Ossis und Wessis ;-)

    • (1) 06.08.12 - 13:40

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      • Mich interessiert das alles nicht die Bohne!ich hatte Windeln um als die Mauer fiel, bekam nix mit, bzw kann mich an nichts erinnern!

        Mein Vater saß als Republik,- und Fahnenflüchtling 8 Jahre in Haft, damals, als ich ein Kind war fand ich das wahnsinnig interessant und habe ihn förmlich ausgesaugt!

        Hätte er nicht "gesessen" hätte er aller Wahrscheinlichkeit nach meine Mutter jedoch nie kennen und lieben gelernt, da er nach absitzen seiner Haftstrafe ausgewiesen wurde und so "auf meine Mutter traf"!

        Hallo!

        Mal aus der anderen Richtung:

        Ich bin im Westen aufgewachsen. Meine Mutter kam aber aus dem Osten und hatte noch immer 4 Schwestern, also eine sehr große Familie dort.
        Wir sind daher während meiner Kindheit sehr oft "drüben" gewesen. Alle haben sich gefreut, wenn wir kamen. Haben immer sehr viel mitgebracht, was es in der DDR nicht gab und auch zwischendurch hat meine Mutter reichlich große Pakete geschickt, mehrmals im Jahr. Ich weiß noch genau, was das immer für ein Aufstand war und was man da alles ausfüllen musste.
        Insgesamt war es aber immer nett, wenn wir drüben warn. Ich kam mit meinen Cousinen sehr gut aus, wir hielten zusammen. Sie freuten sich, wenn wir kamen.

        Und heute?

        Ich habe so gut wie keinen Kontakt mehr in den Osten.
        Es gab einige große Familientreffen nach der Wende. Da haben wir mitbekommen, wie man über uns spricht..... "Die fetten Wessis" etc.

        Fast alle Verwandten "drüben" haben einen guten Job, gute Ausbildung etc., also gibt es keinen Grund neidisch auf uns zu sein. Man hat aber immer den Eindruck, sie müssen beweisen, dass sie besser sind, als wir. Die Kinder sind allesamt besser in der Schule, als unsere (stimmt nicht...) sind ja so musikalisch und hochbegabt.

        Wir sind nur arme kleine Lichter, auf die man herabsieht. Nix mehr mit Freude, wenn wir kamen.

        Da drängt sich wirklich der Verdacht auf, die haben sie damals auch nur gefreut, weil wir was mitgebracht haben.

        Manchmal denke ich, es liegt auch mit an der Politik. Die Wiedervereinigung Deutschlands ging einfach viel zu schnell, das war alles zu undurchdacht (die Renten sind sicher?) und hätte noch einige Zeit reifen müssen. Das ist meine Meinung.

        Ich befürchte, es wird noch weitere Generationen dauern, bis Deutschland wirklich wieder zusammenwächst.

        LG Petra

        PS: Alte Handtücher schmeiße ich aber auch nicht weg. Sie werden Putzlappen, besonders gern beim tapezieren genommen ;-)

        Was für ein Pathos. ;-)

        Fällt dir auf, dass du genau das machst, was du den anderen "vorwirfst"?

        "Man sieht also, nicht alles im Westen war oder ist besser". Ehrlich gesagt, habe ich in meinen ganzen Urbia-Jahren niemals davon gelesen, dass das jemand behauptet hat.

        Die Zuckertüten-Diskussion nervt mich auch. Vor allem dieses aufgesetzte "pöh, das ist für uns ein Tag wie jeder andere auch. Total komisch, dass man da so einen Aufriss machen muss".

        Ich bin auch Ossi - vor ca. 8 Jahren in den Westen emigriert. Meine Tochter ist ein Wossi. Sie ist 5 und findet total spannend, was ich ihr über die DDR erzähle. Dass es möglich war, eine Mauer um ein ganzen Land zu bauen und Menschen so derart in ihrer Freiheit zu beschränken, findet sie ebenso faszinierend wie unvorstellbar.

        Meine Kindheit war auch schön, hatte aber nichts mit dem politischen System zu tun. Auch Kinder in Nordkorea können eine glückliche Kindheit haben.

        Dieser Satz kommt mir bald aus den Ohren raus "Jeder hatte Arbeit und ging seinen Verrichtungen nach." Es war ein krankes System. Von vorn bis hinten. Und menschenverachtend.

        Dass es immer noch möglich ist, NUR und AUSSCHLIEßLICH die guten Seiten zu sehen, ist für mich unbegreifbar. Die Knappheit an Metalltopfkratzern lasse ich jetzt mal außen vor.

        Nichts für ungut.

            • Ja für ein Kind in solchem Alter totaler Blödsinn.

