Mal was zum Nachdenken

    • (1) 01.07.12 - 10:56

      Die unwahrscheinliche Revolution von Dr. Bernd Niquet

      Das Wesen von Revolutionen ist es eigentlich, dass man sie

      niemals vorhersehen kann. Es gibt jedoch Revolutionen, die

      hinterher durchaus plausibel sind, die eigentlich passieren

      "mussten", es gibt aber auch Revolutionen, die wirklich un-
      wahrscheinlich waren.

      Fuer mich ist die Internet-Revolution eine Revolution, an die

      ich niemals richtig geglaubt habe. Und warum habe ich nicht

      daran geglaubt? Weil ich niemals gedacht haette, dass der

      Mensch seine Sprache freiwillig eintauscht gegen das Tippen

      von Saetzen auf einer Tastatur.

      Man muss sich ja auch nur mal im Netz umschauen. Wie peinlich

      das oft ist. Oder auch, wenn man Emails bekommt. Meine Guete.

      Wenn man jemanden auf der Strasse, im Lokal oder in der Disco

      trifft, dann kann man sich schminken, neu frisieren oder gute

      Klamotten anziehen. Man kann sich sogar neue Zaehne machen

      lassen oder zum Logopaeden gehen, um nicht mehr zu lispeln.

      Gar Sprachunterricht kann man nehmen.

      Doch was dagegen in den Mails und im Netz umherflattert,

      spottet oft jeder Beschreibung. Vielfach ist gar nicht zu

      verstehen, was gemeint ist, weil der Autor selbst von den

      grundlegendsten Kommaregeln noch nichts gehoert hat.

      Was da als "Visitenkarten" umgeht, ist heftig. Aus diesem

      Grunde verstehe ich die Begeisterung ueber dieses Medium

      nicht. Und die damit verbundene Revolution erst recht nicht.

      Man tauscht doch auch nicht einen Bentley gegen ein Tretboot.

      Vielleicht ist das natuerlich auch ein persoenliches Problem

      von mir. Noch heute baue ich beim Tippen so viele Unfaelle,

      dass es laenger dauert, diese hinterher zu beseitigen als es

      gedauert hat, den gesamten Text zu schreiben. Und wie schoen

      ist Reden doch dagegen!

      Frueher hatte mich mein Vater weichgeklopft, doch einen

      Schreibmaschinenkurs zu belegen. Denn wenn man Schreibmaschi-
      ne schreiben koenne, waere alles leichter. Da hat er sicher

      Recht gehabt. Doch ich habe den Kurs nach ein paar Stunden

      geschmissen.

      Was ich ueberhaupt nicht verstehe, ist, warum wir mit der

      Spracherkennungssoftware nicht weitergekommen sind. Ich hatte

      so etwas schon Mitte der neunziger Jahre, doch das war zuge-
      gebenermassen noch nicht ausgereift. Doch seitdem sind ueber

      15 Jahre vergangen. Und immer noch tippen die Menschen ihre

      schlechten Rechtschreibkenntnisse auf Minitasten ihrer

      I-Sonstwasse anstatt komfortabel zu reden.

      Das ist schon wirklich aeusserst verrueckt. Vielleicht ent-
      spricht das aber auch eher unserer heutigen nuechternen Welt.

      Denn um wie viel einfacher ist es, "Ich liebe dich" oder auch

      "Du Arsch" auf die Tastatur zu tippen, als es jemandem Auge

      in Auge zu sagen.

    In meinen Augen nichts anderes als einer der pseudo-kritischen Texte, der einfach nicht die Möglichkeiten verstanden hat, sondern die Unfähigkeit der breiten Masse als Beweis für seine Denkweise nimmt.

    Und wenn schon Copy & Paste kann man wenigstens auch den Text leserlich darstellen und Quellenangabe machen - man muss sowohl mit Sprache als mit Schrift umgehen können.

    • Besser? Musste zum Saunasonntag, daher nur in Eile kopiert.

      Ich lese die Kolumnen des Autors sehr gerne, weil man auch etwas Fantasie dazu benötigt. Im Grundtenor hat er aber ausnahmslos recht.

