In Anlehung an den Thread "Organspende" - wie sieht es denn mit Körperspende aus?

    • (1) 08.08.12 - 23:15

      Hallo,

      ich habe mich eben durch die fast gesamte Diskussion unten gelesen und es waren viele dabei, die sagten "Kommt für mich nicht in Frage, weil der Tod erst auf dem OP-Tisch eintritt, man quais ausgeweidet wird, Angehörige im Sterbeprozess nicht bis zuletzt begleiten können etc pp."

      Als ich damals in Kiel mein Medizinstudium begann, wurden wir so ziemlich am Anfang von den Professoren aufgeklärt, wie sie es mit Körperspenden zu wissenschaftlichen Zwecken handhaben. Studenten lernen natürlich an den Leichen und Präparaten, Forschungszwecke werden durchgeführt, die Uni ist über solche Spenden immer sehr dankbar. Es finden dann auch (2mal im Jahr?) gemeinsame Trauerfeiern statt, in denen den Körperspendern gedacht wird.

      Wie steht ihr denn dazu? Keine Organspende, weil einfach das WIE und die Art und Weise für euch nicht ganz klar vertretbar ist, aber eine Körperspende, denn dann ist man ja definitiv tot?!
      Hat sich hier überhaupt schon jemand mal mit dem Thema Körperspende auseinandergesetzt oder fehlt auch an dieser Stelle Aufklärung?

      Lg Melle

      Nachdem ich mitbekommen mußte, wie sich Medizinstudenten über Leichen lustig machen, werde ich mit Sicherheit keine Körperspende machen. (ich rede nicht von den Stundenten die zum ersten Mal Kontakt mit Toten hatten, aber von denen die ihre erste Scheu abgelegt haben)

      Mona

        • Schwarze Schafe gibt es leider überall. Die Regel ist es aber nicht!

          • Es gibt aber leider viele schwarze Schafe.
            Wir haben 2 Mediziner im Freundes- und Familienkreis.......deren Geschichten vom "Leichenwendfest" möchte ich hier gar nicht erzählen.

            Na, dann frag ich mich ehrlich, wo die weißen Schafe sind. Wenn ich überlege, wie respektlos mit meinem Opa umgegangen wurde, der sinnlos an MRSA sterben musste, nachdem sein Schlaganfall KEINERLEI Nachwirkungen hatte....... Er hat ALLES mitbekommen.

            Wenn ich dran denke, wie man meinem frishc operierten Mann mit nacktem, aufgeschnittenen Hintern hat auf dem Gang liegen lassen. Zur besten Besucherzeit, wie man Patienten mitsamt Toilettenstuhl mitten auf dem Gang ihr Geschäft verrichten lässt unter solcher Scham, das sie unbeschreiblich ist.

            Und DAS ist nur ein Bruchteil des erlebten.

            Da fehlenden noch die Gyns, die zur Belustigung des umstehenden Personals den Finger in den Anus stecken und dann durch die Rektum-/Scheidenfistel winken etc

            lg

            • Ich kann (ohne arrogant zu klingen) von mir behaupten, dass ich ein weißes Schaf bin. Denn solche Dinge, wie Du sie beschreibst, sind so dermaßen würdelos, dass betreffendes Personal Konsequenzen spüren sollte.

              Ich habe auch Kollegen, die sich Dinge erlaubt haben, wo ich mich richtig fremdgeschämt habe. Egal ob Arzt, Schwester oder sonst wer, und egal ob lebend, sterbend oder bereits tot - die Würde eines Patienten ist das höchste Gebot. Ich selbst bin ja auch schon mehrfach auf der Patientenseite gewesen, und hätte die mich behandelnden Personen schütteln können!

              Und ich hoffe für die Zukunft, dass ich eine von vielen bin, die so denkt und handelt!

              Nachtrag nochmal von mir:

              ich habe es auch schon erlebt, dass wir Betten auf den Fluren öffnen mussten und auch dort frischoperierte versorgen sollten. Mit Geschäft verrichten etc pp #schock

              Die Leute tun es, obwohl sie wissen, das es respektlos ist - es heißt dann "keine Betten verfügbar" (was ja der Wahrheit entspricht).

              Ich habe mich oft gegen solche Verfahrensweisen gewehrt, habe gesagt, das tue ich nicht. Es kamen bei Kollgen auch Sprüche, er könne sich ja einen anderen Arbeitsplatz suchen. Mir wurde so etwas noch nie angedroht, obwohl ich mich geweigert habe, dieses oder jenes zu tun!
              Als ich als Hauptnachtwache allein auf einer Unfallchirurgie gearbeitet habe, habe ich eine Bettenzahl von 36 gehabt. Ab 40 Patienten gibt es erst eine 2. Nachtwache dazu. Ich habe viele Frischoperierte gehabt, und das waren nicht nur Kniespiegelungen, sondern großes TEP-Ops usw, zudem noch den üblichen Kram. Und dann kommt nachts ein Anruf aus der ZNA, ich müsse Flurbetten aufmachen. NE IST NICHT!!!! Mache ich nicht. Es kämen große Unfälle rein, die Intensiv braucht Betten und ich sollte intensivpflichitge Patienten zu mir auf die Station bekommen in DEN FLUR, damit dort eben Betten frei werde. Ja, ne ist klar. Keine Sauerstoffanschlüsse, keine Absuganschlüsse auf dem Flur, keine spanischen Wände nichts, bis auf eine mobile Sauerstoffbombe mit Absaugung dran. Und dann schön bis auf 39 Patienten belegen, damit wir ja noch unter 40 bleiben, damit dann eben KEINE 2. Nachtwache kommen muss.
              Leute, das grenzte in meinen Augen schon an gefährlicher Pflege.

