Riester-Rente?

    • (1) 16.02.12 - 10:10

      Guten Morgen,

      ich weiß nicht genau, wo ich meine Frage stellen soll, also frage ich mal hier.

      Gestern war unser Versicherungsmensch da und er ist ständig an mir dran, dass ich doch eine Riester-Rente abschließen soll.

      Er stellt es so dar, als müsse ich (verdiene etwa 1.100 Euro brutto) nur 5 Euro im Monat einzahlen, bekäme aber sozusagen 750 Euro vom Staat. Also 150 Freibetrag für mich und 2 x 300 für die Kids.

      Ich habe aber schon so einiges Negatives über die RR gelesen. Na ja, eher halbherzig. Mein Mann will das uuuunbedingt machen, allerdings glaub ich nicht, dass das alles so suuuuper toll ist, wie der gute Mensch sagt. Habe gelesen, dass die Versicherungsmakler da ne Menge Provision kassieren, man aber eigentlich nur Nachteile hat und das großer Murks ist. Habe auch schon eine private Rentenversicherung, die mich im Monat 50 Euro kostet.

      Würdet Ihr "riestern"?

      LG

      Patricia, die echt keine Ahnung davon hat

      • Hi,
        ich würde nicht, ich tue es.

        Bei einem Anbieter, der vergleichbar niedrige Kosten hat (vergleiche dazu hat Finanztest letztes Jahr angestellt - vor so einer langfristigen Entscheidung sollte man sich die 1,50 o.s.ä. fürs runterladen leisten). Ich habe einen Fonds, allerdings auch schon vor Mitte 30 angefangen. Je älter, desto weniger empfehlenswert ist diese Variante.

        Bei Riester kann man - oberflächlich gesehen - sagen, dass es sich um so mehr lohnt, je niedriger das Einkommen ist.

        ICH muss ähnlich wie du nur einen minimalen Eigenbeitrag leisten, um die vollen Zulagen zu erhalten. Auch wenn es bei mir geringfügig mehr sind als 5 euro im MOnat.

        Mein Mann müsste einen sehr hohen Eigenbeitrag leisten, um die vollen Zulagen zu bekommen. Er riestert nicht und würde es auch nicht anfangen. Für ihn sind andere Wege sinnvoller.

        Meine "Mindest-Rendite" sind die Zulagen, denn die sind garantiert. Heißt, wenn ich für 60 Euro im Jahr 600 Euro Zulagen bekomme ist das eine ziemlich gute. Heißt aber auch, wenn ich erheblich (wirklich erheblich) mehr Eigenbeteiligung leisten müsste weil ich ein entsprechend höheres Einkommen habe wäre diese "Rendite" deutlich kleiner. Wie gut oder schlecht das Produkt dann noch ist ist eine andere Frage. Mein Anbieter hat bisher immer gute Kritiken bekommen.

        Da ich nicht wirklich viel pro Jahr einzahlen muss muss ich auch nicht über 100 werden, um meine Beiträge überhaupt erst wieder rauszubekommen (eine der häufigsten Kritiken an Riester - je mehr Eigenleistung man bringen muss, desto zuttreffender meines Erachtens nach).

        Nur Nachteile erwarte ich jedenfalls nicht. Warum auch. Ich erwarte in den nächsten vielen Jahren keine massiven Karrieresprünge, die meine Eigenbeteiligung in ungeahnte HÖhen schnellen lassen würde.

        Ich kann dir nur mal empfehlen, dich durch die diversen Finanztest-Artikel zu diesem Thema zu lesen (ich meine aktuell läuft eine mehrteilige Serie genau zu Riester - klick dich mal durch deren Website).

        Eine Alternative sollte dir aber natürlich auch bekannt sein: dein Arbeitgeber ist verpflichtet, dir eine Entgeltumwandlung anzubieten. Das kann auch ziemlicher Murks sein, aber durchaus auch ein gutes Konzept (einige Arbeitgeber z.B. zahlen noch Zulagen, wenn ihre Mitarbeiter da mitmachen). Gerade bei höheren Einkommen (meins zähle ich da nicht zu ;-)) lohnt sich das durch die Steuer- und Sozialabgabenbefreiung der Beiträge in der einzahlungsphase um so mehr.

        Beide Produkte werden allerdings in der Auszahlungsphase versteuert, allerdings sind die Steuersätze der meisten Rentner niedriger als die die man in der Erwerbsphase hatte.

        viele Grüße
        Miau2

        Nein, ich hatte mir mal eine aufquatschen lassen. Nachdem ich aber gegooglt habe und vieles negatives gelesen habe, habe ich die wieder Widerrufen.

      Hallo Patricia!

      Das kann man leider nicht so pauschalisieren. Ich habe eine weil es in meiner Situation grad eine lohnende Investition ist. Mein Vater ist freier Makler und hat am Markt vieles verglichen um das für mich passende zu finden.

      Wenn du möchtest gebe ich dir seine Daten und dann kannst du ihn kontaktieren und dir ein unabhängiges Gegenangebot einholen. Fragen kostet nix.

      LG, Anni

    Von den staatl. Zulagen her gesehen unbedingt, besonders geeignet für Wenigverdiener. Denn wer wenig verdient, hat auch im Alter eine minimale gesetzliche Rente zu erwarten.

    Gerade wenn man 2 Kinder hat damit eine Förderung von 600 Euro pro Jahr nur für die Kinder erwarten kann, wäre das doch verschenktes Geld, dieses nicht mitzunehmen.

