Fürchterliche Angst vorm Autofahren

    • (1) 27.02.12 - 09:13

      Hallo Zusammen,

      ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin. Aber ich muss meine Emotionen gerade mal loswerden.

      Ich habe (wie Ihr oben lesen könnt) ziemliche Angst vor dem Autofahren. Nicht als Beifahrer, aber eben als Fahrerin. Meinen Führerschein habe ich vor 16 Jahren mit knapp 20 gemacht (dafür habe ich schon ewig gebraucht, weil ich so eine Schissbüchse war). Hätte die Fahrschule damals schon am liebsten hingeschmissen, aber den Führerschein haben meine Großeltern bezahlt und das konnte ich damals nicht.

      Also habe ich ewig Fahrstunden genommen und als ich den Lappen dann hatte, bin ich nie wieder gefahren.

      Bis ich meinen Mann kennenlernte (vor 8 Jahren) und der mich öfter mal überredet hat. In den ersten Jahren bin ich aber kaum gefahren, vielleicht 3 mal. Als dann meine Oma ins Altersheim kam, bin ich zwar meistens mit dem Zug da hin (war so ca. 1,5 Stunden - habe ich mind. 1x pro Woche gemacht), aber auch das ein oder andere Mal mit dem Wagen (erst mit Mann, dann auch mal alleine).

      Und als meine Tochter kam, bin ich auch öfter gefahren. Allein zur Rückbildung und zu Freunden etc. Aber ich hatte immer Angst. Obwohl es mir auch immer ein bisschen Spaß gemacht hat.

      Am meisten Angst habe ich vor dem Einparken, denn vor 3 Jahren habe ich auf einem Parkplatz mal ein anderes Auto angeschrappt. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich das kaum gemerkt habe und deswegen jetzt total Angst habe, dass ich einen Unfall baue und es nicht merke!

      Ich habe das wirklich nur daran gemerkt, dass ich nicht mehr aus der Parklücke rauskam (so wie ich reingekommen war). Bin dann erst nachher zur Polizei und habe mich selbst angezeigt, denn ich stand dort so unter Schock!

      Jetzt habe ich überhaupt kein Vertrauen mehr. Ich habe immer gedacht, man merkt, wenn man jemanden anfährt (auch wenn es nur leicht ist).

      Dann bin ich ne Weile gar nicht mehr gefahren und vor etwa 6 Monaten habe ich mal meine Tochter mit dem Auto vom Kiga abgeholt. Ich musste an der Hauptstraße links abbiegen und die Lücke war ziemlich eng, aber ich bin gefahren. Der Wagen, der kam, hat laut gehupt (auch das habe ich im Auto nur recht leise gehört) und ich war so schockiert, denn meine Tochter saß auch noch auf der Fahrerseite hinten, so dass der Wagen voll in sie reingefahren wäre.

      Das hat mich so schockiert, dass ich gar nicht mehr gefahren bin. (Außerdem habe ich da immer noch gedacht, vielleicht ist der mir hinten ja doch noch reingefahren (und ich habs nicht gemerkt) oder das Auto hinter ihm ist ihm reingefahren und ich bin demnach Schuld an diesem Unfall - bin dann die Strecke nachher noch mal abgefahren, um zu gucken, ob dort Splitter oder so lägen, war aber nichts zu sehen...)

      Jetzt ist aber mein Mann in einer Klinik (er muss dort noch ca. 7 Wochen bleiben) und wir haben ihn gestern dorthin gebracht und das Auto mitgenommen. Ich bin gefahren und es ist alles gut gegangen. Trotzdem habe ich eine Heidenangst und stehe total unter Stress, wenn ich nur daran denke, ein anderes Auto anzufahren.

      Es ist komisch, einerseits macht mir das Fahren Spaß, andererseits habe ich solche Ängste. Diese habe ich vor allem beim Einparken. Ich fahre schon nicht in unsere Einfahrt rein, habe es gestern einmal versucht und wenn ich dann zu nah irgendwo drankomme, dann weiß ich nicht mehr, wie ich da raus soll.

      Ich will mich meiner Angst stellen und deswegen habe ich mich jetzt entschieden, das Auto nicht bei meinem Mann in der Klinik zu lassen (wo es ja nur rumsteht), sondern mitzunehmen und zu nutzen. Habe mich sogar getraut, heute morgen meine Tochter damit zum Kiga zu fahren, obwohl es nicht geregnet hat und wir auch mit dem Rad hätten fahren können.

