Ein Elternteil glaubt, der andere nicht - Mittelweg?

    • (1) 18.09.12 - 20:18

      Hallo,

      ich möchte bitte keine Grundsatzdiskussionen zum Thema starten, habe aber folgende Frage:

      Wie macht ihr das, wenn nur ein Elternteil gläubig ist und der andere Teil nicht?
      Wie findet ihr die "goldene Mitte"?

      • Ganz einfach, dem Kind als eigenständigen Menschen seine eigene Meinung dazu bilden lassen.
        Sprich: Möchte es mal in die Kirche weil es neugierig ist, dann hingehen. Möchte es das gar nicht, dann akzeptieren.
        Fragen ehrlich beantworten, auch kindgerecht erklären warum man z.B. NICHT gläubig ist oder warum man es doch ist.

        Auf keinen Fall dem Kind etwas aufzwingen, denn der wahre Glaube, egal an was, ensteht im Herzen ganz von allein.

        Mona

        Den Kindern ehrliche Antworten geben und ihnen erklären, daß es unterschiedliche Auffassungen gibt.

        Hi,

        hier bei uns ist keiner gläubig bzw. glauben wir nicht an die Kirche - vor allem nicht an die kath. Kirche.
        Ich wollte aber die Kinder mit der in unserem Kulturkreis gelebten Religion bekannt machen.
        Also habe ich sie evangelisch taufen lassen (Oma wäre bei einem ungetauften Kind aus dem Latschen gekippt... :-p) und sie haben ev. Unterricht in der Schule.
        1x im Jahr gibt es den Kinderbibeltag, da dürfen sie mitwirken, wenn sie Lust haben.
        Sie gehen also mit dem Thema um. Unsere Kirche hält sowieso viele Angebote für Kinder und Jugendliche bereit.
        Unser Großer hätte vergangenes Jahr Konfirmation gehabt.
        Ich habe ihn gefragt was er davon hält, ob er konfirmiert werden möchte.
        Er hat dies klar verneint und gut.
        So weiss er zumindest, was er ablehnt.

        Soll Dir sagen; jeder wie er es für sich haben möchte.
        Wieso bedarf es einer Mittelweges?

        #winke

        • Kind taufen, weil Oma sonst böse wäre oder die Bekannten alle gläubig sind? Einfach nur peinlich.

          Man tauft ein Kind, weil die Eltern einen tiefen Glauben haben und nicht um anderen zu gefallen. Man kann Kindern die Religionen auch näher bringen, ohne sie zu taufen. Ich bin tiefe Atheistin, hatte aber auch 8 Jahre Reli-Unterricht in der Schule. Anfangs nur, weil meine Freundin in diesen Unterricht ging und dann, weil es mich interessierte. Alles, ohne getauft zu sein oder von meinen Eltern dazu gedrängt worden zu sein.

          Und außerdem: man glaubt nicht an eine Kirche, sondern an Gott, Jesus, an die Inhalte einer Religion, etc. Allgemein an die christliche Lehre oder meinetwegen an die katholische bzw. evangelische Lehre. Glaubt ein Hindu an einen Vishnu-Tempel? Nein! Aber er glaubt an Vishnu.

          • Danke!
            Ich musste gerade echt schmunzeln. Genau so sehe ich das auch - und bin auch schon seit langem Atheistin/Humanistin.

            Offensichtlich nehmen wir die Religion ernster als ihre (Pseudo-)Anhänger es tun.

            Mir persönlich ist ein reflektierter Umgang mit Glaubensdingen wichtig. Diese Oberflächlichkeit macht mich allerdings echt wütend. Zumal diese Pseudogläubigen immer wieder als Argument herangezogen werden, wenn es darum geht, die Sonderstellung der Religion zu verteidigen.

        Hi,

        ich hab meine Großeltern mal in der Stadt getroffen und sie fragten mich, wann ich die Kids nun taufen lassen will. Als ich ihnen dann sagte, dass dies nicht passieren wird ist denen das ganze Gesicht entrutscht und sie haben mir mitten in der City einen Vortrag darüber gehalten, was mit meinen Kindern passieren wird, wenn sie ungetauft sterben. Dass sie in die Hölle kommen werden etc.