              Kollegen von mir sind Baujahr 93 und ich musste letztens als "Zeitzeuge" erzählen. Selbst die können sich kaum was vorstellen.

              Ein kleines Kind ist erst recht nicht in der Lage.

              In meinen Augen ist das schon Blödsinn, denn hinter der Freiheitsbeschränkung steckt viel mehr.

              Außerdem finde ich, dass man heute viel mehr eingeschränkt wird. Wer kein Geld hat, kann nicht mal Urlaub in Deutschland machen und muss zu Hause bleiben. War früher auch schon so.
              Aber heute kann man als Ossi reisen, kann es aber dann doch nicht, weil halt das Geld fehlt.
              Verstehst du?

              • Das ist doch dämlich, was du da erzählst. Warum soll ich mein Kind denn anlügen?
                Sie war in Griechenland - fragt mich, ob ich als Kind auch in Griechenland war. Nein.
                Sie war in Italien - fragt mich, ob ich als Kind auch in Italien war. Nein.

                Ich erzähle ihr, dass ich als Kind niemals in einem anderen Land war, sondern erst als ich 9 Jahre alt war. Sie fragt "warum?".

                Sie fragt mich, ob ich als Kind eine Barbie hatte. Nein, die gab es bei uns nicht. Aber die Mama von ihrer Freundin hatte damals schon eine und die ist älter als ich. Warum also ich nicht.

                Solche Fragen kommen auf. Und natürlich beantworte ich ihr diese Fragen.

                Ich erzähle ihr, dass es da dumme Leute gab, die Menschen in ein Land eingesperrt haben. Dass nur wenige Leute rausdurften. Sie fragt mich, warum diese Leute das gemacht haben. Ich sage ihr, weil sie es wahrscheinlich damals für eine gute Idee hielten und weil sie Angst hatten, dass alle Leute aus ihrem Land abhauen, weil das Leben in dem anderen Deutschland einfacher war. Da haben sie halt eine Mauer um ihr Land gebaut und aus die Maus.

                Ich habe ihr noch nicht erzählt, dass Menschen zu Unrecht in Gefängnisse kamen, das Eltern von ihren Kindern getrennt wurden, das Menschen erschossen wurden, weil sie Freiheit wollten.

                Es war kindgerecht und sie versteht es.

                Mein Kind soll nicht dumm und begrenzt in ihrem Denken bleiben, wie ... ähm .... manche Leute hier.

                • Ich finde es gut, dass du deiner Tochter von deiner Kindheit erzählst und ihre Fragen beantwortest. Vor allem, wenn du darauf achtest, dass es kindgerecht erzählt wird.

                  Meine Mutter ist im Krieg groß geworden und ich habe auch alles aufgesaugt, was sie aus dieser Zeit erzählt hat. Ich habe danach sogar gezielt gefragt und fand es unheimlich spannend, dass sie so anders gelebt hat.

              Seltsam, die Ost-Verwandten von uns können sehr wohl in den Urlaub fahren....

              So wie du hat mein Ossi-Ex auch gedacht. Wir waren beide 10 beim Mauerfall. Mit 18 kam er in den Westen, und hat nur positive Erinnerungen an die Zeit vor dem Mauerfall. War doch alles dufte, mit Halloren-Kugeln und Werder-Ketschup, das mit dem Reiseverbot war doch kein Problem, in Brandenburg am See war's auch schoen, und fuer was anderes waer eh kein Geld dagewesen.

              Deshalb hat er auch immer PDS gewaehlt und sich die DDR zurueckgewuenscht.

    Hi,
    du fragst dich "wann hört das endlich auf" und startest dann eine Diskussion, die die Vorurteile unterstützt.
    Wozu?

    Ist es nicht egal? Als die Mauer fiel, war ich 8/9. Ich wohnte in West-Berlin, direkt an der Grenze. Das "Niemandsland" vor der Mauer war unser Spielplatz, wir haben es hautnah miterlebt.

    In meiner Schulzeit kamen viele "von drüben" auf meine Schule. Klar war es seltsam, weil man ja nichts davon wusste, wie sie vorher gelebt hatten. Alles graue Theorie.

    In der Oberstufe waren wir bunt durchgemischt, in der Ausbildung auch. Da wurde kaum noch unterschieden (höchstens mal Verwunderung auf meiner Seite, wenn von "Soljanka" die Rede war ;-))

    Vor 10 Jahren bin ich nach Köln "ausgewandert" und bin ein Immi. Immer noch. Ich habe Freunde aus ganz Deutschland, in Köln läuft alles zusammen. Entweder, man ist Kölner (von Geburt an) oder eben Immi. Ganz egal, woher man kommt.

