Eine moralische Zwickmühle - Bitte um (konstruktive) Inputs

    • (1) 17.04.12 - 09:44

      Hey,

      also, ich bräuchte bitte mal eure ehrlichen Meinungen zu einer Situation in der ich mich gerade befinde. Ich versuche sie sachlich zu schildern.

      Beim Ausräumen des alten Schuppens meines Freundes haben wir alte Tagebücher seiner (mittlerweile verstorbenen) Ex-Freundin gefunden. Die dürften (mit allem anderen Kram) dort einfach gelagert worden sein, nachdem sie sich getrennt hatten. Jetzt sind sie wieder aufgetaucht.

      Ich habe kurz auf die Daten der Einträge geschaut, sie dürfte da um die 15-16 Jahre alt gewesen sein. Sie starb mit Anfang 20.

      So, was mache(n) ich(wir) nun mit diesen Tagebüchern? Irgendwie denke ich, ich will sie nicht entsorgen. Da stehen die Gedanken und das Leben eines Menschen darin, von dem sonst nicht wirklich viel übrig bleiben wird, außer Fotos und die Erinnerungen die ihre Eltern an sie haben. Wir hatten anfangs überlegt, die Bücher ihren Eltern zu bringen. Allerdings weiß ich von meinem Freund, dass sie als Teenager wohl schon etwas schwierig war. Soll ich die Bücher nun lesen und dann entscheiden, ob ihre Eltern wohl so genau über ihr verstorbenes Kind bescheid wissen wollen (die letzte Seite des Tagebuches endet im Übrigen mit einem groß und fett geschriebenen: "Ich hasse meine Eltern"). Andererseits gehen mich die Gedanken dieses Menschen ja auch wieder überhaupt nichts an.

      Mich beschäftigt das gerade sehr (ja, ich bin so ein Weichei :-) ). Bitte gebt mir Inputs, vielleicht fällt es mir dann leichter eine Entscheidung zu treffen. Ich will die Tagebücher nämlich nicht bei mir zu Hause haben und weiß daher nicht, wohin ich sie geben soll oder ob wir sie doch entsorgen sollen.

      Danke schon mal für eure Meinungen.

      Liebe Grüße
      emeri

      • Ich weiß ja nicht unter welchen Umständen sie gestorben ist, oder wie die Familie auseinander gegangen ist, finde aber doch das die Tagebücher zu ihren Eltern gehören. Es ist eine Erinnerung an ihre Tochter, egal wie sie gewesen sein mag und egal was sie über ihre Eltern geschrieben hat.

        Ich glaube, ich würde die Eltern kontaktieren und sie fragen, wie mit den Tagebüchern zu verfahren ist.

        LG,
        tajeetah

        Hallo!
        Ich würde auch die Eltern fragen. Die sollten entscheiden, was damit passiert. Und selber entscheiden, ob sie sie lesen möchten.

      • Hallo emeri,

        Tagebücher von anderen Leuten zu lesen, ist für mich ein Vertrauensbruch, der gar nicht geht. Auch nicht oder gerade nicht, wenn derjenige schon verstorben ist.

        Ich würde die Tagebücher ungelesen an die Eltern übergeben, die dann entscheiden sollen, was sie damit machen.

        GLG

          • Hallo,

            also ich würde nicht wollen, dass meine Tagebücher von irgendwelchen Leuten gelesen werden, die sie vielleicht irgendwann in die Hand bekommen.

            Deswegen mache ich das auch nicht.

            Vielleicht war Vertrauensbruch auch das falsche Wort dafür, Respekt vor einem anderen möglicherweise das bessere.

            GLG

      <<<Andererseits gehen mich die Gedanken dieses Menschen ja auch wieder überhaupt nichts an.>>>

      So ist es !

      Die Bücher würde ich den Eltern persönlich vorbeibringen. Wenn die sie dann entsorgen ist das deren Angelegenheit, aber vielleicht gibt es ihnen sehr viel, wenn sie die Gedanken ihrer verstorbenen Tochter lesen können, und so vielleicht sogar einige offene Fragen aus der Welt geschafft werden.

    (11) 17.04.12 - 10:39

    okeeee... also da sehe ich ja doch schon eine sehr eindeutige tendenz. ;-) ich werde es heute abend noch einmal mit meinem freund besprechen. da es sich um seine ehemalige freundin handelt denke ich, dass er im endeffekt entscheiden muss was geschieht. ich wollte mich nur mal umhören, wie so die tendenzen sind. :-)

    danke nochmal. :-)

    Ich würde es schrecklich finden, wenn jemand meine Tagebücher liest, geschweige denn dass meine Eltern sie in die Hände bekommen (obwohl da nichts Negatives über sie drin stehen).

    Ich bin da vielleicht etwas schräg oder morbid veranlagt oder was auch immer. Aber ich würde die Bücher in eine Metallkiste packen, irgendwo an einem netten Ort ein Loch buddeln und sie vergraben.

    So einfach in den Müll werfen, ist für mich jedoch ein Frevel.

    • Absolut

      Tagebücher wollen nicht gelesen werden

      Natürlich sind die umstände des Todes zu berücksichtigen und wie. Aus sich eltern und Tochter zum Zeitpunkt des Todes waren

      Abe vergraben(vielleicht sogar in ihrem Grab) find ich das beste

      • "Tagebücher wollen nicht gelesen werden"

        Dann allerdings frage ich mich, warum ueberhaupt Tagebuecher geschrieben werden.... ich denke, letztlich wollen sie gelesen werden...und sei es ein paar Generationen spaeter...

        • Aber ich schreib es doch extra in ein Buch

          Da hat wohl jeder eine andere Auffassung

          Ich formuliere mal um

          Meine Tagebücher wollen nicht gelesen werden

          Is schon lange her das ich geschrieben hab und ich würde sie meinen Eltern nicht zumuten

          Sicher eine ganz individuelle Entscheidung

          Lg

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