Schwanger mit 16, Abbruch?

    • (1) 25.06.12 - 14:08

      Hallo,
      ich weiss nciht genau wohin mit dieser Frage (finde ins ungewollt schwanger passt das nciht unbedingt), daher versuche ich es jetzt hier.

      Folgende Situation.

      Junges Mädchen, wird in kürze 17, wird von ihrem Freund (18) (inzw. Ex Freund) schwanger.
      Sie geht zum Gyn, die Schwangerschaft wird bestätigt und der Arzt stellt sie, zwecks abbruch, vor die Wahl:

      Konfliktgespräch bei ihm, Abbruch in der Klink
      Abbruch bei ihm, Konfliktgespräch bei einem anderen Arzt.

      Das soll soweit stimmig sein, wie ich inzw weiss und ich habe das foto (per mail) der Bescheinigung gesehen.

      Das Mädchen wählt das Konfliktgespräch bei ihm, den Abbruch für Übermorgen in der Klinik (scheint eine Tagesklink zu sein)

      Die KK (DAK) würde das ohne Antrag übernehmen, weil sie noch unter 18 ist und eh von Zuzahlungen befreit wäre.
      Sie ist in der Ausbildung.

      Sie sagt, das ganze würde ohne Wissen ihrer Eltern ablaufen und das ist auch ihn ansinnen.

      Beide Beteiligten sind nicht meine Kinder, aber der Freund steht in fam. Verbindung mit mir und deswegen mache ich mir auch Gedanken.
      Die Eltern der beiden haben keine Ahnung und das soll auch so bleiben.

      Geht das eigentlich so einfach? Das Mädchen ist knapp 17.
      So ein Abbruch ist doch ein operativer Eingriff, geht das ohne Unterschrift der Eltern?
      Ich kann mir das nicht vorstellen, aber..... es kann sie ja auch niemand zum Abbruch zwingen, da gibt es ja ein Gesetz.
      Von daher überlege ich, ob andersrum nicht auch so ist.
      Ich gehe mal davon aus, das man sie nicht zum Fortführen der Schwangerschaft zwingen kann und würden Eltern die Unterschrift verweigern, wäre das minderjährige Mädchen ja "gezwungen"!
      also doch ohne Unterschrift möglich?

      Weiss da jemand etwas genaues? Gern auch per pn.
      Ich habe dem Mädchen meine Hilfe angeboten, ich würde sie auch begleiten, aber nichts unterschreiben
      Mache ich mich da eigentlich strafbar? Was wenn etwas passiert?

      Ich kann sie doch aber nicht "allein" lassen, wenn sie um Hilfe bittet.
      Ich musste aber versprechen den Eltern nichts zu sagen, ihre würden auch nicht gut reagieren.
      Ich stecke irgendwie in einer Zwickmühle und finde beide wege falsch.... uahhh

      • Hallo, meiner Meinung nach trägt der Arzt die Verantwortung.

        Eine junge Frau, die fast 17 ist, kann auch schon selbst über ihr Leben und dem des Neugeborenen entscheiden.

        Natürlich wäre es besser, dass zu den Eltern ein gutes Vertrauen bestehen würde, doch das ist in dem Fall nicht so, wie du schreibst.

        Du kannst ihr Beistand anbieten, wenn sie es ablehnt, mußt du damit leben. Dich trifft keine Schuld. Die Eltern hätten besser mit ihren Kindern kommunizieren sollen.

        Lotta

        Hallo!

        Dieser Artikel ist da sehr aufschlussreich:

        http://www.aerztekammer-berlin.de/10arzt/30_Berufsrecht/08_Berufsrechtliches/06_Behandlung_von_Patienten_Pflichten_Empfehlungen/40_Merkblatt_Schwangerschaftsabbruch.pdf

        Wenn die Kosten des Abbruchs nicht durch die KK übernommen würden, bräuchte die Schwangere die Einwilligung der Eltern, da sie nicht bzw. nur bedingt geschäftsfähig ist (die Kosten für eine Abtreibung fallen sicher nicht mehr unter den Taschengeldparagraphen). Die Kostenübernahme scheint in diesem Fall aber ja wohl geklärt.
        Dann ist noch die Frage, ob die Schwanger dem operativen Eingriff zustimmen kann, und das kann sie mit fast 17 Jahren i.d.R. schon, es sei denn, es liegt eine Reifeverzögerung vor. Das zu beurteilen liegt im Ermessen des Arztes.

