Spielsucht

    • (1) 03.05.12 - 23:01

      Hallo,
      meine Freundin ist seit Dezember 2011 eine allein erziehende Mutter...und seitdem läuft ihr Leben aus dem Ruder.Vor 3 Wochen hat sie mir gebeichtet, das sie Spielsüchtig ist und ihre Rechnungen, Miete usw.nicht mehr bezahlen kann.Ihr neuer Partner hat ihre geholfen und ihre Schulden beglichen.

      Sie versprach, ab jetzt nicht mehr zu spielen.Heute kam sie..hat vor 2 Tage schon wieder 500 Euro verspielt#schock
      Sie ging zu einer Beratung und hat sich selbst Hausverbot erteilen lassen...aber irgendwie habe ich das Gefühl, das dies nicht ausreichen wird.

      Hat jemand Erfahrung damit?Wie kann ich ihr helfen?Kann man ihr im größeren Umkreis Hausverbot erteilen lassen?

      Im Moment bin ich etwas überfordert damit#gruebel

      LG botanikmaus

      • Hallo,

        ich kenne einige Leute, die spielsüchtig sind. Und ich kenne KEINEN, der es geschafft hat, da raus zu kommen.

        Ein Hausverbot wird da, meiner Meinung nach, so gut wie nichts nützen, Es gibt wirklich viele Spielotheken, Personal wechselt ständig und ich kann mir kaum vorstellen, dass sie wrirklich jeden Gast anschauen, ob er sich nun Hausverbot hat erteilen lassen oder nicht.

        Die einzige Möglichkeit aus meiner Sicht: sie darf nicht an ihr Geld kommen. D.h. sobald Geld da ist alles zahlen, keine ec-Karte mehr. Und jemanden, dem sie vertraut und der das Ganze überwacht. Leicht wird es nicht. Beinah unmöglich.

        So lange sie nicht aufhören will, wird sie es nicht tun.

        LG

        • Hallo,
          ich arbeite zur Zeit selbst in einer Spielhalle und im Gegensatz zum Casino`s kann man sich in normlen Spielhallen nicht sperren lassen, bzw. sich selbst Hausverbot geben lassen. wenn dann müßte der Gast sich daneben benehmen bzw. randalieren.

          ich sehe auch nur die einzige möglichkeit gegen die Spielsucht anzukämpfen wäre ihr Geld einzuteilen bzw. zu beaufsichtigen was sie mit dem geld macht.

          Leider sind uns Servicekräften die Hände gebunden .

          Wünsche deiner Bekannten das sie den weg raus schafft

          LG Birgit

      Hallo,

      eine einmalige Beratung wird da nicht nutzen.

      Seit wann spielt denn deine Freundin? Seitdem sie allein erziehend ist oder war die Spielsucht vielleicht sogar der Grund für die Trennung?
      Deine Freundin braucht Psychotheraphie, zu Beginn vielleicht sogar stationär, später ambulant.

      Sie muss herausfinden, warum sie spielt (Langeweile, der "Kick", berufliche Überforderung, soziale Probleme, Probleme einer sinnvollen Freizeitgestaltung, "Flow" in negativer Ausrichtung, "magisches Denken", Verlustängste...).

      Gerade Spielsucht mit ihrer intermittierenden Verstärkung ist prädestiniert für die Manifestation der Sucht. Es ist wichtig, dass sie in der Therapie erkennt, was beim Spielen im Gehirn passiert und dass sie professionelle Tipps bekommt, wie sie dagegen vorgehen kann. Sie muss lernen, dass der Erfolg beim Spielen nicht mit ihrem eigenen Handeln zu tun hat, sondern rein vom Zufall abhängt.

      Wichtig ist, dass deine Freundin wirklich willens ist, gegen ihre Sucht vorzugehen, aber das scheint sie ja zu sei. Sie sollte auch überlegen, eine Schuldnerberatung in die Lösung ihrer Krankheit einzubeziehen, da ihre Familie und ihr neuer Partner ja finanziell mit in den Ruin gezogen würden. Wie schon erwähnt sollte man ihr kein Geld zur freien Verfügung geben. Einkäufe zusammen planen, das Geld knapp bemessen zuteilen und die Einkäufe auch kontrollieren.

      Es wird ein langer, steiniger Weg werden und ich wünsche deiner Freundin die Kraft, das durchzuhalten.

