Freund liegt im künstlichen Koma - wie verhalten?

    • (1) 13.08.12 - 09:19

      Hallo,

      heute vor einer Woche hat ein guter Freund von uns ein Hirnaneurysma erlitten und kam bewusstlos ins Krankenhaus.

      Wir haben davon am Samstag über gemeinsame Freunde erfahren.

      Nun liegt er im künstlichen Koma und keiner weiß, ob er überlebt und wenn ja, ob er bleibende Schäden davontragen wird.

      Er ist verheiratet, mit seiner Frau verstehen wir uns auch sehr gut und die beiden haben eine kleine Tochter, gerade 4 Monate alt und im letzten Jahr ein Haus gebaut.

      Er wurde also ganz plötzlich mitten aus dem Leben und seiner kleinen Familie gerissen, wir sind fassungslos :-(

      Wir möchten seiner Frau gern unser Mitgefühl ausdrücken und ihr unsere Unterstützung anbieten. Wie können wir das am besten machen? Einfach anrufen oder vorbeigehen finden wir nicht gut, das ist so überfallsartig.

      Wir würden ihr gerne einen Brief oder eine Karte schreiben, das kann sie in Ruhe lesen und darauf antworten, wenn sie möchte.
      Wir möchten uns nicht aufdrängen, aber gerne für sie da sein, wenn wir irgendwas tun können.

      Normalerweise sind mein Freund und ich nicht auf den Mund gefallen, aber angesichts dieser schlimmen Umstände fehlen uns einfach die Worte... :-(

      Habt ihr Tipps, wie wir das formulieren könnten, ohne "aufdringlich" zu wirken?

      Danke!

      • Ganz ehrlich,wenns ein guter Freund ist würde ich keinen Brief schreiben,sondern selbst vorbei gehen,Brief wäre mir zu unpersönlich

        (3) 13.08.12 - 09:33

        Hallo

        Ganz ehrlich ?

        Wenn jemand in unseren Freundeskreis so etwas passieren würde, dann würde niemand auf die Idee kommen einen Brief zu schreiben.

        Sie würden persönlich vor der Tür stehen, ihr Mitgefühl ausdrücken und ihre Hilfe anbieten.

        LG und alles Gute für euren Freund

        (4) 13.08.12 - 09:44

        Hallo, ich werde die weder raten das persönlich oder via Brief zu machen, da ich euch und auch die betroffenen nicht kenne!

        Aber ich kann Raten auf euer Gefühl zu hören, denn ihr kennt eure Freunde am besten und wisst was in der Situation vielleicht angenehmer wäre!

        Alles gute!

      • (5) 13.08.12 - 10:00

        Hallo,

        wünsche euch allen viel Kraft und Durchhaltevermögen!
        Wir hatten vor gut 4 Jahren dieselbe Situation, nur dass die Kinder alle schon größer waren.

        Mein Bekannter hatte Hilfe von seinen Kindern, den Nachbarn und Freunden (von der Familie weniger (Eltern der Mutter), diese mußten Teilweise das alles selbst erstmal verarbeiten.
        Später kam noch ein ehem. Pfarrer dazu, Seelsorge.

        Geht am besten regelmäßig (z.B. 1x die Woche) persönlich vorbei (sie wird wahrscheinlich nicht auf euch zu kommen, sich vielleicht nicht trauen um Hilfe zu bitten)

        und bietet an, mit der Tochter spazieren zu gehen, damit die Mutter wenige Minuten für ihre Gedanken hat.
        Ladet sie zum Essen ein (auch wenn sie evtl. nicht viel Essen wird).
        Übernehmt mal die Besuchszeit im Krankenhaus oder den Fahrdienst zum Krankenhaus.
        Und ganz wichtig, nehmt euch Zeit für´s Zuhören und Reden. Fremde Hilfe annehmen/organisieren (Seelsorge oder so)

        Ich drücke alle Daumen!
        Starke Grüße,
        Alex

      (7) 13.08.12 - 10:08

      HI,

      das tut mir leid.

      Bei der Familie eines guten Freundes würde ich anrufen und Hilfe anbieten.

      Lg und alles Gute

      Nic

      (8) 13.08.12 - 10:11

      Ich danke euch allen schon mal für eure Antworten.

      Bisher geht die Tendenz ja dahin, persönlich vorbeizugehen.

      Ach ich weiß auch nicht, wir kennen beide schon seit Jahren und haben einfach das Gefühl, dass es unpassend wäre, dort einfach aufzukreuzen.

