Ich kann es nicht mehr hören: Schlecker-Betriebsrat bittet um Hilfe bei der Politik!

    • (1) 18.06.12 - 09:12

      Ich kann es wirklich nicht mehr hören! Und das schlimmst sind die Leute die meinen denen auch noch recht geben zu müssen und auf die Politik schimpfen!:-[

      Mir tun die Mitarbeiter auch leid, aber mir tut auch jeder Arbeiter bei Siemens, Opel, Nokia und die vom kleinen Malerbetrieb um die Ecke leid die unverschuldet ihren Arbeitsplatz verlieren!

      Ist den ein Schleckermitarbeiter mehr wert, als ein Siemensmitarbeiter oder ein Mitarbeiter aus einem kleinen Betrieb der gehen muss weil die Firma Pleite ist oder nur noch rote Zahlen schreibt?
      Wo kommen wir den da hin wenn jetzt die Schlecker Mitarbeiter aufgefangen werden? Wo fängt es an und wo hört es auf?

      Ja die Frauen bei Schlecker sind oft schon älter und tun sich schwer auf dem Arbeitsmarkt, ja klar - leider ist das so, aber das tun sich auch alle anderen Frauen die älter sind und ihre Arbeit verlieren!

      Es geht jetzt wieder ein Aufschrei an die Politik weil es ja so viele Arbeitsplätze sind, ja es sind viele - keine Frage. Aber Hilfe von der Politik zu fordern, finde ich eine Unverschämtheit!

      So das musste jetzt mal raus! Wer es nicht lesen mag, soll es lassen!

        Sie hat aber grundsätzlich Recht. Es verlieren jedes Jahr etliche Menschen ihre Arbeitsplätze durch Insolvenzen. Die werden auch nur im Rahmen des normalen Insolvenzgeldes aufgefangen und müssen sich dann auf dem Arbeitsmarkt behaupten. Wieso also sollte man nun für die Schleckermitarbeiter Ausnahmen machen?

    Ich sehe es so ähnlich!
    Was sich natürlich Schlecker selber in den letzten Jahren geleistet hat ist schon ein großes Stück!

    Als meine Tante mit 51 Jahren in einem kleinen Betrieb entlassen wurde weil der nicht wirtschaften konnte, hat kein Hahn danach gekräht.

  • Hallo,

    ich kenne schon mal eine ehemalige Schleckermitarbeiterin, die während der ersten Kündigungswelle entlassen wurde und die macht jetzt Luftsprünge, hat sie doch einen enorm tollen Job gefunden, der auch noch 3fach so gut bezahlt wird.

    Sklaven werden nicht gekündigt, Sklaven werden verkauft. Die Politik wird die Frauen schon an andere Sklavenjobs verscherbeln.

    LG Ella

    • <<Sklaven werden nicht gekündigt, Sklaven werden verkauft. Die Politik wird die Frauen schon an andere Sklavenjobs verscherbeln.>>

      Es hat dooch niemand die Frauen gezwungen, dort zu arbeiten. Und wie du selbst geschrieben hatr, können sie auch bessere Jobs durchaus finden.

      Wie schließt du dann darauf, dass die Politik diese Frauen an irgendeinen Sklavenjob verscherbelt?! Ist doch Blödsinn... die müssen das ganz normale ich suche mir einen neuen job Prozedere mitmachen, wie jeder andere auch.

      Wenn man nun mal nicht so hoch qualifiziert ist, kann man halt keinen Managementposten übernehmen. Und auch wenn es viele sind und das eine Katastrophe für die ist, ist es für alle anderen auch eine Katastrophe wenn sie ihrem Job verlieren... sonst meckern doch immer alle, dass der Staat nicht genug tun würde um Leute in ihrem Traumjob zu bringen?!

Hallo,

meine ehemalige Firma hat auch alle drei Fachinformatiker, mich inklusive, entlassen.

Mich will auch keiner einstellen, weil alle Firmen Vollzeitkräfte, wenn möglich, ohne kleine Kinder wollen. (Die könnten ja krank werden oder bei spontanen Kundenterminen nicht betreut sein...) Aber danach kräht in der Politik kein Hahn. #aerger

LG
Heike

Hallo,

ich finde auch, dass es traurig für die Angestellten ist, wenn die Firma pleite geht. Egal welche Firma, welcher Größe.

Und ich denke, dass der Staat nichts in den Geschäften der Firma Schlecker zu suchen hat- wenn ein Unternehmen nicht mehr läuft, muss es vom Markt. So ist es und so muss es auch bleiben, damit die Wirtschaft funktioniert.