        Das war ein Erlebnis#rofl

        Meine Kinder sind immer noch ungetauft#schein

        Lg

        zum gefallen der anderen das kind taufen lassen? was lernt denn dein kind jetzt daraus? wie meine vorschreiberin schrieb, spiegelt eine taufe die gläubigkeit wieder. meine kinder sind nicht getauft und werden erst getauft, wenn sie diesen wunsch äußern und nicht weil oma und opa mir ständig damit in den ohren liegen.

        wir werden mit ihnen ihren 14. geburtstag ganz groß mit großem geschenk feiern, damit sie auch nicht auf die idee kommen, sich konfirmieren zu lassen nur des geldes wegens. denn das ist ja leider gang und gebe.

        ich habe keine abneigung dem glauben gegenüber, kann nur selbst nichts damit anfangen. aber mein sohn geht in den religionsunterricht und meine tochter in einen evangelischen kindergarten (ja es wird keine religionangehörigkeit dafür verlangt). beide gehen mit zu anlässen in die kirche und lernen somit auch alles kennen. mein sohn kann damit gar nichts anfangen. er glaubt nicht, dass es einen gott gibt. die geschichten aus der bibel interessieren ihn trotzdem.

        vg

        Soll ich mich jetzt rechtfertigen, weshalb ich diese "Peinlichkeit" begangen habe? :-p
        Bleibt mal locker, jeder nach seinem gutdünken, nicht wahr?

        #winke

    Hi,

    ich praktiziere mit meinen Kindern (wir beten und gehen gelegentlich zum Gottesdienst) und rede mit ihnen darüber.

    Ich vermittle keine absoluten Wahrheiten sondern beschränke mich auf Ich-Aussagen, die ich auch Erwachsenen gegenüber vertreten würde. Ich lehre meinen Kindern keinen Kleinkindglauben, der sich spätestens mit Beginn der Pubertät ins Nichts auflösen muss. Ich habe nicht auf jede Glaubensfrage eine Antwort, dann suchen wir nach Ideen, wie man es verstehen könnte.

    Meinem Mann ist es wichtig, dass Religion nicht Angst macht und nicht zur emotionalen Erpressung missbraucht wird. Darin sind wir uns einig. Über alles andere kann man reden.

    LG Helga

    Hallo!

    Wir leben so.

    Ich bin gläubige Christin (evangelisch) mein Mann ist nicht religiös.

    Im Alltag spielt das bei uns alles keine große Rolle. Ich bin ehrenamtlich sehr stark in unserer Gemeinde eingebunden, unser Pastor ist mein Dutzfreund. Trotzdem bin ich z.B. kein regelmäßiger Kirchgänger.

    Ich habe es immer so gesehen: Mein Glaube ist meine Privatangelegenheit, die ich mit mir selbst ausmache. Ich bin kein "offensiver" Christ.

    Unsere Kinder werden selbst herausfinden müssen, was sie glauben oder nicht.
    Sie sind auf meinen Wunsch hin getauft, aber das war es auch schon.

    Bei uns wird nicht gebetet oder das Thema groß aufgebauscht.
    Meine Große hat jetzt vor einiger Zeit mal ihre Kinderbibel gefunden und sich etwas darauf vorlesen lassen. Allerdings sind das für sie eigentlich nur Geschichten wie andere auch. Ich habe das auch nicht weiter kommentiert. Da warte ich auf ihre eigenen Fragen.

    Eine große Frage hat sie tatsächlich mal gestellt. Sie fragte mich, wer eigentlich die allerersten Menschen auf der Welt waren.

