Falsches Konto ... wie verhält sich das nun ?

    • (1) 07.12.11 - 13:29

      Hallo,

      ich kam grad in eine etwas unangenehme Situation. Mein Vermieter (4 Parteien Haus) rief mich an und bat mich, bei den Nachbarn oben mal zu klingeln da sie nicht auf Schreiben oder Anrufe reagieren.

      Hab ich gemacht, der Frau das Telefon in die Hand gedrückt und gewartet.

      Es ging darum das sie seit über 6 Monaten keine Miete mehr gezahlt haben.
      So, nun verschwand sie mit dem Telefon, kam mit Überweisungsträgern bzw Direkteinzahlungsbelegen wieder raus. Ich sollte schauen und dem Vermieter bestätigen das sie bezahlt hat ... für mich wäre das auch keine Garantie gewesen, aber egal ... irgendwann dann bei der Einzahlung zum 1. Mai sah ich, das eine extra Ziffer, sprich die richtige Kontonummer und eine Zahl zu viel, auf den Belegen stand.

      Name etc alles richtig.

      Ja, es ist blöd das ich da nun zwischen hing, mir an sich aber egal wer hier zahlt wer nicht, der Vermieter hat mich gebeten, er wohnt 600 Km weit weg, ist viel im Ausland und bevor er denen nun direkt den Anwalt und eine Räumung aufbrummt ... eben mal Telefon geben und vlt wäre es ja auch so zu klären gewesen und er gibt ihr jetzt auch erst mal Zeit zu schauen das sie entweder das Geld zurück bekommt, oder eben alles abstottert.

      ABER, nun würde mich mal interessieren; wie verhält sich das nun, so rein Interessehalber ? Sie hat ja Bareinzahlungen gemacht auf ein falsches Konto, sprich, irgendwer hat seit Mai fast 500 Euro jeden Monat bekommen ... ist ja nicht sein/ihr Fehler sondern der des Einzahlers, in dem Fall, der Fehler meiner Nachbarin. Hat sie da überhaupt Chancen das Geld zurück zu bekommen ? Und droht dem jenigen dem das Konto gehört aufgrund ihres Fehlers eine Strafe oder eine Anzeige ? Mein Freund meint ja, weil das ja Unterschlagung wäre, ich sag nein, weil hey, wer beschwert sich schon groß wenn er jeden Monat so viel Kohle extra auf's Konto bekommt ? Es ist ja nicht sein Fehler das meine Nachbarin nicht das Konto kontrolliert hat.

      So, vlt weiß ja wer von euch wie wo was wann ... !

      • Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass das Geld einem falschen Konto gutgeschrieben wurde, weil eine Ziffer zu viel bewirkt, dass die Zahlung wegen falscher Angaben zurück geht. Jede Kontonummer hat eine interne Prüfziffer, so dass die falsche vom Empfängerinstitut sofort als solche erkannnt wird.

        Ich denke, hier gibt es 2 Möglichkeiten:

        1) die Mieterin hat die Belege absichtlich gefakt, um Zeit zu schinden und einen Grund angeben zu können, warum das Geld nicht ankommt.
        2) die Bank in der die Einzahlungen vorgenommen wurden hat die Zahlungen alle längst wieder zurückbekommen, konnte die Einzahlerin aber nicht erreichen. Hier würde natürlich ein Gespräch mit der Bank Klarheit schaffen.

        Strafbar ist es übrigens nicht, irrtümlich auf dem eigenen Konto gutgeschriebenes Geld nicht zu melden. Strafbar wird es erst dann, wenn man dieses Geld ausgibt im klaren Bewusstsein, dass es einem nicht gehört und dass man es auch nicht wieder zurückzahlen kann.

        Interessant wird es dann, wenn der Kontoinhaber glaubhaft nachweisen kann, dass er der Meinung war, es wäre SEIN Geld. Hat er es dann ausgegeben, muss er es NICHT wieder zurückzahlen.

        • Danke.

