Wann hört es auf? (*lang*)

    • (1) 11.07.12 - 09:13

      Hallo zusammen,

      jetzt muss ich mir auch mal was von der Seele schreiben.

      Um uns herum scheint grad der Wurm drin zu sein.

      Zuerst die Diagnose bei meiner Mutter, dass sie Brustkrebs hat. Sie hat alles durchgemacht, OP, Chemo, Bestrahlung, Kur, und jetzt 5 Jahre Tabletten nehmen. Zeitgleich haben wir erfahren, dass wir ein Kind bekommen (gewollt). Das gab ihr Gott sei Dank die nötige Kraft den Krebs zu besiegen. Es war für sie ein sehr harter Kampf und es gab einige Komplikationen. Mittlerweile erfreut sie sich daran, wenn sie mindestens einmal im Monat (natürlich mit Übernachtung) ihren Enkel besuchen kommen kann (wir wohnen 300km weit weg), es ist für sie wie eine Kur in Etappen, wenn sie hier bei uns ist. Und für meinen Vater natürlich auch. Jetzt wurde bei meiner Mutter auch noch Arthrose an der rechten Hand festgestellt.

      Im Sommer letzten Jahres habe ich mitbekommen, dass zwischen meinem Bruder und seiner Frau es nicht mehr so recht läuft, sie haben zwei Kinder und ein Haus. Mittlerweile sind sie getrennt (sie hat nen neuen Freund), aber anscheinend lief es schon mehrere Jahre nicht mehr so zwischen den beiden, so dass es nur noch eine Frage der Zeit war, wann sie sich trennten. Sie sind aber im Guten auseinander gegangen und wollen noch Freunde bleiben (alle leben im Moment noch im Haus zusammen, sie geht wieder arbeiten und sucht sich ne Wohnung, solange darf sie im Haus bleiben).

      Da jetzt beide Elternteile arbeiten gehen, mein Bruder hat 3-Schichtsystem, seine Frau weiß ich grad nicht, sind die Kinder meistens alleine zu Hause. Ich mache mir Sorgen um sie. Mein Neffe ist 16 Jahre und meine Nichte ist 12 Jahre alt. Zum Glück wohnen meinen Eltern schräg gegenüber, dort können sie wenigsten z.B. Mittagessen gehen, wenn zu Hause keiner ist, oder einfach so hin gehen. Meine Eltern sind beide schon in Rente und daher eigentlich immer zu Hause, wenn halt keine Termine anstehen. Ich würde gerne mehr für sie da sein, aber ich kann im Moment auch nicht oft dorthin fahren. Aber zumindest konnte ich meiner Nichte eine Woche schöne Ferien bereiten.

      Dann, auch im Sommer letzten Jahres, einen Monat vor der Geburt, ging meine Ehe fast den Bach runter. Ist eine andere lange Geschichte. Zeitgleich hatte mein Mann seinen Arbeitgeber gewechselt. Paar Monate später hat bei ihm im Geschäft ne neue angefangen zu arbeiten, und da ging es los, dass er gemobbt wurde. Die haben ihm Sachen unterstellt und Behauptungen aufgestellt, die gar nicht stimmten. Fazit: 1. Abmahnung. Ab da ging es über einen Anwalt. Fazit: 2. Abmahnung mit weiteren Unterstellungen, die nicht stimmten. Fazit: Gericht und mein Mann bekam Recht. Er hat natürlich dort gekündigt und geht mittlerweile wieder arbeiten.

      Anfang dieses Jahres schien es wieder ruhiger zu werden. Von wegen.
      Ich bekam die Woche von meiner anderen Schwägerin (Frau vom Bruder meines Mannes) einen Anruf, dass bei ihrer Mutter jetzt auch Brustkrebs diagnostiziert wurde. Aber bei ihr ist es weitaus schlimmer, die Ärzte haben ihr nur noch Zeit bis Dezember gegeben. Im letzten Jahr sind schon ihre Großeltern gestorben, und jetzt das mit ihrer Mutter. Und dazu kommt noch, dass bei ihrem Sohn vor ein paar Wochen Streptokokken diagnostiziert wurde, und er sowieso schon ein ADS-Kind ist.

      Tja und heute Morgen bekomme ich dann zu hören, dass ihr Mann sie damit voll im Stich lässt, sie sogar noch anmotzt und sie beschimpft, warum das Bad nicht sauber wäre. Der Oberhammer: sie sind anscheinend schon in Paartherapie (wusste ich nicht, mein Mann hat es mir heute Morgen erzählt) und ihr Therapeut meinte zu ihm, es wäre bei ihm vielleicht sinnvoll, wenn er Antidepressiva nehmen würde, damit er aus seinem Loch rauskommt. Sie weiß nicht, wie lange sie das noch mitmacht. Sie haben auch zwei Kinder, aber kein Haus.