      Wir möchten nicht, dass sich unsere Freundin (also die Frau unseres Kumpels, der im Koma liegt) irgendwie "verpflichtet" fühlt, über das Geschehene zu reden und Besuch zu empfangen.

      Wir möchten ihr einfach die Wahl lassen, selbst zu entscheiden, ob es ihr gut tun würde, wenn wir vorbeikommen oder ob sie lieber für sich bzw. mit der Familie sein möchte.

      Aber es soll auch nicht so rüberkommen, dass wir den persönlichen Kontakt scheuen oder so. Wir möchten sie halt einfach nicht bedrängen mit unserem Angebot, für sie da zu sein.

      Egal wie man's macht, alles doof :-(

      Deshalb kamen wir ja auf die Idee, erstmal mit einem Brief oder so sozusagen "vorsichtig vorzufühlen" oder ob wir die Familie lieber erstmal in Ruhe lassen sollen.

      Sie hat übrigens Unterstützung sowohl von ihrer als auch von seiner Familie, sie haben beide viel Verwandtschaft im Ort und das Verhältnis ist gut.

      Nachdenkliche Grüße...#schmoll

      • (9) 13.08.12 - 10:41

        dann mach doch zweierlei:

        Schreib einen Brief und übergib ihn ihr mit lieben Worten und dann geht ihr wieder

        oder

        schreib einen Brief, werf ihn ein und ruf abends an.

        Du grübelst mir aber ehrlich gesagt zu lange #gruebel

        Lg nic

        (10) 13.08.12 - 11:09

        Ich würde was zu Essen vorbeibringen.

        An der Tür merkt Ihr doch, ob Ihr Willkommen seid oder nicht und könnt ggf. direkt wieder gehen.
        Ihr könntet auch Blumen ins Krankenhaus bringen mit einer netten Karte, darüber freut sie sich bestimmt.

    (11) 13.08.12 - 10:43

    Ihr drückt Euch. Mir hätte sehr geholfen, dass einfach jemand KOMMT und sich nicht hinter Karten oder SMS versteckt.

(13) 13.08.12 - 11:02

Ach vielleicht habt ihr Recht und wir gehen da viel zu verkopft ran.

Wir haben halt einfach Angst, was falsch zu machen und in die Familie "hineinzuplatzen", wenn wir einfach vorbeigehen.

Ich überlege heute Abend nochmal mit meinem Freund zusammen, was wir am besten tun sollen.

Fändet ihr es besser, anzurufen oder vorbeizugehen? Sich vorher ankündigen oder einfach vor der Tür stehen?

Ich fühle mich so unsicher, in so einer Situation war ich - zum Glück - noch nie...:-(

LG

  • (14) 13.08.12 - 11:10

    Hej,

    wie weit von euch wohnt sie denn entfernt?

    Sie wird wohl oft im Krankenhaus sein und eher am Abend und am Morgen zu Hause sein.
    Geht einfach mal vorbei und wenn sie nicht da ist, dann ruft auf dem Handy an und fragt einfach wie es ihr geht und ob ihr die Kleine mal abnehmen sollt oder sie zum Essen vorbeikommen möchte.

    Ich kenn das Gefühl, fasst euch Mut und fragt und macht einfach, dafür sind Freunde da :-)

    LG,
    Alex

    Hallo,

    ein bißchen komisch ist es schon, auf der einen Seite sagst du, ihr kennt euch
    seit Jahren, auf der anderen Seite weißt du nicht, wie du sie ansprechen sollst.

    Keine Frage, das ist eine besondere Situation, aber gerade bei eine langjährigen
    tieferen Freundschaft, weiß ich doch am besten, wie ich in schlechten Zeiten reagiere, denn
    es ist mir nicht fremd, wenn es dem anderen schlecht geht und wie ich ihn am besten
    trösten kann.

    Für mich wäre da nichts zu überlegen, ich würde meine Hilfe sofort an bieten und
    persönlich zu ihr hingehen, sie erst mal in den Arm nehmen und versuchen
    sie ein wenig aufzubauen und Kraft zu geben, auch würde ich anbieten, das Kind zu nehmen, damit sie sich ein wenig sammlen kann.