          Interessant find ich das nämlich schon ... es kann ja jedem mal passieren, aber so lang ?

          Ich hab die letzten Monate schon immer gewundert ... sie macht keinem die Tür auf, nicht mal dem Postboten der ein Paket hat und huscht hier möglichst unauffällig und meist mitten in der Nacht rum damit sie bloß keiner anspricht ... ich denke um ehrlich zu sein auch das die Belege gefälscht sind ... aber mir soll's egal sein, von Zeit schinden wird es auch nicht besser werden. Wenn ich mal hochrechne sind es nun fast 4000 Euro die sie und ihr Mann dem Vermieter schulden und auf lange Sicht wird das unser Vermieter ganz sicher nicht auf sich sitzen lassen - zumal sie wohl nicht mal eine Kaution hinterlegt hatten.
          Sei's drum, mich hatte auch nur interessiert was denn nun mit dem Empfänger des Geldes ist ... ;-) Im Grunde, wenn er dann jetzt sagt er war der Meinung das die Gute ihm das Geld aus irgendwelchen Gründen gezahlt hat, hat er echt Schwein gehabt ... so oder so aber, mal ehrlich, beklagen würd sich da ja nun kaum einer von uns #schein

          • Ich kann ehrlich gesagt nicht verstehen, warum der Vermieter sich das so lange gefallen lässt. Am 4. Tag des Monats, an dem die Miete fällig ist, hätte sie die erste Mahnung bekommen. Am 10. Tag die zweite, am 20. Tag die dritte und letzte.

            Am 4. Tag des darauffolgenden Monats die fristlose Kündigung und kurz dannach die Räumungsklage.

            • (5) 07.12.11 - 14:25

              Hallo,

              naja so einfach ist es auch nicht.
              Die fristlose Kündigung kann erst dann erfolgen, wenn zwei Monatsmieten nicht gezahlt wurden sind.

              Und eine Räumungsklage dauert oftmals auch sehr lange.

              LG

              Evenea

              • (6) 07.12.11 - 14:29

                Deswegen habe ich ja auch bewusst geschrieben:

                "Am 4. Tag des darauffolgenden Monats"

                und bin davon ausgegangen, dass die Miete für den dann aktuellen Monat auch nicht bis zum 3. Tag eingegangen ist.

                Die Räumungsklage geht nicht schneller, wenn man sie erst nach einem halben Jahr fehlender Miete beantragt.

      HI!
      Wie es mit einer Ziffer zuviel ist weiß ich nicht genau, aber..

      Meine Mutter wollte auf mein Konto eine Bareinzahlung machen und hat die letzten beiden Ziffern vertauscht. Dieses Konto gab es ebenfalls. Ich habe auf das Geld gewartet und habe mal nachgefragt bei meiner Mutter und habe das Malheur auf dem Einzahlungsschein gesehen. Wir sind dann gleich auf die Bank und wir haben es zurückbekommen. War halt sofort bzw. nur ein paar Tage danach und halt bei der gleichen Bank.

      Wenn ich Geld bekomme, sehe ich lediglich den Sender, den Betrag und den Verwendungszweck. Bekäme ich also nun irrtümlich 500€ pro Monat von einer Frau "Andrea Müller", könnte ich schlecht alle Andrea Müllers in Deutschland abklappern. Dem Ganzen auch noch hinterher zu rennen wäre mir auch etwas zu blöd, zudem ich davon ausgehe, das bei dem Betrag (500€ sind eine Menge Geld) der Eigentümer sich ruckzuck melden wird. Anfassen/ausgeben würde ich von dem Geld selbstverständlich nichts, da es nicht meins ist und ziemlich sicher wieder zurück gebucht wird. Unterschlagung wäre es erst dann, wenn mein nichtexistenter Kumpel von der Bank den Sender und den Verwendungszweck löscht und wir beide behaupten, das Geld nie bekommen zu haben. Denn sonst könnte ich ja meinem ungeliebten Arbeitskollegen 2000€ überweisen und ihn am nächsten Tag wegen Unterschlagung anzeigen - so geht's nicht.

