Die Religöse Einstellung der Nachbarn

    • (1) 23.10.12 - 10:38

      Hallo,

      meine Tochter spielt gern mit den Nachbarskindern, was an sich ja kein Problem ist, allerdings hätte ich nicht gedacht dass es son einen Rattenschwanz von Konflikten nach sich zieht und das auch noch in der heutigen Zeit.

      Wo fange ich an?

      Die Nachbarn sind streng gläubige Baptisten, wir sind Agnostiker.
      Nun haben die Nachbarn uns des öfteren schon in ihre Gemeinde einladen wollen, zum Gottesdienst oder Adventssingen, wir sind einmal dort hin gegangen, haben aber schnell bemerkt, dass es nicht zu unserem Leben passt.

      Nun finde ich aber dass die Kinder unbefangen miteinander umgehen sollen, egal welcher Religion oder eben nicht Mama und Papa angehören.
      Nur leider funktioniert das nicht so gut, denn immer wieder kommen von den Kindern Sprüche die mir hören und Sehen vergehen lassen.

      Die Kinder sind bei uns im Garten, meine Tochter bittet mich Musik an zu machen

      ''Wenn nan solche Musik hört kommt man in die Hölle'' (Ich habe KIKA Tanzalarm angemacht, nicht HIM oder so ;-) )

      Ich kam von der Arbeit, mein Mann war mit unserer Tochter vor dem Haus die Nachbarskinder waren auch dabei.

      ''Wieso arbeitet deine Mama, das dürfen Frauen nicht''

      und gestern spielte meine Tochter mit den Kindern bei uns im Garten und kam ganz aufgeregt zu mir

      ''XX sagt ich bin unglaublich''

      Ich sage zu ihr das ist doch toll wenn er dich unglaublich findet''

      Die Schwester kommt zu uns und sagt

      ''Nicht unglaublich- Ungläubig''

      Ich frage sie wie sie darauf kommt

      ''Frauen die Hosen tragen sind ungläubige Sünderinnen''

      #schock

      Ich war wie vom Donner gerührt, die kleine ist grade 4 geworden

      Langsam bin ich genervt von derartigen Aussagen, es hat 2 Jahre gedauert bis der Mann in der Lage war mich zu begrüssen, anfangs wurde ich geflissentlich ignoriert, auch wenn ich direkt neben meinem Mann stand wurde mein Mann begrüßt und ich übergangen.

      Die Frau kommt nur aus dem Haus um uns zu irgendwelchen Kirchlichen Dingen einzuladen, oder versuchen soll uns für ihren Glauben zu begeistern was ja vielleicht Nett gemeint ist, aber nun ja nachdem ich nun schon gefühlte 100x dankend abgelehnt habe und wirklich nett versucht habe zu erklären dass ich mich mit ihrer Religion nicht identifizieren kann sollte sie es akzeptieren.... und jetzt fangen die Kinder an meiner Tochter zu erzählen das Frauen keine Hosen tragen sollen und nicht arbeiten dürfen und wenn sie Musik hören in die Hölle kommen...

      Ich meine, ich sage meiner Tochter doch auch nicht dass ich es nicht gut finde welches Weltbild die Familie ihren Kindern vorlebt oder so...

      Ich versuche tolerant zu sein wenn die Kinder mit den Aussagen um die Ecke kommen und erkläre meiner Tochter wenn die Kinder weg sind, dass wir nun mal anders leben und uns anders kleiden, aber ich finde es nervig das ich für alles und jeden Verständnis haben soll und mich dabei auch noch immer Rechtfertigen muss.... ich gehe doch auch nicht hin und versuche der Familie meine Weltanschauung aufzudrängen oder fange Theologische Grundsatzdiskussionen an...

      Aber ändern kann ich eh nichts daran... nur nervt es tierisch.

      LG

      • ganz klares Statement von mir: Kontakt abbrechen - auch zwischen den Kindern.

        Ich bin ein sehr toleranter Mensch, kann es aber überhaupt nicht leiden, wenn mir jemand in meine Lebnsweise (und oder meinen Glauben) hineinreden möchte.

        und genau DAS passiert ja gerade bei Ech und Euren Nachbarn.

        ich würde meinen KIndern ganz klar erklären, dass ihzr ein anderes Welt- und Gottesbild habt und es nunmal Menschen gibt, mit denen man nicht überein kommt (egal, ob religiös, politisch oder sonstwas.)