    2 Mankos gibt es an der Geschichte. Man muss 4 % des Vorjahresbruttos als Einzahlung in den Vertrag leisten, um die volle Förderung zu kassieren. Allerdings wird die zu erwartende Förderung bei der Eigenleistung angerechnet, dass bedeutet, dass es schon gut sein kann, dass Du den Minimalbetrag einzahlen müsstest, um die volle Förderung für Dich und für die Kinder zu kassieren. Das würde dann bedeuten:

    2 x 300 € für die Kinder und 1 x 154 € für Dich. Pro Jahr wohlgemerkt.

    Du solltest Dich vorher bei der Stiftung Finanztest (Internet) informieren, welche Versicherungsanbieter gut bewertet wurden. Es gibt Versicherungsanbieter, die hohe Verwaltungskosten berechnen. Es gibt aber auch welche, die sehr günstige Verwaltungskosten haben.

    Dann natürlich wichtig die Verzinsung und gaaaanz wichtig: Achte darauf, dass der Vertrag im Falle Deines Ablebens, wenn er noch nicht in Kraft getreten ist, an die Kinder weiter vererbt werden kann und zwar ohne Verluste.

    Wenn Du das alles berücksichtigen kannst, würde ich es auf alle Fälle machen.

    Ich riester auch, denn warum soll man keine Geldleistung mitnehmen, die der Staat einen quasi vor die Füße schmeisst......

    Dir alles Gute, Janette

    Vielen lieben Dank an alle!

    Ihr habt mir auf jeden Fall sehr geholfen. Ich muss zugeben, dass ich nicht mal weiß, um welchen Anbieter es genau geht. Mein Mann hat mit dem Herrn rumgewurschtelt und wenn ich das hier so alles lese, wurde mir so einiges verheimlicht. Das ist mir jetzt etwas peinlich #hicks

    Ja, als Geringverdiener bekommt man ordentlich Zulagen und muss nicht viel leisten. Aber die Beträge werden doch, wenn man im Alter nur eine geringe Rente hat, auf die Grundversorgung angerechnet und so hat jemand, der nicht geriestert hat, am Ende so viel raus wie jemand, der einbezahlt hat.

    Ich werde mir alles notieren, worauf ihr hingewiesen habt und darüber mit dem Versicherungsherrn reden.

    Liebe Grüße

    Patricia

    • Was meinst Du denn mit Grundversorgung im Alter? Also auf die gesetzliche Alters-RV wird das nicht angerechnet.

      Erhältst Du aber so wie so so wenig Rente, dass Du zum Amt für Grundsicherung im Alter schreiten musst, wird dieses angerechnet, genauso wie Deine gesetzliche Altersrente, genauso wie andere Kapitalerträge, Ersparnisse oder Erträge, die Dein Lebensgefährte generiert.

      Wenn man aber so wenig Geld im Alter zur Verfügung hat, ist man so wie so an der alleruntersten Schichtgrenze und wird es auch mit der Grundsicherung im Alter vom Staat bleiben. Denn der Zuschuss geht nur bis zur Existensminimumsgrenze. Und das ist quasi nichts. Zum Leben und Sterben zu wenig.

      Wenn Du aber selber mit staatl. Förderung versuchst diesen Gang zu umgehen, dann bleibt Dir im Alter viel viel mehr.... Dann geht nämlich niemand an Deine anderen Ersparnisse, die kannst Du Dir dann warm aufbewahren, wenn Du aber zum Grundsicherungsamt gehst, ist es weg.... Denn das muss vorher verlebt werden, bevor man überhaupt irgendwas in Anspruch nehmen kann, was das Amt für Grundsicherung so an Leistungen anbietet....

      Da wäre es mir doch 1000 x lieber, ich versuche mit staatl. Hilfe den Gang im Alter zum Amt zu umgehen und versuche aktuell mit staatl. Förderung und meiner zu erwartenden Altersrente mir ein freies und angemessenes Leben zu ermöglichen.

      Du verlierst ja damit nichts. Du investierst zwischen 5 - 10 € (momentaner Stand) in einen Sparvertrag. Du bekommst 754 € pro Jahr vom Staat bis zum Eintritt Deiner Regelaltersrente geschenkt und hoffst mit Verzinsung und pipapo im Alter über das Existenzminimum zu kommen, was Dir der Staat im Falle dessen dann vordiktieren würde, zumindest, wenn Du später Hilfe vom Amt in Anspruch nehmen müsstest....

      Hey, in Sachen Riester Rente wurde so viel Bockmist in der Presse verbreitet.... Die haben dabei aber einen ganz wichtigen Aspekt vergessen..... Wie ist das dann im Alter mit den Ersparnissen von den Rentenbeziehern... Ja, man kann trotz Riester in der Tat nur so eine Größe erreichen, dass man ggf. auch nur an das vom Staat vorgegebene Existenzminimum kommt, aber man kann Leben und ggf. noch über seine eigenen Ersparnisse bestimmen..... Sich noch schöne Dinge leisten....

      Das alles geht halt nicht, wenn man zum Grundsicherungsamt gehen muss... Da wird erstmal auf das eigene Bankkonto verwiesen und dann kann man wiederkommen....

      Und genau diese Weitsicht wurde bei ach so tollen Berichtserstattungen über die Presse einfach "vergessen".....

Top Diskussionen anzeigen