Ich halte meinem Mann den Rücken frei ...

    • (1) 27.09.12 - 14:23

      Hallo,

      diesen Ausspruch "Ich halte meinem Mann den Rücken" frei, damit er seinem Vollzeitjob nachgehen kann, hört man immer wieder. Und ich frage mich dann immer wieder:

      - Wie sieht das aus, dieses "Rücken freihalten"?
      - Wie schaffen es Männer/Väter, deren Frauen auch arbeiten gehen - vielleicht sogar auch Vollzeit -, trotzdem ihren Vollzeitjob auszuüben? Wer hält diesen Männern den Rücken frei?

      Gruß,

      B.

      Hm, keine Ahnung, was damit gemeint ist!

      Vielleicht ist damit gemeint, dass er sich voll und ganz auf die Karriere konzentrieren kann, sie daheim alles putzt, wäscht, seine Hemden bügelt, damit er, wenn er heimkommt, sich nur noch an den Tisch setzen muss zum Essen? Und danach sich ausruhen???? Jedem das seine, aber für mich wäre das auch nicht die Erfüllung meines Lebens! Aber wem es gefällt, für die ist es ja schön!

      Ich halte meinem Mann also "nicht den Rücken frei"! Aber ehrlich gesagt, denke ich da auch an mich, ich möchte unabhängig bleiben! Wer garantiert einen auch, dass eine Ehe ewig hält? Niemand! Selbst die beste Ehe kann auseinander gehen! Und dann stehen leider die Frauen immer am dümmsten da, die immer alles für ihren Mann getan haben und nicht auf sich und ihr Arbeitsleben geschaut haben! Nach Jahren ohne Job hat man es dann sehr schwer, wo eingestellt zu werden! Mir tun diese Frauen dann schon sehr leid, denn die Männer, für die sie jahrelang alles getan haben und ihnen den "Rücken frei gehalten haben", denen ist es doch dann egal, was aus der Frau wird, wenn sie eine Neue haben!

      So definiere ich diese Wort!

      Liebe Grüße

      • Hallo,

        genau so einen Fall habe ich gerade im Kolleginnenkreis. Der Mann verdient sehr, sehr gut und hat sich in all den Jahren um nichts gekümmert. Wirklich nur um seine Karriere. Das auch noch in einer anderen Stadt. Er war nur unregelmäßig mal an den Wochenenden zu Hause. Meine Kollegin ist auch die ganzen Jahre arbeiten gegangen und hat sich zusätzlich komplett um alles was die Kinder anging gekümmert. Sie war auch diejenige, die immer zu Hause bleiben musste, wenn die Kinder krank waren. Da der Mann sehr gut verdient hat, konnte sie verkürzt arbeiten. Ich glaube, es waren 20 h in der Woche.

        Das ging so lange gut, bis der Mann eine Kollegin kennen und lieben lernte. Er hat sich von meiner Kollegin getrennt.

        Jetzt steht sie da und muss wieder Vollzeit arbeiten. Was eigentlich nicht so schlimm ist. Das Schlimme an der Sache, was sie so ärgert ist, dass sie die ganzen Jahre nur so wenig in die Rentenkasse eingezahlt hat, dadurch das sie immer nur ein paar Stunden gearbeitet und sich dann um die gemeinsamen Kinder gekümmert hat, während er das Geld scheffelte. Ganz übel in dem Fall ist noch, dass die beiden nie geheiratet haben. Die Hochzeit sollte irgendwann mal stattfinden, wenn der Mann Zeit dafür gehabt hätte.

        Dumm gelaufen, kann ich da nur sagen. Mir tut sie leid.
        LG, Cinderella

        • Hallo Cinderella!

          Danke, dass du verstehst, was ich meine! In meinem Umfeld bringt man mir wegen dieser Meinung nicht viel Verständnis entgegen!

          Wenigstens aber war die Kollegin so schlau, und ist nicht jahrelang "nur" daheim geblieben! Sie ist ja wenigstens in ihrem Job geblieben und nicht, wie so viele, nach Jahren total "weg vom Fenster"!
          Klar, bei ca. 20 STd geht wenig in die Rentenkasse ein (ist bei mir z.Z. auch so), aber wenigstens kann sie jetzt in ihrem Job mehr arbeiten und muss nicht irgend etwas absolut Unterbezahltes machen!

          Nur, viele bleiben jahrelang ganz zu Hause! Wenn denen dann das passiert, was leider deiner Kollegin passiert ist (und mir, dir und allen anderen ebenso passieren kann), dann bekommen die nach jahrelanger Abwesenheit in ihrem Beruf keine Stelle mehr!

          Ich bin ein Jahr daheim geblieben, eigentlich auch schon zu lange, da sich in jedem Beruf innerhalb eines Jahres schon so viel ändern kann! Arbeite z.Z. auch nur Teilzeit, aber ich verliere wenigstens nicht "den FAden" und kann, im Falle des Falles in meinem Beruf wieder Vollzeit arbeiten!