        Gruß, Bö

        Ich würde diesen seltsamen Heiligen mal klar machen das sie glauben sollen was sie wollen aber deine Kinder gefälligst nicht mit reinzuziehen haben.
        Und diesen Kindern würde ich einfach sagen das die Eltern eben anders glauben und das OK ist aber bei ihnen das nicht schlecht ist nur weil sie anders leben.

        Ela

        (4) 23.10.12 - 11:06

        Hallo,

        das sind Nachbarn, die die Welt nicht braucht und Deine Kinder für Ihre Entwicklung schonmal garnicht. Kontakt abbrechen und gut.

        LG

      • Wegen den Kindern tut es mir leid.

        Ich würde mir aber einen Spaß machen, meine Cradle of Filth und Blutengel-Sammlung rausholen und das beim Putzen bei geöffnetem Fenster laut abspielen. Ich glaube, wenn das meine Nachbarn wären, würden die nie wieder versuchen, mich zu irgendetwas zu bekehren. Sollen die doch denken, dass ich eine vom Teufel geküsste Satanistin bin.

      Hallo!

      Sag doch deinen Kindern, dass diese Kinder eben daran glauben bzw es von ihren Eltern so vermittelt bekommen.

      Sie werden es verstehen, so wie Kinder es auch verstehen, wenn Max das und das darf und Eva das eben nicht.

      Wenn deine Kinder sich mit den Aussagen der Nachbarskindern unwohl fühlen, sollen sie entscheiden, ob sie wirklich weiter mit ihnen spielen wollen.

      LG

      Ich finde solche Konfrontationen eigentlich gar nicht schlecht.

      So lernen die Kinder gleich von Anfang an, dass es....gerade was Glaubensdinge angeht...viele verschiedene Meinungen, Ansichten und Richtungen gibt.

      Das ist zwar für die Eltern.....in dem Fall also Euch.... mit viel Arbeit verbunden, weil ihr ausführlich und oft den "Erklärbär" spielen dürft, aber ich denke das dürfte sich auszahlen.

      Und nicht Du verbietest den Kids den Kontakt.....wenn es denen zu doof wird, wollen die von ganz alleine nicht mehr dort hin.

      Und vielleicht helft ihr den Kindern der anderen Familie ja, die Welt nicht mehr so verbissen zu sehen wie es scheinbar der Fall ist.

      Du kannst also zeigen dass Du wirklich weltoffen bist, oder Du zeigst, dass Du ebenso verbohrt bist wie diese andere Familie....nur eben auf eine andere Art. ;-)

      TJ

      <<<und wenn sie Musik hören in die Hölle kommen...>>>

      Also wenn da die Mukke gut ist, kann es so schlimm schon mal gar nicht sein. #rofl

      • Hi,

        danke für die Antwort.

        Kontakt verbieten war für mich eigentlich keine Option.
        Ich finde es nur nervig, weil ich echt nicht weiß wie weit ich gehen kann wenn die Kinder mit solchen Krachern um die Ecke kommen, gestern war die einzige Reaktion zu der ich in dem Moment fähig war der Kindern zu sagen das wir eben alle unterschiedlich sind und das es gut so ist.

        Für mich eine nicht wirklich befriedigende Antwort, aber mehr wollte ich dazu nicht sagen, denn ich kann den Kindern doch nicht sagen, dass es Quatsch ist was deren Eltern ihnen Erzählen auch wenn ich es 100% so empfinde.

        LG

        • <<<ich kann den Kindern doch nicht sagen, dass es Quatsch ist was deren Eltern ihnen Erzählen>>>

          Es als "quatsch" abzutun solltest Du weder vor Deinen eigenen noch vor deren Kindern machen.

          Deren Eltern werden schneller in Erklärungsnot kommen als Du, wenn Du es allen beteiligten Kindern kindgerecht erklärst.....glaube mir.

          Dass das natürlich auch SEHR nervig sein kann, steht nicht zur Debatte. :-)

          ich wollte mit meiner Antowrt auch nicht sagen, dass Du es als Quatsch abtun sollst....

          wir haben in der näheren Bekanntschaft auch eine "krasse Religionsgemeinschaft". Eine, die ich kategorisch ablehne. Anfangs lief alles ok. Die Mutter versuchte mich ein paar Mal zu bekehren, was ich aber - freundlich, aber im Keim - erstickt habe.

          als dann mein Sohn älter wurde und auch mal ohne mich zum Spielen dorthin gegangen ist, hatte ich der Mutter deutlich gemacht, dass ich nicht möchte, dass sie mit meinem Kind in meiner Abwesenheit über "ihren" Gott spricht. Wir waren uns (augenscheinlich) einig - sie wollte auch nicht, dass Ihre Tochter bei uns am Tisch (evangelische) Tischgebete hören muss. alles klar.

