Feminismus und Urbia

    • (1) 02.08.12 - 00:14

      Angeregt durch ein paar andere Threads und die immer wiederkehrenden Dauerbrenner-Themen wollt ich einfach mal fragen, wie's hier eigentlich generell ausschaut mit dem Thema

      Koennt ihr Euch mit Feminismus identifizieren/seht ihr Euch selbst als Feministin oder eher nicht? Und wenn ja warum, und wenn nein, warum nicht?

      Fuer mich wird das Thema immer wichtiger, auch weil meine Kinder Maedchen sind.

      • Ich glaube, mit dem Wort "Feministin" können hier die Wenigsten noch etwas anfangen.

        Du hättest vielleicht (d)eine Definition mitliefern sollen.

        • Da hast du schon recht, es gibt da ja verschiedene Stroemungen. Ich persoenlich sehe mich als liberale Feministin, mir liegt viel an Gleichberechtigung und dem Recht auf Selbsbestimmung, aber mit dem radikalen Feminismus der 70er kann ich auch nicht so viel anfangen.

          Ich finde strenge Rollenmodelle ganz furchtbar - fuer beide Geschlechter, genauso wie die marketing-gesteuerte Rosa/Blau Segregation.

          Ich find zum Beispiel http://pinkstinks.de/ (bzw das englische Original) super.

      Huhu,

      "Feminismus (abgeleitet aus dem französisch féminisme, vom lat. Wortstamm femina ‚Frau‘) ist eine Sammelbezeichnung für heterogene Konzepte, deren gemeinsamer Ausgangspunkt das Aufbegehren gegen die Identifizierung von Frauen als einer Männern nachgeordnete Gruppe ist. Ziel ist die Veränderung der Lebenssituation von Frauen als auch der Strukturen, die eine Nachrangigkeit von Frauen hervorbringen. Feminismus grenzt sich von Gleichstellungspolitik durch die Vorstellung ab, dass die geschlechtergerechte Teilhabe an der gesellschaftlichen Gestaltung nicht ohne eine Veränderung der Machtverhältnisse zu realisieren sei.[1] Feministische Theorien greifen Themen und Erkenntnisbedarf der Frauenbewegungen auf."

      Angelehnt an diese Definition finde ich Feminismus als eine eine prima Sache, die ja eigentlich kaum Nachteile mit sich bringen dürfte! Soweit so gut.
      Ich bin natürlich PRO Frauenwahlrecht, PRO freie Entscheidung zur Abtreibung, bin sehr dafür dass der Mann nicht mehr vom Gesetz her alleine den Wohnort bestimmen darf, dass man Geld verdienen darf, usw usf. Ich bin froh in einer Zeit geboren zu sein in der man als Frau nicht mehr eine Art Besitz des Mannes ist.

      Ich weiss nicht ob du dich damit auf die Daheim bleiben vs arbeiten gehen Diskussion beziehst?
      Ich finde ja das eine schliesst das andere nicht aus. Die freie Wahl zu haben ist ja das entscheidende.

      Natürlich möchte ich meiner Tochter nah legen sich gut auszubilden, sich nicht unter Wert zu verkaufen und nicht aus Bequemlichkeit einen schlecht bezahlten Frauenberuf zu wählen. Ich möchte ihr nie vermitteln dass es gewisse Dinge gibt die nur Jungs können, das ist Quatsch. Sie braucht auch kein süßes rosa Mäuschen sein dass sich immer anpasst. Sie kann laut, wild, wissensdurstig sein und alles andere was sie sein will. Und sie soll unabhängig sein. Und ihre Entscheidungen aus freiem Willen treffen. Das ist zumindest der Plan #cool.

      Das war so dass was mit spontan in den Sinn kam. Ich geh allerdings nicht für Kleinigkeiten auf die Barrikaden. Ich sehe Männer sicher nicht als "Feinde" wie es bei manchen feministisch angehauchten Menschen durchaus mal sein kann.

