Wenn Elterngeldbezug halbe-halbe geteilt würde ...

    • (1) 19.03.12 - 12:20

      Moin Ihr Lieben,

      ich weiß, es wird im hausfrau-mutti-glorifizierten Deutschland nicht passieren: Aber stellt Euch mal vor, die Regierung würde jetzt beschließen, dass die sogenannten Vätermonate erweitert werden.

      Also z.B. dass von 14 Monaten Elterngeld der zweite Elternteil nicht 2, sondern mindestens 4 Monate nehmen müsste. Oder gar halbe-halbe.

      Hätte das bei Euch einen Einfluss auf die Aufteilung der Kinderbetreuung? Würde die Mutter früher wieder arbeiten gehen und der Vater länger zu Hause bleiben?

      Wärt Ihr für diese Regelung? Gerecht wäre es ja...

      Ich persönlich denke, wenn mehr Väter in Elternzeit gingen, also zumindest schon mal diejenigen, die "eigentlich wollen" sich einfach trauen, dann würde sich die Gesellschaft schon ein Stück weit verändern. Die meisten AG würden sich an Väter-Ausfallzeiten gewöhnen und dann wären 1. Strukturen da, wie trotzdem gut gearbeitet werden kann und 2. Frauen nicht mehr bei der Jobsuche benachteiligt, da Ausfall zu einem Teil geschlechtsunabhängig würde...

      Irgendwann in ferner Zukunft wäre es auch nicht mehr so, dass "der Mann halt mehr verdient, 60 Stunden außer Haus ist und die Frau z.H. bleiben "muss". Das würde sich alles etwas mehr angleichen.

      Männer würden am Ende weniger arbeiten und mehr Kinderbetreuung übernehmen und Frauen würden mehr arbeiten und weniger Kinderbetreuung übernehmen.

      Aber dazu braucht es halt Pioniere auf beiden Seiten.

      Was sagt Ihr zu diesem Szenario?

      LG, Nele

      • spitzen idee!

        beim zweiten kind haben wir die monate aufgeteilt (jeweils 7) allerdings gleichzeitig genommen:)

        aber auch schon beim ersten kind hat mein mann die ersten beiden monate genommen und ist danach nie wieder an seinen arbeitsplatz zurückgekehrt:)
        denn auch für ihn wäre es nicht mehr denkbar gewesen, wie in der zeit davor von 8-19 uhr unterwegs zu ein und sein kind nicht mehr zu sehen.

        daher hat bei uns die erfahrung elternzeit in jeden fall bewirkt, daß uns beiden klar wurde, daß wir unsere "work-life- balance" verändern müssen.
        beim 2. kind 18 monate später war uns klar, daß wir die anfangzeit mit zwei so kleinen kindern gerne intesiv erleben möchten.

        ich glaube so eine 50/50 regelung hätte die chance strukturell was zu verändern, da eltern wohl sehr viel häufiger als jetzt auch die vollen partnermonate nutzen würden.

        allerdings denke ich, daß für die zeit nch dem ersten lebensjahr dennoch die frauen viel häufiger als die männer zu hause bleiben/ stunden reduzieren würden.

        • ***
          daher hat bei uns die erfahrung elternzeit in jeden fall bewirkt, daß uns beiden klar wurde, daß wir unsere "work-life- balance" verändern müssen
          ***

          So war es bei uns auch.

          Wir haben die Elternzeiten allerdings nicht pro Kind abwechselnd genommen, sondern mein Mann bei Kind 1 und ich bei Kind 2.

          Ich denke auch, solange Frauen und Mänenr die Kindererziehung noch überwiegend der Frau zuordnen und der Verdienstausfall, die schlechteren Arbeitsmöglchkeiten nach der Geburt etc. voll die Frau übernimmt - und dieses noch als normal und gut und richtig angesehen wird, würde der Staat höchstens ne Stange Elterngeld sparen :-)

      Hallo Nele,

      wsenn ich mal von mir ausgehe, nein.

      Zum einen natürlich aus finanziellen Gründen.

      Ich hätte nie soviel verdienen können, wie mein Ex oder gar wie mein jetziger Freund.

      Zum anderen: Mein Ex wäre dazu gar nicht bereit gewesen.

      Mit meinem Freund habe ich über ein solche Szenario noch gar nicht gesprochen, aber da er nirgendwo angestellt ist, wäre das Elterngeld höchstens ein Bruchteil dessen, was er verdient.

      GLG

      • ***
        Zum anderen: Mein Ex wäre dazu gar nicht bereit gewesen.
        ***

        Mal eine provokante Frage:

        Was würde man zu einer Frau sagen, die nicht bereit ist, in Elternzeit zu gehen?

        Ich tippe auf: "Warum bekommst Du dann überhaupt ein Kind??"

        Und warum ist das beim Mann ok, bei der Frau nicht??

        • Hallo,

          vielleicht, weil wir immer noch in den alten Strukturen denken. Die Mutter bleibt bei den Kindern, der Mann geht arbeiten.