ABER: Der Betriebsrat ist die Arbeitnehmer Vertretung des Unternehmens und kann nicht mit der Spitze, also den Inhabern, gleichgesetzt werden. Dass die Arbeitnehmer nach jedem Stohhalm greifen ist ja verständlich.

Was ich nicht verstehe ist, warum nicht die Führung des Unternehmens verantwortlich gemacht wird, sondern ständig die Politik?! Oder wird das von den Medien so dargestellt, weil lieber auf die Politik geschimpft wird...?

Letztendlich müssten alle Maßnahmen, die der Staat ergreift wieder vom Steuerzahler finanziert werden- und wäre das Geschrei an anderer Stelle wieder groß.

Hallo!

Ich stimm dir voll und ganz zu. Natürlich ist es für die Schlecker Mitarbeiterinnen tragisch ihren Job zu verlieren, zumal durch die Insolvenz natürlich jetzt enorm viele Frauen ähnlicher Qualifikation auf den Arbeitsmarkt strömen. Aber nur weil sie in einem Großunternehmen beschäftigt waren, haben sie doch nicht mehr Rechte als andere, die aufgrund von Firmenschließungen ihren Job verlieren. Nicht zuletzt muss man das Problem in diesem Fall ja auch regional betrachten: Bundesweit verlieren jetzt natürlich sehr viele Frauen ihre Jobs, aber die einzelnen Schlecker-Filialen beschäftigen ja in der Regel nur so viele Frauen, wie unbedingt notwendig sind. In aller Regel waren in den Schlecker-Fillialen ja maximal 2 Frauen gleichzeitig anwesend, viele waren nur teilzeit beschäftigt.

Die Schlecker-Filliale in dem Ort, in dem ich aufgewachsen war, hatte in der Woche 55 Stunden geöffnet, das macht bei doppelter Besetzung 110 Arbeitsstunden. In Randzeiten (abends und morgens) war oftmals nur eine Kraft anwesend, sodass ich eher von 100 Arbeitsstunden in der Woche ausgehe. 40 Arbeitsstunden werden durch die Fillialleiterin abgedeckt, bleiben also noch 60 Stunden über, die von 3 Halbtagskräften belegt wurden. Es haben also in dem kleinen Ort 4 Arbeitnehmerinnen gleichzeitig ihren Job verloren (die teils nur durch interne Schlecker-Schulungen qualifiziert waren und keine kaufmännische Ausbildung hatten).

Als meine Eltern in eben diesem Ort ihr Einzelhandelsgeschäft schließen mussten, waren deutlich mehr Kräfte betroffen (Kleidungsgeschäft über 3 Etagen, die alle meistens 1,5-fach besetzt waren), und kein Politiker hat sich irgendwie krum gemacht, um die Kräfte zu vermitteln (ganz im Gegenteil, der Bürgermeister der Gemeinde hat den Ortsteil, in dem ich aufgewachsen bin, strukturell eher noch geschwächt als gestärkt). Sie fielen ja auch in der Statistik nicht weiter auf. Und das waren alles gut qualifizierte Kräfte, die allerdings deutlich jünger waren als die Schlecker-Frauen.

Wobei das in einer ländlichen Region auch nicht unbedingt ein Vorteil ist. Die Mitarbeiter meiner Eltern hatten meist Familie und waren dadurch regional gebunden. Und die Familien waren auf das Einkommen der Mitarbeiter angewiesen.

Aber meine Eltern haben bis zum letzten Cent gekämpft. Jedes Jahr haben sie sich wieder mit dem Steuerberater zusammengesetzt und überlegt: Geht es noch ein Jahr, schaffen wir das finanziell. Dabei ist auch so mancher privater Groschen in den Betrieb geflossen - das ging so weit, dass Gehälter aus der Altersvorsorge meiner Mutter gezahlt wurden... An diesen Kampf glauben ich bei Herrn Schlecker nicht. Ich bin mir sicher, der hat seine Schäfchen schon ins Trockene gebracht! Und da soll jetzt plötzlich die Politik helfen? Die kann von mir aus helfen, indem sie Herrn Schlecker in die Pflicht nimmt, der ja offensichtlich Jahre lang gut an seinen Mädels verdient hat - auf Kosten seiner Mitarbeiter.

Liebe Grüße!

  • GENAU darum gehts - der hat seine Millionen in der Hinterhand - ganz sicher.
    Und die Allgemeinheit soll nun für seine unglaubliche Alleinherrschaft und Frechheit zahlen.
    Mir tun die Frauen genauso leid - aber die vielen anderen, nach denen kein Hahn kräht, auch.
    LG Moni

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