Frau Doktor... oder doch nicht?

    • (1) 04.09.12 - 11:40

      Hallo,

      ich spiele schon etwas länger mit dem Gedanken, meinen Doktor zu machen und würde gerne wissen, warum ihr euch dafür oder dagegen entschieden habt, und ob ihr mit eurer Entscheidung zufrieden seid.

      Promovieren würde ich entweder in den Geistes- oder in den Wirtschaftswissenschaften.

      Bisher habe ich einige widersprüchliche Meinungen gehört- Die einen sagen, der Grad des Bachelors würde reichen, es käme auf die Berufserfahrung an, die anderen sagen, soweit wie möglich studieren und die Promotion eröffnet einem erst die wirklich interessanten Möglichkeiten.

      Dass es nicht schwierig für mich ist, einen interessanten Job zu finden, habe ich bereits gemerkt. Wie es mit Aufstiegsmöglichkeiten aussieht, kann ich aber leider noch nicht einschätzen #kratz

      Eine Freundin sagte dann noch, Promotion wäre doch nur Selbstbeweihräucherung, die kein Mensch brächte.

      Was meint ihr?

      Viele liebe Grüße

      Es kommt doch drauf an, was du möchtest.

      Macht dir die Arbeit, die du für einen Mastertitel aufbringen müsstest Spaß: mach es. Wirklich notwendig scheint es für deinen beruflichen Werdegang nicht zu sein.

      Promotion sehe ich nicht ausschließlich als Selbstbeweihräucherung an, schließlich ist es mit ner Menge Arbeit verbunden und man kann hinterher zu Recht stolz auf sich sein, wenn man diesen Weg gegangen ist.

      Horch in dich hinein...

      LG
      und viel Glück bei der Entscheidungsfindung,
      Nina

      Ich hatte die Option meine (naturwissenschaftliche) Zulassungsarbeit als Doktorarbeit fortzuführen.

      Es kam für mich aber nicht in Frage, weil ich erstens keinerlei konkrete Verwendung für einen Doktortitel sah, zweitens das Forschen/Analysieren und Schreiben satt hatte und drittens ziemlich scharf darauf war so schnell wie möglich ins Berufsleben einzusteigen, da ich beste Chancen auf einen Job hatte.

      Dir viel Erfolg bei deiner richtigen Entscheidung!

    • Hallo,

      Promotion ganz klar!

      Der Doktor-Titel öffnet immer noch mehr Türen als der einfache Bachelor.

      Ich habe einen Magister, aber der nützt mir auch nix. Fürs Promovieren fühle ich mich aber irgendwie schon zu alt.

      GLG

      (8) 04.09.12 - 13:57

      Hallo,

      ich würde sagen, es kommt auf die Fachrichtung an. In manchen Bereich braucht man sich ohne Promotion nicht zu bewerben (z.B. Chemie), in anderen Bereichen ist es eher Perlen vor die Säue, weil in der freien Wirtschaft keiner einen Doktor bezahlen will (z.B. in der Geologie, was ich studiert habe).
      Um das Thema Hochschullaufbahn geht es Dir ja nicht, so wie ich Dich verstehe.

      Mit Geisteswissenschaften kenne ich mich gar nicht aus.
      Im Bereich Wirtschaftswissenschaften, ist es so, daß bestimmte Führungspositionen ohne Doktor nicht mehr erreichbar sind. Firmen wie Bayer verlangen das z.B. für die Geschäftsführer ihrer Tochterfirmen.

      Es kommt drauf an, was Du willst. Wenn Du richtig Karriere machen willst, also ohne Kinder oder mit einem Mann, der zu Hause bleibt oder Teilzeit arbeitet, dann macht ein Doktor Sinn. Wenn Du Dich eher auf einer mittleren Position wohl fühlst, wo man vielleicht auch mal auf Teilzeit umsatteln kann, dann würde ich mir den Doktor sparen.

      LG

      Heike

    (10) 04.09.12 - 14:20

    Ich gehe davon aus, daß es sehr auf den Bereich ankommt.
    In einigen Bereichen kann es wirklich gut sein, daß man mit einem Dr. eher bessere Positionen bekommt, aber in anderen kann es auch hinderlich sein, weil sie lieber einen nehmen, den sie evtl. billiger einkaufen können.

    Also es kann alles stimmen, besser, schlechter, leichter, schwieriger.

    Ich kann dir zb auch sagen, daß bei meinen bisherigen AG die Dipl.-Ing. nicht unbedingt weniger Gehalt haben als einer mit Dr. und auch keine schlechteren Jobs oder niedere.

    Es kommt sehr darauf an. Im Pharmabereich sollte man zb promovieren, weil es rechtlich für manches ein Dr. vorgsehen ist.

    Vllt mußt mal in deinem Bereich genauer nachsehen, wie es aussieht.

    ##
    Eine Freundin sagte dann noch, Promotion wäre doch nur Selbstbeweihräucherung, die kein Mensch brächte.
    ##
    Tja, bei manchen ist das sicher schon so, vor allem, wenn man sich ansieht, aus was für einem Pupskram íhre Doktorarbeit besteht.
    Aber bei anderen wiederum handelt es sich um wirkliche wissenschaftliche Arbeiten. Und es können dann auch genau diese Themen sein, die einen für den AG interessant machen.

    Es gibt immer solche und solche.

