Warum darf Frau in der heutigen Zeit nicht mehr zuhause bleiben?!

    • (1) 17.01.12 - 14:07

      Hi,

      also mir ist schon mehrfach aufgefallen, dass Frauen hier massiv angegriffen wurden, wenn sie sich dafür entscheiden nicht direkt wieder arbeiten zu gehen und sich lieber zuhause um ihre Kinder kümmern. Ich selbst habe noch keine Kinder und plane diese auch erst, wenn ich beruflich und finanziell abgesichert bin (also in ca. 3-4 Jahren). Aber auch ich gehöre zu der Sorte, die sich dann eben bewusst für ein Kind entscheidet und die ersten 1-3 Jahre zuhause bleiben möchte oder in Teilzeit arbeiten möchte, damit ich soviel wie möglich von meinem Kind habe.

      Warum ist das heutzutage in Deutschland nicht mehr möglich ohne sofort angegriffen zu werden? Es gibt eben Frauen, denen die Karriere nicht so wichtig ist und für die die Familie an erster Stelle steht. Allerdings habe ich das Gefühl, dass diese Frauen direkt runtergestuft werden.

      Auf der anderen Seite verstehe ich nicht, warum man Kinder bekommt und diese dann nach ein paar Monaten schon in eine Krippe abschiebt, um wieder arbeiten zu können. Aus welchem Grund entscheidet man sich dann für ein Kind?

      Persönlich denke ich, dass jeder die Entscheidung für sich selbst treffen muss, aber ich finde nicht, dass man sich deswegen angreifen lassen muss. Natürlich sollte man dem Staat nicht ewig auf der Tasche liegen, aber wenn man die Relation bedenkt..in meinem Fall wären das max. 3 Jahre Auszeit ( wobei ich da einen sehr kulanten Arbeitgeber habe, der einem die Entscheidung offen lässt ) und noch ca. 40 Jahre arbeiten, die vor mir liegen.

      Um nun auf meine ursprüngliche Frage zurück zu kommen...Warum ist es heute so verpöhnt als Mutter zuhause zu bleiben?

      LG

      • Hallo,

        ich glaube nicht, das es verpönt ist zu Hause zu bleiben, wie Du schon sagst, ist es jeden seine eigene persönliche Entscheidung.

        Und da das hier ein öffentliches Forum ist, darf jeder auch seine persönliche Meinung kundtun, ob das nun immer gut in Worten umgelegt ist, mag mal dahin gestellt sein.

        Anderseits muss man auch die Meinung gelten lassen, ein Kind in die Krippe zu geben, um arbeiten zu gehen, deswegen dürfen auch diese Menschen Kinder bekommen, des es geht ja um die Qualität und nicht um die Qantität wie und wieoft ich für mein Kind da bin und wenn ich als Mutter zufrieden bin, überträgt sich das auch auf das Kind. Da nützt es nichts, wenn ich als Hausfrau unzufrieden bin. Also jedem das seine.

        LG Mimi

        • Hallo,

          wirklich verpönt ist es nicht, als Vollzeitmutter (siehe einige Thread über Dir) daheim zu sein.

          aber oft, wenn man gefragt wird, kommt ein mit komischen Unterton behaftetes: "Ach Sie sind NUR Hausfrau" zurück.

          Hausfrau, oder nenn es Familienfrau oder wie in der Werbung "ich manage ein kleines erfolgreiches FAmilienunternehmen..."
          ist ein nicht zu unterschätzender 24h Std Job, in dem man super flexibel sein muss, multikaskingfähig und nicht nur auf einem Gebiet fit sein sollte.

          Und eigentlich gehört dieser Job bezahlt....

      1. hat nicht jede Frau den Luxus-Mann mit ausreichend hohem Gehalt, eine Familie über einen größeren Zeitraum alleine zu finanzieren
      2. kann man nicht in jedem Job einfach so mal 3 Jahre aussetzen und danach noch den selben Marktwert wie vor der Elternzeit haben
      3. ist es ein Irrglaube, dass ein Kind seine Mutter 24 h am Tag mind. 3 Jahre lang um sich herum benötigt, um eine gefestigte und liebevolle Bindung aufzubauen und jeden Entwicklungsschritt mitzubekommen

      4. hat ein Kind mehr davon, auch schon vor Vollendung des 3. Lebensjahres in den Genuss eines gefestigten sozialen Umfeldes in Form einer Kitagruppe zu kommen, in der es soziale Regeln lernt, enge Freundschaften schließt, Kontflikte lösen lernt, ein starkes Selbstbewusstsein bekommt und genau weiß: nachher holt mich Mama ab, ich kann ihr von meinem supercoolen Kindergartentag erzählen und den restlichen Tag mit einer ausgeglichenen, zufriedenen, Mama ganz intensiv verbringen.

