Unbefangenheit des Gerichts.

    • (1) 17.04.12 - 09:04

      Hallo.

      Ich habe gestern eine Zusammenfassung der Verhandlung von Breivik gesehen. Ich frage mich, wie kann ein Richter oder auch sein Anwalt unbefangen sein. Wie schaffen sie es, diesem Monster "ehrwürdig" gegenüber zu treten? Gestern haben ihm viele die Hand geschüttelt und sich vor ihm (ein Stück) verbeugt. Der Anwalt muss jemanden vertreten, der 77 Menschen umgebracht hat?

      LG Sophie

      • Hi,

        wenn man es nicht kann, sollte man vllt Verkäufer werden, oder auf dem Bau arbeiten gehen... sicher hat jeder Richter und Anwalt und Co. bestimmt eine eigene Meinung zu diesem oder jenem Fall... aber im besten Fall, sollte man in diesen Berufen seine eigene Meinung hinten anstellen und seine Arbeit tun. Das gleiche gilt für Ärzte, die Mörder und Konsorten behandeln oder auch Gefängniswärter, Psychologen und Co.

        ich persönlich könnte es nicht und bin deshalb Verkäuferin geworden#schein

        • #danke für deine Antwort.

          Ich bin Pädagogin. ich wäre dafür also auch gänzlich ungeeignet.

          Habe gerade den Prozessauftakt von heute gesehen. Und wenn mit ihm gesprochen wird, sieht das allles so "nett2 und "freundlich" aus. Stimmt, sie müssen das sein. Auch wenn es noch so schwer fällt. #schwitz

          LG

      Hi!

      Wenn man seinen Job auch nur ein bisschen ernst nimmt und sich daran erinnert, welchen Grundsätzen man folgen möchte, seine Emotionalität mal ein wenig zurückstellt und den Verstand in den Vordergrund rückt, dann schafft man das.

      Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, wieso so viele Menschen alles ständig und ausschliesslich von der emotionalen Ebene aus betrachten müssen/wollen. Rationalität kann etwas sehr Positives und Hilfreiches sein. Nichts gegen Gefühle, die sind natürlich auch wichtig...aber vernunftgeleitetes Denken bringt den Menschen erstaunlich weit.

      Grüsse

      serdes

      • #danke für deine Antwort.

        Ich weiß auch nicht. Aber mir fällt er hier sehr schwer, die Emotionen auszuschalten. Er sagt, er findet es schade, nicht noch mehr Menschen umgebracht zu haben. Er plädiert auf "Freispruch". Er sagt er hätte "aus Notwehr gehandelt". Auch ohne Gefühle, finde ich diese Aussagen nicht normal.

        LG

        (6) 17.04.12 - 09:48

        Hi,

        glaube, dass Rationalität hier die einzige Möglichkeit sein wird, Richter & Co. selber vor Leid zu bewahren.

        Möchte in diesem Fall mit keinem von ihnen tauschen. Richter & Co. werden hier einer harte Prüfung unterzogen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es allen von ihnen gelingen wird, ihre Gefühle auszublenden und rational zu urteilen. NIcht in so einem Fall.

        LG nic

        • (7) 17.04.12 - 09:56

          Es geht ja auch nicht darum Gefühle vollkommen auszublenden. Natürlich darf man auch in dieser Position Gefühle haben, aber sie sollten nicht im Vordergrund stehen und auch nicht das Urteilen und Handeln anleiten.

          Ich denke nicht, dass es zuviel verlangt ist, bewusst und reflektiert auf eine Sache zuzugehen und sich von seiner Vernunft leiten zu lassen. Ich denke sogar, dass jeder Mensch dies leisten könnte, wenn er denn wollte (mit wenigen Ausnahmen bei denjenigen, die nicht mit einer gewissen Reife und Intelligenz bedacht sind).

          Grüsse

          serdes

          • (8) 17.04.12 - 10:18

            "Es geht ja auch nicht darum Gefühle vollkommen auszublenden. Natürlich darf man auch in dieser Position Gefühle haben, aber sie sollten nicht im Vordergrund stehen und auch nicht das Urteilen und Handeln anleiten."

            Das ist schon richtig, aber hier liegt ein ganz extremer Fall vor.

            " Ich denke sogar, dass jeder Mensch dies leisten könnte, wenn er denn wollte"

            Nein, das glaube ich nicht. Die Menschen sind emotional und das waren sie schon immer. Die intelligentesten Menschen haben Emotional gehandelt und konnten ihr Leben eben nicht rational leben.

            (9) 17.04.12 - 10:27

            übrigens habe ich größten Respekt vor den am Fall beteiligten Personen und denke, dass es auch im Extremfall gelingen wird, Gefühle unter Kontrolle zu halten und rational zu denken.

            ABER ich möchte nicht wissen, wie es diesen Menschen nach Abschluss der Sache ergehen wird. So etwas steckt niemand so einfach weg. Das glaube ich nicht. Der eine verarbeitet das Gesehene und Gehörte besser als der andere. Der ein oder andere wird aber sicherlich darüber sinnieren, ob er den richtigen Job gewählt hat (oder er wird gerade darin bestärkt, den richtigen Job gewählt zu haben).

    Ich könnte es auch nicht, und frage mich das auch oft. Aber als Richter und Verteidiger solltest du es können.

    • #danke für deine Antwort

      Ich denke, man muss es können. Aber ich denke auch, immer Inneren der Richter sieht es schon bisschen anders aus. Ich mein, sowas lässt doch niemanden kalt...

      LG

      • Denke ich auch nicht, aber berufsbedingt wird er es im griff haben müssen, und ich dneke das diese Berufsgruppe nicht allzuviel Gefühl zulassen darf, sonst wären sie seelische Wracks bald

        • ich glaube gerade nicht, dass jeder Richter oder Staatsanwalt oder Anwalt im Stande ist, Gefühle zu trennen.

          Sie haben natürlich nicht dauernd mit so grausamen Fällen zu tun. Kann mir dennoch vorstellen, dass sehr viele von ihnen nach so einem Prozess ganz schön zu leiden haben und sich so einige Fragen stellen werden wie Sinn des Lebens & Co.

(14) 17.04.12 - 09:29

Hi,

"Der Anwalt muss jemanden vertreten, der 77 Menschen umgebracht hat?"

Warum nicht, es ist deren Job und für die Karriere auch nicht schlecht so einen Fall gehabt zu haben.

lg:-)

jove

  • (15) 17.04.12 - 09:33

    #danke

    Hmm... Ich denke, der Anwalt wird es nicht unbedingt leichter haben im Leben nach diesem Prozess. Ich denke, es wird viele Menschen geben, die ihn dafür hassen werden. Auch wenn er es tun muss.

    LG

Top Diskussionen anzeigen