Seid Ihr Organspender?

    • (1) 09.03.12 - 13:50

      Moin!

      Hier ein TV-Beitrag zum Thema

      http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/sendung-verpasst#/beitrag/video/1588630/Endlich-aufatmen

      Seid Ihr Organspender?
      Ich bin es. Kenne aber auch sehr viele, die sagen, lieber nicht, wer weiß ob mir dann im Zweifelsfall geholfen wird oder die Ärzte eher scharf drauf sind an ein Organ zu kommen.

      LG, Nele

      • Hallo,

        Nein, ich bin es nicht.
        Aus deinem genannten Grund. Ich denke, wenn ich wirklich schwer verletzt bin und sie entscheiden halt, ob sie eine Person retten wollen oder viele mit meinen Organen - dann steh ich dumm da.

        Lg

        • Zuviele Filme geguckt?? Ärzte haben einen Eid abgelegt nach dem sie sich verpflichten alles in ihrer Macht stehende zu tun um einem zu helfen- es sei denn derjenige hat vorher festgelegt, dass er das nicht möchte.

          Aber deine Vorstellung hat schon was witziges: Huuuu guck dir die mal an, die ist echt matsch... da hätten wir ne ganze Weile zu tun um sie zusammen zu flicken. Weißte was?? Wir gucken lieber zu wie sie sich langsam aber sicher zu Tode quält und können stattdessen noch ein paar Transplantationen rausschlagen- Jipppie.... #zitter#schwitz#schock#rofl

                • Also ich bitte dich, aber sowas wie von dir befürchtet passiert in Deutschland nicht.

                  Und sei mal ehrlich: Angenommen morgen wird dir gesagt, du (oder meinetwegen dein Partner oder deine Kinder) brauchst ein neues Herz, andernfalls stirbst du. Du würdest mit Sicherheit erwarten, dass du eins bekommst, oder?

                  Wo ist denn da die Gerechtigkeit? #kratz

                  • Du scheinst einer ganz ekelhaften Sorte Mensch anzugehören, die die Vergabe von Spenderorganen an Bedingungen - nennen wir es Erpressung - knüpfen will: Entweder du bist bereit selbst Organe zu spenden, oder du bekommst keines, wenn du eins brauchst!
                    Das ist eine ganz widerliche, ekelhafte Einstellung, die mich an den Nationalsozialismus erinnert: entweder du bist in "der Partei" oder du wirst zum Feind deklariert, oder gar zum Juden gemacht.

                    Organspende, wenn sie nicht auf freiwilligkeit beruht, ist ein weiterer Schritt hin zum Überwachungsstaat! Da würde ich noch lieber eine meiner Nieren verkaufen, ganz ehrlich!

                    • Hi,

                      ich verstehe, was du grundsätzlich sagen willst. Ich bin auch der Meinung, entweder man spendet, oder man spendet nicht. Ohne Bedingungen.

                      Aber ich kann auch die andere Seite verstehen. Wieso sollte man für sich selbst etwas in Anspruch nehmen, was man selbst nie zu tun bereit ist.

                      Aber der Vergleich mit dem Nationalsozialismus ist für mich sehr weit hergeholt und beleidigend. Auch dass "Du scheinst einer ganz ekelhaften Sorte Mensch anzugehören," finde ich völlig daneben. Das ist meine Meinung und die muss man nicht teilen.

                      VG, MAmutsch

                      • "Aber ich kann auch die andere Seite verstehen. Wieso sollte man für sich selbst etwas in Anspruch nehmen, was man selbst nie zu tun bereit ist."

                        Solche "Ungerechtgkeiten" gehören einfach zum Leben dazu. Warum zum Beispiel bekommt ein Ex-Bundespräsident einen lebenslangen Ehrensold von 200.000€ jährlich? Mit welcher Rechtfertigung geschieht dies? Warum zahlen sich manche Leute an Kindergartengebühren, Krankenkassenbeiträgen, Steurern etc kaputt, währendhingegen Griechenland Schulden erlassen werden, Krieg in Afghanistan oder Lybien finanziert wird? Da frage ich mich auch, warum Deutschland nicht mehr für das eigene Volk tut, aber sie tun es einfach nicht.

                        Was ich damit sagen will, es liegt in der menschlichen Natur, sich selbst immer den größtmöglichen Vorteil zu verschaffen währendhingegen der solidarische Sozialstaat, basierend auf christlichen Werten mehr eine Illusion ist. Genauso die Idee der Organspende. Du wirst immer mehr Menschen haben, die ein Organ nehmen würden, als die, die eins spenden würden. Ganz natürlich meiner Meinung nach.

                        "Aber der Vergleich mit dem Nationalsozialismus ist für mich sehr weit hergeholt und beleidigend. Auch dass "Du scheinst einer ganz ekelhaften Sorte Mensch anzugehören," finde ich völlig daneben. Das ist meine Meinung und die muss man nicht teilen."