    Alls Gute für die Freundin und ihren Mann.#klee

    Grüße
    kaffee.tante

(16) 13.08.12 - 11:32

Hallo

Währe ICH in der Lage deiner Freunde, würde ich genaus das nicht wollen, nämlich einen Anruf oder einen (Überraschungs)Besuch. Mir wäre es viel lieber, ein netter Brief, in dem man mir Hilfe anbietet( ob nun Kinderbetreueung, im Haushalt oder einfach nur reden) Ich würde auch lieber zu jemanden zu Besuch fahren und reden, als selbst zuhause Besuch empfangen!( ausser sie kommen um zu helfen und nicht, um sich zu bewirten lassen!)

lg

  • Ich danke dir sehr für deine Meinung, jetzt komme ich mir nicht mehr so sehr wie ein soziales Wrack vor, dass nicht ganz selbstverständlich bei den Freunden aufläuft.

    Genau das ist eben unsere Befürchtung, wenn wir anrufen oder vorbeigehen, dass das einfach zu "invasiv" und aufdringlich ist.

    Ich selbst bin mir nicht sicher, was ich an Stelle seiner Frau wollen würde. Wir möchten sie mit einem Besuch oder Anruf nicht überfordern, denn dann "muss" man ja reden und wer weiß, ob sie das in dem Moment überhaupt möchte.

    Ich habe jetzt überlegt, dass ich bzw. wir wohl einen Korb zusammenstellen werden, mit allerlei, was sie derzeit vielleicht gut gebrauchen kann, vor allem, wenn sie ggf. nicht zum Einkaufen kommt.

    Früchte, Studentenfutter, Süßkram für die Nerven,... und einem Brief, in dem wir unsere Unterstützung anbieten.

    Den Korb geben wir dann bei ihnen zu Hause ab; wenn jemand da ist, persönlich, ansonsten stellen wir ihn einfach vor die Tür. Was meinst du, wäre das ok so?

    Nochmal danke!

    • Finde ich eine gute Idee!

      Noch was, nicht einfach nur Hilfe anbieten, schreibt genau rein, BEI WAS ihr helfen wollt. Sonst meldet sie sich sicher nicht, wenn sie ein paar Körbe zu bügeln hat!

      Schreibt auch, dass ihr gerne vorbeikommt, oder sie zu euch kommen kann, wie es ihr lieber ist, dass ihr aber auch versteht, wenn sie erstmal Abstand braucht und für sich sein will! Auch dass ihr auch helfen könnt, OHNE zu reden, wenn sie das möchte!

      lg

      (19) 13.08.12 - 12:59

      Na das ist doch eine sehr gute Idee :-) Da ist von "jedem" etwas dabei und ihr seid persönlich da gewesen. Ich würd den Kurzbesuch auch nur an der Türe abwickeln. Dann nach Bauchgefühl handeln.
      Natürlich weiß man nicht, wie einer in dieser Situation fühlt oder denkt.

      Ich wüßte auch nicht, wie ich reagieren würde ob ich Hilfe annehme oder Reden möchte.
      Ich weiß nur von meinem Bekannten, das er jede Karte, Sms, Email, Zusprüche und Hilfsangebote gelesen und dankend aufgenommen hat. Auch wenn er nicht jedes Angebot angenommen hat oder sich auch nicht gemeldet hat, wußte er, oh, da ist jemand, der an mich denkt und ich muß mich nicht rechtfertigen, wenn ich mich nicht melde.

      Das hat ihm in Nachhinein und während der Zeit sehr geholfen.

      Liebe Grüße,
      Alex

(20) 13.08.12 - 12:03

"und reden, als selbst zuhause Besuch empfangen!"

#pro

Hallo!

Ich denke es wäre eine schöne Idee, der Frau einen Brief zu schreiben, - dann aber irgendwie ganz konkret darauf hinweisen, dass man gerne mit ihr sprechen würde. Denn ein "melde dich, wenn du was brauchst" nehmen die wenigsten Menschen ernst.

Wenn sie bereit ist euch zu empfangen und ein Gespräch zu führen, würde ich ihr auf jeden Fall meine Hilfe anbieten. In Form von Babysitten, Einkaufen, Behördenterminen, Fahrten (zum Krankenhaus...), Unterstützung im Garten etc.pp. Bei den alltäglichen Dingen eben zu denen sie jetzt wahrscheinlich nicht kommt. Je nachdem was ihr zeitlich tun könnt. Ein offenes Ohr würde ich ihr in jedem Fall auch anbieten, denn in so einer Situation hat man bestimmt erhöhten Redebedarf.
So hat sie dann vielleicht den Kopf frei für ihren Mann und muss sich nicht um die umliegenden Dinge kümmern.

