MRSA u.a. Keime - Hygiene in deutschen Krankenhäusern

    • (1) 28.01.12 - 13:35
      Inaktiv

      Hallo ihr Lieben!

      Passend zu den vielen Diskussionen über Krankenhauskeime, die zur Zeit in den Medien geführt werden, muss ich in 2 Wochen tatsächlich ins Krankenhaus. Ich werde an der Schilddrüse operiert. Ich bin mir im Moment nicht im Klaren darüber, ob es sich bei den ganzen Darstellungen der "verheerenden Hygienezustände" um eine reale Gefahr handelt oder ob es Panikmache ist. Grundsätzlich kann man wohl nicht bestreiten, dass deutsche Krankenhäuser Probleme mit der Keimbelastung haben und nicht genügend dagegen unternommen wird. Aber was bedeutet das für mich nun als Patient? Worauf sollte ich achten? Mir haben 2 Kolleginnen dazu geraten vor der Aufnahme auf jeden Fall einen Abstrich durchführen zu lassen. So könne man im Fall der Fälle nicht behaupten, ich hätte schon vorher Keime gehabt.
      Im Vorgespräch des Krankenhauses war die Hygiene kein Thema.

      Was würdet diejenigen tun, die sich mit der Materie ein wenig auskennen: Noch einmal im Krankenhaus anrufen und einen Abstrich verlagen? Könnte das auch der Hausarzt erledigen? Oder würdet ihr euch um dieses Thema überhaupt keine Gedanken machen?

      Ich bin gerade ein wenig verunsichert.

      Ich verstehe es auch nicht, dass es nicht zum Standardprogramm gehört, den Patienten VOR der Aufnahme auf Keime zu untersuchen. Das wäre doch der erste Schritt, wenn man den Keim bekämpfen will. Was bringen die besten Hygienestandards, wenn Patienten diesen Keim immer wieder neu reinschleppen? Auch kenne ich in meinem Bekanntenkreis Fälle, wo auch nach bekanntwerden einer Infektion überhaupt nicht gehandelt wurde. Der Patient blieb weiterhin im 2er-Zimmer. Besucher kamen und gingen...das geht doch nicht!

      Liebe Grüße
      Luka

      • (2) 28.01.12 - 13:50

        Hallo Luka,

        laß´ einen Abstrich machen - das geht auch beim Hausarzt. Es gibt inzwischen auch Krankenhäuser, die das bei geplanten OPs routinemäßig machen.

        Ich bin im Oktober operiert worden. Montags habe ich mir das Bein gebrochen, freitags bin ich operiert worden. Ich habe keinen Abstrich machen lassen - ich hab´s einfach verpeilt, war zu beschäftigt mit der Organisation der nächsten Wochen.

        Ende vom Lied war eine vorzeitige Metallentfernung nach nur 8 Wochen, weil ich mir einen Krankenhauskeim eingefangen habe. Zum Glück war es kein MRSA-Keim, aber bestimmte Resistenzen hat er trotzdem, wodurch die Antibiotika-Therapie erst nicht anschlagen konnte und die Entzündung so schlimm wurde, dass halt Schrauben und Platte wieder entfernt werden mussten.

        Ein Abstrich hätte nichts an der Entzündung geändert, aber ich hätte einen Beweis in der Hand gehabt, dass ich mir den Keim im Krankenhaus eingefangen habe, bzw. wenn ich ihn tatsächlich schon vorher in mir hatte und er erst durch OP und Infektion zum Ausbruch kam, hätte man vorab etwas unternehmen können oder aber direkt das richtige Antibiotikum gewählt.

        Der Bruch war wie gesagt Mitte Oktober. Gestern (!) habe ich das erste Mal Krankengymnastik gehabt, weil die Entzündung erst seit Anfang letzter Woche so weit abgeheilt ist, dass ich belasten darf. Jetzt war das Gelenk drei Monate stillgelegt, ich habe drei Monate so gut wie keine Bewegung gehabt und es ist noch nicht klar, ob das wieder 100% in Ordnung kommt.

        Und das war ein wirklich harmloser Verlauf! Wie es im Falle einer MRSA-Infektion laufen kann, ist da schon um einiges heftiger...

        Von daher - laß´ den Abstrich machen. Solltest Du wirklich bereits einen Keim in Dir haben, wird der vorab entsprechend behandelt. Solltest Du Dich während des Krankenhausaufenthalts infizieren, hättest Du zumindest etwas in der Hand, um Ansprüche geltend machen zu können.

        Viele Grüße, Alex

        Ich würde auch den Abstrich machen lassen.

