Verschiedene Ansichten - Tolerant sein.... Manchmal schwer!

    • (1) 18.12.11 - 13:03

      Hallo,

      hier bei urbia nimmt ja kaum einer ein Blatt vor den Mund. Jeder schreibt was er denkt und die meisten erwarten ja auch ehrliche Antworten auf ihre Fragen.

      Aber im realen Leben sieht das doch anders aus, zumindest bei mir. Wenn jemand was erzählt was er mit seinem Kind wie macht, dann bin ich teils erstaunt, verwundert, auch mal erschrocken,.... Aber wenn ich nicht explixit um meine Meinung zum Thema gefragt werde, dann versuche ich mich zurück zu halten, denn ich kann die ewigen Besserwisser ja auch nicht leiden. Dann versuche ich daran zu denken das JEDE Mutter das beste für das eigene Kind will und die meisten sich ja doch Gedanken machen was sie tun und warum (zumindest in meinem Umfeld). Meist erzähle ich dann wie wir es (halt anders) handhaben, aber bei manchen Dingen fällt mir das soooooo schwer. Wie z.B. das Impfthema, Kindersitzfragen (Baby kann nicht sitzen aber fährt schon vorwärts....), vegane Ernährung von Kleinkindern, Töpfchentraining mit wenigen Wochen,.....

      Wie macht ihr das. Es handelt sich hier um Bekanntschaften, keine dicken Freundinnen (bei denen ich auch selten Zurückhaltung übe). Mischt ihr Euch ungefragt ein? Durch die Blume? Eher direkt? Haltet ihr Euch erfolgreich raus und denkt euch euren Teil?

      Ich würde es gerne schaffen da neutral zu bleiben, aber dann (meist durch die Blume) geb ich dann doch meinen Senf dazu. Wenn jemand um Rat fragt bin ich genauso offen wie hier und sage auch wirklich was ich denke und meine.

      LG

      • Hallo!

        Selbst bei urbia versuche ich es oft Frontalangriff zu vermeiden. Lieber indirekt oder durch die Blumen. Denn, so denke ich, auf dieser Art behält der Mensch die Worte im Hinterkopf und die arbeiten dann unterbewusst und am Ende denkt der-/diejenige, von selbst auf die Idee gekommen zu sein

        Es ist etwas anderes, wenn ich gefragt werde: "Soll ich A oder B nehmen"

        LG

        • Danke für deine Antwort!

          Mit dem Frontalangriff vermeiden gehörst du definitiv zu den umgänglicheren Menschen hier! Obwohl ich deinen Ansatz für vollkommen richtig halte!

          Leider gibt es ja auch immer wieder das Gegenteil, Frontalangriff um des Krieges willen den dieser dann auslöst. Aber gut, es ist halt ein Forum, da kommt das vor.

          LG

      Hallo,

      ich gebe nicht zu allem meinen Senf dazu. Das entscheide ich spontan, wenn ich in der Situation stecke.

      Dein Thread vermittelt mir das Gefühl, du bist eher der stille Zuhörer. Auf viele andere Menschen wirkt so ein Verhalten aber eher wie Desinteresse und als ob du keine Meinung hättest.

      LG
      Sassi

    • Hallo,

      ich bin eher der Frage-Typ. Wenn jemand mir was erzählt und ich kenne ihn nicht gut, dann frage ich drauf los. Wieso, weshalb, warum, wie läuft es damit, wie kommt das Kind damit klar, wie fühlst du dich damit, wie kommt der Partner damit klar....????

      Ich erzähle halt auch schon mal wie es bei uns läuft, aber da bin ich eher zurückhaltend, nur im engeren Freundeskreis bin ich da viel offener. Aber es stimmt an sich schon - ich höre gerne zu! Und ich versuche mir ein größeres Bild zu verschaffen bevor ich was dazu sage. Oft kommt es halt dann dazu das ich eben nichts mehr sage, weil das Thema schon wieder durch ist.

