Damals und heute im Freibad *silopo*

    • (1) 19.06.12 - 19:58

      Hi !

      Irgendwie ist das Freibad unserer Stadt der Platz, an dem mir immer wieder bewußt wird, wie schnell die Zeit vergeht.
      Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich damals in den 70ern als kleines Kind mit meinen Eltern dort hinging. Erst planschte ich in einem ziemlich kleinen, blaugestrichenen Kinderbecken aus Beton und meine Eltern lagen auf einer Decke in Sichtweite auf der Wiese. Sitzgelegenheiten gab es damals noch nicht.
      Wenn ich Hunger bekam, gingen wir in die Freibad-Cafeteria. Dort gab es für mich eine versalzene Portion fettiger Pommes (lecker !) und danach ein wirklich giftgrünes Wassereis.
      Am Schluß haben meine Eltern die Decke ausgeschüttelt und ich durfte mich dabei wie in eine Hängematte reinlegen.

      Als Jugendliche lag ich dann immer auf der großen Liegewiese. Heißbegehrt war damals die eisgekühlte "Kleine Reblaus" für 1, 20 Mark. Im Wasser war ich damals weniger, lieber bin ich in wirklich winzigen Bikinis mit meinen Freundinnen am Beckenrand flaniert ;-).

      Als ich mein erstes Kind bekam, war ich wieder am Planschbecken, das mittlerweile aus Edelstahl war. Ängstlich habe ich jeden seiner Schritte beobachtet, ihn alle 5 Minuten abgetrocknet und eincremt. Genau 2 Pommes hat er an diesem Tag bekommen.
      Mittlerweile ist er 18 und kauft sich seine Pommes selber. Und liegt mit seiner Freundin auf der Liegewiese.

      Unsere "Nachfolgekinder" durften dann aber eine ganze Portion Pommes in der Freibad Beach-Bar (Cafeteria gibts nicht mehr) essen. Und ein Mini-milk obendrein.

      Heute Morgen war ich endlich mal wieder ganz allein im Freibad. Zum Schwimmen. Danach hatte ich Lust auf ein Wassereis. Aber giftgrünes gab es nicht. Für so ein blaßes Ding gebe ich keine 60 Cent aus...Und die kleine Reblaus haben sie auch nicht mehr im Sortiment :-(. Wäre aber eh zu früh am Tag dafür gewesen.

      Habt ihr auch solche Orte, an denen euch bewußt wird wie schnell die Zeit vergeht ?

      Gruß,

      vam-pir-ella

      • Jaaaa#verliebt

        Mein Sohn drückt jetzt die Schulbank, in der gleichen Schule wie ich vor ca 25 Jahren.
        Es riecht dort immer noch wie immer, irgendwie nach Buntstiften :-D und die gleiche Lehrerin rennt dort auch noch rum.
        Und mit dem Schwimmbad, geht es mir wie dir, nur dass unser Babybecken immer noch so aussieht wie vor 30 Jahren.:-) Und die Pommes von heute schrecklich schmecken

        Hallo,

        Orte eher nicht. aber wenn ich meine Nichte sehe, die jetzt 16 wird und die ich vor 15 Jahren mit dem Kiwa durch die Gegend geschoben habe und die jetzt fast genauso alt ist wie ich damals, dann werde ich "wehmütig".

        vg, m.

      hallo, mir geht es auf dem balkon meiner eltern so. als ich klein war, wohnte ein altes ehepaar ohne eigene enkel gegenüber. für die beiden war es das größte, jedes frühjahr zu sehen, wie viel weiter ich nach dem langen winter gewachsen bin bzw. wie weit ich schon über's geländer gucken kann.
      die beiden nachbarn durften es leider nicht mehr mit erleben, aber mittlerweile guckt fast schon mein kleiner über's geländer...
      lg, #stern

      Hallo,

      Orte nicht aber ich kam mir unglaublich alt vor als ich feststellte das der Schwimmkurs in dem meine Tochter schwimmen gelernt hat die selbe ist bei der ich damals Schwimmen gelernt habe.

      LG dore

    • Hallo

      Ja, solche Orte "im Wandel der Zeit" habe ich auch....

      Meistens sehe ich aber an Personen, wie die Zeit vergeht... Meine beste Freundin hat im Mai geheiratet und ich habe seit Ewigkeiten auf der Hochzeit ihren Bruder wieder gesehen... Als ich meine Freundin vor 17 Jahren (#schock) kennenlernte, war ihr kleiner Bruder 6 Jahre alt und ein Knirps, der uns immer am Hintern hing, was er allerdings auch immer durfte :-p Tja, nun stand plötzlich ein erwachsener junger Mann vor mir, der mir locker mal eben auf den kopf spucken könnte und trank Erdbeerlimes mit mir #schein Hätte mir das jemand vor 17 Jahren gesagt, hätte ich es nicht geglaubt.... :-p Diese Situation ha uns beide kurzzeitig doch ein wenig sentimental werden lassen.... ;-)

      Als wir letztens unser Schlafzimmer umgeräumt haben, habe ich eine alte Fotokiste gefunden, die ich unter dem Bett gelagert hatte... Das war mit meinem ersten Fotoapparat, damals noch mit Film ;-) Was ich da für Bilder drin entdeckt habe, die ich schon völlig vergessen hatte.... Wow! Das war echt Wahnsinn... Heute hat man das meiste ja nicht mehr als Foto in der Hand, sondern digitalisiert auf dem Computer... Bilder auf Papier waren irgendwie was viel schöneres...