    • (11) 04.09.12 - 16:06

      "Es kommt sehr darauf an. Im Pharmabereich sollte man zb promovieren, weil es rechtlich für manches ein Dr. vorgsehen ist."

      Wofür braucht man denn "rechtlich" einen Dr.-Titel?

      • (12) 04.09.12 - 16:22

        Im AMG ist zb verankert, daß man als "sachkundige Person" (ist ein feststehender Begriff) bestimmte Voraussetzungen erfüllen muß und dazu gehört unter einigem anderen, daß man Pharmazie studiert und promoviert haben muß.
        Und sämtliche notwendigen Voraussetzungen kann man nur sehr, sehr schwer erfüllen, wenn man es nicht hat.

        • (13) 04.09.12 - 17:17

          Du bist Dir sicher, dass dort explizit ein Dr.-Titel verlangt wird um eine "sachkundige Person" zu sein?

          Ich kann mir das nur schwer vorstellen.

          Ein Arzt ohne Dr.-Titel könnte z.B. theoretisch eine Herztransplantation machen.

        (15) 04.09.12 - 17:31

        Kannst du den Paragraphen benennen? Zum Thema Sachkenntnis finde ich im AMG nur den §15, und da steht allenfalls etwas von "Approbation", nicht aber von Promotion. Und approbiert ist jeder Apotheker, die wenigsten sind aber promoviert.

        LG

        • (16) 05.09.12 - 11:04

          denatus, da hast du recht.
          Ich hatte es tatsächlich falsch in Erinnerung, es war die Approbation, nicht die Promotion, man, man.....und eben die ganze Latte an Erfahrungepunkten unter §15.

      (17) 05.09.12 - 03:37

      Hallo ayshe

      Es tut mir leid, aber hier liegst du falsch.

      Ich arbeite im Pharmaunternehmen, sogar in der Qualitätssicherung, die sachkundigen Personen (QP's = Qualified Persons) sind also meine direkten Kollegen und haben selbstverständlich alle Pharmazie studiert, sind aber nicht alle TrägerInnen eines Dr.-Titels.

      Du hast natürlich recht, es sind einige Voraussetzungen zu erfüllen, die betreffenden Mitarbeiter müssen der Behörde gemeldet werden und (gefühlt) 1000 Unterlagen zur Behördenmeldung einreichen, eine Promotionsurkunde gehört aber nicht dazu.

      Viele Grüße
      Tanja

      • (18) 05.09.12 - 11:06

        Ja, Tanja, ich war auch zig Jahre in der Pharmazie.
        Ich habe gerade denatus geantwortet.

        Es war ein fehler von mir, gebe ich ja zu.

        (Ich hätte wohl lieber in der Pharmaindustrie bleiben sollen ;-) )

        (19) 05.09.12 - 11:08

        Ich kenne tatsächlich nur QPs mit Promotion, wirklich wahr.
        Sie werden wahrscheinlich bei der Jobvergabe einfach immer bevorzugt.

(20) 06.09.12 - 00:35

"Ich kann dir zb auch sagen, daß bei meinen bisherigen AG die Dipl.-Ing. nicht unbedingt weniger Gehalt haben als einer mit Dr. und auch keine schlechteren Jobs oder niedere."

Ein Dipl. Ing. hat auch eine weitaus fundierte Ausbildung als ein Bachelor.

(23) 04.09.12 - 16:41

Ich halte es fast für utopisch nach dem BA gleich eine Promotion draufzusetzen, da dem Bachelor einfach der fachliche Reifegrad fehlt.

Eine Bachelorarbeit umfasst 40 - 50 Seiten und ist sehr weit entfernt von einer Diss, da u.a. der komplette Teil der Vertiefungsfächer des Masterstudiengangs fehlt, und selbst der ist immer noch meilenweit entfernt von einer Dissertation.

Warum hast Du keinen Masterabschluss?

Also hier mal meine (in sich widersprüchlichen) Antworten, aber vielleicht kannst Du für Dich was rausschneiden...

Ich wollte unbedingt Naturwissenschaftlerin werden, natürlich mit einem Doktortitel. Mein Diplom hatte ich in der Tasche, wusste zu dem Zeitpunkt aber schon, dass ich der Wissenschaft wahrscheinlich nicht treu bleibe.

Dennoch habe ich wie selbstverständlich angefangen zu promovieren. Anfangs hat es mir auch Spaß gemacht und ich war motiviert. Dann begannen die Probleme. Sowohl inhaltlich als auch die Arbeitsverträge liefen nicht rund. Meine Bezahlung war nicht wirklich gesichert und die voraussichtliche Dauer der Promotion wurde immer länger.

Nach 2 Jahren habe ich also entschieden, lieber "richtig" zu arbeiten. Dann kam noch Herr Guttenberg und alle anderen Fälle zu Tage und ich fand es mehr als "überflüssig" zu promovieren.

Doch auch der "richtige" Job entwickelte sich nicht weiter. Nach wieder 2 Jahren wechselte ich also die Stelle. Und jetzt haben wir die Situation, dass es sich einfach logistisch, zeitlich und motivationstechnisch ergibt, dass ich meine Promotion nebenberuflich weiter mache. Ohne Zeitdruck. Ohne konkretes Ziel (mal abgesehen vom Doktortitel ;-) ).

Und jetzt fühlt es sich richtig an. Aber ich wüsste nicht, ob es jemals so weit gekommen wäre, wenn die Situation nicht gerade so wäre, wie sie jetzt ist.

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