      Gestern traf ich halt eine Bekannte die viele Extreme Einstellungen hat (Ernährung, impfen,....). Und da wäre mir wirklich bald rausgerutscht das sie meiner Meinung nach halt total abhebt. Aber sie war grad so in ihrem Esotherik-ess-bloss-dies-und-das-nicht-Tripp und ihrem Schulmedizin-ist-sehr-schlimm-und-Lebensgefährlich-Gerede, das wäre zum Konflikt gekommen. An einem Abend der zur Entspannung dienen sollte. Ausserdem bin ich mir halt sicher das sie keine andere Meinung hören will. Denn sie hat sehr viel zu den Themen gelesen und glaubt sehr fest daran. Auch wenn ich sehr gegensätzliche Ansichten habe, das gibt mir doch nicht das Recht sie deswegen schlecht zu reden??? Sie meint es genausogut mit sich und ihrer Familie wie ich auch. Und das sie mich wegen meiner 0815-Ansichten angeht will ich ja auch nicht.

      Sorry, lang geworden, es fällt mir schwer in Worte zu fassen was ich eigentlich genau sagen will ;-)

Hallo

kommt darauf an,andere Meinungen/Erziehungen müssen ja nicht verkehrt sein.
Es kann ja auch das falsch sein was man selber macht.

Bei meinen Freunden und Bekannten weiß ich das ich ehrlich sein kann,denn das erwarte ich auch von ihnen aber bei entfernten Bekannten kann ich mir mit kurzen treffen gar kein Urteil erlauben.Was man in einem kurzen Gespräch erfährt sagt ja nichts über das tägliche Leben aus.
Und auf irgendwas, was mir über Leute erzählt wird gebe ich nichts,ich muss mir selber ein Bild von der gesamt Situation machen und dann kann ich mir eine Meinung bilden.

Es kann tausend Gründe geben warum für einen Moment den man evtl. mit bekommt was anders gemacht wird.
Z.B. Kindersitz, da würde ich nicht gleich rum meckern warum die diesen benutzen,ich weiß ja überhaupt nicht warum sie dieses tun.Lass das kleine Kind mal Magen Darm haben und hat in der Babyschale erbrochen.Würden sie dadurch das eine mal auf den Sitz ausweichen weil der andere dreckig ist und die kleinen sich durch diese Sitzhaltung bei neuem erbrechen nicht verschlucken oder sogar ersticken würden,würde ich nichts dazu sagen.

Darum würde ich bei 1 -2 kurzen Infos noch nichts sagen sondern eher etwas hinterfragen.Dann kann ich immer noch meinen Senf dazu geben.

LG Denise

Ich bin da so wie du. Was auch daran liegt, dass ich nicht gut einstecken kann und deshalb auch gerne möchte, dass man mich etwas netter auf meine Fehler hinweist. Ich nehme leider vieles oft persönlich und wenn mir jemand erzählt, wie er es macht und dass es super funktioniert, dann sauge ich die Infos auf und versuche sie auch umzusetzen. Anders als wenn es gleich heißt, dass ist aber sch... wie du das machst, dass ist falsch.

(11) 18.12.11 - 15:37

hey,

also im "realen" leben wäge ich erst ab ob eine einstellung potentiell lebensgefährlich ist oder eben einfach nur anders. impfen zum beispiel ist ein thema, bei dem ich mich vornehm zurückhalte, denn DA gibt es einfach kein richtig oder falsch sondern nur eine entscheidung die der erziehungsberechtigte übernimmt und mit den konsequenzen leben muss. die verantwortung würde ich für ein fremdes kind nicht übernehmen wollen. ganz ehrlich.

kind im falschen kindersitz wäre ein thema, bei dem ich nachhaken würde. allerdings freundlich interessiert, aus welchem grund das anders gehandhabt wird und dann darauf hinweisen, dass das im falle des falles lebensgefährlich sein kann.

