Erfahrungen im Bereich/ Beruf Altenpflege

    • (1) 10.12.11 - 11:18

      Hallo zusammen,

      wer hat in diesem Beruf Erfahrungen und mag darüber berichten.

      Also im allgemeinen wie so dieser Beruf halt ist, was man da so machen kann, wo man arbeiten kann. Auch wie man finanziell übner die Runden kommt.

      Bei MÜttern, wie sich das mit (Klein)-Kindern vereinbaren lässt.

      Ich benötige ganz viele Infos danke schonmal..

      LG

      • Die Altenpflegerin betreut und pflegt pflegebedürftige Menschen. Wie die Berufsbezeichnung schon sagt vorwiegend alte Menschen. In vielen Pflegeeinrichtungen werden aber auch jüngere Erwachsene betreut.

        Arbeitsbereiche können Altenheime, Rehakliniken, Krankenhäuser, Tagespflegeeinrichtungen und ambulante Pflege sein.

        Man sollte den Wunsch haben sich sozial zu engagieren, Freude am Umgang mit Menschen haben, ehrlich sein und bereit sein Schicht zu arbeiten. Die Dienste finden natürlich auch regelmässig an den Wochenenden sowie an den Feiertagen statt.

        Es gibt etliche Pflegeforen, wo reger Austausch stattfindet.

        Die Ausbildung bis zum Altenpflegeexamen dauert 3 Jahre, nach 1 Jahr kann die Prüfung zur Altenpflegehelferin abgelegt werden.

        Die Bezahlung ist unterschiedlich, es gibt Arbeitgeber die nach Tarifen bezahlen, in privaten Einrichtungen ist das individuell.

        Bevor man sich zur Ausbildung entschließt ist es dringend anzuraten ein Praktikum in einer geeigneten Einrichtung zu absolvieren. Ich möchte nicht sagen, dass es außerordentlich schwer ist in diesem Beruf zu arbeiten, aber man sollte ausprobieren, ob man hier wirklich richtig ist.

        Es kann natürlich in Vollzeit oder Teilzeit gearbeitet werden. Kinder müssen natürlich betreut sein, wie in jedem anderen Beruf auch, wenn der Mann oder Oma hier mitziehen, würde ich den Job nicht als familienfeindlich bezeichnen.

        Auf jeden Fall ist es ein krisensicherer Job in dem jetzt schon nach Fachkräften gesucht wird.

        Ich hoffe ich konnte ein bisschen weiterhelfen und bin gerne bereit bei Bedarf noch etwas mehr zu berichten.

        LG frau-f.

        Hallo :-D

        wenn Du in der Pflege arbeiten möchtest , musst Du dich darauf einstellen relativ unregelmäßie Arbeitszeiten zu haben.In den meisten Häusern arbeitet man im Schichtdienst( Früh/Spät/Nacht).An Wochenenden und Feiertagen oft auch noch mit geteilten Diensten ( und in der ambulanten Pflege ebenso )

        Frühdienst beginnt gegen 6.30 Uhr , Spätdienst endet gegen 21.00 / 22.00 Uhr.
        Deiner Frage " was man da so machen kann " entnehm ich nun einfach mal , daß Du noch nichts mit Pflege zu tun hattest ?

        Von daher würde ich dir raten erst mal ein Schnupperpraktikum in einem Heim zu machen....
        Denn auch wenn es eigentlich ein schöner Beruf ist, ist es heutzutage wirklich ein schwerer Job,der einen psychisch wie auch physisch an die Grenzen bringt.
        Die Arbeitsbedingungen in den meisten Einrichtungen sind katastrophal und die Bezahlung reicht bei einer 100 % Anstellung kaum , um sich alleine zu finanzieren.
        Die Ausbildung selbst ist recht umfangreich und kein Spaziergang. Die Lernerei neben dem Arbeiten verlangt einiges an Einsatz und Eigenmotivation.
        Mit dem Abschluß zur Altenpflegehelferin nach einem Jahr kannst du so gut wie nichts anfangen.
        Was in Massen gesucht wird sind examinierte Fachkräfte.Und die müssen,da sie meistens pro Schicht als einzige im Dienst sind, neben einer fachlichen Komptenz auch eine soziale Kompetenz mitbringen, da sie die Verantwortung für die Bewohner der jeweiligen Station haben und Ansprechpartner für die anderen Mitarbeiter, Angehörigen, Ärzten, etc. sind.