      Die unwahrscheinliche Revolution von Dr. Bernd Niquet

      Das Wesen von Revolutionen ist es eigentlich, dass man sie niemals vorhersehen kann. Es gibt jedoch Revolutionen, die hinterher durchaus plausibel sind, die eigentlich passieren "mussten", es gibt aber auch Revolutionen, die wirklich unwahrscheinlich waren.

      Fuer mich ist die Internet-Revolution eine Revolution, an die ich niemals richtig geglaubt habe. Und warum habe ich nicht daran geglaubt? Weil ich niemals gedacht haette, dass der Mensch seine Sprache freiwillig eintauscht gegen das Tippen von Saetzen auf einer Tastatur.

      Man muss sich ja auch nur mal im Netz umschauen. Wie peinlich das oft ist. Oder auch, wenn man Emails bekommt. Meine Guete. Wenn man jemanden auf der Strasse, im Lokal oder in der Disco trifft, dann kann man sich schminken, neu frisieren oder gute
      Klamotten anziehen. Man kann sich sogar neue Zaehne machen lassen oder zum Logopaeden gehen, um nicht mehr zu lispeln. Gar Sprachunterricht kann man nehmen.

      Doch was dagegen in den Mails und im Netz umherflattert, spottet oft jeder Beschreibung. Vielfach ist gar nicht zu verstehen, was gemeint ist, weil der Autor selbst von den grundlegendsten Kommaregeln noch nichts gehoert hat. Was da als "Visitenkarten" umgeht, ist heftig. Aus diesem Grunde verstehe ich die Begeisterung ueber dieses Medium nicht. Und die damit verbundene Revolution erst recht nicht.
      Man tauscht doch auch nicht einen Bentley gegen ein Tretboot.

      Vielleicht ist das natuerlich auch ein persoenliches Problem von mir. Noch heute baue ich beim Tippen so viele Unfaelle, dass es laenger dauert, diese hinterher zu beseitigen als es gedauert hat, den gesamten Text zu schreiben.

      Und wie schoen ist Reden doch dagegen!

      Frueher hatte mich mein Vater weichgeklopft, doch einen Schreibmaschinenkurs zu belegen. Denn wenn man Schreibmaschine schreiben koenne, waere alles leichter. Da hat er sicher Recht gehabt. Doch ich habe den Kurs nach ein paar Stunden
      geschmissen.

      Was ich ueberhaupt nicht verstehe, ist, warum wir mit der Spracherkennungssoftware nicht weitergekommen sind. Ich hatte so etwas schon Mitte der neunziger Jahre, doch das war zugegebenermassen noch nicht ausgereift. Doch seitdem sind ueber 15 Jahre vergangen. Und immer noch tippen die Menschen ihre schlechten Rechtschreibkenntnisse auf Minitasten ihrer I-Sonstwasse anstatt komfortabel zu reden.

      Das ist schon wirklich aeusserst verrueckt. Vielleicht entspricht das aber auch eher unserer heutigen nuechternen Welt. Denn um wie viel einfacher ist es, "Ich liebe dich" oder auch "Du Arsch" auf die Tastatur zu tippen, als es jemandem Auge in Auge zu sagen.

Das ist die Art Text, die ich grundsätzlich als Ausrede älterer Mitbürger verstehe, die Angst vor den neuen Medien haben bzw. den Überblick über diese Art Kommunikation längst verloren haben.

Die Kunst ist, und ist schon immer gewesen, sich alle gegenwärtigen Arten des Kommunizierens zunutze zu machen.

Und was ich zu Bedenken gebe möchte:

Wie viele wichtige Dinge wären gar nicht angesprochen worden, wenn es die schriftliche Kommunikation nicht gäbe? Und das nicht erst seitdem es Mails, SMS, Whatsapp, ICQ, Skype & Co gibt.

Das Wort Liebesbrief ist schließlich entstanden, bevor es die Schreibmaschine gab.

"Internet-Revolution "

Hab ich was verpasst? #kratz

Und - benutzt du für dein Geschäft etwa das Internet, mobile.de oder Emails?

Ja?
Dann erkläre doch bitte mal, warum du die Sprache gegen das Tippen tauschst.

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