Schul-Mobbingopfer bekommt Schmerzensgeld

    • (1) 02.02.12 - 08:09

      Ein interessantes Urteil - leider nicht aus Deutschland, sondern aus Norwegen.

      Ein mittlerweile 31-jähriger Mann war in seiner Schulzeit über Jahre hinweg schwerstem Mobbing ausgesetzt. Er ist mittlerweile arbeitsunfähig, weil er unter posttraumatischem Streß, sozialer Phobie und Depressionen leidet.

      Weil die Schule nicht mit aller Entschlossenheit gegen das jahrelange Mobbing vorgegangen ist, wurde die Kommune, der Träger der Schule, jetzt zu 900.000 NOK (ca. 115.000 Euro) Schmerzensgeld verurteilt.

      In der Urteilsbegründung heißt es u. a. (ganz grob übersetzt):
      'Mit der Schulpflicht übernimmt die Schule eine entsprechende Verantwortung. Mobbing in der Schule stellt ein großes Schadenspotential dar, für Beide, für den Einzelnen und die Gemeinschaft. Der Mobbende selbst ist nicht erstattungspflichtig. Unter Berücksichtigung des Präventionsanspruches und Interessensabwägung liegt die Verantwortung bei den Kommunen, sollte es zu einem solchen Schadenspotential kommen.'
      http://www.nrk.no/nyheter/distrikt/sorlandet/1.7978153

      Für mich ist dieses Urteil ein Signal in die richtige Richtung. Jede Kommune wird jetzt darauf achten, daß Mobbing an Schule nicht mehr unter den Tisch gekehrt, verschwiegen und schön geredet wird, weil es sonst sehr teuer wird.

      Viele Grüße
      Trollmama

      • finde ich gut!

        ob sich in D was ändert?

        ich wurde früher schon in der Grundschule gehänselt und ausgeschlossen. kein lehrer hat mir geholfen oder mal etwas unternommen sondern nur weg geschaut (und ich glaube nicht dass es an denen vorüber gegangen ist)

        das hat mein weiteres leben beeinflusst! ich war immer sehr zurückhalten/ängstlich, hatte hemmungen, konnte auf niemanden zugehen, war ein typisches opfer.

        Das hat sich erst im Erwachsenenalter wieder gebessert.

        im grunde steht mir auch schmerzensgeld zu #schein;-)

        Jede Kommune in Norwegen. Und Du hoffst, dass diese jetzt darauf achten. Ob sie es tatsächlich werden wissen wir ja nicht.

        • Oh doch, sie werden darauf achten! Die Kommunen legen großen Wert darauf, bloß keine Negativschlagzeilen zu bekommen.
          Durch dieses Urteil wird jedem (Schul)-Mobbingopfer ein klares Signal gegeben, sich nicht mehr verstecken zu müssen, daß ihre Leiden ernst genommen werden.
          Und was noch wichtiger ist: Niemand kann mehr die Verantwortung vom einen auf den anderen schieben. Jetzt gibt es jemanden (die Kommune) die von nun an in der Pflicht steht.

          • Eine Schule kann trotzem keine Schüler zwingen andere nicht auszugrenzen.

            Man darf auch nie vergessen das es Kinder gibt die selber dran Schuld sind das sie ausgegrenzt werden.

            • Ja, Ausgrenzung geht aber auch "kommentarlos".

              Viel schwieriger ist es für das Opfer zu erkennen DASS es gemobbt wird. Und gerade im Grundschulalter ist das für ein Kind sehr schwer selbst zu erkennen.

    Ich bin eher vom Gegenteil überzeugt:

    Mobbing wird immer schlimmer. Inzwischen auch DURCH die Lehrer http://www.lernen-ohne-angst.de/index-Dateien/MobbinganSchulendurchKinderundLehrerinnen.htm

    Ich denke das ganze System müsste neu "überarbeitet" werden.

    Mein SOhn kommt im September in die 1. Klasse - mit 27 weiteren Kindern. die restlichen 10 Anmeldungen werden auf andere Schulen geschickt. Eine individuelle Förderung ist dann nicht mehr gegeben - und die Belastung für Lehrer steigt bei so großen Klassen enorm.

    in der BRD liegt die Verantwortung nicht bei den Kommunen - wenns nach denen gänge hätten wir weiterhin zweizügigkeit. Die BILDUNGSAGENTUR ist die Einrichtung die dafür Sorge tragen sollte - dort ist aber Sparen viel cooler #cool

    • Das stimmt so aber auch nicht.
      Klassengrößen von 27 Kindern waren damals schon wenig und die Kinder haben auch gute Abschlüsse geschafft.

      • Und Du warst in so einer Klasse und all Deine Lehrer waren lieb?

        Ich kann mich erinnern dass unser Chemie-lehrer ein richtig cholerisches A... war. Einfach total überfordert. An einer anderen Schule schaffte der Leher alles nicht mehr und nahm sich das Leben.

        Sicher kann man gute Abschlüsse erreichen.

        Aber gerade in Grundschulen finde ich es grauenhaft! Jedes Kind kommt mit anderer Vorbildung. Dann heißt es alle auf eine Niveau zu bringen. Und genau da sehe ich bei Grund und Vorshculen ein echtes Problem.

Mal eine andere Frage: Was kann man denn gegen Mobbing tun, damit es WIRKLICH hilft? Ich hatte während meiner Ausbildung extra eine Fortbildung zum Thema Mobbing. Aber was man tun kann, hat uns kein Mensch gesagt. Wir wissen jetzt, wie man es erkennt, dass es ein zweischneidiges Schwert ist und dass man viel reden muss, aber dass man aufpassen muss, es nicht noch schlimmer zu machen. So dass sich bei mir irgendwie der Eindruck verhärtet hat, dass es (keine Frage, für die Betroffenen ist es definitiv schlimm), kaum etwas gibt, das man ändern kann. Zum Beispiel in der Schule: Man geht zum Lehrer, der sucht das Gespräch, informiert sich selbst, beobachtet... das Übliche eben. Ggf. kann man einen Klassenelternabend machen, aber wenn hier nicht alle kommen (z. B. die Eltern des "Täters") nicht dabei sind, dann kann man ja auch nicht viel ändern, oder?

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