          Leider hat sie sich nicht an die Regeln gehalten und meinem Sohn immer wieder ihren Glauben nahegebracht und unseren schlecht gemacht. ie hat ihn sogar mit in hre Gemeinde genommen - ohne mein Wissen.

          und das hat meiner Ansicht nach nichts mehr mit weltoffen, tolerant, etc zu tun.

          Es gibt nunmal Dinge, die ICH für meine Kinder entscheide und darüber hatte sie sich hinweg gesetzt.

          Ich habe meinem Sohn erklärt, dass diese Leute unseren Glauben nicht verstehen / akzeptieren und wir somit den Kontakt nicht mehr möchten. Ich glaube, er war ganz froh - dieses ewige Gerede darüber hatte ihn doch sehr verunsichert / gestört.

          Gruß, Bö

    Hallo,

    ich weiß, die Kinder können nichts für ihre Eltern.

    Trotzdem würde ich ein Kind, das dermaßen gehirngewaschen und irrgeleitet ist, für einen schädlichen Umgang für mein Kind halten.

    Welche Eltern möchten bitte, dass dem eigenen Kind erzählt wird, dass es wegen (harmloser) Musik in die Hölle kommt oder dass Mädchen keine Hosen tragen dürfen etc.?

    Die Nachbarskinder vermitteln deinem Kind doch immer wieder nur ein schlechtes Gefühl - was hat deine Tochter davon? Auf jeden Fall nichts Gutes.

    Ich weiß nicht, wie alt deine Tochter ist, aber anscheinend noch jünger, wenn sie noch Kika-Tanzalarm hört. Ich halte deine Tochter deswegen für zu jung als auf ihre Kosten jetzt Toleranz zu praktizieren.

    Wenn ein afroamerikanisches oder asiatisches Kind meinem Kind erzählen würde, alle weißfarbigen Menschen sind Sünder/kommen in die Hölle/sind scheiße, dann würde ich meinem Kind auch nicht sagen "wir sind aber tolerant und mögen Kinder, die solche Sprüche bringen trotzdem", sondern ich würde meinem Kind erklären, dass nicht die Hautfarbe die Qualität eines Menschens ausmacht und dass Menschen, die andere wegen ihrer Hautfarbe diskriminieren, böse sind (ich würde es natürlich kindgerecht erklären).

    Und so sehe ich es mit deinen Nachbarn auch:
    es sind keine guten Menschen (da sie gegen Andersgläubige hetzen) und sie erziehen ihre Kinder ebenfalls zu schlechten Menschen.
    Für Menschen, die gegen mein Kind oder mich hetzen, habe ich keine Toleranz übrig.

    Und mit erwachsenen Nachbarn, die mich ignorieren, hätte ich schon längst keinen Kontakt mehr. Man muss mich nicht mögen, aber dass die Regeln der Höflichkeit (Grüßen, Nicht-Ignorieren, etc.) eingehalten werden, erwarte ich schon.
    Für unhöfliches Verhalten meinem Kind oder mir gegenüber habe ich auch nur sehr beschränkt Toleranz übrig.

    LG,
    J.

    • <<<Trotzdem würde ich ein Kind, das dermaßen gehirngewaschen und irrgeleitet ist, für einen schädlichen Umgang für mein Kind halten.>>>

      Das selbe denken die vielleicht auch von Dir....und nun? :-)

      Das ist Dir nun vielleicht egal.....denen auch.....wieder eine Pattsituation, und in 10 Jahren stehen sich die Kids dann hasserfüllt gegenüber, und prügeln sich tot, und denken noch, sie handeln genau richtig....schliesslich sind das ja "böse Menschen die nicht hierher gehören"....und zwar beide Seiten.

      Erklärt hat es ihnen nie jemand....sie mussten sich nie mit etwas "fremdartigen" auseinander setzen, mussten sich nie ein eigenes Bild machen weil die Eltern das von vorneherein für "Braingewaschen" angesehen- und eleminiert haben......und nun?

