Im SUV zum Bioladen...

    • (1) 24.09.12 - 17:12

      Hallöle,

      ich versuche, mich sooft wie möglich NICHT von Klischees und Vorurteilen überrumpeln zu lassen (ich muss es tatsächlich "überrumpeln" nennen, denn manchmal merke ich erst im Nachgang, dass ich gerade wieder die Schubladen aufgemacht habe), aber immer wieder stehe ich vor dem "gelebten" Klischee, so wie heute im Bioladen: Ich fahre auf den Hofparkplatz und man wird quasi "erschlagen" von so einer Riesen-Geländewagenkiste- und NEIN: es war kein Hybridmotor. Und im Laden selbst dann die Besitzerin/Fahrerin/Whatever: Zwei Kinder an der Hand, ich kriege gerade noch mit, dass sie die Verkäuferin ungläubig anstarrt, weil die "Kartoffeln nicht in Demeter-Qualität" sind, sie selbst trägt eine gebatikte Hose, selbstgestrickte Socken und lange, vermutlich mit Henna gefärbte Haare. Und dieses Trio steigt dann tatsächlich in diese Benzin-Schleuder mit Chromfelgen ein.

      Versteht mich nicht falsch: Ich plädiere stets dafür, dass jeder so leben soll, wie er meint. Doch ich konnte mir das breite Grinsen nicht verkneifen, denn irgendwie fühlte sich die Szene an wie aus einer Comedynummer geklaut.

      Die Verkäuferin merkte mein Grinsen und nickte nur....

      Und vor diesem Bioladen stehen regelmäßig die richtig großen Kisten, Q7, Touareg usw.

      Ich frage mich dann meist, wie sie sich selbst das schönreden, also Ökogedanke auf der einen und Imageaufwertung auf der anderen Seite.

      Aber das ist vermutlich auch schon wieder ein Vorurteil von mir....;-)

      LG
      Steffi

      • Fühlst Du Dich besser, wenn Q7-Fahrer industriell hergestellte herkömmliche Lebensmittel kaufen, die die Umwelt zusätzlich belasten oder tierische Produkte aus quälerischer Haltung und Schlachtung?

        LG

        • Wo gibts denn industriell hergestellte Lebensmittel ? Bei meinem Nachbarn wachsen die Kartoffeln immer noch in der Erde und nicht in der Fabrikhalle... ;-)

          ... aber das ist ein anderes Thema.... #schein

          • Bei Deinem Bauern wächst auch idyllischer Analogkäse und idyllisches Fleisch aus Zucht-, Mast- und Schlachtfabriken?
            Ich glaube, Du weißt, was ich meine....

            LG

      (5) 24.09.12 - 17:32

      Hallo Steffi! #winke

      Welche Autos sollen solche Leute denn deiner Meinung nach fahren? Hast du dich mal mit dem Benzinverbrauch solcher Autos näher beschäftigt oder sind das reine Klischees, denen du dich hingibst?

      Auch einen Tourag kann man als BlueMotion mit 6,5l/100 km fahren. Und auch einen Tourag kann man als Hybriden bestellen.

      Welches Auto fährst du denn?

      Liebe Grüße #herzlich

      Marie

    • Es gibt sogar Fahrzeuge ohne Motor. Die kann man wunderbar nutzen. Fahrrad genannt. :-)

      • Ja, aber wer nicht ganz ignorant ist, der weiß auch, dass nicht jeder in der Stadt wohnt und mit dem Rad einkaufen fahren kann. Ich fahre (einfache Strecke) 25 km zum nächsten Bioladen. Ich fahre einmal die Woche einkaufen, wenn ich sowieso bei der Krankengymnastik bin, dann ist mein Kofferraum aber voll bis zum Anschlag. Ich wüsste nicht, wie ich das alles mit dem Rad transportieren sollte.

        Ich weiß auch, dass man es sich kaum vorstellen kann, wenn man nie selber so gewohnt hat, aber hier wohnt man einfach am A*sch der Welt. Das Dorf, in dem ich lebe, hat 200 Einwohner. Hier fährt Mo. bis Fr. tägl. ein Bus in jede Richtung (2 Busse insg.). Das ist morgens um 5 Uhr. Abends kommt selbstverständlich ein Bus aus jeder Richtung zurück. Das ist so um 16.30 Uhr. Zwischendurch gibt es hier nichts. Man kann sich ein Taxi rufen. Das kostet aber ein Vermögen. Hier gibt es keinen Bäcker, keinen Metzger, kein Lebensmittelgeschäft, keine Drogerie, nicht einmal einen Arzt, geschweige denn eine Apotheke. Für jeden Pups muss man kilometerweit fahren.