          Für mich ist persönlich das auch völlig in Ordnung. Wobei ich sagen muss, dass meine Mutter wieder Teilzeit gearbet hat, als mein Bruder in die Schule kam.

          Er hat immer schwer gelitten, dass seine Mama nicht verfügbar war (für mich war es auch schwierig). Er findet es sehr wichtig, dass die Mutter zu Hause bleibt (macht meine Schwägerin auch).

          Und wenn ein Mann nicht bereit ist, sich full-time um ein Kind zu kümmern (aus welchen Gründen auch immer), wird eine Frau wahrscheinlich eher zurückstecken und nicht auf das Kinder kriegen verzichten, oder?

          GLG

          • ***
            vielleicht, weil wir immer noch in den alten Strukturen denken. Die Mutter bleibt bei den Kindern, der Mann geht arbeiten.
            ***

            So ist es.

            Ich finde dieses Rungeeiere eher anstrengend.

            Entweder man sieht mal zu, diese Denkmuster loszuwerden und Strukturen zu schaffen, die es Männern und Frauen ermöglichen oder sie sogar dahin bringen, sich Erwerbs- und Erziehungsarbeit zu teilen.

            Oder man bleibt in den 50ern. Dann aber auch richtig. Mädchen gehen in die Hauptschule und nix mit studieren etc. Wozu, wenn sie eh hinterher zu Hause bleiben? Geldverschwendung! Dann hätten die Männer auch genug Arbeitsplätze frei.

            Krippen, Ganztagskindergärten etc. machen wir alle wieder zu.
            So spart man eine Menge Kohle, von der man Frauen die Herdprämie zahlen könnte - und ist wenigstens konsequent.

            :-)

    Hallo,

    Nein, würde mein Mann nicht machen. Es sei denn, der Höchstsatz würde angehoben werden, aber die 1800€ sind definitiv zu wenig.

    Abgesehen davon ist mein Mann selbständig, 7 Monate raus aus dem Geschäft wäre ja beruflicher Selbstmord.

    LG Irene

    • ich persönlich kann deine argumente nachvollziehen, denn mein mann ist ebenfalls selbständig (jedoch ohne angestellte) und mit den 1800€- das mußten wir uns durchaus schon gut überlegen, ob wir das machen sollten.

      ABER- gerade das arguemnt selsbtändigkeit: dürfte dann keine frau jemals selbständig arbeiten?
      dürfte dann ein mann keine kinder bekommen, nur weil er bruflich eingespannt ist?

      für uns hat das andere überwogen und da mein mann eher kreativ arbeitet hat eine solche auszeit auch eher zur neuorientierung und zu neuen ideen geführt als ins aus

      (ein freund mit eigener schreinerei und knapp 20 angestellten jedoch, konnte tatsächlich keine elternzeit nehmen- das hätte wohl nicht hingehauen)

      • Hallo,

        Mein Mann hat auch keine Angestellten, trotzdem wäre es Harakiri.

        Natürlich darf eine Frau selbständig sein, dann muss halt der Mann sich um die Kinder kümmern.

        Mein Mann ist sicherlich ein extremer Fall von selbständig, er faehrt Sonntag Nachmittag los und kommt im Normalfall Freitag Abend wieder. und da er definitiv mehr verdient als ich, bin ich bei den Kids und er geht arbeiten. Hätte ich den finanziell lukrativeren Job, wäre es umgekehrt.

        LG Irene

Hallo Nele!

Vorweg: Ich finde, dass Du hier im Forum echt sympathisch rüber kommst und finde Euer Modell wirklich nicht schlecht.

Aber muss jetzt unbedingt noch ein Beitrag zu diesem Thema sein?

>>...dann würde sich die Gesellschaft schon ein Stück weit verändern...<<

Ist das denn sooo unbedingt nötig?
Kann man es nicht einfach endlich mal gut sein lassen und jeden einfach das Modell leben lassen, das er leben möchte ohne ständig darüber zu diskutieren und es zu bewerten oder gar zu verurteilen?
Soll da jetzt schon ein "Zwang" rein? Mama MUSS nach so und so viel Monaten wieder arbeiten gehen? Papa MUSS sich so und so viel in der Betreuung des Nachwuchses engagieren?
Meine Güte, lasst den Familien doch noch einen Rest Eigenständigkeit.

ES GEHT NIEMANDEN ETWAS AN!!!
Es geht niemanden etwas an, ob Frau Meier nach sechs Monaten Babyzeit wieder Vollzeit arbeiten geht oder ob sie zu Hause bleibt, bis der Spross Abitur macht.

Ich bin der Meinung eine Mutter, die arbeiten gehen möchte, wird es auch tun. Die Regierung muss hier lediglich den Ausbau vernünftiger, flexibeler Betreuungsplätze endlich mal voran treiben. Das ist nämlich ein Witz. Hier in meiner Region gibt es für 8(!!)Prozent der unter Dreijährigen einen Betreuungsplatz.