      <<<Für Menschen, die gegen mein Kind oder mich hetzen, habe ich keine Toleranz übrig>>>

      Das kann ich nachvollziehen.....aber es ist ein Unterschied, ob es gegen jemand direkt gerichtet ist, oder ob es platte Sprüche sind, die die Kinder nur nachplappern, und bei denen man durchaus noch durch Kommunikation gegenwirken kann.

      TJ

      • "Das selbe denken die vielleicht auch von Dir....und nun?"

        Na, dann hätten sie doch einen Grund, ihrem Kind den Umgang mit meinem Kind zu verbieten, und mein Kind und ich hätten Ruhe vor solchen Fanatikern - mehr will ich ja gar nicht #freu

        " und in 10 Jahren stehen sich die Kids dann hasserfüllt gegenüber, und prügeln sich tot, und denken noch, sie handeln genau richtig...."

        So ein Quatsch. #contra

        ICH erziehe meinen Sohn sicher NICHT nach dem Motto "das sind böse Menschen, bei denen ist es okay, wenn du sie tot prügelst (oder sonst was Illegales machst).

        Und ich erziehe meinen Sohn auch nicht nach dem Motto "bösen Menschen darf man hasserfüllt begegnen".

        "Erklärt hat es ihnen nie jemand....sie mussten sich nie mit etwas "fremdartigen" auseinander setzen, mussten sich nie ein eigenes Bild machen weil die Eltern das von vorneherein für "Braingewaschen" angesehen- und eleminiert haben......und nun?"

        Wer sagt, dass ich meinem Sohn nicht erklärt habe, dass es unterschiedliche Religionen gibt, die erstmal alle gleich gut (bzw. böse) sind? #aha

        Trotzdem werde ich. solange ich kann, versuchen, ihn von Fanatikern (egal, ob religiös, politisch, rassistisch, etc.) fern zu halten. Natürlich nicht ohne Erklärungen oder Begründungen.

        Was ich NICHT machen werde:
        meinem Sohn sagen "ja, Sohn, schließ dich mal den Rechtsradikalen im Ort an, du wirst schon von ganz alleine die Erfahrung machen, dass das keine gute Idee ist"

        "weil die Eltern das von vorneherein für "Braingewaschen" angesehen- und eleminiert haben"

        Ähm, ich würde doch niemanden töten (eliminieren), weil er ein Fanatiker ist #nanana

        "Das kann ich nachvollziehen.....aber es ist ein Unterschied, ob es gegen jemand direkt gerichtet ist, oder ob es platte Sprüche sind, die die Kinder nur nachplappern, und bei denen man durchaus noch durch Kommunikation gegenwirken kann."

        So, wie junge Kinder stumpf irgendwelchen Unsinn nachplappern, sind junge Kinder auch noch so leichtgläubig, diesen Unsinn zu glauben und deswegen Ängste vor "Musik, wegen der man in der Hölle landet" oder vor "Mutti, die eine Sünderin ist, weil sie arbeitet" zu bekommen.

        Und wenn mein Kind mir nicht sagt, warum es diese Ängste entwickelt hat, ist es schwer, durch Kommunikation dem entgegen zu wirken.

        Und ganz ehrlich?

        Ich hab auch gar keinen Bock darauf, meinem Kind Selbstverständlichkeiten wie "natürlich kommst du wegen irgendeiner Musik NICHT in die Hölle", "natürlich dürfen Frauen arbeiten" und "natürlich dürfen Mädchen Hosen tragen" zu erklären, nur weil ich irgendwelche religiösen Fanatiker als Nachbarn habe :-)

        Deine unendliche Toleranz in Ehren, aber das klingt für mich eher nach
        "wenn ich eine Ohrfeige bekomme, halte ich natürlich die 2.Wange hin" an.

        Und so ein Mensch bin ich nun mal nicht, und mein Sohn soll auf keinen Fall so ein Mensch werden #zitter

        J.

        • <<<Und ich erziehe meinen Sohn auch nicht nach dem Motto "bösen Menschen darf man hasserfüllt begegnen".>>>

          Nein...Du erziehst ihn evtl. eher "Alles was anders ist, ist Quatsch...das musst Du nicht wissen, damit musst Du Dich nicht auseinander setzen".

          Ohne Dir was unterstellen zu wollen, oder das jetzt auf Dich zu beziehen: Sowas führt in meinen Augen zu einer Scheuklappengeprägten Stammtischmentalität. Nicht gleich...nicht morgen, aber irgendwann....weil es dann nicht nur bei dem Thema "Religion" so gehándhabt wird, sondern auch in anderen Bereichen.

