trinke ich zuviel?

    • (1) 07.01.12 - 22:59

      hallo miteinander.....

      ich bin verheiratet, habe 3 kinder und eigentlich alles was eine frau sich wünscht.
      ich trinke seit ca.7 monaten jeden tag verteilt 2-3 mal einen schnaps.

      dazu noch einmal die woche ca 3 gläser wein oder sekt.
      ich bin nie richtig betrunken. war auch noch nie so, das ich jemals durch die gegend getorkelt bin.

      nun bemerke ich, dass ich mir jedes mal sage: das war jetzt der letzte!
      ich halte es aber nicht ein.
      wir haben eine firma und ganz viele flaschen werbegeschenke hier.
      habe auch schonmal eine mit wasser aufgefüllt, damit mein mann das nicht bemerkt.
      oder ich trinke einen schluck aus der flasche um kein gläschen zu benutzen.

      ich möchte das nicht mehr und fühle mich schlecht dabei.
      ist es möglich, das ich schon eine art gewohnheitsalkoholiker bin?
      denke nicht, dass ich körperlich abhängig bin oder so.
      kann aber nicht nein sagen. auch bei freunden nicht.

      das ist wie ein ventil für mich...
      ich kümmere mich gut um meine kinder. sie sind sehr lieb und glücklich.
      meine eltern haben mich und meinen bruder etwas emotional vernachlässigt und ich möchte das gegenteil für meine kids.
      ich bemühe mich ihnen vieles zu zeigen und wichtige lebenswerte zu vermitteln.
      der große geht bald aufs gymnasium.
      ich kann nur schwer einen tag hier zu hause bleiben(außer bei schlechtem wetter). bemühe mich, viel mit ihnen zu unternehmen.

      damit setze ich mich manchmal unter druck glaube ich.

      mein mann arbeitet so viel, ist meistens müde wenn er zu hause ist. urlaub gibt es nicht. er interessiert sich nicht viel für mich glaube ich immer. wir fassen uns auch seit längerem nicht mehr an. möchte es auch eigentlich gar nicht mehr....
      fühle mich irgendwie einsam.

      darüber bin ich traurig.....dann nehme ich einen schluck und es geht wieder.
      ich weiß nicht....musste das irgenwie mal irgendwie loswerden. :-(

      • Ja, du hast ein Alkoholproblem. Aber es ist schon mal ein sehr guter Anfang dass dir bewusst ist, dass es nicht in Ordnung ist wie es bei dir gerade abläuft.

        Hast du einen guten Hausarzt dem du vertraust? Bitte gehe zu ihm und erzähle ihm alles. Lass dir helfen, so schnell wie möglich. Denk an deine Kinder!

        • .....ich glaube, das wollte ich hören/lesen.....
          habe erst seit kurzem einen neuen hausarzt.
          kenne ihn nicht gut und er mich auch nicht.

          ich weiß irgendwie gar nicht welchen schritt ich als erstes machen soll.
          sonst bin ich allen lebeslagen gewachsen.
          das ist mir so peinlich.
          weiß nicht was mein mann sagen würde....

          • Dir muss das nicht peinlich sein. Alkoholprobleme tauchen in den besten Familien auf. Siehst du ja bei dir.

            Wichtig ist dass du es erkannt hast und vor allem dass du dir helfen lässt. Es bringt nichts wenn man meint, man bekommt es allein in den Griff. Das wird leider nichts.

            Wenn du mit deinem Hausarzt nicht reden möchtest weil du ihn noch nicht gut kennst, hast du einen Frauenarzt oder Frauenärztin? Dann sprich mit ihnen. Hauptsache du vertraust dich jemandem an der dir weiterhelfen kann.

            Vetraust du deinem Mann? Wenn ja, erkläre ihm deine momentane Lebenssituation. Du hörst dich unzufrieden an. Der Mann hat kaum Zeit für die Familie, du fühlst dich allein, keine Liebkosungen mehr usw. Sprich offen mit ihm. Ich hoffe er ist bereit, die nächsten Schritte mit dir gemeinsam zu gehen.

      (5) 07.01.12 - 23:07

      Du schreibst, du trinkst täglich Schnaps, du willst es lassen, wirst aber schwach. Es ist dein Ventil, wenn du dich unter Druck gesetzt fühlst. Als Abhängigkeit würde ich das schon bezeichnen, auch wenn du dich nicht zulaufen lässt.

      Ich finde, du solltest dir unbedingt Hilfe holen, allerdings weiß ich nicht genau, wer da der richtige Ansprechpartner ist. Vielleicht der Hausarzt?

      Liebe Grüße,
      majixx

      http://www.alkoholratgeber.de/Alkoholismus_Psycho-Test/Page10374/page10374.html

      Solche Tests gibt es haufenweise im Internet. Wenn Du unsicher bist, dann mach mal 2-3 und denke dann drüber nach, ob Du aufhören solltest. :-)

    • (7) 07.01.12 - 23:26

      habe solche tests gerade gemacht....
      bei manchen ist es unbedenklich, bei anderen im roten bereich...
      ich schäme mich irgendwie über dieses thema mit jemandem zu reden....
      hätte nie gedacht, dass ich sowas mache...
      bin eigentlich immer so vernünftig.

