Pate - die andere Seite

Hallo,

nachdem ich nun schon ein paar Mal Eltern über Paten habe schimpfen hören, möchte ich doch auch mal gerne die andere Seite -zum Überdenken - aufzeigen.

Ich bin Pate bei der Tochter einer Freundin. Dabei mache ich mir Mühe: frage, wie es der Kleinen geht, bin regelmäßig zu Besuch, sebstverständlich gibt es Ostern, Weihnachten, Geburtstag, etc. Geschenke (SEHR liebevoll und individuell).

Nach guten 4 Jahren komme ich mir inzwischen echt ausgenommen vor. Teilweise werden Geschenke gar nicht beachtet, geschweige denn ein "Danke" -weder von Kind noch von Eltern. Auf Kirmes zahle ich selbstverständlich Waffeln und Eis mit (was ich eh machen würde, trotzdem biete ich in solchen Situationen immer anstandshalber das Geld an, wenn jemand für meine Kinder mitzahlt). Mir geht es hier nur um die Selbstverständlichkeit, nicht um 1 Euro für eine Waffel.

Am meisten stört mich, dass meine Kinder gar nicht beachtet werden. Kein Gruß zum (oder nach) dem Geburtstagen, nicht mal eine Kleinigkeit zu Weihnachten - es geht mir hier wohlgemerkt nicht um Geld! sondern um die Geste.

Naja, in diesem Sinne, vielleicht überdenken die Eltern mal ihre Ansprüche.
ICH als Pate habe nämlich bei diesen Voraussetzungen langsam keine Lust mehr!

Viele Grüße
Bette

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Hallo Bette,

ich freue mich wirklich sehr über Dein Thema. Denn auch mir gehts als Patin manchmal so, das ich mich frage- warum überhaupt hast Du diese Patenschaft angenommen.

Ich liebe mein Patenkind, welches jetzt bald 3 wird, über alles. Sie ist auch meine Nichte - nicht nur mein Patenkind.

ich war, als sie geboren wurde, Single und bin (und die Kleine war mit ein Grund) wieder in meine Heimat zurück (ca 500km auswärts gelebt damals).
das erste Jahr war wirklich super.. ich habe Baby gestittet, ich bringe immer irgendwas mit (zuerst Kleidung, dann die ersten Spielsachen, Bücher ohne Ende...alles wird immer sofort verkauft wenn sie nicht mehr damit spielt..ich bin nie gefragt worden, ob ich eventuell etwas als Andenken haben möchte oder sonst wie... auch die größeren Dinge wie Bobby Car gehen an den Meistbietenden. Nach einem Jahr lernte ich meinen baldigen Ehemann kennen. und ab da wurde ich quasi zur Persona non grata. ich bin eine schlechte Patentante, jemand anderes wäre besser gewesen, wenn wir gewusst hätten das Du Dir wieder einen Mann anschaffst - WIR hätten Dich nicht gefragt. ich war.- als die Kleine geboren wurde 37 Jahre alt ! Ich war aber bereits als alte Jungfer scheinbar gestempelt. Das ich noch einen Kerl abbekomme- grenzt scheinbar an ein Wunder.

Klar.. bedingt durch das mitlerweile schlechte Verhältnis, gehe ich wesentlich seltener hin oder versuche die Treffen in die Öffentlichkeit zu verlegen, dass man nicht "so eng" aufeinander sitzt.

Immer nachträglich kommt: ich hätte erwartet das Du das anders machst, das Du dies und das getan hättest.

ich habe ihr sooft gesagt (der Mutter des Kindes) das sie, wenn sie eine Forderung an mich hat- es mir einfach sagen soll! Dann ist es einfacher. aber das es doch scheisse ist, nach 4 Monaten zu sagen: eigentlich bin ich sauer auf Dich, weil du das und das nicht getan hast (z.b. Eis essen gehen mit der Kleine).

Ich halte mich für eine gute Patentante. ich werde immer für dieses Kind da sein. aber ich fühle mich so derart unter druck gesetzt und ausgenutzt. wenn ich nicht hinfahre (60km entfernt) habe ich pech gehabt! Es ist so einseitig. Es interessiert sie auch nicht was ich mache, oder wie es mir geht. ich habe eine Pflicht zu erfüllen und wenn ich das nicht zu ihrer vollsten zufriedenheit mache- bin ich geliefert.

Wir versuchen jetzt auch ein Kind zu bekommen- und ich glaube, wenn ich es wirklich noch schaffe mit 40 Schwanger zu werden - werde ich wahrscheinlich aus ihrer Familie geworfen. immerhin hab ich ein Patenkind- was soll ich jetzt noch mit einem eigenen.

Ich bin wirklich ratlos. Reden macht keinen Sinn.

Und so gemein wie es klingt...ich freue mich das es noch andere unglückliche Paten gibt.. denn in der Regel wird nur auf uns rumgehackt:-(

ich wünsche Dir und Deinem Patenkind trotzdem alles Liebe !

