Probleme im Job

    • (1) 26.01.12 - 20:45

      Hallo,

      ich hab ein riesen Problem. Vorsicht, langer Text!

      Ich bin Erzieherin und arbeite in einem Kindergarten. Ich bin in der 15.Woche schwanger und merke jetzt die psychische Belastung meines Jobs auch körperlich.
      Bei uns auf der Arbeit ist einfach der Wurm drin. Die Hälfte des Teams ist ständig krank, alle müssen diese Hälfte dann mit auffangen. D.h. es sind oft nur vier Erzieher für vier Gruppen mit je 20 Kindern allein. Und das oft über Wochen. Die Räumlichkeiten lassen zu wünschen übrig und führen auch bei den Kindern zu Streß. Und meine Chefin macht leider alles nur noch schlimmer. Man sagt ja, dass der Fisch vom Kopf stinkt. Das trifft bei uns vollkommen zu. Sie lästert bei Kollegen über Kollegen, nutzt ihre Position oft aus ("Ich will dass du das jetzt machst, weil ich deine Chefin bin und das sage"), sie lobt nie. Noch dazu fühle ich mich, weil ich leider ein Typ Mensch bin, dem es schwer fällt egoistisch zu denken, ausgenutzt von ihr. Und da ich aufgrund der SS eh bald weg bin, nutzt sie das noch mehr aus. Ich habe mich vor Kurzem bspw. mal dagegen gewehrt keine Pause zu machen, d.h. sie musste in die Gruppe, damit diese besetzt ist, was ihr nicht gepasst hat, deshalb holte sie eine Kollegin aus deren Vorbereitungszeit. Meine Kollegen kriechen langsam auch alle auf dem Zahnfleisch, die Eltern beschweren sich (zu recht!) und vorgestern hat eine Kollegin gekündigt mit den Worten: "Es ist unzumutzbar hier noch länger zu arbeiten."
      Meine FÄ ist allerdings so ein richtiges Mannsweib, frei nach dem Motto: Stellen sie sich mal nicht so an. Deshalb trau ich mich nicht ihr das zu erzählen, will nicht als Weichling da stehen.
      Ich möchte mich am Liebsten den Rest der SS krank schreiben lassen, bzw. ein Arbeitsverbot bekommen, denn eigentlich sollte man seine SS ja geniessen, aber das kann ich nicht, weil ich einfach nur noch fertig und kaputt nach der Arbeit bin.

      Was wüdet ihr tun?

      • Ich würde mich vor allem nicht aufregen.

        Mach Deine Arbeit normal und lass Dich von niemandem unter Druck setzen.

        Deine Argumente mit krank bzw. Beschäftigungsverbot verstehe ich überhaupt nicht, denn eine normal verlaufende SS ist keine Krankheit.

        • Du hast ja recht. Klar ich bin nicht krank, aber es ist wirklich ein Zustand. Wenn ich nicht schwanger wäre, hätte ich mich mir mittlerweile einen anderen Job gesucht, denn meine Arbeit an sich liebe ich. Aber ich wäre ja jetzt bescheuert mich weg zu bewerben. Mich würde ja jetzt eh keiner nehmen und einen Festvertrag aufs Spiel setzen ist auch bescheuert. Aber im Moment denke ich auch nicht, dass ich nach der Elternzeit dort wieder anfange zu arbeiten. Nicht, wenn die Bedingungen sich nicht geändert haben und da das schon seit vielen Jahren drunter und drüber läuft, glaub ich das nicht.
          Es fällt mir schwer mich nicht unter Druck setzen zu lassen. Bin da wahrscheinlich zu sensibel für.

      Hallo sweetez,

      erstmal ganz herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft.
      Und jetzt mein Ratschlag: Ich würde zunächst einen oder eine neue Frauenarzt (-ärztin) suchen, bei dem du besser aufgehoben bist als bei dem Mannsweib. Es steht dem Arzt nicht zu, dich so zu behandeln nach dem motto "Jetzt stellen Sie sich mal nicht so an". Ein guter Frauenarzt denkt zuerst an dich und dein Kind und nicht an den Arbeitgeber.
      Und dann würde ich die Krankschreibung bzw. das Berufsverbot erwirken.

      • Hallo,

        ich war gestern bei meinem Hausarzt und der meinte das auch, aber sie hat mir eigentlich erst zu meiner SS verholfen. Hab PCO und sie hat es erst erkannt, war vorher bei zwei anderen FÄ, die mir nur rieten mal weniger Streß zu haben, anstatt mal Blut abzunehmen. Deshalb fühlt es sich nicht gut an, wenn ich mir jetzt eine anderen FA suche, obwohl ich das auch schon überlegt habe. Wahrscheinlich sollte ich erstmal mit ihr versuchen darüber zu reden.

        • Ja,wenn du sie für sehr kompetent hälst und dich bei ihr gut aufgehoben fühlst, dann wende dich zunächst an sie, mal sehen was sie sagt. Sollte sie dich als Weichlung oder Übertreiberin dastehen lassen, würde ich allerdings doch mal bei jemand anderem vorstellig werden.

    Hi,

    wer ist Dein Arbeitgeber? Deine Chefin oder die Stadt/Gemeinde?

