Kann mir einer sagen wie das hier passieren kann?

    • (1) 26.01.12 - 09:27

      Hallo,

      also ich sehe sehr oft einen Mann unter einer Autobahnbrücke schlafen, wenn ich zur Arbeit fahre. Jetzt habe ich vor ein paar Tagen eine große Tasche und ein paar Polster für ihn gepackt und es zur Brücke gebracht. Da er am Tag aber nie da ist, habe ich ihn nicht gesehen/gesprochen.
      Jetzt frage ich mich die ganze Zeit was. Ich mein das soll echt nicht arrogant sein, das darf ich nämlich auch ganz bestimmt nicht, da es uns finanziell gerade auch sch... geht und ich hier sehr jongliere um was auf den Tisch zu bringen trotz Arbeit... Ist es nicht so, dass der Staat dafür sorgt das man ein Dach über dem Kopf hat? Oder wie läuft das bei diesen Familien wo keiner eine Arbeit hat, und trotzdem wohnen die in einer größeren Wohnung als ich? Lässt der Staat es wirklich zu, dass dieser Mann dort unter einer Autobahnbrücke, neben einer Eisenbahnlinie auf den Steinen liegt und friert? Wieso, gibt es auf der einen Seite diese Menschen die nichts tun, und den Bauch immer voll und den Po warm haben und auf der anderen Seite Menschen die wie die Ratten leben müssen?
      Wie kann man dem Mann noch helfen?

      Viele Grüße

      Jana

      • Hi

        Das ist traurig#schmoll

        Du hast ihm ja schon Decken gebracht.
        Mach ihm eine Kanne heissen Kaffee, belegte Brote, frag ihn, warum.
        Vielleicht kannst Du ihm ja helfen.
        Manchen ist es vielleicht unangenehm, zum Amt zu gehen usw.
        Biete ihm Hilfe an!

        LG

        • Habe ich ja gemacht ich habe eine große Tasche mit Broten, Obst, Schoki, Pflastern, Desinfektionstüchern, Kerzen etc. gebracht. Er war ja nicht da, deshalb habe ich es dort hingehängt. Eben bin ich dort vorbei gefahren da hing noch alles so wie ich es gestern dort hingebracht habe. Vielleicht ist er ja irgendwo untergekommen? Ich hoffe es, nicht das ihm was passiert ist. Seit Monaten sehr ich ihn Morgens dort schlafen.

        Ich antworte dir jetzt mal ohne alle anderen Antworten gelesen zu haben:

        -es gibt Menschen die auf der Straße leben, weil sie selber Angst haben zum Amt zu gehen ( aus welchen Gründen auch immer)
        -dann gibt es Ämter , welche versagen, ich hatte damals einen Kumpel ( in nds) der hat seinen Job aufgrund von Krankheit verloren ( will da jetzt auhch nicht weiter rein gehen, das es sein Privatleben ist) , naja er bekam auch kein Geld mehr, ich bin dann zu ihm gefahren, wir sind zur Arge, diese sagte das AA ist zuständig, das AA sagte die Arge ist zuständig usw usf. das ende vom Lied, Kündigung der Wohnung, wo bekommt man nun ohne Job ohne geld eine neue wohnung her ( ihm wurde mit Zwangsräumung gedroht, haben uns dann sogar an an die Stelle für Wohnunglose gewand) an der Stelle bekamen wir zu hören, er kann dann in eine notunterkunft , nur sind die Plätze da auch sehr rar ( mittlerweile hat er wieder Job und Wohnung :-)) ) Hier liegt es dann ganz klar das selbst die Ämter nciht wissen wer für was zuständig ist.

        -des weiteren wollen viele Vermieter keine H4 Empfänger , denn die Argen zahlen oftmals unpünktlich ( wenn sie direkt überweisen sollen an den VM)( ich will jetzt nicht über die reden die das Geld wo anders verprassen, das ist eine andere Sache und das will ich niemand vorverurteilen), denn es ist so, das es für den VM wohl schwieriger is zu küngigen wenn die Arge sozusagen im Rückstand ist.

        _Leute die zu hause rausgeworfen worden sind oder abgehauen sind und erst einmal gar nciht wissen wo sie Hilfe bekommen

        Wie du ihm helfen kannst:
        - ich würde auch erst einmal Kaffe und Brötchen bringen , oder vielleicht auch mal eine heiße Suppe, weiß ncit inwiefern da was möglich ist und vielelicht auch ne Flasche Wasser

        - des wietern kannst du ja schauen ob du kontakt zu ihn bekommst um einfach weitere Infos zu bekommen, und dann weiter zu handeln, ich denke hier fehlen allen Infos.

    in Deutschland MUSS niemand auf der Staße leben. Die, die es dennoch tun haben es sich selbst ausgesucht.