töpfchentraining mit wenigen wochen habe ich so noch bei niemanden erlebt. ich kenne nur eine mutter, die windelfrei "erzieht" und da gehört das abhalten des kindes einfach dazu. das hat mit zwang und training aber nichts zu tun.

im gegensatz zu urbia bin ich im "echten leben" allerdings nicht ganz so direkt wenn es um ungefragte meinung geht (außer ich bin im dienst, da geht es nicht anders :-)).

lg

Hallo,

wenn ich alles zu "meinem Problem" machen würde (sprich: überall meinen "Senf dazugeben" würde) hätte ich

1) für ncihts anderes mehr Zeit

2) würde ich wahrscheinlich irgendwann an Herzdrücken sterben.

Ich halte es einfach folgendermaßen: Ist es wichtig, oder besser gesagt irgendjemand gefährdet, sage ich etwas - auch ungefragt. Ansonsten soll jeder machen was er will.

vg, m.

(13) 18.12.11 - 20:56

hallo,

also manchmal kann ich auch nicht anmich halten! neulich erzählte mir jemand das er seinem 3 jahre alten neffen einen nintendo ds zu weihnachten schenken wolle. da bin ich ja fast vom stuhl gefallen....und konnte nicht anders als zu fragen ob er ne macke hat. sowas kann ich absolut nicht nachvollziehen und frage wenigstens nach den beweggründen.

lg marci

(14) 18.12.11 - 23:18

Hallo,

bei Freunden/Bekannten frage ich nicht. Zeige Interesse an der Situation (ernsthaftes Interesse).

Die Fragen formuliere ich mit Bedacht. Was ich furchtbar finde, ist die "Warum machst du nicht - so"- Keule. Na ja, mir kommt es oft wie eine Keule vor ;-)

Eher: oh, dein Baby fährt schon vorwärts, darf ich fragen, wie es dazu kam?
Meine hatte mit 1,5 Jahren noch gut in die Babyschale gepasst. Daher frage ich einfach mal.

Oder: Von veganer Ernährung habe ich schon gehört. Darf ich fragen, wie ihr dazu gekommen seid? (Habt ihr Allergien?)

... dahinter steckt
1. ernsthaftes Interesse meinerseits
a) am Thema
b) am Kind
c) wie es dazu kam

2. wenn ich weiß, wie diejenigen dazu gekommen sind, weiß ich auch warum sie es machen
- Unwissenheit
- Unsicherheit
- Tipp von Kinderarzt, Hebamme, Eltern, Großeltern, Internet, sonstigen
- ernsthaftes Auseinandersetzen mit dem Thema und bewusster Entscheidung nach Abwägen von Vor- und Nachteilen unter Berücksichtigung vieler Faktoren, die ich auf den ersten Blick gar nicht sehen kann.

3. manchmal lerne ich sogar noch was dazu :-)
Ich muss nicht alles für uns übernehmen oder lehne auch einiges für uns ab. Allerdings fällt es mir leichter Toleranz zu üben, wenn ich weiß, wie diejenigen dazu gekommen sind :-)

Und manchmal überdenken auch wir alle im Gespräch unser Verhalten, die Situationen. Eben weil sich ernsthafte Gespräche ergeben.

Wenn mir jemand mit "Warum machst du nicht"-kommst, denk ich mir innerlich oft "ja, du mich auch" höre mit halbem Ohr hin, picke mir das wichtigste heraus, was ich brauchen kann, lasse mich aber auf keine tiefere Kommunikation ein.
Häufig auch deshalb, weil Tipps zwar gut gemeint sind, aber ohne die meisten Faktoren zu kennen, oft nichts bringen.

  • "bei Freunden/Bekannten frage ich nicht."

    "....frage ich nach" sollte es heißen ;-)

    Kommt übrigens auch auf die Situation an.
    Wie geht es mir. Habe ich Zeit und Nerven für ein Gespräch. Einfach nur Fragen, aber im Hinterkopf an was anderes denken, macht für mich keinen Sinn.

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