Ich hoffe sehr, dass sich alles zum Guten wendet und wünsche eurem Freund gute Besserung! Es ist schrecklich, wenn so etwas passiert.

lg.Nina

(22) 13.08.12 - 11:58

Hallo!

Meiner Mutter ist das selbe vor 2 Jahren passiert.
Mir persönlich hat es geholfen, wenn mal jemand anders in Krankenhaus gefahren ist, um sie zu besuchen.
Man hat ja nicht immer Zeit, aber dann doch ein schlechtes Gewissen, wenn man nicht da war.

Lg und alles Gute für Deinen Bekannten

(23) 13.08.12 - 12:42

Hallo walli,

mich persönlich würde ein Besuch zuhause extrem überfordern und ich würde es als Betroffene auch NICHT wollen.
Mir täte ein Anruf gut oder auch ein Brief, aber keine Karte.
Ich würde geschwollene Phrasen wie "er schafft das schon, er ist ein Kämpfer..." ziemlich blöd finden.

Als das Leben meines Kindes in Gefahr war und es monatelang auf der ITS lag, nahmen meine besten Freunde auch erst den Kontakt per Telefon zu mir auf und haben sehr feinfühlig reagiert.
Dass ich jederzeit ihre Hilfe in Anspruch nehmen konnte, wußte ich und brauchten sie mir nicht sagen.

Wäre ich in deiner Situation würde ich anrufen und mich vorsichtig nach dem Befinden erkundigen, ich würde die Frau fragen ob sie mich gern bei sich hätte.

Alles Gute für euren Freund.

LG,belala

(24) 13.08.12 - 17:50

Hallo,

aus persönlicher Erfahrung heraus kann ich nur sagen, meldet euch persönlich!

Mein Mann hatte Anfang letzten Jahres eine Hirnblutung, auch er lag im künstlichen Koma.
Die ersten Tage war ich wie gelähmt und musste doch so wahnsinnig viel ans laufen bringen.

Die Versorgung unseres Sohnes, tägliche Fahrten (300km), Informationsfluss aufrecht erhalten (seine Familie lebt 500km von uns entfernt) und noch einen Vollzeitjob dazu.

Gerettet hat mich eine liebe Freundin die einfach kam und mir ihre Hilfe anbot. Das besondere, sie hatte gleich konkrete Vorschläge. Z.B:: Ich hole euren Sohn von der Kita ab und du holst ihn bei uns ab.

Wenn ich ihn da abgeholt habe, musste ich erst was essen und konnte erzählen wie der neuste Stand ist und mit erzählen lassen, wie mein Sohn den Nachmittag/ Abend zugebracht hat.

Dafür bin ich ihr sehr dankbar und es hat uns sehr geholfen. Um einen Brief zu beantworten, hätte ich schlichtweg keine Zeit und keine Ruhe gehabt.

Ruf an, sag ihr das die Leid tut was geschehen ist und biete ihr konkrete Hilfe an.

Alles Gute für euren Bekannten!!

LG Tweets

PS.: Mein Mann ist trotz Koma und reichlich Einschränkungen nach erwachen zu 90% wieder genesen.

(25) 13.08.12 - 18:48

Hi,

ich kann mich nicht in diese Extrem-Situation hineinfühlen.
Doch als hier mal was los war, fand ich es klasse, dass meine Freundinnen mit Essen und Getränken vor der Türe standen.
Ich musste nicht aus dem Haus und niemanden bewirten.
Meine Freundinnen kennen sich hier aus und holen sich Gläser und Teller auch selbst.

Von daher kann ich Dir sagen, wie es HIER wäre.

Deine Freundin solltest Du kennen.
Die Idee mit dem Korb ist nett.
und wenn Du ins Krankenhaus fährst, nimm doch 2 kleine Sträußchen mit.
Einen für ihn (Krankenbesuch eben - auch wenn er ihn derzeit nicht sehen wird) und einen für sie. Da freut sie sich sicher darüber.
Ist eben etwas für ihre Seele.

Du kannst auch anrufen und sagen, dass Du die Kleine für Spazierrunde abholen würdest, wenn es ihr Recht ist.
Wenn nicht, sag ihr 2-3 nette Worte und beende das Gespräch.

Ich finde es richtig, dass Du - bevor Du handelst - erstmal in Dich reinfühlst.
Das ist nicht mit Verkopfen zu verwechseln.

Alles Gute für alle Beteiligten. #klee

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