        Ein Fahrrad kannst du hier sicher benutzen, aber wenn du auf einem Vulkan wohnst, dann weißt du auch, was du nach einer Tour von 25 km ohne Gepäck geschafft hast. Im Winter kannst du damit gar nichts anfangen. Wir wohnen hier in einem Skigebiet.

        Klar, das Ganze ist selbstgewähltes Leid und nicht jeder kann und will so leben. Aber wer sich für ein solches Leben entscheidet, für den ist ein eigenes Auto eigentlich Pflicht. Sonst bist du hier verloren!

        • Ja, ein Auto. Hier geht es um den SUV an sich. Hilft der einem auch über das Landleben hinweg?
          Ich bin auf dem Land gross geworden, hatte 5 Minuten in den Wald (zu Fuss), 30 Minuten ans Meer (zu Fuss) und 30 Minuten in die Schule (mit dem Schulbus).

          Meine Eltern haben noch heute nur einen normalen Peugeot, selbst die Bauern bei ihnen fahren keine SUVs.

          Also, nur weil ich mit dem Fahrrad fahre meint das nicht, dass ich das von allen erwarte. Ich finde aber, ein wenig selbstkritisch Nachdenken vor dem Autokauf schadet nicht.

(15) 24.09.12 - 17:43

Wärst du zufriedener, wenn sie mit einer 20 Jahre alten, 15 l auf 100 km verbrauchenden Schüssel mit total veralteter Technik vorfahren würde, um im Bioladen einzukaufen?

Oder dürfen nur Fahrradfahrer im Bioladen einkaufen?

Ich versteh dein Problem grad nicht so ganz.

(16) 24.09.12 - 17:56

Hi Steffi!

Entgegen der andren verstehe ich was Du meinst. Ein bisschen grinsen darf da schon erlaubt sein.

Grüße
Sabrina

Hallo!

Ich verstehe schon, was du meinst, aber im Grunde haben meine Vorschreiberinnen recht: Wahrscheinlich verbraucht der Touareg hier auch ohne Hybrid-Motor weniger als ein 20 Jahre alter Golf 2 (unser hatte damals 7-8l Benzin verbraucht bei 75PS).
Trotzdem halte ich SUVs in jeglicher Form für unnütz (solange man nicht wirklich ins Gelände muss), und ein "normales" Auto mit ähnlich großem Innenraum verbraucht vermutlich bei gleicher PS-Zahl schon alleine dadurch weniger, dass es weniger wiegt und durch die flachere Bauweise einen geringeren Luftwiderstand hat.
Und was in meinen Augen überhaupt nicht passt ist das Öko-Ourfit und die Nobelkarosse - ob Bio oder nicht. Aber selbst ohne Öko-Outfit gehe ich davon aus, dass viele Leute bei ihrem Einkauf im Bio-Laden etwas egoistisch sind und vor allem daran denken, dass das, was bei ihnen auf dem Teller landet, möglichst unbelastet ist. Dass sie selber die Umwelt durch Autos mit naturgemäß hohem Benzinverbrauch belasten, wird dabei wenig überdacht (vermutlich werden die Kids auch noch jeden Morgen in die Schule gefahren statt den Schulbus zu benutzen ;-)).

Ich denke da jetzt auch mal an die Umweltbewegungen in den 80ger Jahren. Da klebten ja an vielen Autos diese Aufkleber "Atomkraft Nein Danke!". Die meisten Autos mit diesen Aufklebern waren aber so alt, dass sie einen Spritverbrauch jenseits von gut und böse hatten.

Liebe Grüße!

  • "Ich denke da jetzt auch mal an die Umweltbewegungen in den 80ger Jahren. Da klebten ja an vielen Autos diese Aufkleber "Atomkraft Nein Danke!". Die meisten Autos mit diesen Aufklebern waren aber so alt, dass sie einen Spritverbrauch jenseits von gut und böse hatten."

    Die sind aber in vielen Fällen von der Ökobilanz trotzdem besser als ein neu gebautes aktuelles Fzg., dass dann 2 Liter weniger verbraucht.
    Wegwerfen und neu kaufen, rechnet sich ökologisch nicht.

    LG

    • (25) 24.09.12 - 18:13

      Genau, ein Auto braucht nämlich für Produktion und Vertrieb mehr Energie als im Betrieb. Aber auch aus diesem Grunde ist ein SUV ökologisch nicht besonders wertvoll, weil zur Produktion ja mehr Ressoucen verbraucht werden.

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