              Hab es wie gesagt abgelehnt, teilweise mit und ohne Erfolg. Ich sagte, sie sollen von mir aus Nachts die Pflegedirekorin ausm Bett klingeln, sie müssen sich was einfallen lassen. Manchmal hat ein Arzt dies sogar getan, manchmal nicht.

              Andere Stationen hatten massiv Betten frei so dass Patienten dort gut hätten"zwischengelagert" werden können. Wurde auch manchmal gemacht.
              Hast Du aber einen Doc in der Ambulanz sitzen, dem das alles sowas von Schnuppe ist, dann ziehst Du als Schwester den kürzeren.

              Einmal hatte ich einen Sterbenden, der wirklich seine letzten Atemzüge machte - in einem 3 Bett Zimmer, wo die Mitpatienten total ängstlich wurden und der Sterbende alles andere als seine Ruhe hatte. Bin direkt raus zum Chefarztzimmer und bat um sofortige Abhilfe. Es hieß dann, wie sollten ihn ins Bad schieben (unser Bad glich damals einer Rumpelkammer). Ich fragte ihn, ob das allen ernstes jetzt sein Vorhaben sei und das wir gerne eine andere Lösung hätten. HALLO, der Patienten stirbt gerade!!!

              Unser Chefarzt war dann so "gnädig" sein Untersuchungszimmer zur Verfügung zu stellen. Mittwerweile hatten dann aber Kollegen innerhalb von Minuten ein Patientenzimmer leer geräumt, so dass er zum Glück alleine dort mit Angehörigen seinen Sterbeprozess vollenden konnte. Ich denke, dazu muss man auch nicht mehr viel sagen. Es hat mich lange Zeit belastet, es war einfach schrecklich.

              Naja, ich will auch nicht zu weit vom Thema abschweifen. Gerade in der Medizin wird viel menschlicher Mist verzapft, der nicht sein darf (Patientumgang).

              Ich hoffe, dass wenn sich jeder Pfleger/Arzt/Schwester etc pp mal intensiv mit den Gründen auseinandersetzt, warum gerade WIR diesen Beruf gewählt haben, dass sie sich dann darauf besinnen, was unsere eigentich Aufgabe und Ziel ist - ohne sich von Zeitdruck, Personalmangel, schlechter Bezahlung so derart auf unterstes Niveau ziehen zu lassen.

        Dazu muss man nichtmal auf die Intensiv gehe.

        Vor 3 Woche landete ich mit nem Kreislaufkollaps in der Notaufnahme und lag da stunden rum und bekam so einiges mit, auch einen Arzt, der in meinem "Abteil" seinen PC stehen hatte und sich dort irgendwann nieder ließ und sich vor mir, also mich direkt ansprechend, über einige Patienten da draußen lustig machte.

        Eine Oma schrie immer Hallo (die stand schon gut 5-6 Stunden da auf dem Gang mit dem Bett) und der Arzt lachte laut los und sagte zu mir "Die Hallos sind hier immer am besten, aber auch lustig sind die Hilfes).. ich war ehrlich gesagt leicht entsetzt und konnt dazu gar nichts sagen.
        5 Min. später lästerte er über einen Opa der Ü90 war und wie klever er den doch grad an eine andere Station "verschachert" hat denn soetwas "ekliges" brauche er in der Notaufnahme nicht.

        Zum Glück ging er irgendwann.

        Als ich da raus bin und meine Mutter mich abholte machte ich mi darüber erstmal Luft und fragte ob soetwas normal sei, denn sie arbietete Jahrzehnte in KH´s, sie meinte das es im Schwesternzimmer sehr oft zu solchen Lästereien käme.... ne, da will man nicht krank werden und auf die Hilfe solcher Leute angewiesen sein müssen.

        Ich fand es sehr erschreckend!

        Da biste als Leiche ja fast noch gut drann wenn du das nicht mehr mitbekommst #zitter

        • Tip bei solchen Situatiuonen: Namen merken und MELDEN! Geht nicht so etwas. Ist ja völlig egal ob lebend oder nicht. Wer sich so über seine Patienten äussert gehört ne Lektion erteilt, ganz einfach!

          • Das Problem war, mir ging es echt auch nicht berauschend und ich hab den sein Namensschild nicht lesen können und ich wollt mit dem darum nicht diskutieren.

            War nicht der Arzt der mich behandelt hat... aber er war ne ganz komische Type!

            Er fand sich echt noch orginell und lustig dabei #kratz

        Situationen sollte es heissen...

Top Diskussionen anzeigen