Steinschlag beim Mietwagen-wer haftet??

    • (1) 11.07.12 - 22:55

      Guten Abend ihr Lieben,

      heute erreicht uns eine Rechnung von unserer Vertragswerkstatt, von welcher wir vor Kurzem auf einen Mietwagen angewiesen waren,weil sie es nicht schafften,unseren zur abgemachten Zeit fertig zu stellen...

      Wir hatten mit dem Fahrzeug einen Riss,durch Steinschlag.
      Bei Autoabgabe hieß es, nicht schlimm, kein Problem und heute erreicht uns die Nachricht,dass wir zahlen sollen...?

      Ist dieses Rechtens? Google hilft nicht weiter...

      Müssen die nicht für sowas versichert sein? Konnten wir doch nicht abwenden...

      Oder zahlt das unsere Haftpflicht?

      Liebe Grüße.

      • Hallo!

        Jetzt mal meine Laienmeinung. :) Steinschlag in der Scheibe wird von der Teilkasko bezahlt und in der Regel haben Mietfahrzeuge sogar eine Vollkasko. Da aber meist die Eigenbeteiligung bei Mietfahrzeugen recht hoch ist (und die müsst ihr Zahlen) kann es schon sein das ihr den kompletten Schaden zahlen müsst.

        Und ich denke nicht das eure Haftpflicht dafür aufkommt, aber wie gesagt nur meine Meinung und keine gesicherte Auskunft.

        Vg Alex

      (4) 12.07.12 - 09:02

      Hi,

      da fehlt etwas:

      War der Steinschlag schon in der Scheibe, als ihr das Fahrzeug übernommen habt und wurde das im Mietvertrag festgehalten? Wurde zur Versicherung im Mietvertrag etwas geschrieben (VK/TK - SB)?

      Falls ja: dann ist es Sache der Werkstatt
      Falls nein: Mietwagen sind idR Vollkasko versichert - natürlich incl. TK - und dann müsst ihr die Selbstbeteiligung zahlen. Diese kann durchaus den Löwenanteil der Rechnung ausmachen.

      Gruß
      Kim

    • Vorweg: Eure Haftpflicht zahlt da gar nichts.

      Ich gehe davon aus, dass es sich einen Riss in der Scheibe handelt.

      Welche Summe verlangt denn die Mietwagenhöhe?
      I
      Wie war der Pkw kaskomäßig versichert (insbesondere Teilkaskomäßig und Selbstbeteiligung)?

      (6) 12.07.12 - 22:35

      Hallo,

      ich hatte einmal denselben Fall.

      Der Mietwagen war voll- und teilkaskoversichert mit 150 Euro Selbstbeteiligung. Darauf wurde ich bei Vertragsabschluss auch mündlich hingewiesen.

      Dann hatte ich einen Steinschlag.
      Die Selbstbeteiligung hätte ich eigentlich zahlen müssen. Die Fa. war aber kulant.

      Diese Kulanz hatte ich nicht erwartet und habe mich gefreut. Aber ich wäre stinksauer gewesen, wenn ich einen "Löwenanteil" an der neuen Scheibe hätte bezahlen müssen.

      Ein Mietwagen ist teuer genug, da erwarte ich, dass er anständig versichert ist.

      Anständig heißt mindestens: 150 Euro Selbstbehalt bei Teilkasko, 300 bei Vollkasko.

      LG

    • Wir hatten mal einen Steinschlag bei einem Mietwagen und mussten nicht zahlen. Nicht aus Kulanz, sondern weil ich ein Urteil dazu gefunden habe, dass besagte, dass das Risiko allein die Mietwagenfirma trägt. Ich habe das Aktenzeichen des Urteils der Dame in der Zentrale der Mietwagenfirma genannt. Dann war es still, sie sagte, sie werde sich wieder melden und keine Stunde später rief der Verleiher vor Ort an und meinte, das Thema hätte sich erledigt. Er könne sich das auch nicht erklären :-p

      Wohl gemerkt hatte mein Mann schon eine Schuldanerkenntnis unterschrieben (sein Vater lag im Sterben - da war er völlig überfordert von der Situation)!

      Das Urteil wurde von einem Gericht in Ansbach gesprochen, so ca. 2000 oder 2001 (so in dem Dreh). Ich weiß aber nicht mehr ob Amts- oder Landgericht. Das Urteil habe ich auf meinem Dienst-PC gespeichert. Da kann ich aber wg. EZ momentan nicht drauf zugreifen. Sorry.

      Ruf doch mal bei den Gerichten in Ansbach an und frag, ob die dir das Urteil zuschicken könnten - ggf. gegen Gebühr.

      (8) 19.08.16 - 00:27

      Hallo Leute,

      da dieser Beitrag, auch wenn er schon etwas älter ist, eines der ersten Ergebnisse der Google-Suche zum Thema Steinschläge an Mietautos ist, habe ich mich entschlossen, hier etwas zu schreiben. Vifrana58116 hat die richtige Richtung schon angedeutet.

      Auch ich wurde vor einigen Wochen (auch noch zu unrecht, da es sich um einen Altschaden handelte) von einer großen Mietwagenfirma angeschrieben, dass mir ein Steinschlag in der Windschutzscheibe angelastet werden müsste. Kosten: 750 Euro Selbstbeteiligung. Nach einiger Recherche kommt man allerdings zu dem Schluss, dass ein Steinschlagschaden sich sehr wohl von schuldhaft verursachten Schäden unterscheidet. Nach gängiger Rechtsprechung kann ein Mieter für ein unabwendbares Ereignis, wie einen Steinschlag, generell nicht haftbar gemacht werden. Hierbei scheint es unerheblich, welche Versicherung gewählt wurde oder ob vollständig auf eine solche verzichtet wurde. Weiterhin lassen die verschiedenen Gerichtsurteile den Schluss zu, dass ein Mieter generell nicht haftet, wenn er nicht zumindest eine gewisse Teilschuld an der Schadensenstehung trägt. Das scheint auch für Kratzer zu gelten, für die ein Steinschlagschaden verantwortlich sein könnte. Trotzdem scheinen Mietwagenfirmen nicht selten zu versuchen, auch bei solchen Schäden das Geld einzutreiben. Ich konnte mich mit Verweis auf die gängige Rechtsprechung mit der vierten (!!!) Email erfolgreich gegen die Forderungen wehren.

      Falls ihr also an einem entstandenen Schaden tatsächlich keine Schuld tragt, oder aber sogar ohne jeden Zwischenfall zur Kasse gebeten werdet, kann ich nur dazu raten, sich zu wehren. Als Grundlage kann das folgende PDF-Dokument zitiert werden, das die Juristische Zentrale des ADAC veröffentlicht hat. Hier ist besonders der Rat für die anwaltliche Praxis am Ende des Dokuments interessant. Wer es etwas kürzer möchte, der kann auf die zweite Quelle zurückgreifen. Viel Glück!

      adac.de/sp/rechtsservice/_mmm/pdf/2012-61-Steinschlagsch%C3%A4den-Mietfahrzeugen_152151.pdf

      nwzonline.de/oldenburg/wirtschaft/mietwagen-verleiher-duerfen-risiken-nicht-uebertragen_a_1,0,497761112.html

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