          Warum? Weil es bequem ist......und bequem ist heutzutage absolut "in".

          <<<Deine unendliche Toleranz in Ehren, aber das klingt für mich eher nach "wenn ich eine Ohrfeige bekomme, halte ich natürlich die 2.Wange hin" an.>>>

          ICH??? Du bist ja goldig ....so hat mich jetzt nun auch noch niemand eingeschätzt. #freu

          Ich bin eher jemand der jemanden am Kragen packt und sich hinterher dafür entschuldigt wenn es sein muss....aber zu einem zweiten Schlag kommt bei mir selten jemand. #schein

          Nein....darauf wollte ich nicht hinaus......es ging mir nur darum, dass man durch Geduld und Offenheit immer mehr erreichen wird, als durch stupides mauern.

          Dass da jeder seine persönlichen Grenzen hat, steht nicht zur Debatte.

          <<<So ein Quatsch.>>>

          Völlig übertrieben.....ja....aber wirklich Quatsch? Nur mal bildlich gesehen........

          Ein lieber Gruß

          vom unendlich toleranten

          TJ ;-)

          • "Nein...Du erziehst ihn evtl. eher "Alles was anders ist, ist Quatsch...das musst Du nicht wissen, damit musst Du Dich nicht auseinander setzen"."

            Das ist eine bösartige Unterstellung #cool

            "Ohne Dir was unterstellen zu wollen,"

            Ach, auf eine Unterstellung mehr oder weniger kommt es jetzt doch auch nicht mehr drauf an, oder? :-)

            "Nein....darauf wollte ich nicht hinaus......es ging mir nur darum, dass man durch Geduld und Offenheit immer mehr erreichen wird, als durch stupides mauern."

            Ich bin ein absolut ungeduldiger Mensch, und Fanatiker (welcher Art auch immer) sind das allerschlechteste Mittel, diese meine Schwäche zu ändern...

            "Dass da jeder seine persönlichen Grenzen hat, steht nicht zur Debatte."

            Eben, wozu also unsere Diskussion?

            "Völlig übertrieben.....ja....aber wirklich Quatsch? Nur mal bildlich gesehen........"

            Natürlich Quatsch, weil ich meinen Sohn viel weltoffener und vernünftiger erziehe, als ich eigentlich bin bzw. denke, so wie ich glaube, dass die meisten Eltern versuchen, ihre Kinder pädagogisch wertvoller zu erziehen als sie (die Eltern) selbst handeln/denken (würden).

            Nach dem Motto "Karl-Heinz, das ist aber nicht in Ordnung, dass du zu Klaus-Rüdiger Idiot gesagt hast", obwohl man als Elternteil genau DAS denkt (also dass Klaus-Rüdiger ein Idiot ist) ;-)

            Und wenn ich die Nachbarn der TE ablehne, hat das nichts damit zu tun, dass ich Baptisten im allgemeinen ablehne (warum auch?), sondern dass ich speziell diese Leute ablehne, weil sie andere mit ihrer Religion und ihren Ansichten belästigen und unschuldige Kinder damit verunsichern.

            LG,
            J.

        Ich verstehe diese Kategorisierung "böser" Mensch gar nicht.

        Ist jeder Mensch, der einen Fehler macht, oder der irgendwie irrläuft böse?

        Das finde ich sehr seltsam.

        Ich bringe meinen Kindern bei, dass es böse Taten, böses Verhalten und böses Gerede gibt, aber nicht dass der Mensch der das tut an sich böse ist. (ich meine wir sprechen hier ja nicht von amoklaufenden Psychopathen, das wäre für Kinder wohl etwas komplex zu verstehen)

        Und da kann ich auch sagen, ich finde das falsch, oder das was sie sagen/tun ist böse, kann meinen Kind aber selber zugestehen, ob es damit klarkommen will oder selber beschliesst, dass es lieber Abstand hat.

        Meine Kinder wissen, dass andere auch Fehler machen und dass man trotzdem miteinander auskommen kann. Und meine Kinder würden ganz sicher keine Sprüche a la "wer Musik hört kommt in die Hölle" oder "Mama ist eine Sünderin, weil sie arbeitet" ernst nehmen, weil sie einfach hier etwas anderes lernen.

