Versicherungsschaden: Gegner will nicht zahlen

    • (1) 29.08.12 - 17:11

      Meine Tochter geht auf eine integrative Realschule. In der Pause hat sie mit Freundinnen rumgeblödelt, wurde von hinten von einem Rollstuhlfahrer angefahren, der nicht mehr ausweichen konnte und der ihr auch noch über den Fuß gefahren ist.

      Später stellte sich heraus, das das Display von ihren Samsung Dalaxy defekt ist. Es ist zersplittert als meine Tochter hingefallen ist.

      Als ich Tags drauf die betroffene Mutter anrief, unterstellte sie mir sofort einen versuchten Versicherungsbetrug, bestimmt sei das Handy schon vorher defekt gewesen. Das erzählte sie auch der Lehrerin ihres Sohnes, die mein Kind in der Schule regelrecht verhört hat.

      Jetzt ruft mich gerade der Vater des Jungen an und sagt, das sein Sohn, als Rollstuhlfahrer, nach Aussage seiner Versicherung immer unschuldig sei, weil meine Tochter ja zu Fuß besser ausweichen könne ( der Rolli kam von hinten ).

      Wir haben heute den Kostenvoranschlag bekommen. Die Reperatur soll 190 € kosten.

      Was mache ich wenn der Unfallgegner den Schaden nicht zahlen will, resp. den Schaden nicht meldet? Er will auch keine Angaben zu seiner Versicherung machen.

      Kann ich in diesem Fall Strafanzeige stellen? Sachbeschädigung, oder so ?Ich meine ich mußte mir ja schon eine Verleumnung bieten lassen. Und gerade kam der Spruch , ich solle doch froh sein, das mein Kind laufen kann. Ich finde das schon echt heftig.

      Ich zahle schließlich auch eine haftpflichtversicherung, für genau diese Zwecke.

      Agathe

      • Erstmal würde ich noch versuchen eine gütliche Lösung zu finden aber das Rollstuhlfahrer einen Freibrief haben Sachen kaputt zu machen weil sie nie Schuld haben halte ich für großen großen SCheißdreck. Sorry das ich so direkt bin. Ich hab selbst ein behindertes Kind wenn auch keinen Rollstuhlfahrer. Aber wenn der Junge nicht geistig behindert ist ( wovon ich jetzt ausging) hat er auch mit Rolli eine Sorgfaltspflicht. Nach Aussage des Vater ( der dir möglicherweise BEhindertenfeindlichkeit unterstellen wird) könnte ja jeder Rollifahrer alles kaputt machen und Leute umfahren weil er ja eh nie was dazu könnte. Dem Zahn würde ich ihm sehr sehr deutlich ziehen und das hat ganz sicher nichts mit behindertenfeindlichkeit zu tun.

        Und klar kann deine Tochter besser ausweichen aber Augen am Ar... hat sie auch nicht das sie gleich sieht der weicht ja nicht aus.

        Ehrlich bei solchen Eltern kann ich nur den Kopf schütteln. Mach dir daher lieber auch mal bei deiner VErsicherung schlau.
        Ela

        "Ich zahle schließlich auch eine haftpflichtversicherung, für genau diese Zwecke."

        "Jetzt ruft mich gerade der Vater des Jungen an und sagt, das sein Sohn, als Rollstuhlfahrer, nach Aussage seiner Versicherung immer unschuldig sei,"

        Die Eltern des Jungen haben offensichtlich auch eine Haftpflichtversicherung, die aber aus oben genannten Gründen nicht zahlen möchte.

        "Kann ich in diesem Fall Strafanzeige stellen? Sachbeschädigung, oder so ?"

        "Sachbeschädigung ist ein Vergehen, bei dem die vorsätzliche Beschädigung oder Zerstörung einer fremden Sache unter Strafe steht."

        http://de.wikipedia.org/wiki/Sachbesch%C3%A4digung

        Da bei eurem Fall der Vorsatz fehlt, wirst du den Jungen nicht wegen Sachbeschädigung belangen können.

        LG,
        J.