      Aber ich weiß: nur durch die Praxis und Übung kann ich sicherer werden.

      Habt Ihr sonst noch Tipps für mich? Im Moment kann ich mir keine Fahrstunden leisten. Ich hatte schon überlegt, noch mal zwei oder drei Stunden (oder 5) zu nehmen.

      Aber das kostet ja auch.

      Bei mir ist es immer so, dass ich sofort anfange zu heulen, wenn eine Überforderungssituation aufkommt.

      Ich wüsste auch überhaupt nicht, wer mir da jetzt helfen könnte.

      Entschuldigt das super lange Posting.

      Musste das mal loswerden und vielleicht hat ja einer von Euch Tipps!

      Danke und lg

      Li

      • Hallo,

        einen wirklichen Tipp habe ich für dich nicht, aber ich kann dich auf jeden Fall gut verstehen. Ich selber fahre trotz fast 20 Jahren Führerschein auch sehr ungern Auto. Zur Arbeit sind es einfache Strecke fast 35 km, die fahre ich ohne mit der Wimper zu zucken, aber das ist auch seit 10 Jahren der gleiche Weg. Auch hier innerhalb meiner Heimatstadt ist das kein Thema, da fahr ich überall hin, weil ich mich hier im Schlaf auskenne.

        Bei mir ist das Problem der mangelnde Orientierungssinn. Ich fahre total ungern irgendwohin, wo ich mich nicht auskenne. Daran hat sich auch im Zeitalter des Navis nichts geändert. Habe bei meiner ersten Navifahrt gleich einen Auffahrunfall verursacht, weil ich so konzentriert auf das Ding gehört habe, das gesagt hat,"Rechts abbiegen", dass ich gar nicht darauf geachtet hab, dass vor mir auch noch einer stand, der abbiegen wollte.
        Ich werde auch hektisch, wenn ich mich unsicher fühle und tendiere dann dazu, plötzlich den Abbieger zu wechseln ohne zu gucken oder so. Bislang ist da noch nichts passiert, aber gefährlich ist es auf jeden Fall.

        Mich ärgert es auch, weil es einen einschränkt. Ich mache längere Strecken oft mit dem Zug und ÖPNV.

        Mein Freund versucht seit Jahren, mich zu nem Fahrsicherheitstraining zu überreden, aber ich weiß auch, dass ich heulen würde, wenn ich da schleudern müsste und sowas.

        Wie wäre es, wenn du auf nem Verkehrsübungsplatz übst? Habt ihr einen in der Nähe? Da bist du ja erst mal im Schonraum und nicht im direkten Straßenverkehr.
        Oder du übst mal am Sonntag auf nem großen Supermarktparkplatz das Einparken?

        LG

        Hallo

        Ganz ehrlich? Ich würde das Auto stehen lassen und nicht fahren. Schon gar nicht mit meiner Tochter.

        Für mich hört sich das schon so an als ob du richtig Angst hast. Du beschreibst auch das du Hupen und Co nur ganz leise wahr nimmst. Sorry aber wenn das so ist gehörst du nicht ans Steuer. Du gefährdest euch und andere.

        "Bei mir ist es immer so, dass ich sofort anfange zu heulen, wenn eine Überforderungssituation aufkommt."

        Was machst du wenn deine Tochter mal plötzlich los schreit und nicht mehr aufhört zu weinen und du nicht sofort anhalten kannst. Sitzt du dann zusätzlich noch vorne und weinst?

        Bisschen Angst und Respekt ist normal und ok. Ich durfte mal 4 Wochen kein Auto fahren weil ich eine HWS OP hatte. In der Zeit haben wir uns einen T4 gekauft. Als ich den nach den 4 Wochen dann gefahren bin war ich auch erstmal aufgeregt und kam mir vor wie bei meiner ersten Fahrstunde in so nem rießen Schiff #rofl. Aber das hat sich gleich gelegt und auch an die Größe hatte ich mich ganz ganz schnell gewöhnt.

        Du sollten wirklich noch mal ein paar Fahrstunden nehmen und evtl zu einem Therapeuten gehen. Ich finde das nicht mehr "normal".