Das einzige Umdenken, das meiner Meinung nach in der Gesellschaft statt finden muss, ist:
Es gibt verschiedene Familien- und Lebensmodell und jedes davon hat seine Berechtigung. Und uns als Gesellschaft steht es nicht zu, diese Modelle zu verurteilen - oder im realen Leben zu bevorzugen bzw. zu benachteiligen. Ich glaube, wenn das endlich mal verinnerlicht würde und man nicht ständig versuchen würde die verschiedenen Modelle gegeneinander auszuspielen, dann würde sich von ganz alleine was ändern in diesem Land.
Dann würden Papas, die gern mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen würden nicht mehr blöd angeguckt und Frauen, die (voll) arbeiten nicht mehr als karrieregeil und als Rabenmütter beschimpft. Genausowenig würden Mütter, die ihre Kinder selbst betreuen permanent angegriffen und diskriminiert.

Es ist doch lächerlich, wirklich.

Das geht jetzt gar nicht gegen Dich persönlich, aber nach soviel #bla das hier ständig wegen diesem Thema aufkommt, geht mir langsam echt die Hutschnur hoch.

Ich gebe Dir allerdings darin Recht, dass Väter, die mehr Zeit in die Betreuung ihrer Kinder investieren möchten, mehr Mut brauchen und für dieses Recht in ihren Betrieben kämpfen müssen.

>>...es wird im hausfrau-mutti-glorifizierten Deutschland nicht passieren<<
Auch darin steckt schon wieder eine sehr negative Abwertung, ob Du das beabsichtigt hast oder nicht!

Liebe Grüße

Damit

***
ES GEHT NIEMANDEN ETWAS AN!!!
***

können wir Urbia schließen. Denn selbstverständlich gehen ALLE Themen hier niemanden etwas an!

Wenn ich ein Thema über habe, lese ich übrigens erstmal keine Beiträge mehr dazu.... bis ich dann wieder Bock drauf habe. Familie und Beruf ist eben ein bestimmendes Thema. Und zu dem Thema dieses Beitrags "Elterngeldbezug ändern"habe ich hier noch nie was gelesen.

Ich bin übrigens erst heute eingestiegen und habe nicht am Wochenende 328 Beiträge im Familienforum geschrieben #rofl

Also: Begnadigung bitte! :-)

Zur Sache:

Ich habe nie etwas gegen das Zuhausebleiben gesagt, ich war selbst gerade Hausfrau. Ich hätte gern echte Wahlmöglichkeit für beide Geschlechter. Also alternative Arbeitszeitmodelle für Mütter und Väter. Und Auszeiten sollten normal sein, genauso das Wiedereinsteigen.
Einen sehr dehnbaren Kitaplatz habe ich zum Glück, das wünsche ich anderen natürlich auch.

Und: Wenn die Frau durch ekzessives Zuhausebleiben und anschließender Scheidung zum Sozialfall wird, geht es die anderen dann immer noch nichts an?

Wenn JA: Gern, dann geht es die anderen aber auch nichts an, wenn man ALG2 bezieht, weil einem die angebotenen Stellen gerade nicht gefallen oder man sich eine Auszeit gönnen will.
Da sollte man nicht mit zweierlei Maß messen, beides ist eine selbst verschuldete Notlage.

LG, Nele

  • Gut, ich begnadige Dich. #rofl
    Wie ich im anderen Beitrag schon gesagt habe, stört mich wohl eher die Art und Weise, wie das Thema diskutiert wird, als das Thema an sich. ;-)

    Gut, zur Sache:

    Mich stört dabei das "müsste", in dem Satz "Also z.B. dass von 14 Monaten Elterngeld der zweite Elternteil nicht 2, sondern mindestens 4 Monate nehmen müsste. Oder gar halbe-halbe."
    Das hat etwas mit Zwang zu tun. So nach dem Motto: Mama DARF nur noch sieben (als Beispiel) Monate Elternzeit nehmen und Papa MUSS sieben Monate Elternzeit nehmen.
    Ich finde das nicht fair, denn damit würde die Regierung den Paaren quasi vorschreiben wie sie ihr Familienleben zu gestalten haben.
    Und das hat dann mit Wahlfreiheit, die Du ja selbst befürwortest, nicht mehr viel zu tun.
    Wahlfreiheit ist ja nichts anderes als FREIHEIT. Die Freiheit zu entscheiden, wie man etwas machen möchte - im Rahmen seiner Möglichkeiten.
    Und wenn man von staatlicher Seite noch mehr knebelt kann da meiner Meinung nach nichts Gutes bei raus kommen.

    Wie gesagt, bei dem Teil das die Väter, die mehr Zeit zu Hause verbringen möchte, mehr unterstützt und in den Betrieben nicht benachteiligt gehören, bin ich ja ganz bei Dir.

    Ich finde einfach, der Staat sollte sich nicht noch mehr ins Familienleben einmischen.

Top Diskussionen anzeigen