        Mein Mann ist seit Jahren Dauerpatient bei Ärzten und in Kliniken und das was ich da schon sehen durfte, das geht auf keine Kuhhaut. Hygiene und Krankenhaus schließt sich mittlerweise quasi aus für mich.

        Da wird ein Patient nach dem nächsten angegrabbelt, ohne Hände wasche, ohne Handschuhe oder Handschuhwechsel, ohne Desinfektion, da findet sich nach 3 Wochen immer noch das Blut in der Ecke, weil es keiner vernünftig wegwischt und die Putzfrau wischt alles mit einem Lappen. Und wir reden hier von angeblich renommierten Kliniken.

        lg

        Patienten und Besucher koennen Traeger sein - dass man vor der Durchfuehrung einer geplanten Operation nen Abstrich durchfuehrt ist normal - da dabei eine Situation geschaffen wird in der der Keim ein Risiko darstellt - aber ansonsten haben ueber 50% der Bevoelkerung MRSA dauerhaft auf der Haut - da kann man/und braucht man auch nichts zu screenen.

      • (5) 28.01.12 - 14:50

        Hallo,
        ich kann deine Sorge verstehen doch bedenke folgendes.
        Untersuchungen zu Folge sind etwa 50% der Bevölkerung mit mrsa besiedelt meist ohne es zu wissen.
        Sich mit mrsa anzustecken ist bei der Benutzung der öffentl. Verkehrsmittel höher als in der Klinik.Selbst vom Personal werden keine Abstriche genommen:-( leider.
        In den skandinavischen Ländern läuft das anders bei elektiven Eingriffen.

        Sobald aber bekannt ist das ein patient mrsa pos. ist sollten Maßnahmen ergriffen werden sonst handelt man grob fahrlässig.

        lg buchi,die auch in einer Klinik arbeitet:-D

        • Huhu,

          >>Selbst vom Personal werden keine Abstriche genommen:-( leider.<<

          eben....leider.

          Meine Stieftochter (Krankenschwester hier in NL) muß regelmäßig einen Abstrick machen lassen-

          lg

          Andrea

          • Und was macht man dann mit dem Abstrich? Prinzipiell sollte man einfach so handeln, als waere angenommen dass das Personal positiv ist - und dementsprechend immer Handschuhe und Desinfektionsmittel benutzen.

            • genauso wird dort auch gehandelt...immer. Aber dennoch werden diese Abstriche regelmäßig gemacht...was der, im positiven Falle, für Folgen hat weiß ich allerdings nicht, da muß ich mal fragen wenn ich die Große wieder sehe.

              lg

              Andrea

              • Sie wird nicht arbeiten dürfen

                Wir hatten drei positiv getestet pfleger
                Sie müssten sich einer Behandlung unterziehen
                Und dürften erst nach den dritten negativen abstrich wieder an den Patienten

                In Anbetracht des Pflegenotstandes gibt es keine Abstriche mehr beim Pflegepersonal
                Zumindest bei uns
                Wir schützen unsere Patienten mit Einhaltung der hygienordnung
                Wer sich nicht dranhält riskiert ein berufsverbot

                • (10) 28.01.12 - 22:02

                  ich denke das wird so sein *nick*

                  hier herrscht (noch) kein wirklicher Pflegenotstand, von daher ist es vielleicht auch einfacher da noch rigoroser vorzugehen.

                  lg

                  Hallo

                  Ich arbeite im Altenheim und iwr haben 2 Bew. mit MRSA/ Esbl.

                  Das wurde aber erst im Kh festgestellt. Das heisst, vorher haben wir diese ohne diese ganze Hygienevorschrfiten, die bei dieser Erkrankung notwendig sind, gepflegt. Auch hatten sie Kontakt zu anderen Bewohnern. Ich möchte nicht wissen, wer von den andere Bew und dem Personal es in sich trägt.mWahrscheinlich jeder 2. Es würde keiner mehr arbeiten Bei einem gesunden Immunsystem macht es einem auch nichts aus.