    Wahrscheinlich wollen sie nicht auf Kosten der anderen Bürger leben, es ist ihnen unangenehm zum Amt zu gehen oder es "gefällt" ihnen einfach besser auf der Straße...was ich mir persönlich nicht vorstellen kann.

    Diesem Mann kann geholfen werden, er muss es aber auch wollen.

    • Das dachte ich auch, aber es ist doch wirklich nicht zu verstehen, das das einer freiwillig tut.

      • nee,eigentlich nicht. Aber oft sind das auch Menschen, die früher alles hatten. Haus, Job, Familie.

        Ich hab mal einen Mann kennengelernt, der hatte früher ne Bäckerei, ne Frau, eine Familie. Dann ging die Bäckerei pleite, seine Fru hat sich von ihm getrennt und hat ihn total ausgenommen - so hat ers erzählt ;)

        Innerhalb kürzester Zeit war alles weg, er hat auch sein Haus verloren und wußte nicht mehr, wohin. Er hat sich 2 Jahre durchgeschlagen, weil er nicht auf Kosten anderer Leben und nicht auf deren Hilfe angewiesen sein wollte. Dann landete er bei so einer "Auffangstation". Die haben ihm geholfen, wieder ins Leben zu finden...schlimm aber leider wahr.

        Weil viele zu stolz sind, Hilfe zu suchen bzw. anzunehmen. Sie schämen sich für ihre Arbeitslosigkeit, für ihren sozialen Abstieg.

        Bei uns in der Pampa gibt es auch eine "Auffangstation" für, wie ich immer sage, gescheiterte Existenzen. Dort leben einige Männer in einem hübsch renovierten und einem neu gebauten Wohnheim. Und wenn sogar mitten im sächsischen Nichts solche Männerheime gibt, dann gibt es die auch woanders. Deswegen weiß ich, dass NIEMAND auf der Straße leben muss in Deutschland.

Tja im Prinzip hast du schon recht, daß der Staat dafür zu sorgen hat....

Aber ich habe vor einigen Wochen eine ganz tolle Doku im Fernsehen gesehen, da ging es um solche "Fälle".

Ich war wiederum echt erstaunt, daß es so viele unheimlich intelligente Menschen sind, die wirklich oftmals unverschuldet in dieses Dilemma geraten sind.
Gerade diese Menschen, möchten überhaupt nicht in diese Übernachtungsheime.

Was ich teilweise sehr gut verstehen kann, man hat sogenannte Übernachtungsheime gesehen, da verstehe ich warum. Das fängt von den vollgepinkelten Matratzen an und endet - ich glaube daß willst du gar nicht wissen.
Oftmals wird íhnen dann im Schlaf noch die letzte Habe geklaut und auch in solchen Institutionen herrscht oftmals Gewalt und richtiger Bandenkrieg.

Viele wollen sich das einfach nicht antun und übernachten dann lieber unter einer Brücke.
Da finde ich es noch besser, wenn sie zu den Bahnhofsmissionen gehen um dort zu duschen und sich mit warmem Essen zu versorgen und dann weiterziehen.

nachdenkliche Grüsse
aklasse

  • In solche Übernachtungsheime würde ich auch nicht gehen wollen. ABER: es gibt Wohnheime, wo solche Männer richtig leben können und wo ihnen durch geschultes Personal geholfen wird.

    • Ja da hast du recht, solche Wohnheime gibt es.

      Aber es ist sehr schwierig dort einen Platz zu bekommen, daß diese staatlich bzw. vom jeweiligen Bundesland gefördert werden und diese Förderungen sind alles andere als üppig, somit gibt es auch relativ wenig neue Plätze geschweige denn neue Wohnheime.

      aklasse

      • (13) 26.01.12 - 11:18

        Außerdem haben viele Obdachlose massive Alkoholprobleme, in den Notunterkünften ist Alkohol aber verboten, bzw. man wird offensichtlich betrunken garnicht erst reingelassen.

von diesen Heimen habe ich auch mal gelesen. Aber wie gesagt, da gibt es welche, die kriegen ne Wohnung, Küche, Essen, Kleidung usw. und dann gibt es welche die müssen in so ein schreckliches Heim. Es sind auch meist Männer, die Obdachlos sind. Heißt das Frauen lassen sich mehr helfen, oder Frauen bei Wohnungsvergabe bevorzugt?

Wie gesagt, ich finde meine Situation gerade schon sch... aber die ist noch Meilenweit von dem Mann unter der Brücke weg.

  • Es ist tatsäschlich so das es in D wohl mehr Frauenhäuser als Männerhauser gibt ( obwohl Männer auch sehr häufg Gewalt in einer Partnerschaft erfahren) Wie es jetzt genau mit Notunterkünfte aussieht, kann ich die leider nicht sagen.

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