      LG,
      #winke
      Jenny

      Guten Morgen!

      Mir liegen eher Themen wie Emanzipation des Menschen (nicht nur der Frauen, aber auch) und Freiheitstheorien. Als Feministin würde ich mich nicht bezeichnen, obwohl sich meine Meinung mit ein paar wenigen Aspekten in einigen feministischen Strömungen teilweise deckt.

      Einige feministische Theorien finde ich interessant und durchaus diskussionswürdig. Beispielsweise die Frage, ob Geschlechterrollen erlernt oder vorbestimmt sind...sind Mann und Frau gleich oder unterschiedlich? Ich positioniere mich in dieser Frage nicht endgültig, beide Seiten haben sehr gute Argumente.

      Mit gewissen anderen feministischen Theorien kann ich überhaupt nichts anfangen. Die esoterische Schiene sagt mir gar nichts und auch denjenigen Theorien, die meiner Meinung nach weibliche Aspekte überhöhen, kann ich mich nicht anschliessen.

      Zusammenfassend: Nein, ich identifiziere mich nicht mit/durch/über Feminismus. Festgelegte Konstrukte liegen mir nicht besonders und ich definiere mich lieber mit/durch/über mir/mich selbst:-)

      Grüsse

      serdes

      Persönlich halte ich rein gar nichts von Feminismus und Feministinnen, weil ich die Emanzipation oft wie eine "Ent-Mann-zipation" erlebe.

      Ich verstehe mich aber als emanzipierte Frau im Sinn davon, dass ich mich gleichwertig und gleichberechtigt behandelt fühle.
      Das Leben, das ich lebe, ist das Leben, das ich mir gewunschen habe.

      Feministinnen habe ich oft frauenfeindlicher erlebt als ich je Männer frauenfeindlich erlebt hätte.
      Frauenfeindlich in dem Sinn, dass sie es nicht akzeptieren können oder wollen, wenn eine Frau in ihrer Rolle als ausschließliche Hausfrau und Mutter glücklich ist.

      Genauso erlebe ich den Feminismus auch als männerfeindlich.
      Im Grunde genommen sogar menschenfeindlich und verachtend.

      Es gibt Frauen, die einfach "Frau sein wollen" im Sinne der klassischen Rollenverteilung, im Sinne ihrer Kleidung, im Sinne ihres Sex-Appeals.
      Meine Tochter entwickelt sich zu so einer jungen Frau und -obwohl ich fast das Gegenteil bin (ich arbeite super gerne, bin nicht die "Gluckenmama" ;-), der Haushalt ist mir ein Greuel und mein Mann macht ganz selbstverständlich alles mit)- möchte ich sie in ihrer Entwicklung nach meinen Möglichkeiten so unterstützen, dass sie ihr späteres "Frau-Sein" mal unkritisiert und nicht durch Feministinnen entwürdigt oder herabgesetzt leben kann, wenn die äußeren Bedingungen passen.

      Sie wünscht sich einen Mann, den sie umsorgen kann.
      Ein kleines Häuschen, Kinder und ein klassisches Familienleben.

      Für mich wäre das alles nie etwas in der Form gewesen - aber nur weil ich das nicht so leben könnte, heißt es noch lange nicht, dass ich das meiner Tochter ausreden würde.

      Und das ist für mich emanzipiert: meine Tochter soll unabhängig von anderen Meinungen werden - auch von den Meinungen der Feministinnen.

      Claudia

      Hallo,
      viel interessanter ist die Tatsache, dass sich nicht allzuwenige der sog. *emanzipierten* Frauen immer wieder und immer noch freiwillig unterwerfen. Busen zu klein Hintern zu dick, ist da etwa ein Bäuchlein? Die wenigsten schaffen es ein wirklich *freies* selbstbestimmtes Leben zu führen

Top Diskussionen anzeigen