    Sie ist knapp 5, aber sie beschäftigt sich ständig mit solchen existentiellen Fragen.
    Ich habe ihr dann quasi beide Versionen erklärt. Ich habe ihr erzählt, wie es in der Bibel steht und ich habe ihr erklärt, dass man heute aber weiß, das der Mensch sich über ganz, ganz viele Jahre entwickelt hat und z.B. erst die Dinos auf der Welt waren. Dinos findet sie gut, das hat sie verstanden.
    Sie hat mich dann gefragt, warum ich an Gott glaube aber nicht alles glaube, was in der Bibel steht.
    Ich habe ihr geantwortet, dass die Bibel von Menschen geschrieben und überliefert wurde - und Menschen nun einmal Fehler machen. Sie hat daraufhin gefragt, was denn in der Bibel wahr ist und was nicht.
    Ich habe ihr versucht kindgerecht zu erklären, dass viele Geschichten aus der Bibel eher als Metapher zu verstehen sind und nicht alles Tatsachen sind.
    Und das sie ganz für sich alleine herausfinden muss, was sie glaubt und was nicht.
    Ich kann mit ihr darüber reden aber ihre Meinung wird sich im Laufe der Jahre selbst bilden.

    Meine Tochter hat mich vor Kurzem auch gefragt was passiert, wenn man stirbt. Da meine Erklärungen sie irgendwie nicht zufrieden gestellt haben bzw. sie sich unter vielen Dingen gar nichts vorstellen konnte, habe ich sie geschnappt und wir sind an einem schönen, sonnigen Tag auf dem Friedhof spazieren gegangen.
    Dort haben wir uns Grabsteine angeschaut, gelesen was da steht, überlegt warum einige Gräber so schön blühen und andere so ungepflegt sind und dann haben wir überlegt ob wirklich nur der Körper in der Erde liegt und der Geist irgendwo anders weiterlebt oder eben nicht. Ergebnis offen.
    Erziehung ist eine spannende Sache. :-)
    Unser alter Wellensittich ist aber im Himmel, das hat sie so beschlossen. *g*

    Unterm Strich gesagt: Meine Kinder kommen durch mich mit dem christlichen Glauben in Berührung, wir erziehen sie jedoch neutral und im Alltag spielt das ganze keine riesige Rolle bei uns.
    Ich finde, Glaube, der von Baby an geprägt wird, ist letztlich nur anerzogen und kein echter, selbst entwickelter Glaube.
    Genauso wie es anerzogen ist, wenn Eltern auf biegen und brechen alles, was mit dem Glauben zu tun hat, von den Kinder fern halten und nicht müde werden zu beteuern, dass das ja alles Blödsinn ist. Man kann mit den Kindern - auf Nachfrage! - seine Ansichten besprechen aber herausfinden müssen sie das ganz für sich alleine.
    Der Taufzeuge meiner Großen ist z.B. türkischstämmiger Muslim und meine Tochter findet es wahnsinnig spannend, dass er kein Weihnachten feiert und nicht an das Jesuskind glaubt.
    Und für die Mama ist Weihnachten und Ostern sehr wichtig.
    Und der Papa freut sich über das gute Essen und das schöne Familienfest. #rofl
    Sie schaut jetzt schon mehr über den Tellerrand als so mancher Erwachsene.

    Die Kleine ist noch zu viel klein für all das. Wer weiß, was da irgendwann für fragen kommen.

    Ich selbst komme übrigens aus einem Nicht-christlichen Elternhaus. Ich glaube, mein Papa fragt sich bis heute, wie es passieren konnte, das ich praktizierende Christin geworden bin. #schwitz

    Liebe Grüße

    Hi,

    mein Mann ist kath. und sehr gläubig,

    ich bin ev. aber schon sehr lange ausgetreten aber trotzdem gläubig.

    Kinder sind kath. getauft.

    So, mein Mann erzählt die Bibel Geschichten besser, er kennt sich mit allem darin einfach besser aus, #augen und er nimmt die Kids auch mit, wenn sie beim Orgelspielen (beim Gottesdienst) zuschauen wollen.

    ABER mein Sohn langweilt sich in der Kirche und er muss nicht mit, wenn er nicht will. Unsere Tochter geht gerne hin - ich denke nicht wg. der Kirche, sondern weil sie so gerne beim Papa dabei ist#ole

    Und den Kids die 7. Gebote näher zu bringen, deswegen muss man nicht gläubig sein. Wertvorstellung sollten normal in der Erziehung sein.

    Grüße
    Lisa

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