        Ich hoffe, Du kannst mit den Infos etwas anfangen:-)

        LG

        Tina

        Hi,

        möchte auch meine Erfahrung berichten.
        Also ich arbeite seit 16 Jahren in der Pflege.Davon 4 Jahre stationär,der Rest ambulant.
        Und ich fühle mich in der ambulanten häuslichen Pflege absolut aufgehoben.Das liegt aber auch daran,das sämtliche Rahmenbedingungen stimmen.Meine Tochter wird im Januar 5 Jahre.Um 6.00 kann ich sie in die Kita bringen,fahre dann gleich weiter zur Arbeit.Mein Chef ist in der Beziehung sehr kooperativ,auch die Kollegen.Mein Dienst geht dann ca.von 6.30-14.30.Gerade in der Urlaubszeit bzw.Krankheitsfällen sind meist viele Dienste am Stück angesagt.
        Es ist natürlich auch ein Geben und Nehmen,man kann nicht nur fordern.
        Was ich auch sehr angenehm finde,das ich nur äusserst selten im Spätdienst eingeteilt bin,Nachtdienst gibts bei unserem Pflegedienst garnicht.
        Naja,die Bezahlung könnte besser sein,aber aufgrund der anderen guten Rahmenbedingungen sehe ich das nicht schlimm an.

        Ausserdem bin ich gerne im Auto unterwegs,das ist ja auch nicht ganz unerheblich.Und natürlich wichtig ist,das man selbstständig arbeiten kann,man ist ja allein unterwegs-das Team von der Station ist ja nicht im Hintergrund.
        Wie gesagt,für mich ist es mein Traumjob.Möchte nicht tauschen.

        Beste Grüsse,Andrea!

      • Hallo!

        Wenn du völlig neu bist in dem Bereich kann auch ich dir nur zu einem Praktikum raten.

        Ich bin Krankenschwester und arbeite in einem Altenheim. Ich habe den Eindruck, dass Altenpfleger eine eher nicht so gute Ausbildung haben bzw. die Ausbildung wenig mit dem zu tun hat, was heutzutage in den Heimen benötigt wird.

        Ich arbeite sehr gern in der Pflege. Auch nach all den Jahren noch. Allerdings werde ich zunehmend kritischer und kann nicht alles gut finden, was hier so abläuft.

        Ich war lange im KH, eine kleine Weile in der ambulanten Pflege und jetzt im Heim. Am Anfang und wenn du 100% arbeitest, dann kommt natürlich der Schichtdienst auf dich zu. Als ich noch ohne Kinder war, war das auch kein Ding und ich hatte einfach einen anderen Rhythmus. Die meisten meiner Freundinnen auch. Das ging gut und hat mir nichts ausgemacht. Jetzt mit Kindern geht das gar nicht mehr. Die Alternative ambulante Pflege war es allerdings auch nicht. Die Bezahlung war schlicht unterirdisch und die Bedingungen auch.

        Und jetzt finde ich mich plötzlich in der Position wieder begehrt zu sein. Ich kann sagen, wann ich wie arbeiten kann und will und ich werde -man höre und staune- plötzlich wieder nach BAT bezahlt. Ich glaube, die Zeiten sind so, dass Fachkräfte wirklich hoch gehandelt werden. Wenn du in die Pflege willst, dann empfehle ich dir aber die Krankenschwesternausbildung. Damit bist hinterher ein flexibler und und auch besser ausgebildet.

        Gruß
        Susanne

        Hallo,

        wenn Du einen Mann/Partner hast, ist die Sache mit der Pflege "leichter" zu händeln als Alleinerziehende.
        Ich arbeite seit 1998 in der Pflege und HASSE diesen Beruf mittlerweile.
        In der reinen Betreuung mag der Beruf noch Spaß machen, aber in der Pflege am Menschen kannst Du das echt vergessen. Man bekommt zwar eigentlich gutes Geld, ist aber meiner Meinung, für das was man leisten MUSS, total unterbezahlt. Pausenzeiten einhalten ist in den meisten Heimen so gut wie unmöglich. Pflegeberichte werden am PC geschrieben (jedenfalls mittlerweile in den meisten Heimen, manche benutzen sogar zusätzlich zum PC auch noch das alte System, sprich, handschriftliche Eintragungen in den Bewohnerkladden), viele Heime verfügen über zu wenige PCs auf den Etagen sodas man, wenn man Pech hat, lange warten muss bis man seine Eintragungen machen kann und letztlich nach Hause gehen kann. Pünktlich Feierabend?! Kaum. Zeit für die Bewohner? Fehlanzeige. Um Deine Arbeit zu schaffen musst Du meistenteils "tricksen" Dann wird der Bewohner "zack, zack" angezogen, schnell Gesicht gewaschen, gekämmt, fertig.
        Ich kann jedem, der sich heutzutage überlegt in diesen Beruf einzusteigen od. zu wechseln, nur davon abraten ... Es ist einfach nur elendig. Ein undankbarer Job bei dem man eher noch einen Arschtritt als ein Dankeschön bekommt ...

