Mutter meines Freundes, Politik und Arbeit

    • (1) 10.02.12 - 10:46

      Hallo,

      ich habe mich gestern weider so über die Mutter meines Freundes geärgert #aerger.

      So gehts immer:
      Sie und ihre Familie sind durchweg 'Arbeiter', die im Schichtbetrieb 'uff Arbeit' gehen und 'noch richtig schaffen müssen'. Im Betrieb sind sie die einzigen, die Durchblick haben. Vorgesetzte, Aufsichtsrat, Betriebsrat: alles nichtsnutzige Verbrecher, die in die eigene Tasche wirtschaften und keine Ahnung davon haben 'wie es wirklich ist'.

      Die einzigen, die noch schlimmer sind, sind Politiker und Beamte. Diese 'Sesselfurzer' sitzen sich den ganzen Tag den 'Arsch breit' und machen nichts. Kein Wunder, dass es für die nicht schlimm ist, erst später in Rente zu gehen aber 'unsereins ist mit 60 halb tot'. Und dass Beamte keine Rente zahlen müssen: 'unmöglich! Wir bezahlen für die mit'. Die sollten 'alle mal ein paar Monate im Steinbruch kloppen'.

      Das ganze System ist eh schlimm. Ihr armer Mann wollte versetzt werden, weil er seinen Kollegen nicht mag. Die Firma hat nein gesagt, diese Verbrecher. Dann hat es sich bei anderen Firmen beworben und auch Vorstellungsgespräche bekommen, die er jedoch immer kurzfristig verlegt hat, weil sie zu früh waren, zu spät, weil keiner Zeit hatte mit hinzufahren usw. usw. usw. Und dann hat er Wochen später angerufen und gesagt er würde jetzt kommen wollen. Und die Firmen haben sich doch tatsächlich erdreistet vorher jemand anderen einzustellen. Da sieht mans mal wieder. Alle gemein. Uns deshalb hat er jetzt ein Alkoholproblem.

      So die allgemeine Einstelllung. Und ich (Studentin und Teilzeit angestellte im Büro) kann mir immer Sachen anhören wie 'Du musst ja auch nicht so früh raus, ne. Das ist je angenehm.' oder ' Ja, du bist ja da im Büro, das ist ja nix anstrengendes'. Und von Uni absolut keine Ahnung (Ich habe meine Ba. Arbeit mi 1,0 bestanden und sie fragt, ob denn alle in meiner Klasse eine gute Arbeit gescherieben hätten #augen ).

      Und auf Fragen was sie denn in der Politik ändern würde kommen Sachen wie 'Ja, weniger Steuern und allen ihren Lohn lassen. Dann mehr Autobahnnen bauen und die Sachen in den Geschäften billiger machen'.

      Oder wenn man versucht zu erklären, das Beamte vom Staat bezahlt werden und somit auch deren Rentenversicherung, Kv usw. mit übernommen werden müsste, was wiederum auf die Steuerzahler geht- kein Verständnis.

      ---

      Mich nervt das so, diese völlige Anhungslosigkeit und diese Abwertung gegenüber allen, die mit dem Kopf arbeiten (gegenüber mir also auch) und dieses starrköpfige Arbeiterdenken, das nur aus 'alle nutzen mich aus, alle wollen mir was, alles ist ungerecht und ich müsste viel mehr kriegen als alle anderen'.

      Hat jemand eine Idee wie ich da rauskomme? Vom Thema abzulenken ist übrigens unmöglich, es kommt immer wieder daruf zurück.

      VLG

      • Hallo,
        ich glaub irgendwann wäre ich an dem Punkt angelangt, solche Diskussionsversuche komplett zu ignorieren, ohne überhaupt ablenken zu wollen oder zu sagen: "Über sowas diskutier ich nicht mehr mit dir, ich denk da eh anders und wir werden nie auf einen gemeinsamen Nenner kommen......! "

        Ich wäre sogar so,dass ich demonstrativ aus dem Zimmer gehen würde!

        Weißt du, wenn dein Bildungsniveau so viel höher ist als das der prolligen Arbeiterfamilie deines Freundes, wird es wohl das Beste sein wenn du dich trennst.
        Kann ja nicht angehen, dass du dich mit diesen Unterschichtlern abgibst !

