Straftat: Reicht der Kostenvoranschlag?

    • (1) 25.06.12 - 16:57

      Hallo,
      vor 14 tagen kam es unter einer Gruppe jugendlicher zum Handfesten Streit, dabei musste einer seine Wut loswerden und schlug praktischerweise meine Fahrerscheibe im Auto kaputt.
      Er verletzte sich dabei sehr heftig, es fand sich überall Blut.
      Die Polizei konnte seine Blutspur bis zu Nachbarn von mir verfolgen, die sich aber in Schweigen hüllen.
      Von den Nachbarn war es niemand, das ist sicher.
      Es gab inzw. auch einen anonymen Hinweis, der aber leider nur einen Vornamen und den Hinweis auf vergangene Straftaten betraf.
      Die Kripo ist zuversichtlich das sie den Täter ermitteln können, es fehlt noch eine wichtige Zeugenaussagen (Zeuge weigert sich bislang) und die Spurensicherung hat massenweise Blutspuren gesichert.

      Nun mein Problem.
      Mein Auto , Vw Golf Konmbi, ist schon recht betagt und hat eine größere Selbstbeteiligung.
      Aufgrund von div. Umständen, hatte ich nun nicht das Geld für eine Werkstatt.
      Ein Bekannter hat mir die Scheibe besorgt und eingebaut, da er lange Jahre bei VW gearbeitet hat war das auch kein Ding.
      Wir haben über 4 Stunden am Auto gearbeitet, mit Aussaugen, Blut entfernen, aus,- und einbau der Scheibe.

      Nun grübel ich, wie läuft das ab wenn der Täter gefasst wird.

      Bezahlt er nur die Scheibe, oder wird unser Einsatz drum herum auch bezahlt?
      Mein Bekannter hat mir nun, sicherheitshalber, von VW einen entsprechenden Kostenvoranschlag besorgt, der genau das beinhaltet was wir gemacht haben, aber komme ich damit auch durch? Reicht das?

      Wie forder ich das Geld von ihm? Per Anwalt? Per Versicherung? Privat?
      Ich habe da keine Ahnung und würde mich freuen, wenn jemand mit Ahnung mich kurz aufklärt.

      Lg nibiru

      • Falls die Polizei den Täter ermittelt, kannst du über dessen Versicherung (wenn er denn eine hat) Kosten geltend machen. Im besten Falle machst du das über einen Anwalt. Ob "nur" die Scheibe ersetzt wird, oder auch die Reinigungskosten, kann ich dir nicht genau sagen. Ich würde aber davon ausgehen, dass es komplett gezahlt werden muss, wenn ALLES von ein und der selben Firma mit einem Mal gemacht wurde (also Ausbau der defekten Scheibe, Reinigung, Einbau, Stundenlohn ... Ust.).

          • Eventuell die Haftpflichtversicherung, wenn der "Täter" die Sache so dreht, dass er bei der Streiterei unter den Leuten "versehentlich" in die Autoscheibe geschlagen hat ... oder so was ähnliches.

            Man kann doch alles drehen und wenden ... #gruebel

            • Da bräuchte er aber einen verdammt guten Anwalt. ;-)

              Damit eine Autoscheibe kaputtgeht, muss man schon gezielt dagegenschlagen. Und selbst wenn dies in Wut geschieht, ist es Vorsatz und keine Fahrlässigkeit.
              Vorsatz ist auch, wenn man nicht will dass jemand zu Schaden kommt, dies jedoch billigend in Kauf nimmt. Im vorliegenden Fall: "Ich wollte aus Wut irgendwo gegenschlagen, ich wollte nicht, dass die Scheibe kaputtgeht."

              Wo käme auch sonst die deutsche Rechtssprechung hin, wenn jeder behauptete: "Nö, war keine Absicht, ich hab nur in Wut versehentlich zugeschlagen/ zugetreten/ zugestochen..." ;-)

              Die einzige Chance sähe ich, wenn der Täter aus irgend einem Grund für unzurechnungsfähig erklärt würde. Doch selbst dann bin ich mir nicht sicher.

              LG :-)

      Hallo,

      da ich in Bahnhofsnähe wohne, kamen bei mir immer wieder mehr oder weniger große Schäden an Fahrzeugen vor - auch Schäden durch umparken inkl. Fahrerflucht.
      Von meinen insgesamt 12 Motorrädern wurden 9 beschädigt oder umgefahren ohne das der Täter ermittelt wurde.
      Vier Wochen später bekommt man dann einen schrieb von der Staatsanwaltschaft, das das Verfahren eingestellt wird, weil kein Täter ermittelt werden konnte.

      Nach meiner Erfahrung ist die Polizei motivierter dabei sich vor schüchternen

      15 Jährigen Mofafahrern aufzuplustern, statt Schachbeschädigung zu verfolgen.
      Soll heißen: Wenn man den Täter nicht selber vorführt, wird das nichts.

      ..und selbst wenn du so ein Früchtchen erwischt, wird der oft nicht bestraft, wenn der ordentlich rumheult, das seine Lehrstelle, Studium oder was auch immer dann den Bach runter geht und wenn er Besserung gelobt. Ach ja...die schlimme Kindheit...dann wird das Verfahren oft auch eingestellt oder eine Klage ist (O- Ton ) "ausnahmsweise entbehrlich" - dies bei einer Körperverletzung inkl. zwei Op´s.

      Somit wäre ich da nicht so optimistisch, das der Täter ermittelt wird und wenn, mußt du den Schaden eh auf dem Privatklageweg einfordern, was wiederum Kosten verursacht.

      Automatisch zahlt dir keiner den Schaden.

      Da der Schaden nicht so hoch ist, muß man bei uns erst zum Schiedsmann

      Da du Antragsteller bist, darfst du dann erstmal 10 Euro bezahlen. Für den schiedsspruch, den du nicht akzeptieren mußt, wird nochmals eine gebühr von 25 - 40 Euro fällig, die du selbstredend bezahlen darfst.

      Dann steht dir der Klageweg offen. Man muss keinen Anwalt nehmen. Allerdings ist ein Anwalt halt besser, weil dieser die richtigen Anträge stellt und auch weiß wie er agieren muss.
      Versicherung? Tja - wenn du eine entsprechende Rechtschutzversicherung hast, die das abdeckt, wäre das nützlich.
      Ansonsten ist das oft gutes Geld, Schlechtem hinterher werfen......traurige Realität

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