          Aber genau das wollen leider viele nicht verstehen! Ich hoffe, deine Kollegin bekommt alles gut auf die Reihe und kann wieder glücklich werden kann! Ich wünsche ihr alles Gute!

          LG Kittycat

          • Tja, und genau darum wir in einigen Jahren die Altersarmut ein ganz großes Problem sein. Nur wollen die Damen das jetzt noch nicht einsehen. Es wird auch gerne behauptet sie würden genug einzahlen damit sie später abgesichert sind. Allerdings frage ich mich wie man das mit einem Gehalt anstellt ohne zu verhungern. Oder alle ihre Männer sind Manager bei Porsche.

            • >>>Tja, und genau darum wir in einigen Jahren die Altersarmut ein ganz großes Problem sein.<<<

              Altersarmut gab es immer schon, natürlich vor allem bei Witwen, die wegen der Kinder zu Hause geblieben sind.
              Demnächst wird sich die Altersarmut dahingehend ändern, dass auch Männer verstärkt davon betroffen sein werden.

              Wenn man(n) nach 40 Jahren Arbeit bei einem Durchschnittsgehalt von 2500 Euro auf seine 850 Euro Rente freuen kann... damit kommt man nicht weit.
              Deswegen muss ich immer mit dem Kopf schütteln, wenn Frauen hier kreisrund gemacht werden, wenn sie drei Jahre wegen der Kinder zu Hause bleiben wollen "Aber deine Rente!!!" Als ob das den Kohl fett machen würde.

              • Auch eine Sache, die ich nicht verstehe. Ich komme (Ausbildungszeiten mit eingerechnet) mal auf 51 Arbeitsjahre. O.k. ich habe mein Abi erst nach der Wende gemacht, da ich aus dem Osten bin. Aber selbst meine Kinder, die 13 Jahre zur Schule gegangen sind, werden es (wahrscheinlich) auf 47 Arbeitsjahre bringen (Rente mit 67). 40 Jahre halte ich da für extrem tief gestapelt für die Mehrheit.

                Ich rede nicht von 3 Jahren. Ich rede von den Hausfrauen die länger zu Hause bleiben oder gar nicht mehr arbeiten bzw. nur einen Minijob machen.

                Die meinte ich. Ich war die Elternzeitjahre auch zu Hause.

                LG

          Nur, viele bleiben jahrelang ganz zu Hause!

          Ich bin sicher dass das ein aussterbendes Modell ist. Können sich die wenigsten heute leisten (nicht nur finanziell, sondern im Hinblick auf die Wahrscheinlichkeit einer funktionierenden Partnerschaft bis ans Lebensende/Versorgerehe). Die die lang zuhause bleiben sind oft die die vorher auch nichts gearbeitet haben.

          In meinem Bekanntenkreis kenne ich niemand der länger als 3 Jahre zuhause war und das ist auch schon eher selten, die meisten kehren nach 1-2 Jahren in den Job zurück.

          Ausnahme: Frauen von extrem gutverdienenden Männern, die nie zuhause sind, da hier der logistische Aufwand höher wäre als sonst was. Vermute aber, dass die durch entsprechende Eheverträge abgesichert sind...

      klar, in dem aspekt kann sie einem leid tun. aber mal ehrlich, der mann hat ewig nur viel gearbeitet. er hat nicht wie sie seine kinder aufwachsen sehen udn sie dabei begleitet. er wird so viel verpasst haben. da tut ER mir leid. auch wenn ihm das wahrscheinlich gar nicht bewusst ist.

      mein mann hat auch mehr gearbeitet als ich die letzten jahre und im grunde hat er den zonk und nicht ich.

      lg

      • Keine Ahnung, ob einem der Mann leid tun sollte. In diesem Fall zumindest ist es so, dass er nur sehr wenig Interesse an den Kindern zeigt. Die jüngere Tochter kennt ihn kaum und braucht jedes Mal viel Eingewöhnungszeit, wenn er sie mal holt. Das war auch schon so, als sie noch zusammen gewesen sind und er an den Wochenenden unregelmäßig da war. Das Mädchen ist 3 Jahre alt.

Hi.

Ich denke, dass mit "ich halte ihm den Rücken frei" gemeint ist, dass er sich nicht um die Betreuung des Kindes im allgemeinem aber auch im Krankheitsfall kümmern muss.

Mein Partner und ich arbeiten beide Vollzeit. Und in unserem Fall hält uns der Kiga dafür den Rücken frei.

Wird das Kind allerdins krank, muss mein Partner ebenso oft zuhause bleiben wie ich. Ich seh es garnicht ein, dass ich ständig diejenige bin, die daheim bleiben "muss".

Manchmal hält uns die Oma aber auch im Krankheitsfall den Rücken frei. Dann können wir beide gehen ;-)

LG,
Enelya

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