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In welchem Verhältnis stehst du mit ihr, schwester oder Schwägerin?

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Im Grunde finde ich es eine Frechheit, dass es so selbstverständlich hingenommen wird, dass ein "nicht-eigenes" Kind so sehr mit Aufmerksamkeit bedacht wird.

Schließlich wurden WIR ja zum Patenamt ausgewählt - nicht andersrum.

Dass dir die Partnerschaft oder gar ein eigenes Kind angelastet wird, ist dir Krönung. Ich glaube, DA würde ich wirklich den Kontakt abbrechen, NACHDEM ich sehr deutliche Worte gesagt hätte!

" wenn wir gewusst hätten das Du Dir wieder einen Mann anschaffst - WIR hätten Dich nicht gefragt."
Sollst du dein Leben wegwerfen wegen einer PATENAMTES?!
Unfassbar!
Wieso lässt du dir SO ETWAS gefallen?

Ich finde, irgendwann ist Schluss.

Dir auch alles Liebe!

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>>ICH als Pate habe nämlich bei diesen Voraussetzungen langsam keine Lust mehr!<<

Dann lass es sein. Du gehst mit den falschen Erwartungen an die Patenschaft heran. Beim Patenamt geht es nicht nach der Devise: Auge um Auge - Zahn um Zahn. Es sollte nicht aufgerechnet werden, was Du alles gegeben hast und was Du wiederum dafür bekommen hast.

Das Patenamt ist eine total uneigennützige Sache. Die einzige und ursprüngliche Aufgabe ist es, das Patenkind bis zum Eintritt ins kirchliche Erwachsenenalter (nämlich mit der Konfirmation) zu begleiten, zu führen und zu unterstützen. Wenn man nicht gläubig ist, macht so ein Patenamt gar keinen Sinn.

Früher waren die Menschen auf den Paten angeweisen, da die Sterblichkeit sehr hoch war und somit das Kind in sicheren Händen aufgehoben war. Da ging es auch nicht um Geschenke, die nicht erwiedert wurden. Es wurde einfach nichts erwartet, außer dem Kind im Leben zu helfen.

Jammernde Paten sind genauso schlimm, wie jaulende Eltern, die sich Gegenseitig mit Vorwüren ihrer Benachteiligungen überschütten.

LG

minimöller

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Hey Minimöller... Du schreibst man geht mit den falschen Erwartungen an den Patenjob ran.. ich denke eher, dass die Eltern des Patenkindes da mit einer falschen Erwartung heran gehen!

Sie suchen nähmlich nicht einen Begleiter; oder einen Beschützer für das Kind- sondern in sehr vielen Fällen einen 24std. Babysitter- oder eben Geschenkgeber.

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Hallo,
ich gehe mitnichten mit falschen Erwartungen an das Patenamt - schließlich bin ich gläubig und sehe Geschenke eher als nettes "Nebenbei".

ABER von mir wird ständig erwartet, dass ich etwas bringe! HABEN will ich gar nichts - außer etwas gute Erziehung wie ein Danke und etwas Interesse an mir und MEINEN Kindern.
Das sollte in jeder Freundschaft selbstverständlich sein - seit ich aber Pate bin, muss plötzlich sie und ihr Kind immer vorne stehen. Das ist in einer Freundschaft nicht ok.

Wie würdest du denn das "lass es sein" gestalten?

LG

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Hallo,

Ich finde es viel mehr erschreckend, das viele vergessen oder gar nicht wissen.
Warum man sein Kind einen Parten zur seite gestellt hat.

Denn der Taufpate bürgt für den Glauben des Täuflings.
Außerdem ist es die Aufgabe des Taufparten ,die menschliche und religiöse Entwicklung des Kindes zu begleiten. Und uns Eltern moralisch und in der Erziehung zu unterstützen.

Der Parte ist nicht dafür da, um den "Geschenk-Esel" zu machen.

Meine Kinder sehen ihren Taufpaten wenn es hoch kommt alle 3 Monate.
Weil dieser 450 Km entfernt wohnt. Und dennoch haben Sie ein sehr gutes Verhältnis zu Ihm. ( Telefonieren alle 14-Tage )

Dieser Schickt meinen KInder zum Geburstag, Ostern und Weihnachten immer eine Karte. Und das war es dann auch schon. Wenn er dann mal zu uns kommt bringt er eine kleinigkeit mit und das sind wirklich kleinigkeiten.

Aber das ist für mich so in Ordnung, denn mir ist viel wichtiger das Sie ein gutes Vetrauen Verhältnis zu Ihm haben.

Und Sie sich dann später mal, wenn es dinge gibt die Sie mit uns Eltern nicht besprechen wollen. ;-) Sich Ihm Anvertrauen.

Gruß Viper