Gerichtsurteil

    • (1) 22.03.12 - 14:30

      Hallo zusammen,

      ich habe eben in der Zeitung den folgenden Artikel gelesen:

      http://www.noz.de/deutschland-und-welt/politik/61766155/gericht-weist-klagen-leiblicher-vaeter-ab

      Ich finde das irgendwie paradox. Will sich ein Vater nicht um sein Kind kümmern, ist das nicht richtig und Unterhalt wird eingeklagt. Und dann gibt es Väter wie die im Artikel, die sich kümmern möchten, aber einfach nicht dürfen. Da läuft doch etwas verkehrt.

      Ich bin dafür, dass Väter (und ggf. natürlich auch Mütter) Pflichten und Rechte haben. Wenn sie dann ihre Rechte nicht wahrnehmen, ist das ihr eigenes Problem.

      Wie seht ihr das?

      Gruß
      Sassi

      Hallo!

      Dieses Thema ist extrem komplex und ich denke, eine Gesetzgebung zur allgemeinen Zufriedenheit wird es hier niemals geben können :-(

      Natürlich hat ein Kind das Recht auf seinen leiblichen Vater.

      Aber wenn ein Kind 10 Jahre lang bei Eltern aufwächst und plötzlich kommt da jemand daher, der meint, er wäre doch der leibliche Vater, was macht das mit dem Kind?

      Wenn ich in dem Zusammenhang an meine Große denke.... Mein Mann ist nicht ihr leiblicher Vater. Er kam zu uns, als sie 4,5 Jahre alt war. Seit bald 4 Jahren, also die Hälfte ihres Lebens, ist er nun ihr "Papa". Er hat sich bewusst dafür entschieden, auch meine Große als sein Kind zu sehen. Ihr leiblicher Vater hat uns das letzte Mal besucht, als sie 9 Monate alt war. Was ich alles getan hab, um ein Treffen zu arrangieren! Ich hab ihm hinterher telefoniert. Hab ihm Fotos geschickt. Hab alles getan, damit er sich kümmert. Sie zumindest einmal im Monat besucht! Nichts hat er getan. Heute ist sie 8 Jahre alt und er interessiert sich immernoch nicht für sie. Gut, ich gebe zu, die letzten 3 Jahre hab ich auch nichts mehr in die Richtung getan.

      Ganz ehrlich? Käme der Kerl heute an und würde den Kontakt zu "seiner" Tochter suchen, ich weiß nicht, ob ich das gutheißen könnte. Natürlich weiß meine Tochter, dass mein Mann nicht ihr leiblicher Vater ist. Aber ich kenne leider auch meinen Ex relativ gut :-( Ich weiß, würde er heute anrufen und sein Kind besuchen wollen, er würde sich als Vater aufspielen, würde ihr vermutlich Geschenke machen, ihr sagen, wie sehr er sie vermisst hat, sie in zwei Wochen vielleicht nochmal besuchen und sich dann wieder einige Jahre nicht blicken lassen. Wäre das gut für mein Kind? Ich denke nicht.

      Es gibt genug Väter, die sich um ihre Kinder kümmern wollen. Wo die Mutter den Kontakt unterbindet.

      Es gibt sicher auch genug "Kuckukskinder", wo die "Väter" nicht wissen, dass das Kind nciht von ihnen ist.

      Jedes Kind verdient es, zu wissen, woher es kommt. Aber man müsste hier so viele Dinge berücksichtigen und unterscheiden, das tut sich vermutlich kein Gericht der Welt an.

      Aber wie heißt es so schön? "Allen Recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann" Dieses Sprichwort trifft leider auch auf diesen Bereich zu :-(

      Liebe Grüße!

        • Sehe ich auch so.

          Mein Vater hat sich auch nicht um meine Geschwister und mich gekümmert. Wir haben aber dennoch gwußt, dass es ihn gibt und der Freund meiner Mutter eben nicht unser leiblicher Vater ist. Dennoch hat er uns so behandelt.

    verkehrt läuft es von vornherein, denn die Mutter hat sich ja ganz bewusst dagegen entschieden, den leiblichen Vater zu informieren nach Bekanntwerden der Schwangerschaft.

    M.E. müsste hier angesetzt werden.

    Denn in beiden Fällen war der jeweiligen Mutter klar, wer leiblicher Vater des jeweiligen Kindes ist. Sie ist den einfachsten Weg gegangen und das Kind wird damit um den leiblichen Vater betrogen.

    Das das Gericht jetzt aber entsprechend urteilt, ist allein zum Wohl des Kindes.

    Huhu,

    ich finde das Thema auch zu komplex um umfassend zu antworten - Es gibt ja zig Meinungen dazu.

    Aber, das Urteil bezieht sich ja auf Kinder, die einen rechtlich und sozial vorhandenen Vater haben. Wenn man nun ein Grundsatzurteil gegen diese Konstellation fällt, würde das doch auch bedeuten, dass z.B. ein Samenspender die Anerkennung seiner Vaterschaft fordern kann, obwohl der Ehemann der "Empfängern" rechtlich gesehen der Vater des Kindes ist.

    (Reichlich unwahrscheinlich - aber auch für diese Situation muss ja Rechtssicherheit bestehen).

    #winke

    • (10) 22.03.12 - 14:56

      beides kann man doch nicht vergleichen.

      Ein Samenspender, spendet bewusst.

      Hier haben beide Väter keine Ahnung von der Schwangerschaft der Frau/Freundin gehabt und erst im Nachhinein erfahren, dass sie ein leibliches Kind haben. _ so habe ich es jedenfalls verstanden.

      Trotzdem sehe ich die Entscheidung als richtig an.

Die rechtliche Anerkennung als Vater waere mir gleichgueltig, solange mir der Umgang nicht verwehrt wird. Und das Recht auf Umgang scheint unbenommen...

(12) 22.03.12 - 19:10

Ich denke, du hast das Urteil nicht verstanden.

(14) 22.03.12 - 19:10

"Der Gesetzgeber habe sich entschieden, dem bestehenden Familienverband zwischen dem Kind und seinem rechtlichen Vater Vorrang zu geben gegenüber der Beziehung zum leiblichen Vater (Beschwerdenummer 45071/09 und 23338/09)."

Mann wird nicht durch Zeugung zum Vater. Hier ging es um die Rechte des Kindes.

Gruß

Manavgat

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