        Im Grunde wollen sie mit den anderen Kindern nur spielen und solche Bemerkungen sind sicher nicht so bedeutsam wie für uns Erwachsene.

        Anders wäre es wie hier weiter oben beschrieben, wenn die Eltern einen Missioniereifer hätten und mein Kind irgendwohin mitnehmen.

        Dann würde ich mein Kind da nicht mehr hinlassen, aber nicht den Kontakt zu den Kindern verbieten.

(19) 23.10.12 - 12:19

Hallo,

da hast Du Dir ja super Nachbarn angelacht. Meine Nachbarn sind auch Baptisten, aber nicht ganz so extrem, obwohl man manchmal nur den Kopf schütteln kann über deren Haltung.

Es gibt einige Glaubensrichtungen, bei denen die Männer weder grüßen noch die Frauen/Töchter anderer anschauen. Das hat nichts mit Respektlosigkeit (auch wenn es vielen so erscheinen mag) zu tun, das ist deren Auslegung des Glaubens und Erziehung. Viele Frauen tragen bei denen auch Hosen (meine Nachbarin), aber zum Gottesdienst dann wieder Röcke. Jemanden nach seiner Kleidung zu beurteilen, ist einfach nur erbärmlich. Egal, ob Kind oder Erwachsener.

Gerade bei den Baptisten werden die Kinder sehr früh getrimmt und auf den Glauben geimpft. Meine Nachbarn gehen mehrmals die Woche in die Kirche und sonntags sind die fast den ganzen Tag dort. Die Kinder gehen auch nicht auf eine normale Schule, da könnten sie ja mit Teufelszeug in Berührung kommen, sondern auch eine freie evangelische Schule.

Der vierjährige Sohn meines Nachbarn läuft ständig singend durch die Straße "Gott liebt dich, oh Gott liebt dich..." Seine Schwester wollte meine Tochter auch schon bekehren und ihr eine Bibel schenken #augen Auch wurde mit Unverständnis reagiert, das wir vor dem Essen nicht beten.

Abgesehen von ein paar "Jesus liebt dich Flyern" wurden wir bisher mit dem religiösen Zeug in Ruhe gelassen. Sie trauen sich auch nicht, da wir unseren Standpunkt sehr klar gemacht haben. Die Kinder spielen nach wie vor miteinander. Streit gibts auch mal, aber das hat mit der Religion nichts zu tun.

Aber wenn ein Nachbarskind glaubt, meine Familie und mich wegen unserer Religion und unserers Aussehens beleidigen müssen, dann gibts Stress und das nicht zu knapp. Dann interessiert es mich herzlich wenig, das dieses Kind von den eigenen Eltern und deren Umfeld so geimpft wurde , auch wenn es im Grunde nichts dafür kann sondern dessen Erziehung.
"Satan sieht auch die, die meinen, besonders gläubig sein zu müssen und er wartet nur DICH" ...einmal gesagt und danach kam nie wieder ein blöder Spruch. Auch Einladungen zu schwarzen Messen zwecks Satansanrufung können sehr wirksam sein;-)

Die Kinder würde ich erst einmal weiterspielen lassen. Wenn sie zu Euch kommen, dann vorher eine klare Ansage machen, das sie sich an Deine Regeln zu halten haben und bei Euch wird nicht über Religion gesprochen. Halten sie sich nicht daran, müssen sie sofort gehen. Das geht natürlich nicht auf der Straße, aber zu Hause hast Du die Möglichkeit das zu steuern. Ansonsten noch einmal das Gespräch mit deren Eltern suchen.

LG
Dudeline

(20) 23.10.12 - 12:21

Hallo,
glaub ich, dass es lästig ist, sich dauernd mit solchen Vorwürfen/Fragen auseinandersetzen zu müssen.
Als Quatsch abtun wäre falsch, weil die Nachbarsfamilie ihre Einstellung vermutlich sehr definitiv und argumenativ erschlagend weitergeben kann.

Als Erklärungshilfe in etwa:
Baptisten (und andere fundamentalistische Christen) haben die Bibel als Glaubensgrundlage und nehmen sie WÖRTLICH.
D.h. nichts wird im Kontext von vor 2000-6000 Jahren betrachtet, sondern 1:1 übernommen.

Alle Regeln und Vorschriften, die damals vielleicht Sinn hatten und z. T. für damalige Zeiten sehr human und fortschrittlich waren, werden genauso akribisch umgesetzt.