      Unser Sohnemann hat letztens (wahrscheinlich ebenfalls bei der Umräumaktion) eine alte Filmdose mit einem vollen Film gefunden... Ich will die einfach interessehalber mal abgeben, ob man vielleicht noch Fotos davon entwickeln kann... Bin gespannt, was man darauf sieht...

      Ja, irgendwann merkt man das Alter und ja, das sage ich mit meinen süßen 29 Jahren....

      LG

      Oh ja, Freibad - da werde ich auch wehmütig.
      Als Kleinkind bin ich in nem rechteckigen Betonbecken gewesen, dass nur durch einen morschen Holzzaun vom großen Becken getrennt war.

      Unser altes Freibad hatte in der Mitte eine Kneipe (obendrüber wohnte der Bademeister mit Familie) und an der Theke dort wurde alles verkauft: Fettige Pommes, Pizzaschnitten, belegte Wecken und Eis. Wahlweise habe ich entweder Dolomiti oder Brauner Bär gekauft. Und für 50 Pfennig gab es eine gemischte Tüte mit saurem Gummizeugs.

      Die Umkleiden waren an der Seite - so Holzverschläge mit div. "Spannerlöchern" und es roch darin immer leicht modrig.
      Die Klos waren versifft und man stand immer irgendwie im Nassen (gehen wir mal davon aus, dass es nur Wasser war;-))

      Der Bademeister schmiss einen hochkant aus dem Strandbad, wenn man zu doll ins Becken sprang (verboten) oder hat "Beckenverbot" erteilt, was bedeutete, dass man für den Rest des Tages im See (Bodensee) gebadet hat. Dort gab es einen langen Steg ins Wasser und die großen Jungs haben am Ende ihre tollkühnen Sprünge ins Wasser vorgeführt, was auch verboten war, da der See an dieser Stelle vorallem bei Niedrigwasser nicht tief genug war. Es gab auch einen Unfall mit Querschnittslähmung:-(
      Eine besondere Mutprobe war es, bei Hochwasser unter der Plattform des Stegs durchzutauchen - Sicht unter Wasser gleich Null, Orientierung Fehlanzeige - wir sind aber alle heil am anderen Ende angekommen.
      Wer besonders tollkühn war, nahm auf der Plattform Anlauf und sprang mit Köpfer über das Geländer.

      Heute ist das Strandbad komplett umgebaut. Es gibt die Kneipe in der Mitte nicht mehr, sondern ein richtiges Restaurant mit Terasse und einem Kiosk. Die Umkleiden und Klos wurden abgerissen und neu gebaut. Das Babybecken gibt es nicht mehr, dafür ein Kinderbecken mit Wasserpilz und Rutsche.

      Und der Bademeister lebt nicht mehr. Dafür gibt es jetzt Rettungskräfte, die dort über die Saison arbeiten und es sind deutlich mehr.
      Den Steg mit Plattform gibt es noch aber dort sitzt jetzt ein Aufpasser - reinspringen traut sich niemand mehr (nach dem Unfall wurde es immer noch gemacht).

      Als ich jünger war, durfte ich zwar alleine ins Strandbad, musste meiner Mum aber versprechen, dass ich nicht im See bade (zu gefährlich). Leider bekam auch ich an diesem Tag Beckenverbot (reingesprungen) und "musste" dann natürlich in den See. Als ich heimkam hat meine Mutter sofort gewusst, dass ich im See war (gab ne ordentliche Ohrfeige, weil ich gelogen habe - ja, damals waren Ohrfeigen durchaus üblich - und ich habe mich lange gewundert, wer da gepetzt hat. Niemand, sie hat es gerochen#rofl Seewasser riecht halt anders als Chlorwasser;-)

      Als das Bad umgebaut wurde, bin ich jahrelang nicht mehr dort zum Baden. Erst jetzt, durch meine Tochter gehe ich wieder - grad heute waren wir direkt nach der KiTa den ganzen Tag.

      Hi.
      Ich bin ja von der Heimat weggezogen und vor 2,3 Jahren mal zu Besuch dagewesen...
      Ich habe kaum noch etwas wiedererkannt!
      Nur das Haus, in dem ich aufwuchs, steht noch und mich tröstete etwas, dass vor meinem alten Zimmerfenster Kindergardinen hingen - ich habe gerne in diesem Zimmer gewohnt...