      Verpöhnen würde ich deswegen aber niemals eine Frau, die sich bewusst für 3 Jahre Elternzeit entscheidet. Aber für mich wäre es nix. Ich brauch neben der häuslichen eben auch die berufliche Herausforderung, um ausgefüllt zu sein.

      Lg

      • #pro

        Genauso seh ich das auch.

        Punkt 4 hat mir absolut nichts gebracht! Demnach dürfte ich ja dann super selbstbewusst sein. Mittlerweile bin ich es, aber als Kind...frag nicht.

        Trifft nicht auf jedes Kind zu. Es gibt genügend Kinder die einfach mehr davon haben, wenn sie bei Mama sind, als in der Krippe. Ich wäre glücklicher gewesen, wenn meine Mutter mir mehr Zeit geschenkt hätte. Denn ausgeglichen und zufrieden war meine Mutter nach dem stressigen Arbeitstag jedenfalls nicht.

        • Du weißt aber auch nicht, wie es gewesen wäre, wenn Deine Mutter zu Hause gewesen wäre.

          Ich selber war nie in einer Krippe oder Kita. War immer zu Hause. Meine Mutter hat als Tagesmutter gearbeitet, ich hatte also auch Kinder um mich rum. Meine Mutter war immer liebevoll und geduldig, aber auch konsequent. Trotzdem war ich ein extrem schüchternes Kind mit so gut wie gar keinem Selbstvertrauen.

          Als mein Bruder geboren wurde - wir sind 9 Jahre auseinander - hat meine Mutter bald angefangen außer Haus zu arbeiten. Er ist mit 6 Monaten in eine Krippe gekommen, war dann im Kindergarten - den ganzen Tag. Er strotzt schon immer vor Selbstbewusstsein, konnte sich immer durchsetzen und lässt sich nicht die Butter vom Brot nehmen.

          Ich glaube nicht, dass man solche Eigenschaften grundsätzlich davon abhängig machen kann, wie ein Kind groß wird. Das ist wahrscheinlich - so vermute ich jedenfalls - auch ein Teil Veranlagung.

          Cinderella

          • Ja, sage ich doch. Deswegen kann man nicht pauschal sagen, was für ein Kind gut ist. Ich hätte mir meine Mutter lieber zu Hause gewünscht, als auf arbeit.

            • Ich muss sagen, ich habe es genossen, als meine Mutter dann endlich außer Haus gearbeitet hat. Habe mich "freier" gefühlt, nicht mehr so behütet. Mich hat das genervt. Naja, ich war damals auch schon etwa 9 Jahre alt. In einen Hort musste ich nicht gehen. Ich durfte nach der Schule heimkommen und dort alleine bleiben.

      Punkt 4 halte ich für Quatsch. Meine Mutter war nie ausgelassen, sondern fix und alle von der Arbeit und mein Selbstbewußtsein hat sich erst im Erwachsenenalter durch meine eigenen Kinder entwickelt.

      Ich finde es gut, dass es wieder Kinderkrippen gibt, denn nicht jeder kann die 3 Jahre zu Hause bleiben. Meiner Meinung nach ist es aber ein sozialer Rückschritt, dass es so ist.

      Das Kinder Kontakt zu anderen brauchen um ein besseres Sozialverhalten zu entwickeln, sehe ich auch so, aber es ist durchaus ausreichend, wenn sie in den Kindergarten gehen.

      • Mag sein, dass mein 4. Punkt sehr aus meiner persönlichen Erfahrung heraus geschrieben ist. Ich denke, das liegt tatsächlich auch an der eigenen Veranlagung, dem Charakter und dem familiären Umfeld. Ein sozialer Rückschritt ist es aber sicher nicht, denn es gibt ja auch Länder (ich denke da an die skandinavische Richtung), in denen das Bildungs- und Kinderbetreuungssystem anders als in Deutschland gehandhabt wird und dort würde man nie über Rückschritte im Sozialsystem reden.