      Liebe Grüße,
      delfinchen

      • Seit ca.3 Jahre spielt sie...ich dachte gelegentlich.Sieht so aus, das es sich mit den Jahren "zugespitzt" hat und seit sie mit ihrer Tochter alleine wohnt, das ganze eskaliert ist.

        Der Grund für die Trennung war es nicht...sie hatten sich nach über 20 Jahren auseinander gelebt...

        Sie ist vor ein paar Wochen gekommen und hatte sich Geld geliehen...ich dachte mir nichts dabei....hatte das auf die Trennung geschoben...sie musste ja auch erst einmal Fuß fassen.Hätte ich gewusst, das das Geld in die Automaten fliesst...:-(

        Ich war noch nie in so einer Situation..und kann mich auch gar nicht hineinversetzten...warum, wieso, weshalb...

        Sie ist so eine liebe Person, herzensgut und lustig...ich hätte ihr das niemals zugetraut..bin eigentlich noch immer geschockt..

    Hallo,

    ich habe während meiner Ausbildung ein paar Jahre nebenbei in einer Spielothek gejobbt und ich habe da viele Existenzen zu Grunde gehen sehen.
    Ich muss meinen Vorrednern leider absolut recht geben. Erstens habe ich keinen der Leute aus der Spielfalle (da waren Menschen jenseits der 70 dabei) entkommen sehen und bei Vielen waren zwar die guten Vorsätze da, aber selbst wenn sie eine zeitlang nicht mehr gekommen sind, irgendwann ging es wieder von vorne los.
    Spielsucht ist wie Alkoholsucht ein sehr ernstes Problem und ohne einen starken Willen und das Einsehen lügt sich deine Freundin weiterhin in die eigene Tasche.
    Wenn du die Zeit hast, biete doch an sie zur Beratung zu begleiten. Sie braucht jetzt einen Menschen der ihr halt gibt. Das Bezahlen der Schulden durch den Partner zeigt ihr leider nicht den Ernst der Lage.
    Was ich am Schlimmsten fand, war das einige der Leute die ich in diesem Umfeld kennen lernte, leider kriminell wurden um an Geld zum Verzocken zu kommen.
    Ich persönlich war froh, das Ganze hinter mir zu lassen, auch wenn ich selbst nie einen Cent in so einen Automaten geballert habe.

    Viel Glück!
    Milla

  • Hallo,

    deine Freundin kann sich, wenn überhaupt, nur selbst Hausverbot erteilen lassen, was allerdings recht irrsinnig ist, da sie dieses auch jederzeit wieder aufheben lassen könnte.

    Das Stichwort hierzu wäre: Entmündigung. Und genau das ist sie nicht.

    Du kannst nichts für sie tun, außer seelisch, körperlich und helfend für sie da zu sein.

    Auf gar keinen Fall solltest du helfen, indem du ihr Bargeld gibst. Sollte Sie tatsächlich so schlimm dran sein, dass sie nicht einmal mehrein Brot für sich und ihr Kind kaufen kann, tu du dies.

    Es tut mir leid, mehr kann ich dir leider auch nicht dazu sagen.

    Liebe Grüße

    Danke für eure ehrliche Erfahrungen...das ganze ist noch schlimmer,

    als ich gedacht hätte:-(

    Ich muss ehrlich sagen...ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen, das der Mensch so schwach ist, um nicht damit aufhören zu können#gruebel..war schon in Las Vegas und hatte ein Münze reingeworfen... und tatsächlich 80 Dollar gewonnen...habe mich gefreut und bin bin meinem Mann schön essen gegangen..#freu

    • Meinst du wirklich das das nur mit Schwäche zu tun hat? Ich glaube das diese Sucht echt heftig ist....wenn man einmal in diesem Teufelskreis steckt, ist es wirklich verdammt schwierig dort wieder rauszukommen.

      Dieser Kick etwas zu gewinnen, sich etwas leisten zu können, Kaffee zu trinken und dabei eine Zigarette zu rauchen, einfach abschalten, den Alltag hinter sich zu lassen - ich weiß nicht, aber dadurch kann man wohl schon süchtig werden....vielleicht auch der Kick etwas zu machen, was viele eben nicht machen, etwas "Verbotenes" zu tun....keine Ahnung - andere saufen, kaufen, nehmen Drogen oder sind sexsüchtig....irgendwie alles scheiße....

      Alles Gute#blume

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