        #augen

        v.

        • Tatsächlich ist mein Bildungsniveau höher und mein Allgemeinwissen größter. Das ist allerdings nicht der Punkt.

          Es geht auch um die Mutter meines Freundes und nicht um meinem Freund, deshalb werde ich mich nicht trennen müssen.

          Ich habe zudem nie von Unterschichtlern oder einer prolligen Arbeiterfamilie gesprochen, sondern ziemlich genau Aussagen zitiert.

          Die prollige Arbeitefamilie hast du aus ihren Aussagen interpretiert. Das finde ich übrigens sehr interessant.

          Und ja, ich unterstelle eine gewisse Weltfremdheit und eingeschränkte Sicht in politischen und wirtschaftlichen Fragen, sowie das Unvermögen auf der einen Seite zu differenzieren und auf der anderen Seite Zusammenhänge zu verstehen und Ursache und Wirkung zu betrachten.

          • Übrigens ist der Punkt, der mich am meisten stört, diese vollkommend Überzeugtheit, dass die eigene Meinung richtig und unumstößlich ist und die eigene Person der Nabel der Welt ist.

            Wenn das dann auch Unwissen und persönlichem Frust gründet, finde ich es schon störend.

            C.

        Wieso verdrehst du denn die Augen?
        Nicht die TE hält sich für etwas Besseres,sondern die Schwiegereltern.
        Genug Beispiele hat sie dafür doch wohl erbracht!

        Die TE hat sicherlich NICHTS gegen "Arbeiterfamilien", die hier einzig und allein nur du als "Unterschicht" betitelt hast.
        Sondern genau umgekehrt.

        Sie hat auch nicht auf ihr Bildungsniveau gepocht,sondern eher anhand des Beispieles "deine Klasse" gezeigt,dass ihre SM wohl doch keine Ahnung davon hat, worüber sie so sehr herzieht!

        Wer ist denn da ignorant,untolerant und macht "trotzdem" den Mund sooooooooooooooooooo weit auf?

        Warum du die Te so angehst,ist mir ein Rätsel.
        Ich hoffe du hast den Text einfach nur falsch verstanden!

      Hier mal ein Link zum Thema 'Lesekompetenz':

      http://de.wikipedia.org/wiki/Lesekompetenz

      Ich hoffe, Du verstehst was dort steht....

<< Hat jemand eine Idee wie ich da rauskomme? >>

Du kannst zu ihren Ansichten freundlich lächeln, ja sagen und damit ihre Symphatie gewinnen.

Du must dich damit abfinden, dass die Menschen mehrheitlich dumm sind.

Frage sie, welche Partei sie wählen werden. Freue dich, wenn sie nicht wählen werden.

Engagiere dich in einer politischen Partei und ermutige Andere, es auch zu tun. Überlasse die Politik nicht den Gaunern.

Ich sage dann immer: Was genau hat euch denn daran gehindert, euch auch einen dieser Jobs zu sichern? Kaum arbeiten und trotzdem gut verdienen, das möchte doch jeder.

Meist endet das dann in einem Wutanfall, aber da muss man durch.

Es ist nun einmal so, das kleine Menschen gerne die Großen ankläffen.

  • Das habe ich auch schon versucht. Die Antwort lautet: An solche Jobs kommt man nur, wenn man total durchtrieben ist, den Vorgesetzen in der Hintern kriecht und seine eigene Meinung nicht vertritt. Sowas könnte ich nie.

    Und dann kommt eine Tirade, dass alle Menschen in höheren Positionen diese nicht verdient haben und nur da sind, weil sie hochgelobt wurden oder wegbefördert, damit sie keinen Schaden anrichten.

    Als nächtes dann, dass immer alle eine riesen Abfindung kassieren wenn sie ihren Job nicht gut machen usw.

    Bei soviel Überzeugung und sowenig Argumenten gehen mir dann einfach die vernünftigen Antworten aus :/

    • Das ist dann wohl ein aussichtsloser Fall. Aber du bist nicht alleine, das sind Sachen, die hört man immer wieder.

      Es ist wohl einfach sehr reizvoll, den eigenen Neid mit ein paar gedanklichen Verrenkungen in Stolz umzudefinieren.

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