    Als Chefin darf man Arbeitsanweisungen geben, aber natürlich nur im angemessenen Rahmen und im normalen Ton. Wahrscheinlich ist sie selbst ziemlich überlastet.

    Versuchs erst mal im Guten.

    Wenn Sie aber auf Stur schaltet, gehst Du zu deren Vorgesetzten. Als Schwangere bist Du zwar nicht krank, aber unterliegst besonderen Arbeitsschutzbedingungen. Dazu können auch Pausen gehören.

    Wenn alles nicht fruchtet, kannst Du Dir immer noch ein Berufsverbot ausstellen lassen.

    Hier im Rhein-Main-Gebiet werden jedenfalls Erzieherinnen händeringend gesucht. Bei fast jeder Gemeinde im Umkreis wird ausgeschrieben. Okay, das Gehalt ist nach TÖVD und nicht so hoch, aber man kann sich seinen AG praktisch aussuchen.

    Hier würde sich jeder Chef drei mal überlegen, ob er seine Mitarbeiter vergrault.

    VG lachris

    Als Erzieherin gelten in der Schwangerschaft doch ohnehin besondere Bestimmunge, oder? Also ich weiß noch, dass meine Freundin ein BV bekam, weil sie nicht diesen erforderlichen Rötelntiter hatte (oder so) und bei einer anderen war es wegen irgendeines Herpesvirus...

    Ansonsten, wer ist der Arbeitgeber?
    Die Chefin oder eine Kommune, bzw. Kirchengemeinde?

    Hallo,

    tja, was würde ich tun?

    Ganz locker bleiben und die Zeit durchstehen! Da alle krank sind, sollte man kollegial sein. Natürlich wird man schnell davon angesteckt. Krankheit steht auf der Beliebtheitskala bei den Erzieherinnen. Burnout und hast Du nicht alles gesehen.

    "Ich möchte mich am Liebsten den Rest der SS krank schreiben lassen, bzw. ein Arbeitsverbot bekommen, denn eigentlich sollte man seine SS ja geniessen, aber das kann ich nicht, weil ich einfach nur noch fertig und kaputt nach der Arbeit bin."

    Wer ist das nicht? Deine Frauenärztin hat schon recht uns sie als Mannsweib zu betiteln, finde ich unter aller Kanone!

    Suche Dir eine neue Frauenärztin. Die gibt Dir schon ein Beschäftigungsverbot!

    Kopfschüttelnde Grüße
    Fipi

    (10) 26.01.12 - 22:02

    Also erstmal meine ich das Wort Mannsweib bei ihr gar nicht negativ. Im Gegenteil ich mag sie und ihre direkte Art, mit solchen Menschen komm ich einfach gut klar und ich verdanke ihr meinen Bauchzwerg. Deshalb ist sie in meinen Augen schon ziemlich gut. Aber sie schüchtert mich aufgrund ihrer Art auch manchmal ein. Sie hat fachlich mehr auf dem Kasten, als ihre Vorgänger, aber ist eben einfach manchmal nicht sehr sensibel.

    Na ja egal und zu meinem Arbeitgeber. Das ist ein Ortsverein. Hier in der Gegend ist er nicht sehr hoch angesehen, da der Kindergarten schon seit Jahren Probleme hat. Meine Chefin war vielleicht vor sechs Jahren, als sie anfing, mal genauso ehrgeizig wie ihre Vorgänger einst, doch der Arbeitgeber macht es auch ihr nicht leicht. Im Grunde genommen tut sie mir leid. Sie ist planlos, vergisst ständig Termine, kann die Interessen ihres Teams und des Kindergartens nicht durchsetzen, da ihr bei Vorgestzten das Durchsetzungsvermögen fehlt, was sie bei ihren unterstellten Kollegen wieder weg macht. #contra Sie ist einfach überfordert.
    Eigentlich sind da noch so viele Dinge mehr, die ich hier gar nicht ausbreiten will, weil es ein Endlosthema wäre.

    Auch hier werden gute Erzieher gesucht und man kann sich, wenn man gut ist, auch hier den Arbeitsplatz aussuchen. Ich bin vor zwei Jahren her gezogen und von daher ziemlich glücklich schon einen Festvertrag zu haben, wobei ich das auch ein Stück weit meinem Mann verdanke.

    (11) 27.01.12 - 08:10

    Hallo,

    ich weiß ja nicht, wie das bei Euch geregelt ist, aber bei uns bekommen alle schwangeren Erzieherinnen ein Berufsverbot, sie dürfen nicht arbeiten, egal, ob sie wollen oder nicht.

    Eine Erzieherin meiner Tochter hat mir das damals mal erklärt, als sie schwanger war, sie wollte noch arbeiten, durfte aber nicht.

    LG

    • (12) 27.01.12 - 10:31

      Also eigentlich gibt es diese Regelung bundesweit seit ein paar Jahren nicht mehr. Find ich eigentlich auch gar nicht verkehrt. Wenn man alle Immunitäten hat, spricht ja, wenn der Arbeitgeber den Arbeitsplatz anpasst, nichts dagegen. In der Praxis sieht das aber oft aufgrund bspw. Krankheiten anders aus.

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