                        Ich teile sie auch nicht. Das ist garnicht soweit hergeholt mit dem Nationalsozialismus. Ich bemerke Rassismus in jeglicher Form auch heute noch, wenn auch nicht gegen Juden, sondern wahlweise gegen Ethnien (verstärkt Türken und Araber) oder ganz kollektiv gegen Muslime, die man einfach mal ALLE in einen Topf wirft und sie als potenzielle Gewalttäter, Extremisten und Attentäter ansieht. Manche versteckt, manche ganz offen. Auch die Sache mit dem organspenden wird hier zur Gretchenfrage hochstilisiert: Willst du nicht spenden, bist du keiner von uns und hast nicht das Recht, selbst Organtransplantate zu erhalten, wenn du welche brauchst. Wie im Nationalsozialismus: Willst du nicht der Partei beitreten, hast du keine Chance auf Karriere und musst sogar noch um dein Leben fürchten.

                        Ich gehe sogar noch weiter:Leute die sowas fordern, dass nur derjenige Organe erhalten sollten, die selbst welche zu spenden bereit währen, betreiben in meinen Augen eine neue Art von Euthansie. Wertes von unwertem Leben unterscheiden. Das ist das, was mir dazu einfällt. Und das spreche ich sowohl aus, als auch an.

                        • Wenn solche Ungerechtigkeiten deiner Meinung nach zum Leben gehören, warum regst du dich dann so darüber auf? Da widersprichst du dir doch selbst!

                          Du schmeißt mit Anschuldigungen um dich und verstrickst dich immer mehr. Sortier mal deine Gedanken und geh schrittweise vor, was du alles nicht magst. #augen

                          Die Menschen, die Organe spenden wollen, als Gruppe zu nehmen und mit dem Nationalsazialismus zu vergleichen ist freundlich ausgedrückt: Blödsinn. Auch wenn sie unter sich spenden wollen würden. Der Nationalsozialismus hat Menschen umgebracht, weil sie nicht ins Schema gepasst haben. Und zwar AKTIV!

                          Und nein, ich bin nicht der Meinung, dass nur die ein Organ bekommen sollten, die zum Club (oder wie du es gerne vergleichst: Partei#augen) gehören. Ich spende und gut ist.

                          Aber ich kann durchaus verstehen, dass sich andere darüber Gedanken machen.

                          Und Gott sei dank teilst du meine Meinung nicht! Denn sonst müsste ich noch mal intensiv in mich gehen.

                          VG, Mamutsch

                    Warum sollte denn aber ein Mensch, der nicht bereit wäre irgendwas von sich zu geben, etwas bekommen? Mag sein, dass du das nicht verstehst. Würdest du es denn gerecht finden, wenn so jemand ein Organ bekommt, während einer deiner Lieben ebenfalls dringend eins bräuchte?

                    Aber wenn du meinst, dass ich dann eben ein Nazi bin, tja, dann ist es wohl so.

                    • Du sprichst auf ein grundsätzliches Problem des Sozialstaates und der Krankenversicherung an.
                      Genausogut kannst Du fragen:
                      Warum wird ein Lungenkranker behandelt der geraucht hat oder gar weiterraucht?
                      Warum finden Lebertransplantationen bei ehemaligen Alkoholikern statt?
                      Warum zahlt meine Krankenkasse die Behandlung eines Skifahrers, der selbst an seinem Unfall schuld ist?
                      Das ganze System baut darauf auf, daß manche eben selbstlos geben und andere egoistisch nehmen. Wir hoffen halt, und bislang hat es zum Glück immer hingehauen, daß die Egoisten deutlich weniger als ,,die Normalen´´ sind.
                      Ich finde auch, jeder der bereit wäre ein Organ zu nehmen sollte prinzipiell auch bereit sein seine Organe zu spenden.
                      Dennoch, zwingen kann man die Leute nicht und sollte ein Nicht-spendenwilliger irgendwann mal ein Organ benötigen sind wir als Gesellschaft moralisch verpflichtet dieser Person zu helfen.
                      Ob nun einer meiner Lieben z.B. ein Organ bräuchte wäre dabei unwichtig. Es sollte immer derjenige Patient das Organ bekommen der a.) es in gewisser Weise dringlich benötigt und b.) gute Chancen hat mit diesem Organ durchzukommen (also auch nicht nach der Transplantation ebenfalls schlechte Überlebensaussichten haben).

                Du ich bin ganz ehrlich,

                Was ist schon gerecht, was für den einen Toll ist, muss es für den anderen nicht sein.
                Der arme findet es auc ungerecht kein Geld zu haben usw.

                Ja, ich würde für meine Kinder jederzeit ein fremdes Organ nehmen - noch lieber wäre mir aber, wenn Koch für meine Kinder Spenden könnte.

                Auch wenn das viele uingerecht finden, dennoch werden wir alle keine Spender werden.

                Gruss

        Dass Du das so siehst ist klar. Und dass Du das glaubst auch.

        Die Kernfrage ist aber objektiv zu Recht oder nicht?

        Religiöse Fanatiker glauben auch an viel. Soll ich das deswegen gutheißen?

        Du hast Ängste? Dann stellt sich die Frage sind diese realistischer Natur oder beruhen sie am Ende auf Hirngespinsten und Paranoia?

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