        P.S.: mein Kind wird sicher kein Handy bekommen, das so teuer ist, dass sich eine 180 € Reparatur lohnen würde. Wenn mein Kind sich das vom eigenen Geld anschafft, muss es halt entsprechend aufpassen und nicht beim Rumblödeln mit Freunden fallen lassen (klingt für mich so, als wäre deine Tochter in den Fahrweg des Rollstuhlfahrers gestolpert - Pech gehabt)

        • P.S.: mein Kind wird sicher kein Handy bekommen, das so teuer ist, dass sich eine 180 € Reparatur lohnen würde. Wenn mein Kind sich das vom eigenen Geld anschafft, muss es halt entsprechend aufpassen und nicht beim Rumblödeln mit Freunden fallen lassen (klingt für mich so, als wäre deine Tochter in den Fahrweg des Rollstuhlfahrers gestolpert - Pech gehabt)

          #pro#pro#pro#pro#pro#pro

          War auch mein 1. Gedanke

      Zitat:

      ....In der Pause hat sie mit Freundinnen rumgeblödelt, wurde von hinten von einem Rollstuhlfahrer angefahren, der nicht mehr ausweichen konnte und der ihr auch noch über den Fuß gefahren ist....

      Meiner Meinung hat hier keiner eine Schuld und Ihr solltet den Schaden selber tragen.

      Wenn Kids schon rumblödeln (ich gehe mal davon aus, das es nicht nur verbal war sondern der Körper unkontrolliert in Bewegung war) und sicherlich nicht die Umgebung im Auge behalten haben, sorry, was kann der Rollstuhlfahrer dafür, das er nicht mehr ausweichen konnte....
      ....böser böser Rollstuhlfahrer. ...

      Hier würde ich eher auch sehen, das Deine Tocher keine Rücksicht auf ihn genommen hat. Was wäre denn passiert, wenn sie durch die Blöderein den Rollstuhlfahrer umgeschupst hätte? Wäre er dann auch Schuld gewesen, weil er da stand und hätte ausweichen können?

      Und wer kauft bitte seinem Schulkind solch ein Handy? Bei uns sind Handys in der Schule verboten - zum Glück.

      Grüße
      Lisa

      • "Meiner Meinung hat hier keiner eine Schuld und Ihr solltet den Schaden selber tragen."

        So sehe ich das auch!

        Wenn eine Versicherung zahlt, ist das für alle Beteiligten schön, aber in diesem Fall verweigert sich die Versicherung und eine moralische Zahlungsverpflichtung sehe ich in diesem Fall nicht (hab die Blödelei so verstanden wie du auch).

        LG,
        J.

    Hallo,

    ich zitiere: >>wurde von hinten von einem Rollstuhlfahrer angefahren, der nicht mehr ausweichen konnte und der ihr auch noch über den Fuß gefahren ist.<<

    ...beim "Rumblödeln"!!!!

    Meine Meinung: der Rollstuhlfahrer kann nichts dafür, wenn deine Tochter rumblödelt und dann so steht, dass er nicht mehr rechtzeitig mit seinem Rollstuhl (!) ausweichen kann. Schnelles Ausweichen mit Rollstuhl geht nicht - da hätte deine Tochter, nachdem sie wohl weiß, dass Rollstuhlfahrer auf dem Schulhof sind, eben besser aufpassen müssen.

    Die Schuld liegt größtenteils bei deiner Tochter, würde ich sagen.

    VG
    Gael

    Nun, mittlerweile habe ich meinen Anwalt erreicht:

    Die Rechtslage ist eindeutig, der Rollifahrer ist haftbar. Eben weil es ein Unfall war und keine Absicht. Er hat eine Sorgfaltsplicht, genau wie Rad - oder Autofahrer. Wir warten jetzt eine Woche ab, sollte dann keine Reaktion der gegnerischen Versicherung vorliegen, dann wird mein Anwalt aktiv.

    Mein Verdacht ist, es gibt auf der Gegenseite gar keine Versicherung, das ist nur dummes #bla, um mich einzuschüchtern. Da der Vater des betroffen Kindes ja auch den Kostenvoranschlag gar nicht haben will, komisch wo er den doch für seine Schadensmeldung brauchen würde.

    Das Handy, hatte meine Tochter korrekterweise ausgeschaltet in der Hosentasche, sie ist beim Sturz darauf gefallen. Ob es sinnvoll ist , das Teenager ein Smartphone besitzen war nicht Diskussionsgegenstand.

    #danke alles beteidigten und einen schönen Abend noch

    Agathe

    • "Eben weil es ein Unfall war und keine Absicht. Er hat eine Sorgfaltsplicht, genau wie Rad - oder Autofahrer."