        LG
        Jelena

        Ich würde einige Fahrstunden nehmen als Auffrischung und die können dir professionell bessere Ratschläge geben. Damit lernst du auch, dich wieder sicherer zu fühlen.

        Generell ist es für Fahrer vorteilhaft die Kenntnisse durch einen Kurs zu intensivieren.

        So wie jetzt würde ich die als eine Gefährdung im Verkehr einschätzen und fände es überhaupt nicht gut, dass du in ein Auto steigst.

      • Vielleicht helfen da ein paar Fahrstunden oder ein Fahrsicherheitstrainig. Einfach um mehr Selbstvertrauen zu bekommen.
        Ansonsten fahren viele Menschen kein Auto. Wenn Du so eine Angst davor hast und auch weinst wenn Du beim Fahren Stress hast, dann würde ich es ganz ehrlich einfach sein lassen. Es bringt keinem was wenn Du durch unkontrolliertes, ängstliches Verhalten im Strassenverkehr einen Unfall provozierst (natürlich ohne es zu wollen)

        Bei extremen Ängsten könnte aber auch eine Therapie helfen, vielleicht hat Deine Angst ja eine Ursache, wenn Du an dieser arbeitest, wirst Du vielleicht angstfrei fahren können.

        Wer am Steuer sitzt sollte Selbstvertrauen haben und sich unter Kontrolle haben. Wenn man sich schon mit Angst ans Steuer setzt ist das keine Basis für sicheres Fahren.

        Also, mein Rat: Einfach mal in eine Fahrschule gehen und fragen ob die Dir helfen können sicherer am Steuer zu sitzen!

        Alles Gute für Deinen Mann im Krankenhaus und Dir für Deine zukünftige Autofahrerzeit

        Hallo!

        Ich denke, Du musst dich deinen Ängsten stellen und einfach öfter fahren. Je mehr Routine und Sicherheit Du beim Fahren bekommst, desto weniger Angst wirst Du haben.

        Mir ist vor etlichen Jahren mal ein Reh vors Auto gelaufen. Mir selbst ist nichts passiert, aber mein Auto stand kurz vorm Totalschaden. Die erste Zeit danach war ich in der Dämmerung auch etwas ängstlich, aber das gab sich relativ schnell wieder.

        Ich liebe Autofahren. Mir macht auch das Ein- und Ausparken nichts aus. Ich habe auch schon mal jemandem eine Schramme ins Auto gefahren. Was solls? Das passiert wohl jedem Mal.

        Du solltest dich wirklich öfter hinters Steuer setzen, damit Du mehr Routine bekommst. Dir kann genauso gut als Beifahrer etwas passieren, also solltest Du dich davon nicht abschrecken lassen.

        Falls Du es gar nicht alleine in den Griff bekommst, würde ich mir an deiner Stelle einen Therapeuten suchen.

        LG Lena

      • <<<Aber ich weiß: nur durch die Praxis und Übung kann ich sicherer werden.>>>

        So ist es.

        Schau dennoch mal zu, dass Du zusammen mit einer Freundin oder einem Kumpel auf den Verkehrsübungsplatz kommst. Dort kannst Du all dass üben, was Dir Probleme bereitet hat, gerade z.B. das einparken.....oder evtl. mal abends auf einen leeren Parkplatz, und da dann genau die Parksituationen üben, die Dir Schwierigkeiten bereiten. Das geht dann auch super alleine, da Dir dann auch niemand reinreden kann, und kein Druck da ist.

        Du packst das schon....Du darfst nur nicht wieder länger pausieren, denn dann wird es nur schlimmer werden.

        LG
        TJ

        (8) 27.02.12 - 11:24

        Hallo Li,

        ich denke nicht, dass du nur ein Problem mit dem Fahren hast, du erwartest das Unheil und bist dir nicht sicher, ob du nicht doch einen Unfall übersiehst oder nicht bemerkst.

        Das spricht eher für einen Tick oder ein psychisches Problem.

        Im Bekanntenkreis hatten wir mal eine junge Frau, die ist auch immer wieder den Arbeitsweg abgefahren, weil sie Angst hatte, dass sie "jemanden" unbemerkt überfahren hat. Das ging soweit, dass es zur zwangshandlung wurde und sie unruhig war, wenn sie nicht mindesten 5x den Weg abfuhr (und dann hätte ja beim Abfahren, was passieren können ...)