        Gruß, Lena

        • Wunderbar, genauso hätte ich es schreiben können. ich bin froh aus dem Heim raus zu sein. Am Ende war es eine enorme Belastung sich nicht wirklich um die Leute kümmern zu können und immer durch die Gegend zu hetzen. Gerade als examinierte Krankenschwester war man eigentlich immer allein mit Hilfskräften und hatte die gesamte Verantwortung für 46 Pflegebedürftige auf dem Buckel, zusätzlich Ärzte, Angehörige und die Leasing oder Hilfskräfte. Es ging an die Substanz, war ohne Kinder aber machbar. Man lebte eben mit den 10 Diensten am Stück, mit dem ständigen kurzen Wechseln und dem Gefühl nicht alles gemacht zu haben.
          In der ambulanten Pflege fand ich es furchtbar. Klar man ist allein unterwegs, man hatte mehr Zeit für die Leute, aber wenn etwas war, dann war eben niemand da zum helfen, keine Chance.......

          Heute bin ich in einem Betrieb für Reha und Medizintechnik tätig und bin froh aus der Pflege raus zu sein. Mein Körper dankt es mir und meine Familie auch, denn die musste zu Zeiten des Pflegedienstes mit Teildiensten und ständigem Schichtwechsel sehr leiden.
          Außerdem ist es nicht mehr machbar das ich in Schichten arbeite, weil mein Mann eben keinen 9to5 Job hat und wir außer den Großeltern hier niemanden für die Kinder haben.

          Klar gibt es Familien bei denen das klappt, aber zu welchem Preis?

          • Das Gute an dem Beruf ist doch, dass man seine Nische finden kann. Du hast deine doch auch gefunden.

            Bevor Mann und Kinder in mein Leben kamen, habe ich auf einer keinen, feinen Palliativstation gearbeitet. Da hätte ich gut bis zur Rente bleiben können ohne daran zugrunde zu gehen. Da konnten wir so pflegen wie wir es für richtig und wichtig hielten und hatten sehr viel Spaß an der Arbeit und an uns. Die hätten mir auch Familie ersetzen können.

            Jetzt habe ich diesen kleinen Job im Heim und finde, dass es als "Hobbyschwester" gut zu machen ist. Das werde ich nicht bis zur Rente machen und schon gar nicht 100%. Schön ist aber einfach, dass ich jetzt viele Möglichkeiten habe und immer wechseln kann, wenn mir danach ist. Ich kann mich und meine Erfahrungen einbringen und ich werde nicht nur husch-husch pflegen. Und ein wenig kann ich jetzt die Bedingungen bestimmen. Ich hatte sehr viele Bedingungen, weil ich nicht sehr flexibel bin wegen der Kinder. Die wollten mich trotzdem haben.

            Die ganze Lebensarbeitszeit auf einer Akutstation im KH oder auf einer Pflegestation im Altenheim zu arbeiten, schafft eh keiner. Man muss eben irgendwo anfangen und Erfahrungen sammeln. Danach ist man ein begehrter Typ!

            Gruß
            Susanne

      Hallo,

      ich arbeite auf einer Gerontostation (nur demente Bewohner) und möchte momentan auch nirgends woanders arbeiten. Ich habe eine super Chefin die sich um die Belange der Mütter mit Klein,-Kindern kümmert.

      Habe supertolle Arbeitskollegen...halt wie eine kleine zweite Familie ist es da.
      Die Arbeit ist schwer, keine Frage und manchmal habe ich auch keine Lust zum arbeiten, weil einige Männer aggressiv sind und schlagen, oder wenn Brech-Drchfall ist und man alles wegputzen kann und man nicht weiß wo man zuerst anfängt...oben oder unten.
      Oder Lieblingsbewohner sterben....der Beruf ist manchmal echt hart und hat gar nix nur mit Arschabwischerei zu tun. Das ist soviel mehr. Wir, die Pfleger sind, deren Familie, Bezugspersonen, Tröster, Hilfleister und auch Fußabtreter.

      Man kann nicht so pauschal sagen, wie der Beruf ist. Jeder empfindet anders. Schlecht bezahlt ist der Job sowieso, Mit Kindern wird es auch schwer, wenn man 7 Uhr anfangen muss und man keinen hat, der die Kids versorgt. Wochenende arbeiten, Feiertage, Spät oder auch Nachts. Wohin mit den kleinen? Man muss da echt jemanden haben, der das auch mitmacht.

      Diese Berufswahl muss mit Kindern wohl bedacht sein.

      LG

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