                  • Nun auf einer Intensivstation gelten andere regeln als in einem Altenheim

                    Sollten die infizierten Bewohner zu uns kommen werden sie prophylaktisch isoliert bis das Ergebnis der Abstriche da sind
                    Bei positiven Befund entsprechende Therapie und Isolierung

          Wenn alle Hygienevorschriften eingehalten werden,sollte nichts passieren.Stell dir vor alle Mitarbeiter einer Station werden abgestrichen,die Hälfte pos.,heißt die Hälfte ist krank für eine Weile.
          Heißt für die Notfälle pech kein Bett da,da Betten gesperrt werden.Verlegung in weniger qualifizierte Kliniken oder Centren.Unsere Intensiv müßte fast schließen:-[

          Aber wünschendwert wäre es schon,nur das Gelöd fehlt für die Konsequenzen danach.Bei Verdacht und pos. Abstrich isolieren wir auch ohne Ausnahme.

          mfg

          • Wie schon geschrieben, hier (NL) scheints einfach weniger Personalengpässe zu geben und genau so gehts tatsächlich. Wer nach Abstrich positiv ist bekommt erstmal Berufsverbot.

            lg

            Andrea

    Zu Deiner Frage keine direkte Antwort, doch thematisch passend ein sehr interessanter Beitrag, den ich eben anschaute:

    http://videos.arte.tv/de/videos/lebensretter_ostblockviren-6346286.html

    (16) 28.01.12 - 15:28

    Hallo

    Ich arbeite auch in einem KH.

    Bei uns werden Abstriche von Patienten gemacht...die eine Wunde mitbringen, die z.B eine Ableitung haben ( Dauerkatheter o.ä.)Oder die aus anderen KH oder Pflegeeinrichtungen kommen.

    Abstriche werden dann von Nase, Mund, Wunde genommen und der Urin wird untersucht.

    Sobald auch nur 1 Abstrich pos. ist...wir der Pat. isoliert.

    Ich wollte bei mir selber keinen Abstrich machen.#zitter#zitter
    Doch ich bin gesund und habe ein inkaktes Immunsysthem, so das mir ein keim nichts ausmachen würde.
    Es gibt auch Keime die nur über Ausscheidungen übertragbar sind...und mit denen komme ich ja tägl. in Kontakt.

    Das Geheimniss....Händedesinfketktion.

    So langsam glaube ich auch das ich gegen alle KH-Keime resistent bin;-)

    Und es sind nicht nur Patienten die die Keime reinschleppen...Besucher, Personal....usw.

    Wenn es dich beruhigt...lass nen Abstrich machen...aber Sorgen würde ich mir nicht machen.

    Lg

    • (17) 28.01.12 - 15:46

      müsst ihr keine Abstriche für MRSA machen? Hier ist das Krankenhauspersonal (Ärzte, Pfleger ect) dazu verpflichtet. Denn man kann MRSA haben ohne das es Probleme macht und ihn so übertragen.

      Finde ich komisch, dass es bei euch nicht so ist #gruebel

      LG

(19) 28.01.12 - 18:08

hallo

ich würde mir da auch nicht zuviel gedanken machen
Die keime gibt es mittlerweile ja fast überall

Meine kinder haben sich auf der frühchenintensiv auch mit MRSA angesteckt. Und als Unwissende damals hat mich das sehr erschreckt und völlig aus der Bahn geworfen.Das Krankenhaus hat es auch nicht erleichtert. Die haben gehofft wir eltern wäre es geweßen.Aber es waren sie selbst. WIr wurden isoliert und ganz shcnell entlassen(mit gerade mal 43 cm je zwilling und 1,9 kg)
Erst unsere Kinderärzte, der Hausarzt und auch der Augenarzt haben uns beruhigt.Hab mich dann da reingelesen und viel gefunden.Selbst im Kindergarten sind 3-4 kinder von 10 Träger diese Keims.

Man muss es auch im kindergarten nicht melden.Nur im Krankenhaus

Den letzten abstrich hatten wir mit 3,5 jahren. positiv waren sie komischerweiße nur noch beim abstrich im Po. Es wird nicht mehr untersucht, weil wir den Keim wohl nie mehr losbekommen. Wichtig ist für uns nur das wir dran denken falls die mädels mal ins kh kommen.

Komischerweiße haben sie uns eltern nie angesteckt damit.

Lg yvonne

Hallo

Bedenke aber auch, das dieser Abstrich teuer ist und n icht jede KK den auf Verlangen des Patienten zahlt.

Bianca

(21) 29.01.12 - 08:53

Hi,

also mein Mann arbeitet im Rettungsdienst und wenn da ne Fahrt kommt mit nem Patienten wo MRSA bekannst ist wird die sonstige Hygiene nochmals hoch gestuft und das Fahrzeug danach 1 Std peinlichst desinfiziert auch die Mitarbeiter müssen sich komplett umziehen und die Klamotten speziell verpacken damit in der Wäscherei gesondert gereinigt wird.

Dies ist bei uns im Kreis normales vorgehen und wird sobald es heist "Infektfahrt" durchgezogen.

Auch im KKH werden die Leute dann isoliert.

Ach ja jeder 2. von uns ist unwissentlich Träger von MRSA und solang das Immunsysten stark ist kann der MRSA nichts.

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