    Ich passe mich den Gepflogenheiten meiner neuen Heimat an. Alte Bräuche, Traditionen. Ist doch wurscht. Okay, zu uns kommt der Weihnachtsmann, zu vielen anderen Kindern in Köln das Christkind. Das war es aber auch schon :-p

    Meine Kinder lernen, wie es ist, hier zu leben. Denn sie leben hier. Wichtig ist, dass sie sich nicht als Außenseiter fühlen, nur weil Mama gebürtige Nicht-Kölnerin ist.

    Wir waren letztes Jahr mit den Kids am Potsdamer Platz und haben uns ein Stück der Mauer angeschaut. Und auch viel erzählt. Besonders meine Mutter, die den Mauerbau vor der eigenen Haustür live und bewusst miterlebt hat. Aber ganz ehrlich: man sollte diesen Teil unserer Geschichte nicht totschweigen, ebensowenig wie den 2.Weltkrieg. Aber man sollte auch nicht zu viel Gewicht darauf legen.

    Es ist Vergangenheit (wenn auch junge) und damit erledigt. Schlimm, dass immer noch Vorurteile bestehen (obwohl ich das hier nicht erlebe: Immi=Immi ;-))

    LG
    Nina

    (13) 06.08.12 - 14:36

    Ich finde, du wirfst manches durcheinander.

    1. Das Einschulungsthema und ähnliche Dinge sind ganz einfach regionale Unterschiede.
    Und die gibt es eben überall, ganz egal in welcher Himmelsrichtung.

    In Norddeutschland sind auch manche Dinge anders und üblich als im Süden, das ist doch normal und hat nichts mit Ex-DDR und "Westen" zu tun.

    2. Und dann das Thema "Früher-Heute".
    In vielen Jahren ändert sich eben einiges, das betrifft auch nicht nur den Osten.
    Meine Mutter hat zb noch eine elektrische Kaffeemühle von Krups, die hat sie seit der Hochzeit. Das Teil ist ja nicht kaputt zu kriegen.
    Technische Qualitäten (und auch Empfindlichkeiten aufgrund der technischen Änderungen) haben sich überall geändert.

    3. Die Behandlung und Vorurteile Wessi-Ossi
    Eine andere Userin schrieb das ja auch, schlechte Behandlung, belächelt werden, Großkotzigkeit.
    Okay, das hat wirklich etwas mit Ost-West zu tun, das stimmt.
    Schön ist es sicher nicht.

    Das Leben war aber verschieden, das kann keiner leugnen.
    Und durch die Wende soll dann alles "gleich werden".
    Das dauert ewig.
    Inzwischen nach der ersten Euphorie hat sich die Stimmung auch geändert.
    Wenn ich überlege, daß in vielen angrenzenden Gebiete Millionen in die "Neuen" geflossen ist, alles wurde neu gebaut und vieles mehr, aber auf der Westseite bekommt man bald einen Achsbruch auf einigen Straßen, Schulen haben 40 Jahre alte Klos etc.
    Nenn es meinetwegen Neid, aber ist es gerecht?

    Und erst hieß es, für X jahre zahlen wir.
    Wieviele Jahre sind daraus geworden?
    Was kann der Staat sich überhaupt leisten?

    Ich will nur sagen, daß das Thema nicht so einfach und vor allem nicht einseitig zu betrachten ist.

    (14) 06.08.12 - 14:41

    Noch etwas:

    ##
    Ich erzähle ihr manchmal von der DDR und meiner Kindheit. Sie kann damit gar nichts anfangen.

    Ich weiss auch nicht. Es ist schon so lange her und die Bilder verblassen.
    ##
    Ich komme aus dem Westen, aber im Prinzip geht es mir ja auch nicht anders.
    Meine Tochter kann sich auch nicht wirklich vorstellen, daß wir mal gar kein Telefon hatten, daß meine Mutter damals in der Küche einen Holzherd hatte, daß Nachbarn ein Plumpsklo im Stall hatten usw.
    Und auch meine Erinnerungen verblassen, das ist doch auch normal.

    Veränderungen bestehen doch überall, man muß das echt so an der DDR festmachen.
    Meiner Meinung nach schiebst hier einiges unbegründet auf die DDR bzw. auf diesen Ost-West-Konflikt.
    Einiges davon hat damit gar nichts zu tun.

    Huhu,

    ich finde es immer interessant zu sehen/lesen wieviele unterschiedliche Bräuche es in einem einzigen Land so gibt, das ist eigentlich sehr spannend und ich finde das auch sehr gut so.

    Was mich nervt ist das reine Ossi/Wessi Getue und Gerede...ich sag ja auch nicht Nordi und Südi.

    Ne, nix für mich.

    lg

    Andrea

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