      Das kann ich mir so nicht vorstellen.

      Wenn ich als Autofahrer mit Schritttempo durch eine Straße fahre, und ein "rumblödelndes" Kind fällt mir vors Auto und ich kann nicht mehr rechtzeitig anhalten, glaube ich nicht, dass meine Versicherung zahlen muss bzw. ich sonstwie haftbar gemacht werden kann.

      "Da der Vater des betroffen Kindes ja auch den Kostenvoranschlag gar nicht haben will, komisch wo er den doch für seine Schadensmeldung brauchen würde."

      Wir konnten immer auch ohne Kostenvoranschlag Schadensmeldungen an unsere Versicherung melden.

      "Ob es sinnvoll ist , das Teenager ein Smartphone besitzen war nicht Diskussionsgegenstand."

      [vom urbia-Team editiert. Bitte bleibt sachlich]

      Es wirkt einfach auf mich persönlich befremdlich:
      beim Handy fürs Teenager-Töchterlein spielt Geld keine Rolex (und beim Einschalten eines Anwalts ebensowenig), aber wenn das Handy - mitverursacht durch die Blödelei deiner Tochter - beschädigt wird, braucht ihr jeden Cent von irgendeiner Versicherung.

      Mir egal, im Zweifel wird ein Gericht klären, wer im Recht ist, aber deine Art und Weise wirkt auf mich "wenn mein Töchterlein durch ihren Leichtsinn zu Schaden kommt, boxe ich sie da raus, auch wenn ich dafür über Leichen gehen muss" - statt dem Töchterlein mal beizubringen, achtsamer mit ihren wertvollen Besitztümern umzugehen und zu berücksichtigen, dass Rollstuhlfahrer nicht ganz so flexibel sind wie sie.

      • Du nimmst mir die Wörter aus dem Mund#ole

        glaube das auch nicht, wenn ich rausgehe und in einen Radfahrer reinlaufe, der nicht mehr ausweichen kann....wieso soll er bitte die Schuld bekommen, für meine eigene Dummheit.#klatsch

        Nee, kann irgendwie nicht stimmen...so wie es hier erklärt ist, oder es ist doch einfacher andere zu Verklagen und Recht zu bekommen.

        Lisa
        schönen Abend noch....es kommt ja nichts in der Kiste heute....werde gleich wohl die Wäsche machen#schmoll

        Wenn ich als Autofahrer mit Schritttempo durch eine Straße fahre, und ein "rumblödelndes" Kind fällt mir vors Auto und ich kann nicht mehr rechtzeitig anhalten, glaube ich nicht, dass meine Versicherung zahlen muss bzw. ich sonstwie haftbar gemacht werden kann.

        Doch so ist ! Du hast bremsbereit zu sein, wenn Du balgende Kinder am Sraßenrand siehst.

        Auch wenn du es dir vorstellen kannst, das gilt nunmal auch für Elektrorollies. Und für Skateboards, für Roller, Inliner usw.

        Schlimm finde ich, das aus einer einfachen Versicherungsfrage, eine Neiddebatte entsteht.

        Ich refinanziere weder ein teures Smartphone durch Versicherungsbetrug, noch boxe ich mein Kind ungerechtfertigt aus schwierigen Situationen raus sondern schalte einen Anwalt ein, einfach weil ich juristisch im Recht bin. Mein Anwalt ist im übrigen kein haudrauf, der sagt mir wenn ich ich völlig falsch liege und redet mir dann die Sache notfalls auch aus.

        Und damit ist für mich die Diskussion beendet

        Agathe

        • "Doch so ist ! Du hast bremsbereit zu sein, wenn Du balgende Kinder am Sraßenrand siehst."

          Ich war mal Zeuge eines Zusammenstoßes zwischen Auto und ca. 6-8jährigem Radfahrer. Da haben sich Kinder einen Spaß draus gemacht, an einer vielbefahrenen Straße "kurz bevor Auto kommt" über die Straße zu fahren - mit voller Absicht.

          Beteiligte Autofahrerin hat meinen Mann und mich im Auto angehalten, damit sie in Ruhe die Polizei rufen konnte (sie wollte ja nicht Fahrerflucht begehen).
          Was meinst du jetzt, wer den gewaltigen Anschiss von dem Polizisten bekommen hat? Die Frau oder der kleine Junge?