      • Im Grunde weisst Du doch, was Du machst: Du trinkst, weil Dir Deine Probleme dann nicht mehr so schlimm vorkommen. Aber verschwinden sie davon? Was müsstest Du tun, um etwas zu ändern?

    Sprich auch mit deinem Mann und sorge dafür, dass kein Alkohol im Haus ist.

    (10) 08.01.12 - 00:07

    Ich finde dein Posting ziemlich mutig und bin mir sicher, dass 99% aller anderen Urbia-Nutzer in irgendeinem Forum geschrieben hätten, in dem dies mit einem Schwarznick möglich gewesen wäre! Hut ab :-)

    Ich denke schon, dass die Regelmäßigkeit deines Alkoholkonsums bedenklich ist.

    Du kannst dir das Leben nicht schönsaufen. Mach was. Informier dich. Ruf die AA an. Sprich mit deinem Hausarzt. Und mit deinem Mann! Du weisst doch, dass du ein Problem hast - geh es an. Ich hab gerade vor exakt drei Monaten wieder so einen "Fall" erlebt... Man, so willst du nicht enden! Sei rational, nimm dein Leben wieder in die Hand und lass es nicht dazu kommen, dass der Alk es bestimmt...

    LG
    sniksnak

    Hallo,

    du trinkst täglich harten Alkohol (obwohl du das eigentlich nicht möchtest), du trinkst heimlich und um Probleme runterzuspülen.

    Ich bin absoluter Laie, finde aber auch, daß du dir jetzt Hilfe holen solltest.

    Im Internet findest du Adressen von Alkoholberatungsstellen, dorthin könntest du dich wenden. Dort kennt dich niemand, vielleicht fällt es dir dann leichter.
    Außerdem muß dir vor deinem Arzt nichts peinlich sein - der hat bestimmt schon ganz anderes erlebt. Du hast ein Problem, du suchst Hilfe, also keine falsche Scham.
    Auch deinen Mann solltest du unbedingt einweihen, irgendwann wird er sowieso etwas merken.

    Vielleicht kann auch eine Psycho- oder Paartherapie weiterhelfen. Das kann dir aber nur ein Profi sagen.

    VG

    PS: Meine Hochachtung dafür, daß du unter deinem richtigen Nick schreibst. Das hätten sich wirklich nicht viele getraut.

    (12) 08.01.12 - 01:22

    vielen dank für eure worte.....

    ich habe mir immer gedacht: aaaach, so schlimm sind die paar schlücke doch nicht.
    bin ja nicht blau, nur in einem leicht verändertem zustand.
    muss mir gedanken machen, warum ich in diesem zustand sein will.
    aber gerade heute abend, wo ich angefangen habe deswegen im internet zu stöbern und hier zu schreiben, merke ich das mein verhalten nicht normal ist.
    meine eigenen ausreden ziehen nicht mehr und ich bin froh,

    dass (wenn auch unbekannte) menschen das auch nochmal bestätigen.

    habe absichtlich nicht anonym geschrieben...weiß auch nicht-wollte dazu stehen.
    bin nur ein mensch....
    vielleicht hat ja auch jemand mal ähnliches erlebt und schreibt mir eine pn...

    puuuh, das war schritt nummer 1,
    schritt 2: ich schütte den scheiß jetzt gleich sofort weg und dann wird mein mann mich fragen warum.
    so kommt es ins rollen und ich muss antworten.

    danke euch nochmal und schreite jetzt zur tat.

    lg

    • (13) 08.01.12 - 01:58

      Wenn Du in Deiner Ehe momentan nichts Positives findest, dann versuch Dir selbst etwas Gutes zu tun. Kümmer Dich um Dich. Zeit für Dich. Hobby? Regelmässiges Treffen mit Freundin? Ein Kurs, bspw. VHS oder gar Abendschule? Vielleicht brauchst Du mal jemanden zum ausquatschen?

      Geh mal von "ich schlucke" über zu "ich agiere". Den Anfang machst Du ja gerade schon. :-) Ein Weg beginnt immer mit dem ersten Schritt und einfache Wege führen selten zu schönen Orten.

      Hol dir Hilfe. Du trinkst zwar nicht viel. Aber dennoch solltest du es nicht zu Schlimmerem kommen lassen. Mein ehemaliger Chef, einer der besten Anwälte, die es in der Region gab, ist inzwischen schwerer Alkoholiker. Bei dem fing es auch harmlos an. Nun ist er soweit, dass er so gut wie nicht mehr arbeiten kann und es ist absehbar, dass er an dieser Sucht sterben wird. Klingt hart. Ist aber so. Dieser gute Mensch, fleißig, ein gutes Herz. Und nun ist er ein verkommener Alkoholiker, der im Suff randaliert und morgens schon in der Ecke liegt. Ich habe auch einen ehemaligen Mieter meines Chefs daran sterben sehen. Glaub mir. Die fingen alle mal harmlos an. Dann kam vielleicht ein Schicksalsschlag und sie tranken mehr. Irgendwann war es zu spät. Ich wünsche dir alles alles Gute. Du schaffst das.

      (15) 08.01.12 - 10:01

      Hallo,

      Du hast die richtigen Ansätze. Ich empfehle Dir aber zusätzlich die Hilfe der Anonymen Alkoholiker. Für Deinen Mann gibt's das Äquivalent für Angehörige von Betroffenen.

      Alles alles Gute, Du packst das!

      LG
      Karin

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