        Nunja, die Meinungen gehen hier seeeeehr auseinander. Es muss jeder hinter seiner Version stehen und damit zufrieden sein.

hey,

naja, dieses thema wirklich sachlich auszudiskutieren ist schwierig, wie du ja schon an deinem eigenen thread merkst.

denn unter "Persönlich denke ich, dass jeder die Entscheidung für sich selbst treffen muss, aber ich finde nicht, dass man sich deswegen angreifen lassen muss." verstehe ich diesen satz "Auf der anderen Seite verstehe ich nicht, warum man Kinder bekommt und diese dann nach ein paar Monaten schon in eine Krippe abschiebt, um wieder arbeiten zu können. Aus welchem Grund entscheidet man sich dann für ein Kind?" nicht. du greifst ja damit eltern an, die sich eben dafür entscheiden bald wieder arbeiten zu gehen und unterstellst ihnen fehlende liebe dem kind gegenüber und das bedürfnis es schnell wieder los zu werden. so ist es ja nunmal nicht.

ich bin jetzt aufgrund meiner 2. schwangerschaft schon bald 3 jahre zu hause (mein großer wird 3 mein kleiner 1 jahr). ich arbeite auch schon nebenbei geringfügig, seit mein großer ein jahr alt ist und nach der geburt des kleinen bin ich auch wieder arbeiten gegangen. ich könnte nicht "nur" daheim sein um mutter und hausfrau zu sein. ich arbeite gerne und habe spaß daran. es ist etwas, das ich für MICH mache. genauso wie ich meine kinder auch gerne zu ihren großeltern lasse, denn die kinder fühlen sich dort wohl und omas und opa lieben sie. ist also eine glatte win-win situation, wenn man so will.

ich finde übrigens nicht, dass es verpöhnt ist als mutter zu hause zu bleiben, schon gar nicht die ersten 1-3 jahre.

lg

Hi!
Keine Ahnung.
Anscheinend MUSS man diese "Emanzipation" mitmachen, ob man will oder nicht. Ein Widerspruch in sich.#klatsch
Selbst wenn man dem Staat nicht auf der Tasche liegt, sondern sich für das "klassische Familienbild" entscheidet, wo der Mann arbeitet und die Frau sich um Haushalt und Kinder kümmert und alle damit glücklich sind, ist das einfach nicht (mehr) ok.
Dann heisst es, man hätte sich abhängig gemacht, man würde den Mann nur ausnutzen, man wäre zu faul zum arbeiten, etc., etc.
ICH verstehe auch nicht, wieso man so schnell wieder arbeiten geht, ausser wenn man es aus finanziellen Gründen machen muss.
Vermutlich, damit man nicht in das oben genannte No-Go-Schema fällt.
Tausende von Jahren war DAS Normalität - und seit den 60er/70er Jahren ist das plötzlich eine Absonderlichkeit.
Muss man nicht verstehen....
LG,
Sandra

  • Ich habe mich dazu entschieden drei Jahre Zuhause zu bleiben. Was soll ich dir sagen, es war eine Fehlentscheidung. Ein Leben als Hausfrau und Mutter erfüllt mich nicht. Natürlich liebe ich meine Kinder und genieße auch oft die Zeit, aber genauso oft wünsche ich mir wieder zurück in meinen Beruf zu gehen, meine grauen Zellen mal wieder zu fordern, Anerkennung zu bekommen. Ich verblöde Zuhause!

    Wenn es anderen Müttern reicht sich um Kind und Kegel zu kümmern, dann ist das ok, ich habe einen höheren Anspruch an mich selbst.

    Lg
    Katinka

    • Auch so ein (seltsames) Argument.
      Die Erfüllung, die Selbstverwirklichung.

      Und für die Hausfrauen bleibt nur das Jodeldiplom (Loriot, wer`s nicht kennt).
      Ich weiss nicht was für Charaktere es sind, die zu Hause verblöden, weil sie es nicht schaffen sich geistig zu stimulieren.
      Keine Sozialkontakte? Keine Bücherei in der Nähe? Keine Hobbys? Keine Interressen? Nee sorry, für so simpel halte ich "die Hausfrauen" nicht.
      Tausende Generationen vor uns müssten total dämlich sein, wenn die Theorie stimmen würde, dass "man" zu Hause bescheuert wird.
      Kommt irgendwie nicht hin.
      LG,
      Sandra

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