          Es war der Junge!!!!!!

          Aber jetzt wirst du sicher argumentieren, dass Polizisten keine Juristen sind. Stimmt. Aber ich bin mit sehr sicher, dass die Eltern des Jungen nicht so dreist waren, eventuelle Schäden am Jungen oder Fahrrad bei der Autofahrerin einzuklagen (zumindest hoffe ich noch auf Anstand auf diesem Planeten).

          Wie gesagt:
          juristisch magst du im Recht sein, moralisch hat deine Tochter für mich keinen Anspruch auf Handy-Reparatur, wenn es (auch) durch ihre Blödelei beschädigt wurde.

          • Du hast doch selbst geschrieben: das Kind sprang absichtlich vors Auto, hat den Unfall also provoziert.

            Genau das hast Du doch auch zu Protokoll gegen.

            Meine Tochter ist nicht absichtlich in die Fahrspuhr des Rollies gesprungen. Er kam von hinten , hat sie erfasst und den Fuß überrollt. Das Handy steckte in der Hosentasche, sie ist draufgefallen, hat es nicht absichtlich zerstört.

            Der Rollifaherer hat gesehen das meine Tochter da lief und geblödelt hat, er hätte einen Bogen machen müssen, wie andere Schüler, die laufen können es auch getan haben. Das ganze passierte auf dem Schulhof, also Platz war vorhanden.

            Das sind ganz andere Voraussetzungen.

            Und genau deswegen bin ich nicht nur juristisch sondern auch moralisch im Recht.

            So long

            Agathe

            • Hallo,

              grundsätzlich ist mir völlig schnuppe, was deine Tochter für ein Handy hat. Aber: du warst nicht dabei von daher ist das hier "Der Rollifaherer hat gesehen das meine Tochter da lief und geblödelt hat, er hätte einen Bogen machen müssen, wie andere Schüler, die laufen können es auch getan haben. Das ganze passierte auf dem Schulhof, also Platz war vorhanden." eine pure Vermutung.

              Was ist, wenn der Rollstuhlfahrer genauso in Gedanken gewesen ist, wie deine Tochter? was ist, wenn es für ihn so schnell ging, dass er gar nicht ausweichen konnte. Musste er kommen sehen, dass sie einen Schritt zurück macht? Und kann man die selben Maßstäbe setzen wie bei einem Fußgänger, der viel schneller reagieren kann? Was ist, wenn an der Stelle auf dem Schulhof gar nicht genügend Platz war (die Schüler stehen oft an einer Stelle zusammen)
              Wenn du morgen auf einem Bürgersteig mit dem fahhrad (wo man auch Fahrradfahren darf) lang fährst und jemand macht plötzlich einen Schritt in deine Richtung ohne, dass du damit rechnen musstest, bist du doch auch nicht automatisch Schuld.

              Vllt wirst du Recht bekommen, das kann hier keiner beurteilen. Aber bei Aussage gegen Aussage dürfte es schwer sein, dass dem rollstuhlfahrer die alleinige schuld zugewiesen wird. Wäre sie einfach nur stehen geblieben, wäre vermutlich nichts passiert. Nach dem, was du gesagt hast, gehe ich maximal von Teilschuld aus.

              vg, m.

              • Zum einen: Wir haben Zeugen, die Mädels die bei dem Vorgang dabei waren

                Zum Anderen: Klar hat der Rollstuhlfahrer auch nicht aufgepasst, sonst wär das Ganze ja nicht passiert. Darum war es ja ein Unfall und keine Böswilligkeit.

                Aber: Der Rollstuhlfahrer hat eine besondere Pflicht zur Aufmerksamkeit, wie eben auch jeder Radfahrer, Skatboarfahrer, Inliner oder auch Autofahrer. Darum ist der Rollstuhlfahrer ja auch haftbar.

                Und hätten sich die Eltern des Jungen uns gegenüber nicht so unglaublich frech ( Üble Nachrede in der Schule / Pöbeleien am Telefon ) verhalten, wäre ich durchaus willens gewesen eine andere Lösung für das Problem zu finden.. Nur auf die Art und Weise, wie mit mir und meiner Tochter umgesprungen wurde schalte ich dann eben auch auf stur, dann zahlen die eben auch noch meinen Anwalt.

                Agathe

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