      Nächste Hiobsbotschaft. Letzten Monat waren wir mit Freunden weg (sie haben zwei Kinder und ein Haus, wohnen dort erst seit einem Jahr). Als wir uns von den beiden verabschiedeten, machten wir schon Pläne fürs nächste Treffen. Sie sagten, dass wir beim nächsten Mal unsere Schwimmsachen mitbringen könnten damit wir zusammen in ihren Pool können. Schön, hat uns sehr gefreut. Dann ein paar Tage später hat mich meine Freundin angerufen und gesagt, dass sie sich am Abend (an dem Tag wo wir gemeinsam weg waren) noch getrennt haben. Anscheinend lief es schon längere Zeit nicht mehr so rosig. Auch sie wollen noch Freunde bleiben.

      Bei allen drei Paaren sind entweder mein Mann oder ich Paten.

      Was ist da los? Was kommt als nächstes? Hört das irgendwann mal auf, oder wird es zumindest besser?

      Mein Mann heute Morgen noch so: Jetzt fehlt nur noch, dass mit seinen Eltern noch irgendwas ist. Ich hoffe mal nicht. Das andere reicht schon.

      Naja, eins fällt mir noch ein. Meine Stieftante, die bei meinen Eltern noch lebt, sie ist zu 100% behindert, wird heute an den Augen operiert: grauer Star.

      Danke fürs zuhören. Das ganze musste jetzt mal raus.

      lg capricorn81

      • Hallo,

        ich kenne das wenn es dicke kommt, dann richtig. Du scheinst auch jemand zu sein, dem das alles mitnimmt, auch wenn es Dich nicht persönlich trifft (Trennungen).

        Aber weisst Du was, sieh Dir Deine Familie an, Ihr habt Eure Krise geschafft, arbeitet weiter dran, das ist Dein Ruhepool, wo die Kraft herkommt.

        LG Mimi

        • Hallo Mimi,

          ja, da hast du recht, wenn dann dicke.

          Ja, es nimmt mich mehr mit, als ich eigentlich will. Ich versuche ja schon mit Worten wie "Jeder ist für sein eigenes Leben verantwortlich" und so mir es nicht zu stark zu Herzen zu nehmen.

          Danke für deine liebe Worte. Wir werden weiter dran arbeiten.

          lg capricorn81

      Hallo capricorn, du konzentrierst dich zu sehr auf das Negative. Versuche, das was alles Positiv und gut ist, zu sehen. Verändere deinen Standpunkt, von wo aus du alles betrachtest.

      LG rapunzel

      • Hallo Rapunzel,

        normalerweise sage ich das auch immer. Aber im Moment fällt es mir sehr schwer. Es ist zu viel geworden.

        Meine Liste ist ja noch länger, ich habe nur nicht alles aufgezählt, weil ich nicht über alles reden will.

        Nur so viel noch:
        Meine Tante ist vor 2 Jahren an Gehirntumor gestorben.

        In der nahen Verwandschaft hat einer Lungenkrebs, ist zwar in Behandlung, aber es wird nicht wirklich besser.
        und was mit meinem Vater genau los ist, will ich mal nicht sagen.

        Und wenn ich letztes Jahr nicht so eine Ehekrise gehabt hätte, würde ich was die Trennungen angehen vielleicht auch anders denken.

        Trotzdem Danke für deine Worte.

        Vielleicht findet sich ja noch was positives.

        lg capricorn81

        • Natürich findet sich positives. Du und dein Mann, ihr habt eure Krise überstanden!

          Dein Mann hat einen neuen Job!

          du hast gesunde Kinder!

          Deine Mutter hat überlebt!

          Du hast anscheinend ein tolles Verhätnis zu deinen Eltern!

          Du musst genauer hinschauen. Krankheit, Tod und Trennung gehören zum Leben dazu. So eine Liste wie du, kann ich locker auch aufstellen. Da ist alles dabei! In der engsten Familei und Freundeskreis! Trotzdem weiß ich, ich habe ein schönes Leben.

          Probier mal, 20 mal am Tag danke zu sagen. Für kleine Dinge. Wenn du gemütlich einen Kaffee trinkst, wenn dich dein Kind anlacht, oder wenn du es Abends im Schlaf betrachtest, wenn dir dein Mann einen Kuss gibt, wenn du was leckers isst, wenn du dir eine Kleingkeit leistest die du nicht brauchst.....es gibt so viele positives im Leben!

          lg

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