        Ich würde mal mit einen Psychologen sprechen, dir alles Gute und ich würde das Auto stehen lassen, da du scheinbar nur Stress damit hast, es zu benutzen.

        LG
        Ilka

        (9) 27.02.12 - 11:47

        Hallo und danke für Eure Antworten.

        Ich muss ja sagen, dass es mich ganz schön schockiert, wie viele mir hier raten, nicht mehr zu fahren.

        Aber vielleicht war mein Posting auch irreführend. Ich habe eigentlich nicht beim Fahren so schreckliche Angst, sondern eher, wenn es dann ans Einparken geht.

        Das Fahren macht mir auch Spaß und ich fahre auch gar nicht so schlecht würde ich sagen.

        Ich habe mir vorgenommen, entweder mal mit einer Freundin das Einparken zu üben, oder bei einer Frauenfahrschule anzurufen.

        Ich muss unbedingt das Einparken üben.

        LG und schade, dass mich hier Eure Antworten noch mehr verunsichert haben.

        • (10) 27.02.12 - 11:57

          Hi,

          dann haben wir dich wohl missverstanden. Ggf. hilft dir ja ein Auto mit Parktronik, die piepsen, wenn man einem Auto, Menschen oder sonst etwas zu nahe kommt.

          Aber natürlich hilft auch üben, üben, üben.

          Alles Gute,

          Ilka

          Aber beim Einparken musst du doch keine "schreckliche Angst" haben. Da passiert allenfalls ein Blechschaden #gruebel

          • ja, und davor habe ich so Angst.

            Vielleicht auch, weil mein Mann so viel Wert auf unser super gepflegtes Auto legt...

            Und auch weil ich das bei meinem einen Blechschaden nicht wirklich gemerkt habe...

            ich hab halt Angst, dass ich nen Unfall baue und es nicht merk.

            Blöd, oder?

            • Ja, total blöd ;-)

              Ich kann das schon nachvollziehen und Ängste sind ja gern mal irrational. Aber wegen eines möglichen Blechschadens braucht mal echt keine Panik zu haben. Obwohl, ich kenne ja deinen Mann nicht #zitter#schein

        Na dann hab ich Dich auch falsch verstanden ;-) Sorry!
        Einparken kann man ja üben. Mein Fahrlehrer hat immer gesagt: Kleine Parklücke, kleine Probleme, große Parklücke, große Probleme.
        Hab viel geübt und schaff jetzt echt alle Parkplätze, sauber, gerade und manchmal auch verblüffend korrekt.;-) Da hilft echt nur üben, üben, üben.......

        Mona

        (15) 27.02.12 - 22:01

        Hallo!

        Ich kann dich gut verstehen. Bis vor einem halben Jahr bin ich überhaupt nicht mehr gefahren, ich hatte auch immer Angst - vor einem Unfall, Blechschaden, Personenschaden, Parken, hupenden Autofahrern, ...
        Mit 2 Kindern muss ich aber einfach mobiler sein als es mit dem ÖVNP möglich ist und deshalb habe ich mich wieder ans Steuer gewagt und fahre nun täglich mit dem Auto statt mit der Bahn zum Kiga. Diese Routine hilft mir ungemein und mittlerweile macht mir das Fahren nichts mehr aus. Ich kriege kein Herzrasen mehr beim Anfahren, Anfahren am Berg verursacht keine schweißnasse Stirn mehr und wenn mir das Auto doch mal verreckt, dann bin ich gelassen, weil ich weiß, dass ich es kann (früher fühlte ich mich gleich wie ein Totalversager und wurde hektisch und dann ging meist gar nichts mehr).

        Durch dieses regelmäßige Fahren habe ich auch unser Auto besser "kennengelernt", so dass ich mittlerweile viel besser einparken kann. Ich parke trotzdem meist nicht dort, wo es eng ist und lieber laufe ich ein paar Meter, aber ich merke, dass ich besser werde.

        Also: fahren, fahren, fahren... (und nicht aufhören, wie es manche hier raten) Und beim parken langsam anfangen und dort parken, wo du stressfrei wieder rauskommst. Und natürlich immer wieder üben, dann klappts.

        LG

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