      In Deutschland gibt es keine Nummernkonten. Das Konto wird durch den Namen des Kontoinhabers identifiziert.
      Sollte sich der Überweisende bei der Konto-Nummer geirrt haben, der Name des Kontoinhabers jedoch richtig ist, so ist die Bank für eventuell auftretende Nachteile verantwortlich.

      Sollte die Bank tatsächlich auf ein falsches Konto überwiesen haben, wird sie sich das Geld schon wiederholen.

      Allerdings bezweifel ich eine Überweisung, die lediglich mit Überweisungsträgern nachgewiesen wurde.

      • Das ist falsch.

        Einen Abgleich zwischen Kontonummer und angegebenem Empfänger brauchen Banken und Sparkassen nicht mehr durchführen. Es wird rein nach Zahlen (Kontonummer + BLZ) verbucht. Der Zahlende ist selber Schuld, wenn er die Kontonummer falsch angibt.

        Die Bank holt sich das Geld auch nicht einfach wieder. Das ist ebenfalls nur möglich, wenn das Geld zwischengelagert wird, weil es z. B. die angegebene Kontonummer nicht gibt. Ist das Geld aber bereits auf einem Konto gutgeschrieben worden, darf die Bank es nicht mehr einfach zurück fordern. Da muss der Kontoinhaber bzw. Zahlungsempfänger zustimmen.

        Ich als Buchhalterin zweifel ebenfalls Zahlungen an, wenn man mir nur eine Kopie der Überweisung vorlegt. Und selbst wenn der Zahlungspflichtige tatsächlich gezahlt hat, so ist es nicht mein Problem, wenn das Geld woanders gelandet ist. Er ist in der Beweispflicht, dass der Gläubiger das Geld erhalten hat.

        Ja, genau so sehe ich das auch. Und so kenne ich es eigentlich auch - die Umstellung mit dem Abgleichen der Banken (Kontonr - Name) ist auch noch gar nicht so lang her ... also eigentlich sollte es einem in Erinnerung geblieben sein.

        Die Frau ist bei der Postbank. Hab ja nun die Einzahlungsbelge von dort gesehen und treffe sie auch oft genug dort ;-), das Konto unseres Vermieters ist bei der Sparkasse - habe eh schon nicht verstanden wieso sie, wenn sie schon Bareinzahlungen tätigt, es nicht dort tut und wieso überhaupt Bareinzahlungen #kratz, aber das ist ja nun ihr Ding.

        Dennoch, ich trau dem Braten auch nicht ... zumal keine Stempel auf den Einzahlbelägen waren, ich weiß ja nicht wie e sbei der Post ist, aber eigentlich stempelt eine Bank sowas doch immer #kratz
        Gut, es ist ihr Ding, ihr Problem ... sie hätte es kontrollieren müssen und Anrufe und Briefe des Vermieters nicht monatelang ignorieren dürfen ... dann wäre so eine hohe Summe gar nicht erst aufgekommen.

        Danke dir auf jedenfall für deine Antwort und euch allen Anderen natürlich auch ! #torte

    Ich würde der Dame empfehlen sich an die Bank zu wenden wo sie die Einzahlung getätigt hat. Die sollen bei der Empfängerbank anrufen und denen die Situation schildern damit die sich mit dem Empfänger reden können und ihm anbieten das Geld zurück zu geben. Ich glaube das ist der kürzeste Weg. Ansonsten wenn die eine Einzahlung gemacht hat, wie soll sich derjenige der das Geld bekommen hat wehren, wenn er nicht weiß an wen das Geld zurück zu erstatten ist?

    Rechtlich gesehen, kann sie das Geld nur über eine zivirechtliche Klage zurückbekommen.

    PS die Bank steht nicht in der Haftung und zurückholen kann es auch nicht. Das geht nur bei Lastschriften.

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