Fahrrad ausgeliehen und nun ist es geklaut worden.. Wer haftet?

    • (1) 03.09.12 - 12:31

      Hallo,

      ich habe mir am We von einem Bekannten ein Fahrrad ausgeliehen.
      Ich habe es bei uns am Park abgestellt und angeschlossen.
      Als ich nach 2 STunden zurück kam war das Fahrrad samt Schloss weg.
      Habe das der Polizei gemeldet.

      Ich bin Haftpflichtversichert....
      Übernehmen die den Schaden? Das Bike kostet neu 600€..

      Die kann ich gerade nicht so aus eigener Tasche zahlen

      • Ich denke nicht, dass das die Versicherung zahlt. Dann wären ja viele Unversicherte, denen ein Rad geklaut wurde, fein raus ;-)

        Das einfachste wäre natürlich, deiner Versicherung das zu melden, und dann siehst du ja, wie sie reagiert.

        Juristisch verhält es sich wohl so, dass du den geliehenen Gegenstand wieder zurückgeben musst. Ist dir das aber durch einen Diebstahl nicht möglich, so bist du dazu eben nicht mehr verpflichtet. Im Falle eines Prozesses müsstest du beweisen, dass dir das Rad gestohlen wurde (und abgeschlossen war). Hier haftet derjenige, der dir das Fahrrad geliehen hat. Das mal so aus meinem laienhaften Rechtswissen *g*

        Ich frage mich aber, wieso man sich ein 600 Euro Bike ausleiht, wenn man im Falle eines Diebstahls es nicht ersetzen kann. Hast du denn vorab mit deinem Bekannten geklärt, was im Falle eines Diebstahls passiert?

        Gruß
        Salat

        • "Hast du denn vorab mit deinem Bekannten geklärt, was im Falle eines Diebstahls passiert?"

          Ich glaube, die Frage erübrigt sich ja wohl. Wenn sie das vorher geklärt hätten, müsste sie ja hier nicht um Rat bitten.

        "Juristisch verhält es sich wohl so, dass du den geliehenen Gegenstand wieder zurückgeben musst. Ist dir das aber durch einen Diebstahl nicht möglich, so bist du dazu eben nicht mehr verpflichtet"

        Soweit stimmt es noch, die weitere Schlussfolgerung ist dann aber falsch.
        Wenn die Leihsache nicht mehr zurückgegeben werden kann, muss der Entleiher eben Schadensersatz in Form von Geld oder einem gleichwertigen Fahrrad leisten.

        • naja, wenn die Leihsache nicht mehr zurückgegeben werden kann durch unverschuldeten Diebstahl, sieht die Sache eben anders aus. :-) Da muss nach meinem verständnis derjenige haften, der das Rad verliehen hat. Hier ist das ganz gut erklärt:

          http://www.jura-basic.de/aufruf.php?file=3&pp=4&art=6&lexi==&input=&find=LeihvertragyxyR%FCckgabe%20der%20Sache

          Dazu kommt noch, das hier: "Haftpflichtversicherungen zahlen nicht, wenn eigene Sachen beschädigt werden. Zu den eigenen Sachen gehören auch geliehene, gepachtete oder gemietete Gegenstände. Durch das Ausleihen geht der Gegenstand temporär praktisch in Ihren Besitz über. Die einzige Ausnahme bei Mietsachen bildet die Mietwohnung – hier greift die Haftpflichtversicherung."

          Gruß
          Salat

Mit meinem "laienhaften Rechtsgefühl" komme ich genau auf das gegenteilige Ergebnis meines Vorschreibers.

Du dast Dir das Fahrrad geliehen, also musst Du es auch wieder zurückgeben.

Da das nicht mehr geht (warum ist eigentlich egal) musst Du den Schaden ersetzen.

Die Haptpflichtversicherung wird bei geliehenen Sachen nicht einspringen.
Die Hausratversicherung schon eher, aber nur wenn Fahrraddiebstahl (auch von geliehenen) mitversichert ist.

Das ist ja ein Pech.

Nur mal interessehalber - was für ein Schloss hattest du? Und war es an etwas angeschlossen oder nur in sich verschlossen? Ich lebe ja auch in der ständigen Angst, dass mein Rad wegkommt und habe zwei teure Schlösser dran und versuche möglichst immer, es an einem Zaun/Gitter/Pfosten etc. zu befestigen.

Ob deine Haftpflichtversicherung dafür aufkommt, kannst du evtl. schon in den Versicherungsbedinungen nachlesen. Ansonsten einfach probieren. Good Luck!

Hallo!

Hier mal ohne Laienhaftes juristisches Wissen, dafür aber mit Google;

http://www.wer-weiss-was.de/theme64/article6710730.html

Re: Diebstahl einer geliehenen Sache

1.) Schadensersatz ist ausgeschlossen, wenn das Fahrrad
abgeschlossen war. Beweislast?

Die Beweislast trägt A. A ist gem. § 604 Abs. 1 BGB zur Rückgabe verpflichtet. Diese Pflicht verletzt er, was einen Schadensersatzanspruch nach § 280 Abs. 1 S. 1 BGB begründen kann. In § 280 Abs. 1 S. 2 BGB steht, dass dies nicht gilt, wenn er seine Pflichtverletzung nicht zu vertreten hat, was hier soviel meint wie: nicht verschuldet hat. Aus dieser gesetzlichen Systematik wird gefolgert, dass die Darlegungs- und Beweislast für die sog. Exkulpation bei A liegt.

Wenn du also beweisen kannst, dass dir das Fahrrad geklaut wurde, obwohl es angeschlossen war (Zeugen?), bist du nicht haftbar.
Haftpflichtversicherungen übernehmen Schäden an geliehenen Sachen i.d.R. nicht, spielt aber auch keine Rolle, da du ohnehin nicht haftbar bist. Dein Freund sollte seine eigene Versicherung bemühen, das ist die einzige Möglichkeit.

Liebe Grüße!

  • Ist die Art des Schlosses (z.B. absolutes Billigschloss, dass man mit jeder kleinen Zange aufbekommt) und die Befestigung (an einem festen Gegenstand oder nicht) irrelevant?

    • Hallo!

      Das kann ich dir ehrlich gesagt nicht sagen. Allerdings weiß ich, dass die Fahrräder meiner Eltern nicht versichert sind, wenn sie mit dem Fahrradeigenen Schloss gesichert sind. Ein billiges Kabelschloss würde da allerdings reichen, dass die Versicherung zahlt.

      Liebe Grüße!

Also mal unabhängig von allen juristischen Pflichten: Wenn ich jemandem ein Rad leihen würde, und der würde es sich klauen lassen, wäre ich schon ziemlich enttäuscht, und würde doch auch nach Schadensersatz verlangen.

Ich würde mich mit dem Bekannten einigen, vielleicht kann man sich den Schaden ja teilen, oder so.

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