Ich denke daran würde ICH meinen Kindern gegenüber ansetzen: dass ich so eine Auslegung für nicht richtig halte und dass das an dem vorbei geht, was uns Gott - nach meinem Verständnis der Bibel mitteilen möchte.

Gruß und noch viel Spaß...
kleinjano

  • (21) 23.10.12 - 14:09

    "Baptisten (und andere fundamentalistische Christen) haben die Bibel als Glaubensgrundlage und nehmen sie WÖRTLICH."

    Nicht alle Baptisten sind automatisch naive Fundamentalisten. Baptist sein heißt erst mal nur, daß die Kindstaufe abgelehnt wird und eine Glaubenstaufe (als Jugendlicher oder Erwachsener) vollzogen wird, und zwar durch Untertauchen.

    Unsere hiesige Baptistengemeinde hat z.B. einen Chor zusammen mit der jüdischen Gemeinde, sie schauen also durchaus über den Tellerrand.

    • (22) 23.10.12 - 14:33

      Ja, ich geb zu - ich hab das zu pauschal geschrieben.

      Aber nur Erwachsenentaufe durch Untertauchen reicht als Erklärung für Baptismus auch nicht aus.

      Die Bibel ist DIE Glaubensgrundlage und in den Baptisten-Gemeinden (evangelische Freikirchen) wird sie i.d.R. evangelikal ausgelegt.

      Die einen nehmen's in der Lebenspraxis genauer, die anderen offener.

      • (23) 23.10.12 - 15:47

        Ähm, in allen christlichen Kirchen ist die Bibel DIE Glaubensgrundlage (zumal bei den Protestanten, Sola Scriptura). Und evangelikale Strömungen gibt es auch in der evangelischen Landeskirche.

        Was natürlich stimmt, ist, daß sich durch die Struktur der eigenen Entscheidung zur Erwachsenentaufe der durchschnittliche Baptist stärker an seine Gemeinschaft gebunden fühlt und z.B. öfter den Gottesdienst besucht als der durchschnittliche "als Baby getaufte weil es eben dazugehörte" Landeskirchler.

        • (24) 24.10.12 - 14:20

          Ähm,...

          Ich hab nie etwas Gegenteiliges behauptet.

          Natürlich ist die Bibel Grundlage aller christlichen Kirchen (aber die TE ist Agnostikerin).

          Auswüchse wie sie es beschreibt, haben ihre Grundlage aber in einer allzu wörtlichen Auslegung der Bibel. Und enge Auslegungen sind in baptistischen Gemeinden (und in dem Fall geht es um Baptisten und nicht um andere Strömungen in der evangelischen Landeskirche) häufiger, als in durchschnittlichen landeskirchlichen Gemeinden.

          Ich will garantiert niemanden angreifen und sagt ja schon, dass ich zu pauschal war.

(25) 23.10.12 - 12:28

Hallo,

wer meine Lebenseinstellung, Glauben bzw. Ungläubigkeit oder was auch immer nicht akzeptieren /respektieren und mich missionieren oder korrigieren möchte hat in meinem privaten Umfeld (am Arbeitsplatz kann man das nicht immer aussuchen) nichts zu suchen.

Wenn jemand mir erzählt, das ich in Sünde lebe,der darf gleich gehen. Denn ich möchte dann nicht das das Kind der Nachbarn sich mit Sündern beflecken /abgeben muss.

Ich muss mir so was nicht geben.

Wer bei mir mehr als einen Missionierungsversuch startet, muss auch mit entsprechender Antwort leben können. Ich seh das locker und ich verbiege mich nicht um mit Nachbarn gut Freund zu sein. Wird das lästig oder penetrant, werde ich auch entzückend direkt. Wenn man rum eiert oder aus Gefälligkeit einmal nachgibt, wie ihr mit dem Besuch eines Gottesdienstes, hat man verloren. Dann schnappt die Glaubesfalle zu.

Meine ungläubigen Kinder haben so eine gute religiöse Allgemeinbildung, das sie jedem

Gläubigen - egal welcher Religionsgemeinschaft die angehörten die passenden Antworten geben konnten. Meine Tochter diskutiert heute noch gern mit jedem

Priester, bis diesem die Antworten ausgehen oder er an seinem Glauben (ver)zweifelt#rofl

Bei mir sind Gäste (egal welcher Glaube) willkommen - kein Missionare!;-)

Viele Grüße

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