die in einer Bitte, das Lokal zu verlassen, enden können, um den anderen Gäste die Ruhe zu bewahren und da verstehe ich auch diese Seite.
            Ja, es ist scheisse, dass solche Sachen passieren. Aber wie gesagt, dass kann auch aufgrund vom Geschlecht passieren - kann man auch nicht ändern - und wirtschaftliche Konsequenzen hat wohl jeder einmal im Leben gespürt. Wie gesagt, für mich ist es eine Selbstverständlichkeit, behinderte Menschen in die soziale Gesellschaft aktiv einzubinden und nicht auszuschliessen, sollte ein Ausschluss allerdings einmal passieren, muss man sich gezielt fragen, warum dies passiert ist und ob dies vergleichbar mit anderen Situationen (Geschlecht) ist. Wenn ja, dann muss auch eine behinderte Person lernen, dass man nicht überall frei hinkommt, aber inakzeptabel ist effektiv Diskriminierung.

      Spinnst du oder was stimmt bei dir nicht?Kinderwagen geht nicht?Also dürfen Mütter mit Kinderwagen in kein gehobenem Restaurant gehen?Du dann aber auch nicht bei dem Müll was bei dir raus kommt

    (19) 03.12.11 - 11:19

    Du, das Kind war vielleicht 3 oder 4 Monate alt und die Mama hatte sich gefreut, endlich mal wieder mit einer Freundin einen Kaffee trinken gehen zu können, weil das Kind selig in seinem Wagen schlief und das auch weiterhin tun sollte.

    Sie hat es dann bleiben lassen, weil sie ihr Kind nicht im Wagen im Eingang des Cafes stehen lassen wollte und sich stattdessen mit dem Chef der (regionalen) Kette in Verbindung gesetzt. So schnell und überschwänglich wie er sich entschuldigt hat, kann niemand gucken.
    Trotzdem geht von uns keiner mehr dort hin.

(20) 02.12.11 - 21:14

In Deutschland kann jeder selber entscheiden, wen er in sein Haus, Laden, Disko, Restaurant, Kneipe...u.s.w. lassen will und wen nicht.
Und das ist gut so.
Ebenso kann ich als freier Bürger entscheinden, wo ich hingehe und wo nicht.

Wenn Behinderte, Schwangere, Kinder, Hunde, Schwarze, Schwule, Dicke, Doofe, HIV positive, ....irgendwo nicht gerne gesehen werden kann ich also nur meine eigenen Konsequenzen daraus ziehen.

Kein Grund jedenfalls, ein Fass aufzumachen.

Top Diskussionen anzeigen