      Lustig finde ich es, wie meine Erinnerung mit Geschmäckern und Gerüchen verbunden ist - frischgemähtes Gras, bestimmte Süßigkeiten usw...
      Und zack - bin ich wieder Kind;-)
      Sehr zur Freude meiner Kinder, da ich grade den Naschis nicht widerstehen kann!
      GlG, Locke

      Hallo,

      ja, das Schwimmbad ist sicher so ein Klassiker, wo man den Wandel der Zeit nachvollziehen kann.

      Mein spezieller Ort sind die Wiesen in meinem Heimatort, durch die wir vor 35 Jahren als Kinder gestromert sind. Aus damals verwilderten Obstwiesen sind mittlerweile lichte Wälder geworden. Die Löcher, die wir damals gebuddelt haben, um unsere Hütten zu bauen, findet man aber noch heute, ebenso wie die Steine, mit der wir unsere Lagerfeuer umgrenzt hatten.

      Ab und an gehe ich mit meinen Kindern zu diesen vertrauten Orten meiner Kindheit, wenn wir 'Heimaturlaub' machen. Ich bekomme dann immer noch eine Gänsehaut . . .

      Viele Grüße

      Ralf
      (in Erinnerungen schwelgend)

      OH ja das kenn ich doch irgendwoher. Wir sind früher auch immer dort gewesen und ich bekam fast nie einen Frikadellensemmeln. Ich mußte immer die Mohrenkopfbrötchen essen. Klar kriegt man nicht alles aber das wurmt mich heute noch zwinker. Ich kann die Teile nämlich nicht mehr wirklich ab seitdem.
      Ela

      bis ich 9 war waren wir mindestens 3-4 Mal die Woche im Bad da gab es immer eine Sanddornmilch (liebe ich heute noch) und ein Griebenschmalzbrot oder 3 kleine Bratwürste .....und ich wollte doch so gern ein Fix und Foxi Eis. btw Schwimmen habe ich auf Spiekeroog in den Sommerferien mit 5 gelernt

      In unserem Schwimmbad war das damals so:

      Je älter und cooler du warst, desto weiter oben auf der abschüssigen Liegewiese lag dein Handtuch.

      Richtig cool war ich glaube ich nie - aber ich wurde älter.
      Und rutschte somit ebenfalls weiter nach oben.

      Im Nachhinein ganz schön doof, weil ich extrem kurzsichtig bin und war.
      Das heißt, den Weg zum Becken legte ich mit gesenktem Haupt, eingezogenem Bauch und der stillen Hoffnung zurück, in keine Biene zu treten.

      Heute gehöre ich zu den Müttern, die ihre Laken recht nah am Becken haben und die Grätsche schaffen müssen zwischen den Kindern, die beaufsichtigt werden müssen und den Teenager-Kindern, die lieber im Erdboden versinken würden, als in der Nähe ihrer Familie zu leben.

      Das ist der Lauf der Dinge.
      Erkenne dich und deinen Stand im Leben durch die Lage deines Handtuchs :-)

      LG,
      tajeetah

      In "meinem" Freibad war ich schon als 1. Klässler und es ist fast nicht wieder zuerkennen. Durch Modernisierung und Umbauten ist es schon anders.

      Aber der Kiosk ist immer noch an der selben Stelle. Und noch heute tragen meine Kinder ihr Geld dort hin für eine Brausesschlange, einen Wunderkaugummi etc.

      Noch gehen meine Kinder mit mir mit (zumindest der Kleine) und wir werden uns jetzt einen anderen "Stammplatz" suchen. Am Kinderbecken liegen ist wohl uncool.

      In meiner ehemaligen Grundschule ist immer Wahltag. Als ich mit 18 das erste mal wieder nach vielen Jahren da hin kam fand ich das Gebäude total klein und ganz anders!

      Und früher hat alles viel besser geschmeckt. Ob es brauner Bär ist (wurde hier erwähnt), die Plastikdrinks mit dem Plastikdrehverschluss, das Wassereis in der Plastikhülle (10 Pfennig).

      Ach... war schon schön so Ende der 70er.... Kind sein würde ich aber nicht mehr wollen ;-)

      Schönes Thema...

      So gings mir vor 2 Tagen auch, als wir mit unserer Tochter im Freibad waren. Das gleiche Freibad, in dem meine Eltern mit mir früher schon waren... die Schwimmbecken wurden vor ein paar Jahren komplett erneuert, aber sonst sieht alles noch relativ gleich aus... die leicht vergammelten Umkleiden, die Liegewiese, der Kiosk.

      Dort riecht es sogar wie früher, an den Geruch nach Würstchen, Pizzaschnitten und Süßkram kann ich mich gut erinnern.

      Früher gab es dann entweder Bum-Bum-Eis (das rote mit dem Kaugummi-Stiel) oder Wassereis für 30 Pfennig, wahlweise giftgrün oder Cola. Oder diese Zuckerperlen-Ketten.
      Die gibts heute auch noch, aber meine Maus isst lieber Eis... das ist immer drin, wenn wir im Freibad sind, das gehört einfach dazu.

      Im Herbst kommt sie in die gleiche Schule wie ich früher... bin mal gespannt, wie viel sich dort verändert hat.

      LG Leonie #herzlich

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