        Allerdings würde ich - wenn ich Frauenarzt wäre - einen Abbruch ohne Einwilligung der Eltern ablehnen. Die körperlichen Folgen eines Schwangerschaftsabbruches sind das eine, die kann man geheim halten. Aber was ist mit den seelischen Folgen? Keine Frau steckt eine Abtreibung einfach so weg, schon gar nicht ein junges Mädchen. Und wie will so ein junges Ding dann den Eltern ihre psychische Verfassung erklären? Und obendrein geht es ja nicht nur um die Mutter sondern auch um das ungeborene Kind. Vielleicht hätte das Kind ne Chance, wenn die Eltern bescheid wüßten und das junge Paar unterstützen würde.

        An Deiner Stelle würde ich den beiden noch einmal ins Gewissen reden und ihr klar machen, dass eine Abtreibung keine Bagatelle ist.

        Liebe Grüße!

        • Das habe ich schon und nicht nur ich.
          Ihre Eltern würden ein riesen Fass aufmachen, sie hat eh schon viel Ärger mit ihren Eltern und seiner Mutter würde es psychisch das Genick brechen.
          Klingt merkwürdig, ist aber so.

          Wäre zuviel zu erklären.

          Danke dir

        • Mit 17 ein Kind zu bekommen und sich damit u.U. die Zukunft kaputt zu machen, ist aber erst recht keine Bagatelle.

          ins Gewissen reden?!

          Wie selbstherrlich ist das denn?!

          und weswegen?

          Weil sie Sex hatte?

          Weil die Verhütung versagt hat?

          Weil sie jetzt kein Kind will?

          Weil sie von dem Kerl kein Kind will?

          Wer zum Kuckuck hat hier zu richten?

          Ich finde das unerträglich.

          Gruß

          Manavgat

      Man benötigt zudem doch auch einen Beratungsschein einer anerkannten Beratungsstelle, oder bin ich da falsch informiert?

      Es ist ab 16 (u.U auch ab 14) möglich, einen Abbruch ohne Unterschrift und Kenntnis der Eltern durchzuführen.

    (10) 25.06.12 - 22:57

    Es geht Dich nichts an und ja, die junge Frau kann das ganz allein und selbstbestimmt entscheiden.

    Das ist auch gut so.

    Gruß

    Manavgat

    • Nein, es geht mich nichts an, aber ich werde sie kaum ins offene Messer laufen lassen wenn sie mich um hilfe bittet.
      Sie ist 16, ich bin so alt wie ihre Mutter und habe selber vier Kinder.
      Soll ich ihr vor den Kopf stossen und sagen "geht mich nichts an"?

      • Hallo!

        Gerade weil du nicht sagst "geht mich nichts an", bist du so wertvoll für das Mädchen.

        Rechtliche Lage hin oder her (ich kann da auch nicht weiterhelfen) - du bist in einer schweren Lage an ihrer Seite, bist Gesprächspartner und versuchst zu helfen. Das alleine zählt schon so viel.

        Lass dich nicht beirren, natürlich muss in erster Linie das Mädchen mit der Entscheidung leben, aber vielleicht erleichterst du ihr mit Gesprächen und Unterstützung diesen Schritt, wenn schon nicht die Eltern als Gesprächspartner zu Verfügung stehen.

        LG und alles Gute!
        d.

    Hallo,

    "Es geht Dich nichts an..."

    Du hast aber schon gelesen, dass das Mädchen um Hilfe gebeten hat und somit selbst dafür gesorgt hat, dass die TE nun sehr wohl involviert ist...#kratz

    Gruß,

    Smilla

    Oh meine Güte ey wie bist du denn unterwegs?

    Das 17 jährige Mädel bat ja schliesslich im ihre Hilfe!

    Lies doch einfach den Beitrag nochmal.

Hallo

Konfliktgespräche machen auch Ärzte? Dachte nur sowas wie proFamilia oder DonumVitae.

Und es ist nicht immer ein operativer Eingriff. Wenn sie noch nicht in der 9ssw ist, dann gehts auch mit Tabletten.

Du machst dich meines Wissens nicht strafbar, nur weil du sie begleitest.

Ich finde es gut, dass du ihr so zur SSeite stehst und dich kümmerst.

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