Concordia - Opfersuche und Treibstoff

    • (1) 30.01.12 - 10:26

      Hallo Mädels,

      ich habe heute morgen gelesen, dass das Schiff sich wieder bewegt hat und man die Suche nach Opfern unterbrechen musste. Was sich mir jedoch nicht erschließt (und mich langsam wütend macht), dass mit unberechenbarem Wetter und weiter volllaufenden Schiff, die Gefahr einer Umweltkatastrophe scheinbar immer mehr in Kauf genommen wird. Bitte versteht mich nicht falsch, ich habe Respekt vor den Opfern und ich kann natürlich die Angehörigen verstehen, die gerne Gewissheit hätten, aber was rechtfertigt es, diese 16 Menschen noch zu suchen (leben werden sie nicht mehr) und es somit zu riskieren, dass ein ganzen Landstrich verseucht wird. Versteht ihr was ich meine - ich halte dieses Handeln für schamhaft für unsere Art - wir denken nur daran 16 Tote zu bergen und nicht einen Deut an die Umwelt, die Tiere und die Menschen von der Insel (die ja noch leben). Was ist eure Meinung dazu? d

            • Fakt ist, abpumpen und Menschen bergen geht nicht gleichzeitig, aber ich habe jetzt noch einmal nachgelesen und stelle fest, dass das Öl nicht einfach abzupumpen geht, sondern erst (da zu dickflüssig) auf 60 bis 70 Grad erwärmt werden muss, um dann rausgeholt zu werden und man die Geräte dafür erst ankarren muss. Solange sucht man eben noch Leichen. Aber ich finde es erschreckend, dass es 2-3 Wochen dauert, bis der Mensch überhaupt was machen kann und somit die Gefahr einer Ölkatasrophe (die damit realtiv hoch ist) derartig in Kauf genommen wird. d

        Habe ich ganz am Anfang gelesen, da sich mit dem Abpumpen das Gewicht sehr verändert und die Gefahr einer Änderung der Position viel zu groß wäre (und damit Lebensgefhr für die Retter bestünde), können beide Aktionen nicht gleichzeitig durchgeführt werden. d

    http://www.morgenpost.de/printarchiv/panorama/article1893840/Costa-Concordia-Prioritaet-der-Retter-ist-jetzt-die-Umwelt.html

    • http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,812082,00.html

      Las nur das und da suchte man noch weiter - beide Aktionen gehen jedoch nicht gleichzeitig. d

      • Ich kann auch diesem Bericht nichts entnehmen was Deiner These Nachdruck verleihen würde.

        Am Anfang wurden Überlebende gesucht......dann die Leichen und dann waren die Gerätschaften vor Ort, die ein abpumpen des Schweröls ermöglichen.

        Es ging einfach um eine Verlagerung der Prioritäten, nicht um etwas das nicht machbar ist oder wäre.

        Schlechtes Wetter verhindert sowohl die Suche, als auch die Bergung des Schweröls.....ich kann aber nichts finden, dass das eine das andere behindern würde, besonders da es sich im Moment eh noch um VORBEREITENDE Arbeiten handelt, da erst Plattformen installiert werden- und Löcher durch den Stahl gebohrt werden müssen.

Wenn meine Eltern in diesem Schiff gewesen wären und zu den Opfern zählen würden, dann würde ich Gewissheit haben und sie beerdigen wollen. Ich persönlich würde es furchtbar finden, wenn ich nichts in der Hand hätte, dass den Tod eines geliebten Menschen bezeugen kann.

Ich bin nicht religiös, aber tote Menschen sollten meiner Meinung nach ordentlich bestattet werden. Ich finde es schamhaft (was ist das überhaupt für ein Wort?)/beschämend für unsere Art, wenn man einem Menschen nicht die letzte Ehre erweist. Du musst auch mal sehen, dass die Italiener sehr christlich sind. Und da werden nun mal die Toten begraben, egal, was es kostet.

  • "Und da werden nun mal die Toten begraben, egal, was es kostet."

    Egal, was es kostet? Wäre wirklich traurig, wenn das stimmen würde.

    Für mich nicht nachvollziehbar - und dafür sollen andere Lebewesen ihr Leben lassen - Bergung ja, aber nicht um jeden Preis.

    • Hallo,
      ich kann beide Seiten gut verstehen.Es ist wichtig die lebenden Menschen vor der Küste zu helfen da viele ja auch dort vom Fischfang leben.Aber ich kann auch verstehen das man seine Familie beerdigen will,das man sie nicht immer im Meer wissen möchte und einfach einen Ort zum trauern braucht.
      Menschen die ihre Angehören nie beerdigen konnten,haben immer wieder gesagt das sie nie Abschied nehmen konnten,nie eine Ende gefunden haben und einen Abschluss brauchen.wir haben hier Eltern deren Kind wurde getötet.aber sie konnten die Leiche bis heute nicht beerdigen und haben immer noch große Probleme,weil sie immer wieder sagen,wir wollen doch nur ein ende haben um endlich trauern zu können.
      Aber Vorrang sollte jetzt die Umwelt und die dort lebenden Menschen haben.

Hallo doertebecker,

ich meine auch, da es keine Chance gibt, noch Überlebende zu finden, müsste das primäre Ziel sein, den Treibstoff abzupumpen.

GLG

Also ich kann deine Gedanken verstehen. Fakt ist wenn es für einen selbst um Angehörige geht, dann hat für einen das Priorität, dadurch das wir nicht betroffen sind, denken wir natürlich auch an diese anderen Sachen. Sonst wären wir einfach in erster Linie damit beschäftigt zu wissen die Tante oder die Mutter oder sonst wer sind tot aber die Gewissheit es selbst zu sehen zu wissen und dann besser abschließen zu können ist einem in diesem Moment einfach, verständlicherweise zu wichtig.

Ist ja auch nachvollziehbar.

Wobei ich dir ja wie gesagt schon Recht gebe. Die Umwelt darf dabei nicht aus den Augen gelassen werden.
Ela

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